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Biokerosin: Lufthansa beendet erfolgreichen Test. Problem: “Pflanzen müssen erstmal wachsen”

In der jüngsten "Arena-Analyse", die DiePresse und DIE ZEIT gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Kovar & Köppl erstellen ließ, wird der Ölpreis als einer der Hauptproblemfelder der Zukunft gesehen. Im auswertenden Artikel der PRESSE wird Peak Oil als eine von fünf möglichen Weltkrisen benannt. Kernaussage der Analyse ist: Wir brauchen mehr Resilienz, mehr Widerstandsfähigkeit, unsere menschlichen Systeme müssen ähnlich den natürlichen Systemen externe Schocks aushalten und sich aus sich selbst heraus erneuern können. Nur so, das ist die Kernaussage der Analyse, werden wir in jener Zukunft bestehen können, die von Klimawandel und Ressourcenverknappung geprägt wird.

Auf dem Weg in eine "Biobased Economy" hat die Lufthansa zwischen Juli und Dezember 2011 eine ihrer Maschinen im normalen Tagesbetrieb mit "Biokerosin" der Firma Neste Oil betankt. Das Projekt gilt als erfolgreich, wird dennoch nicht fortgeführt.  (mehr …)

Videos: Rohstoffabend auf ARTE

ARTE, der Lichtblick in der TV-Landschaft, brachte gestern Abend zwei wichtige Sendungen zu Rohstofffragen. Online sind beide Sendungen 7 Tage ansehbar, vermutlich werden die Sendungen später in den einschlägigen Videoplattformen auffindbar sein:

  • Mit offenen Karten über Konflikte der Zukunft. Kernaussage: Territorialkonflikte nehmen ab, Rohstoffkonflike nehmen zu. Die Doku erwartet, dass die Förderung industriell genutzter Erze ab dem Jahr 2030 nicht mehr mit dem Bedarf Schritt halten kann, ein Peak Kupfer/Bauxid/Eisen also nah ist. Die Doku zeigt mögliche Konfliktregionen, die sich aus Lagerstätten und Transportrouten ergeben. Auch Wasser und Ackerland haben Konfliktpotential.
  • Gas Monopoly ist eine 95-Minuten-Doku, die ausgehend vom Gas-Konflikt zwischen Russland und der Ukraine 2009 den Akteuren der Gasförderung und -verteilung folgt.

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Medienhype: Statoil entdeckt 7-Welt-Tages-Reserve-Ölfeld

300 Millionen Barrel Erdöl soll das neue Statoil-Ölfeld haben, was das Handelsblatt von einem "Riesenfund" sprechen läßt. Zusammen mit dem Vorgängerfund haben die zwei Felder Havis und Skrugard in der arktischen Barentssee 600 Millionen Fass, bei einem Welt-Tagesverbrauch von 85 Millionen Fass entspricht das also 7 Welt-Tages-Verbräuchen. "Riesenfund"? Ähnlich hysterisch klangen die Schlagzeilen vergangenen August, als Statoil ebenfalls ein "riesiges Ölfeld in der Nordsee" fand und im November, als eine 11-Tages-Reserve gefunden wurde. Seit der August-Meldung sind inzwischen über 120 Tage vergangen, der kritische Geist mag selbst berechnen, wie relevant die neuen Funde sind. (mehr …)

Iran-Krise spitzt sich zu: IEA würde Ölreserven bei Hormuz-Blockade freigeben

Beim Handelsblatt-Morgen-Newsletter war der Iran die heutige Topmeldung, nun wird berichtet, dass die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe von Ölreserven für den Fall vorbereitet, dass sich die Iran-Krise zuspitzt. Bis zu 14 Millionen Barrel pro Tag seien im Gespräch, das sind immerhin 16% des weltweiten Tagesverbrauchs und fünfmal soviel wie die Ölmenge, die 1990 nach dem Einmarsch des Irak in Kuwait freigegeben wurden. Diese Größenordnung entspricht ungefähr den Mengen, die täglich durch die Straße von Hormuz verschifft werden.

Der Iran drohte im Kriegsfall damit, die Meerenge von Hormus zu blockieren, (mehr …)

Ex-IEA-Analyst Olivier Rech: Abfall der Öl-Förderrate ab 2015

Olivier Rech machte im November Schlagzeilen, als er mit dem Ex-Bear-Stearns-Trader Luca Baccarini einen Fonds gründete, dessen Anlagestrategie auf steigende Ölpreise setzt. Konkret wurden 300 US$ in 2025 pro Barrel Erdöl genannt. Le Monde und gestern auch TheOilDrum veröffentlichten ein Interview mit dem ehemaligen Analysten der Internationalen Energieagentur, in dem es weniger um Preise für den Rohstoff geht sondern um das Absinken der Förderraten. (mehr …)

Öl-Sanktionen gegen Iran, Streiks in Nigeria

Laut Zeitungsberichten haben sich die EU-Länder grundsätzlich auf ein Öl-Embargo gegen Iran geeinigt, der Startzeitpunkt steht noch nicht fest. In die EU exportiert der Iran 450.000 Barrel pro Tag, insbesondere nach Italien, Spanien und Griechenland. Die Iraner meinen, ihr Öl leicht an andere Kunden verkaufen zu können, doch das scheint angesichts eines Streits mit China nicht sicher. China hat seine Importe aus Iran im Januar und Februar halbiert, da man ein Zahlungsziel von 90 Tagen wünscht, während der Iran nur 60 Tage auf sein Geld warten will. Auch wenn die Chinesen also öffentlich das EU-Embargo mangels internationalem Vorgehen (über die UNO?) kritisieren, spielt die Situation doch in ihre Hände. Vielleicht ist ja Indien an mehr iranischem Öl interessiert? (mehr …)

Der Ölpreis und die Euro-Krise

Der Ölpreis wird in 2012 nicht nur von einem möglichen Konflikt im Iran oder von Anschlägen auf Pipelines wie jüngst in Syrien bedroht, sondern auch von der Euro-Krise. So wetten derzeit vermehrt Spekulanten auf einen zum Dollar sinkenden Euro und bis 20. März muss Griechenland 14,5 Milliarden Euro flüssig machen, um alte Kredite abzulösen. Auch wenn die US-Staatsschuldenblase weitaus größer ist als die europäische, schaut die Finanzwelt auf den Euro. Da Erdöl weltweit in Dollar gehandelt wird ist der Preis, zu dem die Europäer US-Dollars kaufen können, für den Spritpreis an den Tankstellen wichtig. Würde der Ölpreis auf den aktuellen 109 US$ verharren, aber 1 Euro nur noch 86 US-Cent kosten (so wie zu Beginn des Jahres 2002), so müsste pro Liter Benzin hierzulande 1,92 Euro, für Diesel 1,77 Euro und für Heizöl 1,20 Euro gezahlt werden. Wahrscheinlich ist solch ein rasantes Absinken jedoch nicht, das Beispiel zeigt aber, wie stark der Spritpreis auch an der Stabilität des Finanzsystems hängt.

Probleme mit dem Euro hat derzeit auch Petroplus, der mit 4,4% der Raffineriekapazitäten größte unabhängige Raffineriebetreiber Europas. Der Firma haben die Banken den Kredit gestrichen, weshalb Geld für den Einkauf von Rohöl fehlt. 3 von 5 Verarbeitungsanlagen werden bereits heruntergefahren und dürften dazu beitragen, die offenbar existierenden europäischen Überkapazitäten abzubauen. Der zunehmende Konzentrationsprozess und das Wegfallen eines Wettbewerbers dürfte sich auf die Margen der Raffinierien positiv auswirken, auf die Kassen der Endverbraucher und Unternehmen jedoch nicht.

Wer Lust hat kann sich in Dortmund übrigens noch bis zum 19. Februar "The Oil Show" ansehen.

In eigener Sache

Liebe Besucher von Peak-Oil.com:

Ich wünsche ein entspanntes Weihnachtsfest und einen anregenden Jahresausklang.

2012 wird zweifellos Unruhe mit sich bringen, insbesondere durch die Verwerfungen im Finanzsystem, für die bislang keine langfristige Lösung auf politischer Ebene diskutiert wird. Das Thema der Ressourcenknappheit wird möglicherweise in Diskussionen über Staatsbankrotte, Bankpleiten und Wirtschaftskrise untergehen, vielleicht wird es jedoch gerade dadurch auch beschleunigt: Wenn viel Investitionskapital vermeintlich sichere Häfen ansteuert, kann dies zu Preissprüngen auch beim Öl führen. Sollte es 2012 zu Konflikten im arabischem Raum kommen (Stichwort: Iran), so wird die Begrenztheit der materiellen Ressourcen ganz sicher Widerhall in den Medien aber auch in unseren Geldbeuteln finden.

Peak-Oil.com, 2008 gestartet, hatte 2011 fast 70.000 Besuche zu verzeichnen. Darunter waren natürlich viele, die mehr als einmal vorbeigeschaut haben und ganz sicher einige, die dies regelmäßig tun:

Der Besucher-Peak der Webseite liegt weiterhin im Herbst des vergangenen Jahres, als die Bundeswehr-Studie große Aufmerksam hervorrief. Inzwischen holen sich täglich zwischen 300 und 400 Besucher Informationen zu Peak Oil ab. Besucherhöhepunkt in 2011 war die Studie zu Peak Oil in Sachsen und der neue IEA-World-Energy-Outlook.

In 2012 soll die Plattform zunehmend anderen Autoren geöffnet werden. Gert Schmidt und Christoph Senz haben dieses Jahr Beiträge beigesteuert, doch es fehlt dem deutschsprachigen Raum weiterhin jene Intensität an Analysen und Gedanken, die beispielsweise TheOilDrum.com für den englischsprachigen Raum abbildet. Die englischsprachige Community, die sich mit Peak Oil, Ressourcen- und Energieknappheit befasst, ist inzwischen sehr groß, die Themen werden in einer Vielzahl von Websites und Blogs teilweise sehr intensiv behandelt und die Ausstrahlung auf die etablierten Medien ist stark.

Über Artikel, Themenvorschläge und Kontakt zu interessierten Autoren freue ich mich. Willkommen sind nicht nur geologische, technische oder politische Blickwinkel, willkommen sind auch Blickwinkel auf Erneuerbare Energien, Unternehmensstrategien oder Landwirtschaftsfragen. Sponsoren, die die Arbeit der Autoren unterstützen wollen, sind ebenfalls willkommen.

Schöne Tage!

Norbert Rost

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