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Weitere Peak-Oil-Anzeichen: BP im Sinkflug

BPs Chefökonom Christof Rühl ist von Hause aus Makroökonom und Wachstumstheoretiker. Er gehört zu den standfesten Peak-Oil-Leugnern, ausgehend von dem einfachen volkswirtschaftlichen Modell: Wo Knappheit herrscht, steigen die Preise. Wo die Preise steigen, wird das Angebot wachsen und die Knappheit besiegt. In einem BP-internen Interview von 2006 hörte sich das beispielsweise so an:

Nein, wir sind auch beim Öl noch nicht ressourcenbeschränkt. [..] Aber es gibt hier prinzipiell keine Mengenbeschränkung. Man sollte sich daher das weltweite Angebot des Rohstoffes "Öl" als eine normale, steigende Angebotskurve vorstellen und eben nicht wie ein Glas Wasser, das im Moment halbvoll ist und daher in absehbarer Zeit ganz erschöpft sein wird.
[..]
Ich meine, es wird mehr Öl auf den Markt kommen, solange die Menschheit bereit ist, einen höheren Preis zu bezahlen. Was mir wichtiger erscheint als die Fiktion des "Peak Oils", ist die Tatsache, dass dieser Preis nicht nur aus höheren Produktionskosten besteht, sondern auch aus höheren Kosten für die Umwelt. Die Produktion von Öl aus Ölsand oder -schiefer z.B. ist insgesamt wesentlich umweltschädlicher als die traditionelle Ölförderung. Die Anreize, sich nach alternativen Energie- und Treibstoffquellen umzusehen, werden eher aus umweltpolitischen Gesichtspunkten heraus wichtiger werden als wegen der fiktiven Knappheit der Ressource Öl.

Seit 2009 hat die Firma des Wachstumstheoretikers ein seltsames Problem: Die Fördermengen des Konzerns schrumpfen. Die "fiktive Knappheit der Ressource Öl" ist in den Bilanzen des Konzerns recht klar sichtbar. Die Zahlen hat sich Matt Mushalik genauer angeschaut, nachdem BP ankündigte, eine große Raffinerie in Australien zu schließen:

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BP Energy Outlook und der Fracking-Hype

Die Firma BP mit Sitz in London hat kürzlich einen neuen BP Energy Outlook veröffentlicht. Darin versucht das Unternehmen wie in den Jahren zuvor einen Vorausblick der weltweiten Energieversorgung bis ins Jahr 2030. Die Annahmen, die dem Report zugrunde liegen, ähneln laut BP dem „New Policy Scenario“ der Internationalen Energieagentur (IEA). Die IEA, die ihren letzten Energiebericht im November 2012 veröffentlichte, geht in diesem Szenario davon aus, dass alle Nationen ihre angekündigten „neuen Energiepolitiken“ auch umsetzen. Die Schlußfolgerungen, die BP aus den Annahmen zieht, ähneln jedoch einem anderen IEA-Szenario: dem „Current Policies Scenario“, welches die derzeit gültigen Energiepolitiken änderungsfrei fortschreibt. BP erwartet also mit verstärkten politischen Maßnahmen laxere Ergebnisse. Für die Risiken in der Energieversorgung und die Umweltauswirkungen des Energiekonsums der Menschheit ist das eher negativ, für die im Öl- und Gasgeschäft tätige Firma BP eher positiv. Daher fällt es auch schwer, den BP Energy Outlook 2030 rein neutral zu lesen. Nicht selten finden sich darin Aussagen, die eher als politische Einflussnahme erscheinen, denn als neutrale Position.

Die Schlußfolgerungen des Berichts klingen dann auch wie eine subtile Handlungsaufforderung an den interessierten Politiker, alles vorzubereiten, damit BP seine Arbeit machen kann: „Wirtschaftswachsum benötigt Energie. Wettbewerb und Innovationen sind die dafür nötigen Schlüsselfaktoren (Energieeffizienz, neue Energiequellen). Energieversorgungssicherheit und Klimawandel bleiben Herausforderungen.“ (S. 80) Worauf der Konzern damit abzielt läßt sich erahnen, legt der Report doch sehr viel Wert auf die neuen, unkonventionellen Fördermethoden. Ein Drittel der Seiten dieses Outlooks sind direkt oder subtil mit den unkonventionellen Fördertechniken verbunden und man fragt sich, ob dies gerechtfertigt ist.

Aus diesen Überlegungen heraus ist ein etwas umfangreicherer Artikel für Telepolis entstanden, in dem ich versucht habe, die unkonventionellen Fördertechniken nochmal darzustellen, die aus meiner Sicht spürbare Einflussnahme der Förderindustrie auf die politischen Prozesse herauszuschälen und die Entwicklung nochmal in einem umfassenden Kontext zu setzen: Fracking: Auf zu neuen (Fall-)Höhen?

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Leonardo Maugeri und die Revolution der Ölförderung

Derzeit erzeugt eine Studie von Leonardo Maugeri eine Menge Aufmerksamkeit im Internet, in der dieser die nächste Öl-Revolution ausruft und die bereits kurz nach Veröffentlichung genutzt wird, um Peak Oil als Märchen der ewigen Weltuntergangspropheten darzustellen. Demnach ist es kein Problem, die heutige Ölfördermenge von etwas über 90 Millionen Barrel Tagesproduktion auf über 110 Millionen Barrel Tagesproduktion in 2020 zu steigern. Dazu sei auch nicht mehr als ein Ölpreis von 70 US$ pro Barrel nötig. Alles was nötig ist, ist eben ein angemessener Preis, die passende Technologie und politische Rahmenbedingungen, damit die Dinge ihren Lauf nehmen. Das größte Risiko für die weltweite Ölversorgung ergibt sich demnach nicht aus der begrenzten Ölmenge im Boden, sondern aus geopolitischen Entwicklungen. Peak Oil, so stellt die Studie unmißverständlich klar, ist jedoch nicht absehbar und in diesem Sinne heute nicht relevant. (mehr …)

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BP Energy Outlook: Keine Ölknappheit vor 2030, aber Ölpreis größer 100 US$

"Beyond Petroleum" sollen die beiden Buchstaben BP seit einigen Jahren bedeuten, also "nach dem Erdöl". Das Unternehmen, das 2011 24 Milliarden US$ Gewinn machte, hat kürzlich seinen BP Energy Outlook 2030 veröffentlicht und sein Chefökonom Christof Brühl hat dem SPIEGEL jetzt ein Interview gegeben. Aus beiden Dokumenten ist eine interessante Sichtweise des Ölkonzerns herauszulesen (Seitenangaben beziehen sich auf Darstellungen im BP Energy Outlook 2030 booklet):

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Öl(förder)branche legt Quartalszahlen vor

Wie andere Branchen auch legte die Ölförderbranche Zahlen zum vergangenen Quartal vor. Shell (holländisch), Statoil (norwegisch), Exxon und BP (britisch) aber auch der russische Ölkonzern Tatneft verdienen gutes Geld und die Presseberichte sind eindeutig: Ursache dafür ist der hohe Ölpreis. Nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko musste BP sogar Anlagen verkaufen, um frisches Geld für die Schadensbehebung verfügbar zu machen. Doch so wie das Thema aus den Medien (fast) verschwunden ist, so sind auch die Verluste des Unternehmens verschwunden. Auch wenn der Gewinn von Repsoil (spanisch) nicht wie bei der Konkurrenz stieg, ist eine halbe Milliarde Euro Überschuss kein Pappenstil. Die Firma hat mit den Produktionsausfällen in Libyen zu kämpfen. Wie viel Geld mit Öl zu machen ist zeigt vielleicht der texanische Konzern Marathon Oil. Bei 3,87 Milliarden Dollar Umsatz blieben 996 Millionen Dollar als Gewinn hängen: Also mehr als ein Viertel des Umsatzes. Solche Gewinnmargen sind für andere Branchen Traumwerte.

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ARTE-Themenabend zum Ölgeschäft

Eigentlich müßten nicht nur Zigarettenschachteln, sondern auch Zapfsäulen Warnungen tragen: Achtung, Tanken gefährdet ihre und die Gesundheit ihrer Kinder. Arte zeigte zwei Dokus zu den Geschäftspraktiken von Ölkonzernen. Sie sind 7 Tage nach Sendung online abrufbar:

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BP: Zwischenzeitlicher Peak erreicht

Als "Zwischen-Peak" könnte man die Aussage des BP-Chefökonomen Christof Rühl im jüngsten SPIEGEL-Interview interpretieren, der auf die Frage, wie das aktuelle Kostenhoch beim Öl zustande kommt antwortet: "Weil die Nachfrage das Angebot übersteigt." Der "Nachfrageschub" in den Industrieländern sowie der "Boom" in den Schwellenländern träfe insbesondere auf die Lieferausfälle in Libyen. (mehr …)

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ARTE-Doku: Der Kampf ums schwarze Gold

Bei Arte sind Sendungen nach ihrer TV-Ausstrahlung 7 Tage lang im Netz zu finden. Aktuell ist mit "Der Kampf ums schwarze Gold" eine ZDF-Doku von Volker Barth und Susanne Richter zu sehen, die sich mit dem Rückgang der Ölförderung in einzelnen Ölfeldern befasst und die Frage stellt, wie der künftige Bedarf gedeckt werden kann. Die Doku legt einen besonderen Schwerpunkt auf die abiotische Theorie und begleitet Vladimir Kutcherov, den Hauptvertreter dieser These, bei seiner Arbeit. Unbenannt bleibt im Zusammenhang mit der Idee, Öl könne "unbegrenzt vorhanden sein" die Problematik, dass das Verbrennen des Rohstoffs ebenfalls Nebenwirkungen hat. Analysiert wird auch nochmal, wie es zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bei der Explosion der Tiefseeplattform Deepwater Horizon kam und . Zu Wort kommt auch Matt Simmons sowie Leute von der IEA, Shell, BP und OMV:

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