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Video: Dresden im Wandel

Im Jahr 2012 trafen Friedrich-Ebert-Stiftung und Deutsches Hygiene-Museum Dresden mit einer kleinen Gruppe Peak-Oil-Interessierter zusammen und organisierten zwei Abende unter dem Titel "Dresden auf Entzug - Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?". Das Veranstaltungsformat fand später Anwendung in Chemnitz und Weimar. (Und will in weiteren Städten angewendet werden!)

Jeder der Abende war für die durchaus zahlreichen Anwesenden eine Inspiration. Doch es wurde auch klar: Einfache Antworten auf die Frage, wie eine Stadt ohne Öl funktioniert, gibt es nicht.

Vielmehr gilt: Die Energiewende muss als Kulturwende gedacht werden, als eine fundamentale Veränderung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise. Dummerweise ist es unerheblich, ob wir diese Kulturwende wollen oder nicht: Unser kuschelig fossiles Nest ist in Auflösung begriffen, sobald die Zuflüsse aus fossilen Energieträgern nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen. Wie aber geht es dann weiter?

Einfache Antworten sind nicht zu erwarten. Vielmehr ist ein Transformationsprozess notwendig, der vieles verändern wird. Ein hoffnungsvoller Ansatz, wie dieser Transformationsprozess aktiv gestaltet, statt passiv erduldet werden kann, ist der Transition-Town-Ansatz. Er zielt nicht darauf ab, die Ölfördermengen zu erhöhen oder der ganzen Welt ein "neues System" überzustülpen, er zielt darauf ab, die Nester in denen wir leben, krisenfest zu machen: Unsere Städte und Dörfer.

In Dresden wurde die durch "Transition" formulierte Haltung erstmals 2010 sichtbar, als sich zuvor unbekannte Akteure auf der Transition-Konferenz in Hannover trafen und beschlossen: Transition muss nach Dresden kommen. Die Aktivitäten rund um diese lokale Handlungsmethode sind mit dem Titel "Dresden im Wandel" überschrieben. Anknüpfend an die zwei Entzugs-Veranstaltungen von 2012 ging es im Oktober 2013 darum, zu zeigen, was in Dresden schon alles passiert. Daher luden wir ein Dutzend Initiativen ins Hygiene-Museum ein, um die Stimmen dieser vielfältigen Stadtwandler hörbar zu machen. Der Abend hieß "Dresden im Wandel" und die Ebert-Stiftung war wieder dabei. Und mit dabei waren außerdem:

Auch dieser Abend wurde wieder mitgeschnitten (Dank an Sebastian Veit). Auch jene die nicht da waren, dürfen nachträglich teilhaben:

Nicht-Dresdner finden auf www.transition-initiativen.de mögliche Mitmacher in ihrer eigenen Umgebung.

Dresdner (und Umgebungsbewohner) treffen sich offline zum nächsten Evoluzzer-Themenabend ("Netzwerke") und online auf Dresden-im-Wandel.de oder der zugehörigen Mailingliste.

Die nächste Gelegenheit, über Peak Oil von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren, ist am 22. Januar 2014, 19 Uhr im Restaurant "Bacchus", Clara-Zetkin-Str. 15. Es lädt ein: Der FDP Ortsverband Dresden West. Titel:

"Peak Oil" oder: "Warum Dresden einen Ölkrisen-Vorsorgeplan braucht."

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26 Kommentare to “Video: Dresden im Wandel”

  1. Florian Hoppe sagt:

    Thema Ölpreis:

    http://ourfiniteworld.com/2013/11/15/whats-ahead-lower-oil-prices-despite-higher-extraction-cost/#more-38583

    Gail Tverberg glaubt, daß die Ölpreise sinken werden, weil die Nachfrage wegen zu hoher Kosten für die Kosumenten einbrechen wird.

    Gleichzeitig soll der Preisverfall negativ auf die Förderung auswirken, weil einerseits der Preis diese unprofitabel macht und anderseits die Ölfirmen ihre Investionen drosseln müssen um ihre Schulden abzubauen.

    Für wie realistisch haltet ihr Gails Szenario?

    • Norbert Rost sagt:

      @Florian: Ich halte es in der Tat für sehr realistisch. Dauerhaft steigende Preise sind nicht möglich, da irgendwann die Preisbelastung für die Ölverbraucher zu groß wird und die ärmsten unter ihnen als Nachfrager ausfallen (mit allen ökonomischen Konsequenzen, die das bedeutet). Es ist schon nahezu verdächtig, dass der Ölpreis im Grunde seit 3 Jahren konstant ist. Jeder akute Ausschlag nach oben führt zu Belastungen, die für einzelne Akteure unerträglich sind und diese aus dem Markt kegeln.

      Wenn aber dadurch die Ölnachfrage temporär sinkt, sinken die Preise. Wenn die Preise sinken, wird die Ölindustrie unsicher: Soll sie investieren? Oder nicht?

      Sobald aber Verzögerungen in den Investitionen auftreten, also insbesondere in der Aufsuchung und Erschließung neuer Vorkommen, wird der Markt „nach hinten raus“ enger: Es stehen dann einfach in einer nicht genau terminierbaren Zukunft weniger Förderkapazitäten zur Verfügung, als bei niedrigen Ölpreisen absetzbar wären. Also steigt der Preis wieder.

      Nun aber beginnt das Spiel von vorn: Marktteilnehmer fliegen raus, weil ihnen der Stoff zu teuer ist. Nachfrage sinkt und mit ihr der Preis. Investionen bleiben aus und mit ihnen das Öl.

      Aber: SO IST ES NUNMAL. Betrachtet man die Ölförderung nicht auf Monatsbasis oder Jahresbasis, sondern auf Basis von Dekaden, SIND WIR AUF DEM GIPFEL. Wir können also die Öltrommel einpacken, denn dies ist offensichtlich für jeden, der sich traut, in Dekaden zu denken.

      Das, was Gail Tverberg beschreibt, ist also die „Gipfel-Ökonomie“: Fundamental veränderte ökonomische Rahmenbedingungen, die sich von der unbedingten Wachstumsphase des Energiezuflusses der vergangenen Dekaden unterscheiden.

      DIES IST DIE GIPFEL-DEKADE.

      Ich finde immer noch, folgende Grafik beschreibt sie am besten:
      http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2011/12/025_Krisenzone_600x450.png

      Ein Auf und Ab der Ölpreise, die jedesmal die Konjunktur mitziehen, aber wechselseitig miteinander so gekoppelt sind, dass ein konjunktureller Höhenflug unmöglich wird.

      Je eher dies in breiten Teilen der Bevölkerung bekannt ist, umso erträglicher wird die Phase, die NACH der Gipfel-Dekade kommt: Der Beginn des Abstiegs. Denn da reden wir nicht nur über Preise, da reden wir dann auch über Mengen, die Jahr für Jahr schrumpfen. Der Anzeichen sind ausreichend, um zu bezweifeln, dass die Szenarien der IEA so schön bruchlos bis 2035 laufen. Wenn aber die Investitionen ausbleiben, das sagt die IEA ja sehr schön, sind wir in 2035 bei einem Bruchteil der heute verfügbaren Ölmengen:
      Siehe Grafik: http://www.heise.de/tp/bild/40/40320/40320_1.html
      Das würde ein Ritt, den kann sich kein „zivilisierter Mensch“ vorstellen.

      Aber dass er uns bevorsteht, ist alles andere als auszuschließen. Dass der Abstieg vom Gipfel kommt, ist sogar sicher, über den Startzeitpunkt kann man diskutieren. Die Frage, um die sich jeder von uns drehen sollte ist: Wie gestalten wir ihn?

  2. Florian Hoppe sagt:

    Was zur H….!!!!

    Eben bei Jeff Rubin gelesen.

    http://www.jeffrubinssmallerworld.com/2013/11/14/is-oil-by-rail-boom-an-accident-waiting-to-happen/

    http://www.reuters.com/article/2013/11/08/us-crude-train-explosion-idUSBRE9A70Q920131108

    Gab es nicht vor einigen Wochen schon einen Unfall? (Nein, ich meine nicht das Riesenunglück im Sommer.)

  3. Tom Schülke sagt:

    Hallo,

    ich bin auf folgenden Artikel gestossen der sich umfassender mit dem EROEI verschiedener EE beschäftigt.

    http://www.science-skeptical.de/energieerzeugung/die-energiewende-und-der-energetische-erntefaktor/0010717/

    Sicherlich nicht von Seiten der EE befürworter, doch auf der anderen Seite lesenswert.

    Fazit wäre, das die EE deutlich schlechtere EROEIS aufweisen als wir uns das im Regelfall nach Charles Hall so vorstellen.

    Nicht extrem schlechter, aber doch so, das Sie deutlich an der Energieklippe weiter nach unten rutschen würden.

    Letztlich ist mein Fachwissen nicht tiefgreifend genug um das zu bewerten.
    was haltet Ihr davon. An EE führt nichts vorbei. Aber der tatsächliche EROEI wird einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie leicht es uns gelingen wird EE weiter auszubauen.

  4. Tom Schülke sagt:

    @Florian Hoppe,

    Dake für die Links, die habe ich mal überflogen.. geben einen Überblick.

    Dass die Eroeidebatte insbesondere von der Seite her anders klingt als von EE Vertretern ist nicht verwunderlich.

    Klar ist glaube ich nur eines.. Gegen Ende oder schon zur Mitte des Jahrhunderts werden wir eine EE Wirtschaft haben. So oder So. Wahrscheinlich eher früher als später. Empfehlen kann ich dazu mal wieder Richard Heinberg mit seinem neuen Buch Snake Oil.

    Er bezieht sich darinn breitflächig auf die Studie“Drill baby Drill“,

    http://www.postcarbon.org/drill-baby-drill/#

    • Florian Hoppe sagt:

      Na hoffentlich wird dieses Buch bald übersetzt. (Ich versuch mir schon seit Wochen „The Party’s over“ aus unserer Bibliothek zu leihen und es ist immer schon verliehen.^^)

      Sein letztes Interview über sein neues Buch war aber sehr aufschlussreich.

      • Tom Schülke sagt:

        Ja, Heinberg ist ein begnadeter Komunikator . Nur wenig verstehen es wie er die Zusammenhänge anschaulich und verständlich zu transportieren.

        Party is over habe ich in deutsch hier. Und End of Growth war auch gut. Obwohl ich bei wirtschaftlichen Zusammenhängen noch eher ins schleudern komme als bei Energiefragen.

        • Patrick sagt:

          Ich fand das Buch „Das Ende des Wachstums“ ebenfalls sehr gut, insbesondere weil die Zusammenhänge zw. Energie, Wirtschaft und Finanzwelt sehr schön erläutert worden sind.
          Das hat der Heinberg wirklich gut artikuliert.

          Leider hat es lange gedauert, bis das Buch in der Deutschen Übersetzung vorlag, deshalb wird es bei Snake Oil wohl auch wieder so sein. Schade!

    • Michael Egloff sagt:

      Ich glaube nicht, dass wir 2050 eine EE-Wirtschaft haben (im Sinne von EE-Anteil größer als 80%).
      Die Wasserkraft ist im Wesentlichen ausgereizt.
      Biomasse kann man nur steigern durch immer stärkeren Einsatz der ölbasierten Lanwirtschafts- und Transporttechnik und unter Inkaufnahme von zusätzlicher Bodenerosion auf zusätzlich zur Biomasseproduktion erschlossener Gebiete, zusätzlicher (Über-)Düngung und zusätzlichem Verbrauch von Wasserressourcen.
      Wind- und Solarenergie werden in den nächsten Jahren in Deutschland und anderen Ländern Europas stark ausebremst werden, da die Schaffung riesiger Energiespeicher nicht vonstatten geht und diese Speicher – würden sie denn geschaffen – die Kosten für Solar- und Windenergie deulich in die Höhe treiben würden und deren Eroei reduzieren würden für den Anteil dee gespeicherten Energie.
      Man verdeutliche sich: in Deutschland wird gerade mal 2% des Gesamtenergieverbrauchs mit hilfe der Photovoltaik abgedeckt, und schon treibt der Solarstrom in sommerlichen, sonnigen Mittagsstunden den Börsenpreis für Strom ins Minus.
      Es ist schlicht nicht möglich, den Anteil der Solarenergie auch nur auf 5…10% des Gesmatenergieverbrauchs zu steigern ohne riesige kostentreibende und Eroei-vermindernde Großspeicher.

      Übrigens: ich wünsche mir ausdrücklich eine EE-Wirtschaft. Aber zwischen Wunsch und Realität gibt es leider in der Regel Diskrepanzen.

      • Tom Schülke sagt:

        @ Michael Engeloff

        Mein Kommentar war da auch eher skeptisch gemeint. Wenn wir keine EE aufbauen werden wir dennoch eine EE Wirtschaft bekommen. Einfach weil der Energetische Return on Investment der globalen fossilen Energien schon gegen 2035 (eine der Aussagen in Richard Heinbergs „Snake Oil“) auf 5:1 gefallen sein wird.

        Wir haben die Chance auf ein bestimmtes Level EE . Wenn wir aber nicht selber aktiv werden, wird die Wirtschaft dann der von 1850 entsprechen. Kein schönes Scenario.

        Sicher wird hier und da noch Fossile Energie verfügbar sein. Jedoch nur in den letzten dann noch fördernden Ländern. In Europa werden wir dann aber kaum noch einen Tropfen Öl haben.

        Tatsächlich ist die Interessanteste Frage wie ich finde die, ob ein so niedriger Energieversorgungslevel überhaupt noch die Komplexen Wirtschaftsstrukturen wird aufrechterhalten können die nun mal zum bau von Hightechwindrädern und Solarpanelen notwendig sind.

        Und ich Stimme Dir zu. Der Eroei von EE wird gerade wenn wir die fluktuationen beseitigen wollten und einen weg finden würden die gigantischen speicher zu realisieren die dafür notwendig wären, in den Keller fallen.

        Das Argument das EE deshalb nicht konkurenzfähig wären gilt ohnehin nur solange die Fossilen Energien als konkurenz da sind. Danach wird jeder glücklich sein der überhaupt noch strom bekommt, und wenn es nur 3 Stunden am Tag bei Sonnenlicht ist..

        • Michael Egloff sagt:

          Hallo Tom Schülke,
          wir haben ja weitgehnde Meinungsübereinstimmungen.
          Der Blick in den Rückspiegel, zurück ins Jahr 1850, täuscht allerdings. Die zukünftige Realität wird nicht annähernd die des Jahres 1850 sein. (ich weiß, so hast Du es auch nicht gemeint).

          Einerseits, und das mag man als positiv festhalten, ist ja das seither entstandene technische, medizinische und naturwissenschaftliche Wissen nicht aus der Welt, wenn uns mal das Öl fehlt. Die Ergebnisse kommen dann nur vielen Menschen nicht mehr in heutigem Maße zugute, weil die Wertschöpfung, die daraus generiert wird, nicht mehr in heutigem Maß zur Verfügung steht.

          Aber es gibt einige Faktoren, die uns in 30 oder 40 Jahren negativ auf die Füße fallen gegenüber dem Jahr 1850.
          Damals gab es nur ein Siebentel der heutigen Menschenanzahl, vielleicht nur ein Zehntel der heutigen Waffen mit einem Hundertstel der heutigen Zerstörungskraft.
          Damals waren die natürlichen Ressourcen nicht dermaßen übernutzt, die Fischgründe noch reichhaltig, die Böden weniger erodiert, in vielen Ländern die unterirdischen Grundwasserressourcen noch nicht so leergesaugt usw.

          Wenn die Menschheit seither wenigstens so gereift wäre, mit den daraus resultierenden Problemen angemessen und rational umzugehen. Dann wäre mir weniger bange.
          Aber selbst daran habe ich erhebliche Zweifel, auch wenn wir uns ja so viel einbilden auf unsere vermeintlich so fortschrittliche Aufgeklärtheit. Wenn ich mir die täglichen Nachrichten anschaue, zweifele ich erheblich daran, dass die Aufklärung in den letzten 160 Jahren wirklich in den Köpfen und im Handeln der Menschen angekommen ist.

  5. Florian Hoppe sagt:

    Bzw. *nochmal auf oben deut*

    was sagt ihr dem zum ERNEUTEN entgleisten Ölzug?

    • Ert sagt:

      Es wird nicht der letzte sein. Und um so mehr der Renditedruck herrscht, umso teurer dieser ganze Energiekrams in Förderung und Transport wird – umso mehr werden wir solche Nachrichten bekommen.

  6. Ert sagt:

    Ein anderer kritischer Blick auf den IEA WEO 2013: http://peakoilbarrel.com/iea-world-energy-outlook-2013/

    Die Kommentare sind unbedingt lesenswert – insb. einer von „Watcher“ mit einem Link wo ein Saudi-Aramco Executive Maugery auseinander nimmt – da gibt es dann auch noch eine Zusammenfassung von Ron Paterson.

    Norbert hatte es ja bei Telepolish schon zusammengefasst… und Ron sagt es auch noch mal: „Okay, I did the math. This works out to be a decline of 7.28 percent per year. Let that sink in for a moment, the IEA is saying all existing fields, big and small, new and old, shale and conventional, have a combined decline rate of 7.28 percent per year. Just to keep production flat a total of 5.4 million barrels per year would need to be added.

    Wir werden alle erleben wie die Reise ausgeht.

    • Florian Hoppe sagt:

      Jep, die Kommentare bei Peak Oilbarrel sind oft Gold wert.

      Vor allem schau dir diesen an:

      The report mixes NGLs which feeds petrochemicals and domestic or industrial fuel applications with conventional oil which is the main source for transportation fuels. When fractionated, NGLs yield propane, butane and light naphtha. These products cannot replace oil distillates such as gasoline, diesel or jet fuel.

      Hell, I have been trying to tell folks that for ten years. Yet they still count bottled gas as “oil”. It ain’t oil.

      Ein anderer Kommentator hat imo. recht. Wir haben einen neuen Drumbeat. :)

      • Ert sagt:

        Wobei NGL ja recht einfach für Kfz als Benzin/Dieselersatz genutzt werden kann. In sofern sehe ich es nicht so kritisch.

        Ggf. fehlt uns aber irgendwann der Bitumen – aber Schweröle haben wir noch ein bisschen mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Bitumen ;-)

        • Michael Egloff sagt:

          So ist es wohl, Ert. In den fast ausschließlich importabhängigen Ländern könnte Bitumen (ausreichend UND bezahlbar) in 2 Jahrzehnten ein Mangelrohstoff werden.
          Überhaupt denke ich, dass die in ihrem Umfang einmalige Infrastruktur, die in Zeiten des Wertschöpfungsmaximums geschaffen wurde, sich immer weniger aufrecht erhalten lassen wird. Dazu muss man ja nicht mal in die Zukunft schweifen.
          Wenn früher Schwerlasttransporte vom Kölner Raum zur Küste einen Tag benötigten und heute drei bis vier, weil die Anzahl der Brücken, die für solche Transporte noch zugelassen sind, immer mehr sinkt, dann kann man schlussfolgern, dass die besten Zeiten für die Infrastruktur deutlich hinter uns liegen.

          Die Tragödie dieses Jahrhunderts wird in erster Linie eine Tragödie der großen Städte sein. Der urbane Wertschöpfungsmotor ist auf große Mengen billiger Energie und billiger Rohstoffe angewiesen.
          Insbesondere die Megacities der Welt sind Produkte des Zeitalters des billigen und ausreichend zur Verfügung stehenden Öls.
          Heute strömen in vielen Ländern die verarmten Dörfler in die Großstädte.
          In der weiteren Zukunft werden verarmte Städter versuchen, zu den relativ wieder aufgewerteten Wertschöpfunggebieten auf dem Lande zu kommen.
          Und die Landbewohner werden sich gegen diese Masenmigration landloser und in Landwirtschaftsdingen unerfahrenen Stadtflüchtlinge zu wehren versuchen.

          Niemand kann genau die Zukunft vorraussagen. Aber es spricht einiges für diese Annahmen.

  7. Florian Hoppe sagt:

    Vor allem….

    http://www.forbes.com/sites/lorensteffy/2013/11/13/enjoy-our-domestic-oil-abundance-while-you-can/

    Forbes redet mal über KOSTEN. Wow, der Punkt der in der Fracking Berichterstattung immer komplett ignoriert wird.

    Ab nächsten Jahr soll doch afaik US-Gas doch erstmals exportiert werden, oder?

    Hier frage ich mich wie sich das auf deren Preis auswirken wird. Imo. wird die Binnennachfrage nicht ausreichen um den Preis deutlich stärker in die Höhe zu treiben. Erdgasauto werden zwar grad von der Industrie stark propagiert, aber imo. könnte diesem Auto dasselbe Schicksal wie dem Hybridauto erblühen, sofern Lars Thompson recht behält.

    Und bei Strom bleibt da noch die 5 USD Grenze, ab der Kohle wieder konkurrenzfähig wäre.

  8. Ert sagt:

    Auf PeakProsperity (Martenson) gibts einen neuen interessanten Artikel: http://www.peakprosperity.com/blog/83594/what-happened-future

    Daraus: „So you can abandon the idea there will be a future oil crash – because we already had it.

    Es geht um „Energy per Capita“ und den Gesamtverbrauch an Energie der Weltweit seit 2004 um 20% gespiegen ist – wobei sich dieser immer mehr von Öl entkoppelt.

    „We would not say that the global economy is currently at high risk of losing its access to coal. So we should no longer be overly concerned that the global economy is going to lose its access to oil. It has already lost its access to cheap oil. And now coal, not oil, is in position to take the lead as the number one energy source, globally.

    Während Investitionen in den OECD Staaten zurückgefahren werden und große transnationale Firmen von niedrigen Zinsen profitieren und primär ausserhalb der OECD investieren passiert einiges.

    „…the global natural resources sector now requires significantly more investment to extract the same units of oil, copper, iron ore, coal, natural gas, and potash, and requires more expensive technology and more human labor.

    Durchaus lesenswert.

  9. Michael Egloff sagt:

    Stimmt schon Ert,
    trotz immer noch ansteigender all-liquids-Menge sinkt der prozentuale Anteil des Öls am Weltenergiemix langsam.
    Aber das Öl ist eben der zentrale Teil des Gesamtenrgie-Verbrauchs.
    Öl sorgt für die Verfügbarkeit z.B. von Kohle zu heutigen Mengen und zu heutigen Preisen. Ohne Öl wird keine Windkraftanlage produziert, transportiert und montiert.
    Ohne Öl wird kein großes Staudammprojekt realisiert.

    Öl ist auf Grund seiner Energiedichte, seiner leichten, verlustfreien Transportierbarkeit und seiner 24stündigen 365-Tage-im-Jahr-Verfügbarkeit an jedem beliebigen Ort der Schlüssel zur Verfügungstellung fast aller anderen Energiearten zu heutigen Preisen und in heutigen Mengen.

    • Ert sagt:

      @Michael

      Schon klar mit dem Öl.

      Aber viel des ehemaligen Ölbedarfs (Heizung, Strom, Verkehr, etc.) ist und wird auf Gas und Kohle umgestellt. Anderseits gibt es Effizienzgewinne und Verzicht durch die Preisentwicklung – das schafft neue Freiräume.

  10. Ert sagt:

    @Norbert

    Schöne Eröffnungsrede – motivierend, insb. in dem Punkt „Was kann ICH tun?“ -> Runterbrechen des „Globalen“ Problems auf die lokale Ebene in der ‚Man‘ wieder realistisch was bewegen kann.

  11. Florian Hoppe sagt:

    Turchin hat einen Artikel für Bloomberg verfasst und in seinem Blog einige Ergänzungen hinzugefügt. Imo. sehr lesenwert und eine gute Zusammenfassung seiner aktuellen Studien.

    http://socialevolutionforum.com/2013/11/20/elite-overproduction-brings-disorder/

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