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Auferstehung einer Meldung: Australiens größtes Ölfeld

Durch diverse sogenannte "alternative" Medienkanäle hat sich in den vergangenen Tagen eine Meldung gebohrt, die meist (sinngemäß) überschrieben ist mit:

Größtes Ölfeld der Welt in Australien entdeckt.

Mit dem Unterton: Die Saudis müssen sich warm anziehen, denn jetzt sind sie nicht mehr die weltgrößten Ölbesitzer. Und überhaupt würde das neue australische Öl den Ölmarkt auf den Kopf stellen.

Als erstes fand ich diese Meldung im Diskussionsforum von Wallstreet-Online in einem Peak-Oil-Thread, der inzwischen über 1000 Seiten umfasst und wo auch diverse Leser (und Schreiber) dieses Blogs mitgeschrieben haben. Dort schrieb ein Nutzer namens XIO am 29.10.:

Grösstes Ölfeld der Welt in Australien entdeckt?
Massive Oil Discovery Is Deathblow For Saudis

und verlinkte auf eine Meldung bei MoneyMorning.com, eine dieser Webseiten, die ihre Glaubwürdigkeit daraus bezieht, ihren Lesern zu empfehlen wie man sein Geld vermehrt.

Der dortige Artikel trägt kein Datum (und keinen Autor), es läßt sich also nicht so einfach feststellen, ob dieser Artikel frisch oder aus dem Archiv ist, aber was er sagt, kommt in diversen Milieus im Web inzwischen sehr gut an: Der größte Fund seit 50 Jahren und "die Medien" ignorieren ihn komplett. 233 Milliarden Barrel ist der Fund groß und damit "6 mal größer als Bakken, 17 mal größer als Marcellus und 80 mal größer als Eagle Ford". Für Neulinge: Bakken, Marcellus und Eagle Ford sind Namen von Ölregionen in den USA, wo insbesondere Tight Oil und Shale Gas per Fracking gefördert wird.

Daraufhin stiegen am Dienstag (29.10.) die Besucherzahlen von peak-oil.com relativ stark an. Während in den vergangenen Wochen etwa 250 bis 500 Besucher (abhängig vom Wochentag) hier lesen, waren es am Dienstag 880. Und auch am gestrigen Mittwoch waren es mit 670 Besucher immer noch überdurchschnittlich viele. Die Statistiken zeigen: Ein großer Teil findet seinen Weg via Facebook hierher und zwar genauer: Zu einem Artikel vom Januar mit dem Titel:

Saudi Arabien überall: Australien findet sehr, sehr viel Öl

233 Milliarden Barrel wurden damals gefunden, der Telegraph berichtete darüber und er berichtete auch, dass es sich dabei um Tight Oil handelte - also Reserven, die nur durch unkonventionelle Fördertechniken förderbar waren. Woher genau die Besucher von Facebook kamen, war nicht auszumachen - Facebook nutzt Dereferrer, und verschleiert so die genauen Quellen von Besuchern.

Dass die Meldung also schon 10 Monate alt war hielt die einschlägige Szenerie nicht davon ab, sie als News zu verkaufen. Bei der Suche nach Hintergrundinfos stolperte ich über einen Artikel von Freeman bei "Alles Schall und Rauch", der auf Montag, den 28. Oktober datiert. Wie in dieser Szenerie üblich, beginnt der Artikel markig mit den Worten "Das wird die Ölbranche komplett durcheinander bringen..." um hintendran nochmal zu zeigen, dass wir keineswegs einer Energiekrise gegenüberstehen (wohl auch, weil ein Berater der sechs größten Ölfirmen und 20 namhafter Regierungen aus 233 Milliarden Barrel mal eben 300 bis 400 macht) und Öl ja sowieso abiotisch entsteht und damit keineswegs eine endliche Ressource darstellt. Vielmehr schwimmen wir bekanntlich in/auf einem Meer aus Öl.

Aus welchen Quellen Freeman seine Meldung bezieht, wird nicht ersichtlich. Über die Schwierigkeiten der Fracking-Technologie wird nicht berichtet, dafür darf der Leser erfahren, dass die "kleine Firma", die das Feld entdeckt hat, nun heftig umworben wird, weil sie sämtliche Förderrechte besitze. Nun, diese kleine Firma heißt Linc Energy und machte in den letzten Wochen nur durch eine Meldung auf sich aufmerksam: Nämlich dass sie sich von der australischen Börse zurückzieht und sich in Singapur listen lassen will - was den Börsenkurs der Firma ordentlich nach unten brachte. Wer sich den Börsen-Chart von Linc Energy anschaut, entdeckt einen Penny-Stock - so werden börsengelistete Firmen genannt, deren Kurs sich auch gern mal unterhalb der 1-Dollar-Marke aufhält. Vor der Januar-Meldung war eine Aktie der Firma für 50 bis 60 Cent zu haben. Mit der 233-Milliarden-Barrel-Meldung wurden daraus bis zum April 2013 fast 3 Dollar, womit der Peak dann auch schon erreicht war. Heute steht die Aktie bei 1,50 Dollar, immerhin das Dreifache von vor einem Jahr, aber sollten 233 Milliarden Barrel Öl nicht etwas mehr wert sein als läppische Einsfuffzich? Scheint wohl nicht so einfach zu sein, das größte Ölvorkommen der Welt mal eben schnell zu heben.

Heute nun entdeckte ich doch noch eine Spur zur Facebook-Quelle, die recht ansehnliche Besucher zu peak-oil.com geschickt hat. Ein Account namens "Killuminati" hat über die brandneue 233-Milliarden-Barrel-Geschichte berichtet und dabei auch einen Link zum hiesigen Januar-Artikel gelegt (aber offenbar ohne das Datum zu beachten und die Kommentare zu lesen). Etwas mehr als 233tausend Facebook-User folgen diesem Account (233! Zufall?), die Ölfund-Meldung gefällt über 3100 Menschen und der Eintrag wurde über 700 mal geteilt.

Soviel Reichweite wünscht man sich. Nun wäre es nur noch schön, wenn die Inhaber dieser Reichweite (Schall&Rauch, Killuminati) ihre Reichweite nicht nur zum Nachkauen vorgekauter Uralt-Nachrichten verwenden würden und damit die Wunschvorstellungen ihrer Leser bedienen, sondern sich um Wissensvermittlung und abwägende Diskussion bemühen würden. Dass ausgerechnet Webseiten, die sich "der Wahrheit" verpflichten, unreflektiert Jubelmeldungen verbreiten, weil es ihren Weltbildern entspricht, ist wohl Ausdruck unserer Zeit. Es dürfte das eine oder andere Weltbild allerdings auch ins Schwimmen bringen, wenn man darüber berichten würde, wie schwierig die Ölförderung per Fracking ist. In den USA ist der Hype schon am Abklingen, die Warnungen, dass sich das ganze Unterfangen nicht rechnet und kreditfinanziert eine Blase entstanden ist, mehren sich. Selbst Leonardo Maugeris Aussagen veränderten sich, er sieht die USA längst nicht mehr auf dem Weg zur Öl-Selbstversorgung und meint, die US-Bürger müssen sich Gedanken um mehr Effizienz im Umgang mit Öl machen. Wenn solche Webseiten wirklich zum Nachdenken anregen wollen, sollten Sie mal ins Lexikon des Zerfalls schauen, wo Markus Kracht jüngst (also nicht schon im Januar) darüber sinnierte, dass wir uns eher mit letzter Kraft zur nächsten Energiequelle schleppen und Brücken-Technologie an Brücken-Technologie schrauben. Solche Diskussionen können etwas entwickeln, was man Tiefgang nennen könnte. Dagegen ist die Killuminati-Meldung nichts als Schall&Rauch.

Der Fracking-Hype wird als nächstes in der ARD diskutiert. Der WDR hat eine Sendung namens "Boom oder Blase? Wie Fracking die Welt verändert" produziert, die kommenden Mittwoch, 6. November, um 22:45 Uhr ausgestrahlt wird. Dass die Mainstreammedien nicht in jedem Fall genau genug recherchieren und berichten, stellten die Kommentatoren dieser Webseite auch beim jüngsten ZDF-Beitrag zum gleichen Thema fest. Aber wenigstens verkaufen sie keine Uralt-Meldungen als frische Ware, um damit ihrem Sendungsbewusstsein einen Schub zu geben.

Weiteres:

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43 Kommentare to “Auferstehung einer Meldung: Australiens größtes Ölfeld”

  1. Florian Hoppe sagt:

    Tja, die „Truther/VT Szene“.

    Beweist mal wieder deutlich den Spruch, daß die Wahrheit im Auge des Betrachters liegt.

    Leider mußte ich Anfang des Jahres feststellen, daß die Skeptiker Szene leider teilweise einen ähnlichen Tunnelblick hat, wenn es ihnen geht ihre Vorurteile zu bedienen.

    Vor allem bei denjenigen, die mit der libertären Szene liebäugeln merkt man das deutlich. (Norbert hat ja mal über solch eine Seite berichtet, wobei es sich dabei eigentlich um eine „Klimaskeptiker“ Seite gehandelt hat und Tochterseite eines ultralibertären/füllhorntheoretischen Magazins.)

  2. Michael Egloff sagt:

    Es ist schon Wahnsinn, wie viele neue Saudi-Arabiens es gibt: Kanada (trotz jahrelanger Extrem-Ausweitung einer der größten Umweltmatzereien der Menschheitsgeschichte gerade mal für 1,3 mb/d Ölexport gut), das von der IEA einst als neues Saudi-Arabien ausgerufene Kasachstan, dessen Förderung in den letzten 3 Jahren bei kümmerlichen 1,8 mb/d stagniert, Venezuela, dessen verstorbener Präsident großmundig von 6 mb/d aus den 1000 Meter tiefen Teersänden schwadronierte, die USA, die ja tatsächlich eine von mir so nicht erwartete Förderrallye infolge Extreme-Drilling hinlegten, die Falklands und nun Australien. Wow! So viele Saudi-Arabiens gab es noch nie. Und weitere 3 bis 4 neue Saudi-Arabiens werden bestimmt in den nächsten Jahren auch noch gefunden. Damit man ja nicht seinen Lebensstil hinterfragen muss.
    Und weil ja ausufernde Reserve- und Ressourcenschätzungen und anthropogener Klimawandel nicht gut zusammenpassen, wird dieser mit meist beachtlicher verbaler Militanz als garnicht möglich hingestellt.
    Und da ja auch ein irgendwann anstehender Finanzsystemcrash das schöne Bild stören würde, wird auch dieser als langfristig vermeidbar durch ewiges QE und ewige „Ausbuchung von faulen Krediten“ bezeichnet.
    So entsteht ein rundes Weltbild ungefährdeten jahrzehntelangen Wachstums, das je nach Lebensalter dieser Protagonisten auf 30, 40 oder 50 Jahre taxiert wird. Denn diesem Weltbild liegt ja die Hoffnung zugrunde, nicht mehr selbst von schmerzhaften Veränderungen erfasst zu werden.

    Und was lernen wir daraus:
    1. verbale Militanz nicht mit ebensolcher zu beantworten,
    2. sich immer der möglichen Fehlerhaftigkeit der eigenen Analyse bewusst zu sein (insbesondere, was terminierte Prognosen angeht), und eigene fehlerhafte Annahmen aus der Vergangenheit freimütig einzugestehen,
    3. sich persönlich zu wappnen und Bescheidenheit trainieren. Wobei man bei diesem Training merkt, dass es mehr persönliche Freiheiten schafft und eigentlich garnicht weh tut.

  3. Frank sagt:

    Vielen Danke für die Reflektion,- die meine Ahnung bestätigt. Es gibt viele Echos im Web. Deshalb bleibt der gesunde Menschenverstand ein unverzichtbares Instrument. Zur Zeit werden unmenge rosarote Brillen verteilt. Der Drache schläft. Nicht verzagen – Die Realität ist nur einen Block weit entfernt.
    Deshalb ist dieser Blog auch notwendig.
    Denn ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass Huxley Brave New World oder 1984 ein potentieller Blueprint kommender Systeme sein könnte.
    Aufgemerkt, sagt der Pelzig. So einen Moment hatte ich, als ich auf einem Seminar von einem Referenten hörte, dass es gar nicht genug wirtschaftlich förderfähiges Kupfer gibt, um China und Indien auf unseren Standard zu heben. Also kann man davon ausgehen, die Eliten wissen genau, was Sache ist.
    Was dem „Fussvolk“ bleibt, ist sich anhand der dürftigen offiziellen Zahlen und mit einem gesunden Menschenverstand auf die kommenden Ereignisse einzustellen.

  4. Markus Knoll sagt:

    „Unser“ BND hat wieder zugeschlagen:

    „BND – Ölpreis dürfte wegen steigender Förderung stark sinken“

    http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE99U03U20131031

    Früher hatte ich ja mal die Hoffnung, der stelle sich nur aus Tarngründen so blöd ;-)

  5. M.U. sagt:

    Ist es denn zu fassen?
    Geheimdienst-Analyse: BND warnt vor Klimawandel-Konflikten
    Da bleibt einem beim lesen einfach nur noch die Spucke weg. Und wir bezahlen dieses Apparat der Narren auch noch.

  6. M.U. sagt:

    Newsflash 2073: Geheimdienst-Analyse: BND räumt ein das es die Grenzen des Wachstum tatsächlich geben könnte. Zu dieser Erkenntnis kamen die wissenschaftlichen Berater nachdem man feststellte, dass die Öl-Förderraten seit ca. 20 Jahren im Sturzflug sind. :D

    • ab.er sagt:

      Hallo,

      ich glaube daran, dass die Mainstream-Meinung es gar nicht erkennen wird, woran der wirtschafliche Niedergang denn gelegen hat.

      Nach jedem halbwegs herbei-verschuldeten Wirtschaftsaufschwung wird der Ölpreis wieder so stark ansteigen, dass die Nachfrage gleich wieder einbricht, aber so, dass die Förderländer immer sagen konnten, wir hätten ja mehr gefördert, aber es wollte ja keiner das Zeugs kaufen (zumindest zu dem Preis, bei dem wir es auch hätten gewinnbringend fördern können).

      So wird es dann eher nach mangelnder Nachfrage aussehen, als nach fehlenden Resourcen. Und wenn keiner das Zeugs kauft, dann sind ja schließlich nicht die fehlenden Resourcen daran schuld. ;-)

      Insofern habe ich vielleicht doch die Hoffnung, dass nicht alles Öl, was bekannt ist, auch wirklich gefördert wird und so unserem Klima wirklich der Garaus gemacht wird. Es könnte auch sein, dass die Nachfrage aufgrund des hohen Preises so schnell so stark zusammenbricht, dass wir so die CO2-Reduktion hinbekommen, die für eine Abmilderung des Klimawandels nötig wäre. Aber ich glaube nicht, dass die Welt dadurch gemütlicher wird.

  7. Ert sagt:

    Durchaus sehenswerte Präsentation von Guy McPherson: “ Guy McPherson—“How Do We Act in the Face of Climate Change“: http://www.youtube.com/watch?v=nEGlYXumguI

    Ein Thema das wir immer wieder stark aus dem Fokus verlieren. McPherson spricht den Stand zum Klimawandel an, insbesondere über 20 verstärkende Feedback-Loops die die aktuellen Klimamodelle oft außen vor lassen. Ab min. 25 wirds dann philosophisch und nachdenklich.

    Sowas muss ich ab und zu wieder hören – denn der letzte Beitrag über den Zukunftsforscher Thomson erinnerte mich an ein altes Zitat von Kunstler, das wir – frei übersetzt – versuchen die alten Paradigmen (Auto) irgendwie mit anderen Mitteln (E-Antrieb / Batterie) fortzusetzen. Das Problem ist nur – das das meines Erachtens nicht „reichen wird“ bzw. der falsche Weg ist – insb. für 7 Milliarden.

    • M.U. sagt:

      Ich sehe mir dies hier an.
      http://www.youtube.com/watch?v=04FCwmElzCk
      Und schon bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Die Bilder machen immer wieder sprachlos.

      • Ert sagt:

        Die Menschgemachten Lichtquellen überall auf der Welt sind schon der Hammer… was da alles unnötig für Energie verbraten wird.

        Einfach mal alle unsinnige Beleuchtung abschalten – all den Werbemüll der keinen Voranbringt abschalten und nicht mehr produzieren und dafür keine Ressourcen verbraten… was das alleine schon bringen würde.

  8. Ert sagt:

    Wir haben hier ja schon bemerkt, das die Ammis weniger Öl verbrauchen… schaut mal wo genau der weniger Verbrauch her kommt… ziemlich dramatisch was da seit 2008 passiert ist – ohne jeder „Erholung“: http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103600001&f=M

    An der besseren Gasmilage der Neuwagen alleine kann das nicht liegen…

  9. Ert sagt:

    Noch mal ein Nachtrag zu den Tesla-Batterien – ohne jede Gewähr und ohne weitere Quellen.

    Wie ich schon angedeutet hatte sind die Tesla Batterien soweit mir bekannt gewöhnliche Consumer-zellen, die auch in Notebook Akkus verwendet werden. Panasonic qualifiziert eine „verbesserte“ Serie die Tesla verwendet wohl nun extra „Automotive“. Insgesamt aber ist der Markt natürlich riesig und die paar Zellen die Tesla abnimmt sind wohl eher ein nichts gegen die Notebookhersteller. Somit partizipiert Tesla direkt von der Entwicklung bei den Notebooks.

    Ein Vertrieb für E-Fahrrad Nachrüstsätze, bei dem ich selber Kunde bin verlangt aber immer noch 500€ für einen 500W LiFePo4 Akku im Schrumpfschlauch. Seit 3 Jahren Konstanter Preis! Auf Nachfrage bez. der 200$ die Tesla anscheinend für das KW/h bezahlt war die Antwort Preisvorteile beim Einkauf würden an den Kunden weiter gegeben… anscheinend gibt aber wohl keine. Die Differenz ist aber einfach zu groß… irgendwas stimmt da nicht.

    Aktuell sind aber die Abnahme/Produktionsmengen für E-Fahrzeuge mit „richtigen“ Automotive Batterien noch Homöopathisch. Es bleibt spannend was es da für eine Preisentwicklung gibt – die der 18650 Zellen werden wohl erst mal nicht unterboten… könnten aber ein Indikator des jeweils möglichen sein.

    • EcoDrive sagt:

      „aber ist der Markt natürlich riesig und die paar Zellen die Tesla abnimmt sind wohl eher ein nichts gegen die Notebookhersteller“

      Es ist wohl eher umgekehrt.
      Tesla steigert die Produktion des Model S gerade von 400 auf 500 pro Woche. Nicht alle werden mit dem 85kWh-Akku ausgerüstet. Geht man von durchschnittlich 8000 Zellen je Fahrzeug aus, ergibt das 4 Mio Zellen je Woche.
      In einem grossen Notebook hat es ca 6 Zellen drin. Die Notebookverkäufe sinken laufend und das recht massiv. Für 2013 wird gemäss Prognose ein weltweiter Absatz von 180 Mio erwartet. (Vorjahr 201 Mio) http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183419/umfrage/prognose-zum-weltweiten-absatz-von-pcs-nach-kategorie/
      Kaum angefangen bezieht Tesla demnach bereits fast 20% des Weltmarktes an 18650er Zellen. Ab 2014 produziert Tesla den Akku und den Antrieb für die elektr. B-Klasse von Mercedes. Dazu kommt der Start des Tesla Model X.

      Beim Fahrradakku verhält es sich wohl gleich, wie beim Aspirin. Es wird das verlangt, was der Markt hergibt. In der Schweiz kostet eine Schachtel je nach Vergleichsland 30%-70% mehr.

      Der Einstiegspreis für das Model S mit 85kWh-Akku liegt bei gut €82’000.-. Würde der kWh-Preis wirklich bei €500.- liegen, würde der Akku mehr als die Hälfte des Fahrzeugverkaufspreises (inkl. MwSt) ausmachen. Und dann noch (Auto-)lebenslang gratis Strombezug an den Superchargern und 8 Jahre Garantie ohne Kilometerbeschränkung. Eigentlich nicht denkbar, zumal Tesla seit dem 2. Quartal gewinnbringend arbeitet.

  10. Florian hoppe sagt:

    @Batteriepreise:

    Da habe ich diesen sehr interessanten Artikel gefunden.
    http://www.greencarreports.com/news/1084682_what-goes-into-a-tesla-model-s-battery–and-what-it-may-cost

    Und dieser Artikel hier ist eine lesenswerte Ergänzung zu EcoDrives Zahlen, wie hoch Teslas Nachfrage nach Akkuzellen tatsächlich ist.

    http://www.greencarreports.com/news/1086674_will-tesla-alone-double-global-demand-for-its-battery-cells

  11. Florian Hoppe sagt:

    Bzw. noch etwas:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13361061/18-000-Container-passen-bald-auf-ein-einziges-Schiff.html

    Warum muß ich nur bei diesen Schiffriesen an den A380 denken? (Welcher ja schon des öfteren als Flop bezeichned wird.)

  12. Ert sagt:

    Shell hat eine Neue Scenarien/Zukunftsstudie Herausbegracht: http://www.shell.com/global/future-energy/scenarios/new-lens-scenarios.html

    Kurzkommentare:
    – Kernherausforderungen: Energie, Nahrung, Wasser
    – Deckt Zeitraum bis 2070 ab (Bold!)
    – 2 Szenarien (Ocean/Mountain – Zusammenfassung direkt auf verlinkter Seite)
    – Spannung USA/China wird thematisiert (Competition)
    – Höhepunkt Ölförderung in den 2030ern
    – Danach Gas in der Hauptrolle – ermöglicht durch technologische Weiterentwicklung
    – Kohle durchgehend stark
    – 2 Grad Klimaziel wird deutlich verfehlt.
    – EU in einer „Trapped transition“
    – West nach Ost Verlagerung
    – Gesellschaftliche Veränderungen (Netizien)
    – Am Ende Tabellen mit allen zu Grunde gelegten Verbräuchen (Energie, Wasser, etc.)

    Alles wirklich sehr, sehr gut. Gehe mit allen Aussagen und Annahmen sehr weit mit. Auch bezüglich des prognostizierten Energiebadarfs für das angenommene Wachstum.

    Interessant ist das was der Bericht bzw. die Studie mit keinem Wort erwähnt!
    – EROIE? Fehlanzeige!
    – Was sind die Kosten der Öl/Gasexpansion? Wie koppelt das auf die Wirtschaft zurück? Genau!
    – Probleme in unserem Finanzsystem? Fehlanzeige!
    – Woher kommt das Wasser? Genau!
    – 2 Grad Klimaziel verfehlt o.k. – aber was heißt das? Fehlanzeige!
    – etc. pp.

    Aber auch gerade wegen der unbeantworteten Fragen ist der Report sehr gut – die Scenarienleute können eben nicht alles schreiben.

    Gut ist noch der hier zur Finanzierung: „financing these
    investment needs will be a major challenge and will
    require significant innovations in global finance

  13. Florian Hoppe sagt:

    Interessant, imo. noch sehr „fossil“ ausgerichtet. Da fand ich persönlich die Futur zwei Szenarien besser.

    Hier übrigens noch eine kurze Zusammenfassung.

    http://www.shell.at/future-energy/shell-scenarios.html

    Persönlich finde ich es witzig, daß Shell in keinsterweise POD in den Sinn kommt. Wobei, eigentlich auch wieder nicht,denn POD wäre ja deren Ruin und wer gibt das schon gerne zu ? :)

    • Ert sagt:

      @Florian

      Wie ich es schon angedeutet hatte – die könne nicht alles sagen, insb. nicht das was Ihren eigenen Aktienkurs gefährden würde.

      Ich finde aber dennoch interessant worauf Sie explizit nicht eingehen – oder wie Sie es im Bereich der Finanzierung mit einem Nebensatz erledigen.

      Mir sagt das immer mehr.. also das zwischen den Zeilen lesen… dafür muss einem aber die Thematik schon sehr klar sein. Da sind wir dann aber wieder beim Dilemma: 1. Solch eine Studie ließt sowieso kaum ein „normalo“, 2. die ganze dargestellte Thematik versteht kaum ein „normalo“ und 3. die Lücken entdecken auch die „Nicht-Normalos“ in der Breite kaum.

  14. Ert sagt:

    Anscheined verkaufen die „Energie“-Firmen teile Ihrer PV- und Windparks um an Cash zu gelangen. Gleichzeitig reduzieren Sie da auch Ihre Neuinvestitionen.

    Quelle: http://www.bloomberg.com/news/2013-11-06/utilities-in-pain-selling-renewable-assets-at-record-rate.html

    Noch ein Artikel zum Problem mit den davon laufenden Kosten für neue Explorationen: http://breakingenergy.com/2013/11/05/energy-quote-of-the-day-on-oil-companies-track-record-of-capex-creep/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+BreakingEnergy+%28Breaking+Energy%29

    Alles nicht so einfach mit der Vorfinanzierung….

  15. Ert sagt:

    Verklärung? von Roland Berger in einer neuen Studie zu Peak-Oil:


    „Laut Roland Berger Strategy Consultants stiegen die nachgewiesenen globalen Ölreserven in den letzten Jahren sehr stark an, obwohl parallel auch der Ölverbrauch enorm zunahm. Jaap Kalkman, Senior Partner bei Roland Berger Strategy Consultants Middle East sagt über »Peak Oil«: »Im Lichte unserer Forschung ist es mittelfristig sehr unwahrscheinlich und langfristig unwahrscheinlich, dass es eintreten wird.« Eine wichtige Rolle spielten dabei technische Fortschritte im Bereich »nichtkonventioneller« Ölförderung, wie die Schieferölförderung und das hydraulische Fracking.

    Quelle: http://www.rolandberger.com/press_releases/Oil_supply_will_not_run_out_in_the_long_run.html

    Direktlink Studie: http://www.rolandberger.com/media/pdf/Roland_Berger_Are_we_running_out_of_oil_20131029.pdf

    Hatte dieses mal keine Zeit die Studie zu lesen, denke aber mal das hier die üblichen Superoptimisten am Werk sind, die die „politischen Reserven“ nicht von den geologischen Reserven unterscheiden wie auch Smith74 im DGF vermutet: http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=299081

  16. Michael Egloff sagt:

    Tja Ert,
    so ist das, wenn man nicht zwischen Teersand in 20 Meter Tiefe und einem gewinnbaren Ölanteil von 12% und solchem in 1000 Meter Tiefe mit einem gewinnbaren Ölgehalt von 5% unterscheiden kann.
    Oder zwischen Bereichen der Ölshales mit einer Ölausbeute von nur einem Drittel gegenüber den besten Stellen der Shales.

    Alles wird glattgebügelt und das Etikett „Öl“ draufgeklebt. Nicht „schnelles Öl“, „langsames Öl“ und „sehr langsames Öl“, nicht nettoenergiereiches und nettoenergiearmes Öl, nicht billiges und sehr teures Öl usw.
    Das muss ja in die Hose gehen.

    Und man begreift nicht, dass zum Quasi-Ende des Ölzeitalters noch massig Öl in der Erde vorhanden sein wird, welches mit einem Irrsinnsaufwand und geringen Mengen pro Zeiteinheit technisch durchaus zu fördern wäre.
    Und man begreift nicht, dass es zukünftig einen sich verstärkenden Unterschied zwischen Ländern mit nennenswerten eigenen Ölvorkommen und Habenichts-Ländern wie Deutschland geben wird.

    Das alles würde ja vernetztes Denken erfodern. Und das kann man von Ökonomen nun wirklich nicht verlangen.

    Andererseits stimmt es natürlich auch, dass die Ölrealisten in der Vergangenheit nicht vor Fehlurteilen gefeit waren. Natürlich hat EOR, Fracking, Tiefseeöl usw. den Peak all liquids weiter hinausschieben können, als die meisten vermutet haben. Nach meiner aktuellen Einschätzung wird dieser Punkt wahrscheinlich erst in den 20er Jahren erreicht werden. Aber schon vorher wird die für uns ausschlaggebende Weltölexportmenge merklich absinken. Denn die Ölförderländer haben einen in aller Regel rapide wachsenden Eigenbedarf infolge des Bevölkerungszuwachses und der sehr niedrigen Binnenölpreise.

    Aber solche komplexen und differenzierten Schlussfolgerungen kann man von Roland Berger natürlich nicht erwarten.

    • Norbert Rost sagt:

      „Das alles würde ja vernetztes Denken erfodern. Und das kann man von Ökonomen nun wirklich nicht verlangen.“

      Ey!

    • Ert sagt:

      „Aber solche komplexen und differenzierten Schlussfolgerungen kann man von Roland Berger natürlich nicht erwarten.“

      Genau das ist deren Aufgabe! Deren Reports wenden sich ja nicht an uns – sondern an Personen, die davon ggf. langfristige Investitionsentscheidungen abhängig machen.

      Aber ggf. ist er auch deswegen so wie er ist. Mit unserem Ausblick lohnen sich viele Investitionen nicht mehr (bzw. ganz andere). Und die, die wollen das jetzt und heute in die bekannten Strukturen uns Muster investeriert wird haben ein Interesse das es so bleibt.

  17. Michael Egloff sagt:

    Nebenbei: fast alle derzeitigen Öl-Reserveangaben basieren auf den nicht unabhängig verifizierbaren Einflüsterungen von wahabitischen und anderen islamistischen Regimes, lupenreinen Diktatoren, Linkspopulisten und an hohen Börsenkursen und Einwerbung von Investorengeldern interessierten Ölkonzernen.

    Eine sehr illustre und „vertrauenswürdige“ Gemeinschaft, nicht wahr?

  18. Michael Egloff sagt:

    Entschuldigung, Norbert Rost.
    Natürlich gibt es auch Ökonomen ohne ökonomischen Tunnelblick. Aber die sind eher in der Minderheit, wenn ich mir die Historie vor dem Platzen der Neue-Markt-Blase oder der Subprime-Blase anschaue. Und das waren sogar fast reine ökonomische Sachverhalte, die nicht richtig eingeschätzt wurden. Anders als beim öl, wo es umfanmgreiche geologische, physikalische oder geopolitische Fakten mit zu berücksichtigen gilt.

  19. Florian Hoppe sagt:

    Tja, die Reserveanalyse ist immer die Gleiche. Es wird darüber geredet wieviel Tonnen an Reserven noch extrahiert werden können, aber nie wieviel es Kosten wird.

    Siehe nochmal die Bernstein Studie:
    http://www.businessinsider.com/alliancebernstein-shale-oil-boom-ending-2013-6

    Oh, wieder wieder neues über Bakken und Co.Auch hier empfehle ich wieder die Kommentare zu lesen.

    http://peakoilbarrel.com/shale-oil-production-decline/

  20. Marcus Kracht sagt:

    Hier mal für alle eine Zahl, die ich gerade ausgrechnet habe.

    Jeffrey Brown (auf peakoilbarrel.com) sagt einen Ölpreis von 190 Dollar für 2017 voraus. Für Deutschland, gerechnet mit einem Verbrauch von ca 2,5 Mio Fass am Tag sind das pro Tag 200 Mio Dollar mehr gegenüber heute (Preis 110 Dollar pro Fass), pro Arbeitnehmer wären das 5 Dollar am Tag. Wir haben etwa 40 Mio Arbeitnehmer. Die Arbeitsstunde verteuert sich damit rein statistisch um 50 Eurocent in vier Jahren! Die OECD gibt einen Preiskorridor von 150 bis 270 Dollar für 2017 an, das wären also 25 – 75 Cent mehr.

    — Marcus

    • Ert sagt:

      Schaut man sich die Preissteigerungsraten der letzten Jahre an, dann ist solch eine Vorhersage durchaus plausibel. Insbesondere unter anbetracht der Kosten für neue Shale-Plays und die Investitionen für Tiefsee (Petrobras, etc.) sind ja durchaus schon in der Region um 100$ damit sich die Produktion/Exploration rentiert.

      In Anbetracht der Decline-Raten und der zunehmenden Nachfrage muss hier alleine bis 2017 einiges passieren – insb. hohe Preise um das Risikokapital für neue Explorationen zusammen zu bekommen.

      Nur eine sich abzeichnende globale Deflation + Wirtschaftskrise könnte das (kurzfristig) verhindern – würde aber die noch heftigeren Probleme auf später verschieben. Aktuell legt China aber noch ca. 13% pro Jahr beim Konsum zu… alle 5-6 Jahre eine Verdoppelung…. aber auch eben beim Ressourcenbedarf.

      Aufgrund dieser Erwartungen kann man energetische „Wohnruinen“ nur frühzeitig thermisch optimieren – oder abstoßen.

  21. Michael Egloff sagt:

    Gerade bei Preisprognosen oder bei terminierten Prognosen sollte man nicht in lineares Denken verfallen. Lineares Denken ist ja im Allgemeinen eine Spezialität der Peak-Oil-Verneiner und Wachstumsbejubler.

    2008 war ich z.B. ziemlich fest davon überzeugt, dass Matthew Simmons – in Ölfragen kein alanytisches Leichtgewicht – mit der Behauptung recht behalten würde, dass 2012 der Ölpreis 250 Dollar das Fass erreichen würde.
    Und dann stürzte plötzlich der Ölpreis 2009 noch einmal kurzfristig auf 40 Dollar ab. Und verfehlte die Preisvorraussagen von Simmons auch 2012 erheblich.

    Und so sind auch für den Verlauf dieses Jahrzehnts sehr unterschiedliche Szenarien nicht auszuschließen: entweder gibt es noch einmal für 2 bis 4 Jahre einen weltwirtschaftlichen Boom infolge immer mehr ausufernder Liquiditätsfluten. Dann wären tatsächlich Ölpreise von über 200 Dollar keineswegs unwahrwscheinlich, die aber diesen Boom dann auch schnell wieder beerdigen würden.
    Oder es kommt als entgegengestztes Extremszenario zu einem Zusammenbruch des völlig überdehnten und virtualisierten Finanzsystems mit einer Zerrüttung der wirtschaftlichen und finanziellen Strukturen. Dann könnte der Ölpreis noch einmal in Regionen absinken, die wir heute als sehr unwahrscheinlich ansehen würden. Z.B. nahe der 50-Dollar-Marke.
    Was nachfogend, wenn dieser ausgebombte Ölpreis einige Zeit andauern sollte, sowohl das Fracking-Kartenhaus als auch die nötigen Investitionen in die Öl-Infrastruktur und in neue anspruchsvolle Förderprojekte abwürgen würden. Was dann mit etwas Zeitversatz wieder zu massiven Engpässen der Ölversorgung und zu neuen Preis-Höhenflügen führen würde.

    Insgesamt rechne ich mit einem Anwachsen der Preisvolatilität. Aber das habe ich vor 3 Jahren auch schon prognostiziert und seitdem hielt sie sich eher in Grenzen.

    Man sollte also nichts gegenüber so skeptisch sein, wie gegenüber seinen eigenen Prognosen.

    • Ert sagt:

      @Michael

      ich hatte zuvor ja ähnliches geschrieben. Mit einer Deflation (Krise durch Geldverknappung durch Abschreibungen und Pleiten) sinkt der Ölpreis (wie auch 2009). Wenn China weiter den Tubo macht und die OECD ZB’s die Liquidität in den Markt drücken, weil Sie selber jeden Schund ankaufen – dann gehts erstvmal weiter mit dem Bedarf – und sicher mit den Preisen nicht nach unten.

      Aktuell bin ich aber bezüglich des Fahrplanes in den nächsten 4-5 Jahren sehr, sehr unsicher. Hier Prognosen abzugeben ist extrem schwierig, da viel davon abhängt was unsere Politik und die ZB’s machen.

      • Marcus Kracht sagt:

        @Michael und @Ert:

        Einverstanden. Es ging nur darum zu sehen, was es bedeutet, wenn der Trend (hier übrigens beim Senkenpreis, trough price, wie Jeffrey Brown sie nennt) so weitergeht wie bisher. Dass es nicht so kommt, folgt mE klar daraus. Aber wohl nicht so, dass es weiterhin genug Öl gibt, sondern eher, dass sie Nachfrage fallen muss, stärker übrigens als sie bisher gefallen ist.

        Übrigens bin ich bei Elektroautos skeptisch. Mir ist noch keine schlüssiges Konzept bekannt, woher die ganze Energie kommt. Im Augenblick ist der Strommarkt in Aufruhr, das könnte sich auch auf die Frage auswirken, ob die Versorgung der elektrischen Autoflotte langfristig gesichert ist. Ich lasse mich aber gerne belehren; ich kenne mich wie gesagt nicht wirklich aus.

        — Marcus

  22. Florian Hoppe sagt:

    Desweitern darf man auch nicht POD (Peak Oil Demand) vergessen. Der jetzige Ölpreis hat schon negative Auswirkungen auf gewisse Branchen (Stichwort: Schleichfahrtcontainerschiffe) und hat schon (siehe Gail) vemehrt Leute dazu gebracht ihr Auto in der Garage zu lassen.

    Desweiteren stellt sich auch die Frage ob bei weiter explodierenden Benzinpreisen ein Mittelklasseelektroauto, wie es z.b. Tesla für 2016/2017 plant, weiter Attraktivität gewinnen könnte…

  23. Florian Hoppe sagt:

    Ein Interview mit Richard Heinberg zum 10-jährigen Jubiläum von „The Party’s over“:

    http://www.transitionnetwork.org/blogs/rob-hopkins/2013-10/10-years-after-partys-over-interview-richard-heinberg

  24. Florian Hoppe sagt:

    Ach ja, hier noch ein kleines Spiel meinerseits:

    http://sites.ieee.org/wisee/call-for-papers/workshop-ssp-2013/

    Wer findet unter den gelisteten eine Person, welche an sich auf ihrem Blog recht „doomerische“ Positionen vertritt. (in letzter Zeit sogar imo. verstärkt)

    Und ja, es ist nicht nur eine Namensähnlichkeit, Tante Google hat weitere Papiere ausgespuckt, daß diese Person tatsächlich ein „Space Solar Power“ Fan ist.

    • Ert sagt:

      @Florian

      Du bist echt ein Juwel! – Gräbst wirklich immer Perlen aus :-)

      Gail schreibt davon nichts in Ihrem Blog… aber SSP liesst sich wirklich interessant. Habe mir mal das ganze FAQ von Ihrem SSP Projekt reingezogen und muss sagen das es interessant klingt.

      SSP ist aber wirklich eine Sache die viel, viel Zeit benötigt – wobei dann auch wieder Herr Elon Musk ins Geschäft kommen könnte. Da fliessen viele Stränge zusammen. Auf Grund der zu entwickelnden Technologien, der Finanzierung und den Mikrowellen-Empfangsstationen mit ca. 6KM Durchmesser sehe ich aber SSP mit substatiellen Potential nicht vor 15-20 Jahren.

      Einzig wenn SSP ähnlich wie die Apollo-Mondmission verfolgt werden würde – könnte diese Zeit drastisch verkürzt werden. Ansonsten ist eine Vorfinanzierung von 15-30 Jahren bis zur Amortisation – bei dem technischen Risiko – eine privatwirtschaftlich ziemlich gewagte Sache.

  25. Ert sagt:

    China: PKW-Verkäufe mit +23,6% zum Vorjahresmonat auf nun 1,605700 Millionen verkaufte PKW-Einheiten!

    Hier mal die Entwicklung im Chart: http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2013/11/1a109-450×320.jpg

    Ein Wahnsinn, denn ‚wir‘ beobachten ja hier nicht über eine Steigerung auf einem unbedeutenden Niveau – ‚wir‘ erleben hier eine brutale Steigerung auf dem welthöchstem Niveau!

    Wenn das noch ein paar mal so weiter geht, dann stellt sich mir wirklich die Frage wo das Öl dafür her kommt bzw. wer die Kilometer dafür einsparen wird.

    • Florian Hoppe sagt:

      Schön ,daß es dir gefällt. Gail hat allerdings noch zusätzlich einige Pärsentationen mal veröffentlicht.

      http://gailtheactuary.files.wordpress.com/2013/06/energy-economics-relating-to-space-solar-power.pdf

      Allerdings sind die auf Seite 23 aufgelistenen „billigen“ Transportmöglichkeitne imo. sehr ungenau. Kistler ging schon vor Jahren pleite und die Flacon 9 von Space X wird zwar von den „Musk Jüngern“ sehr gehyped ist aber im direkten Vergleich um kein Stück billiger als die Delta IV.

      Ja, ich habe mich mal für Raketen und Raumfahrt interssiert bzw. tu es immer noch, auch wenn mir die Musk Jünger in den entsprechenden Foren vermehrt die Freude vermiesen. nur noch „hurra, Space X“ und keinerlei kritische Hinterfragung.

      Ich habe bis heute eine Lektion aus den 90ern nie vergessen: Traue keinen hübschen Comupteranimationen und warte ab bis die jeweiligen Firmen tatsächlich in die Realität umsetzen. (Was wie du sicher merkst leider nicht der Fall war.)

      Die Idee zu SSP ist ja schon um die 50 Jahre alt, siehe dazu die Arbeiten von Peter Glaser. Der Physiker Gerald K. O’Neill baute ja das Konzept in seinen „High Frontier“ Plan Mitte der 70er ein.

      Ein imo. sehr elegantes Konzept, welches leider seiner Zeit um 100 Jahre voraus war. (Und in einer japanischen Kultanimationsserie zum Träumen anregt.)

  26. […] Warum hört man nichts mehr von Australiens gigantischem Ölfund? Alles Schall & […]

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