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Studie: Peak Oil – Herausforderung für Thüringen

Am 05.02.2014 wurde die von der Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen im Thüringer Landtag beauftragte Studie "Peak Oil - Herausforderung für Thüringen" in Erfurt vorgestellt. Die Studie ist insbesondere für Bewohner Thüringens interessant. Doch auch Nicht-Thüringer können sich anhand der Studie ein Bild machen, welche Bereiche in einem Bundesland von Peak-Oil-Dynamiken betroffen sein können. Als Beispiel sei die hohe Pendlerquote benannt, die in Thüringen herrscht.

Die Studie an dieser Stelle wiederzugeben ist wenig sinnvoll. Daher soll nur ein einzelner Ausschnitt gewählt werden. Die folgende tabellarische Gegenüberstellung wurde inspiriert durch den 2. Entwurf des Thüringer Landesentwicklungsplans (LEP 2025), der relativ häufig die Endlichkeit der Rohstoffe als Argument für nachhaltigere Entwicklungswege heranzieht. Allerdings trifft der Plan letztlich die Besonderheiten der Peak-Problematik nicht ausreichend. Daher habe ich mir erlaubt, mal die Konnotationen, die Untertöne und damit verbundenen Suggestionen der beiden Konzepte "endliche Rohstoffe" und "begrenzte Fördergeschwindigkeiten" gegenüberzustellen. Je nachdem, ob man einen sozioökonomischen Organismus wie Thüringen aus dem Blickwinkel betrachtet "die Rohstoffe sind endlich" oder aus dem Blickwinkel "es gibt begrenzte Rohstoff-Fördergeschwindigkeiten" schwingen andere Untertöne mit, die letztlich zu anderen Haltungen dem Problem gegenüber führen.

Die Tabelle ist der Studie auf Seite 43 entnommen, im Kapitel über den Landesentwicklungsplan Thüringens:

Endlichkeit der Rohstoffe

Begrenzte Fördergeschwindigkeiten (Peak-Problem)

Probleme tauchen erst auf, wenn das Ende der Rohstoffe erreicht ist.

Probleme tauchen schon bei Annäherung an das Fördermaximum auf

Es bleibt viel Zeit bis zur Problemlösung (teilweise mehr als 100 Jahre).

Es bleibt sehr viel weniger Zeit bis zur Problemlösung. Akute Probleme können auftauchen.

Die Probleme tauchen dann abrupt auf.

Die Probleme entwickeln sich schleichend schon im Vorfeld.

Bis dahin werden wir technische Lösungen gefunden haben.

Sich auf ungewisse neue technische Lösungen zu verlassen kann gefährlich sein.

Nach dem Ende der Rohstoffe haben wir ein System, das funktioniert. Punkt.

Der Transformationsprozess ist ungewiss, auch weil die Probleme mit dem Überschreiten des Fördermaximums stärker werden.

Wir müssen nur das Energiesystem umbauen.

Wir müssen auch Umbauten an den Systemen vorsehen, die mit dem Energiesystem verbunden sind.

Wir können bis dahin mit den bekannten Paradigmen weiterarbeiten.

Wir müssen prüfen, ob unsere historisch erfahrenen Paradigmen noch gültig und hilfreich sind.

Wir haben es mit einem linearen Problem zu tun.

Wir haben es mit einem non-linearen Problem zu tun.

Tabelle 2: Unterschiedliche Suggestionen der und Schlussfolgerungen aus den Konzepten „Endlichkeit der Rohstoffe“ und „begrenzte Fördergeschwindigkeiten“

Studie: Peak Oil - Herausforderungen für Thüringen

Um die Diskussion über die Problemstellungen rund um Peak Oil anzuregen, freut mich eine weite Verteilung und konstruktive Diskussion der Studie und ihrer Inhalte.


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56 Kommentare to “Studie: Peak Oil – Herausforderung für Thüringen”

  1. Hansi sagt:

    Schönes Ding, Norbert!
    Werde mir die Studie mal genauer anschauen, wenn ich mehr Zeit habe (wahrscheinlich erst in 2-3 Wochen der Fall).
    Die Tabelle bringt es auch auf den Punkt. Die linke Seite ist genau das, was fast immer raus kommt, wenn sich dann doch mal die Medien mit dem Problem der endlichen Ressourcen beschäftigen. Im Fernsehen und in der Zeitung hört/liest man diese „Sprüche“ oder Denkweisen immer wieder. Oder man kann sie zumindest zwischen den Zeilen rauslesen/hören.

    Die Ergebnisse der Studie bzw. das Bild, was diese zeigen (auch wenn ich sie noch nicht gelesen habe) sind sicher größtenteils auf alle Bundesländer übertragbar, da sich unsere Bundesländer in Bezug auf „Peak Ressourcen“ kaum unterscheiden. Von daher wirklich für alle lesenswert.

  2. Hansi sagt:

    Nebenbei:
    Heute sind wieder neue Zahlen zu den US-Gasvorräten rausgekommen. Wieder ein heftiger Rückgang. Sie liegen jetzt knapp 30% unter dem letzten Jahr und 22% unter dem langjährigen Schnitt.
    http://ir.eia.gov/ngs/ngs.html
    Wenn das kalte Wetter noch den ganzen Februar so weiter geht, könnte es wirklich richtig kritisch werden Anfang März. Vielleicht wird es dann ähnlich wie in Teilen Europas im „Frühjahr“ 2013 oder noch heftiger.
    Außerdem wird es lange dauern die Lager über den Sommer wieder aufzufüllen. Wenn da noch kräftig Gas für den Strom der Klimaanlagen verbraucht wird, dann sollte der nächste Winter besser nicht zu früh kommen und nicht wieder so hart werden.

  3. Florian Hoppe sagt:

    http://www.heise.de/tr/artikel/E-Mobilitaet-Falsche-Strategie-2106720.html

    Der Batterieforscher Andreas Gutsch zur E-Mobilität.

    • EcoDrive sagt:

      Naja, ein schönes Werbeschreiben von Herrn Gutsch für ’seine‘ Gross-Akkutechnologie für Busse.
      In der Konsequenz müsste man bei so vielen zusätzlichen E-Bussen den Individualverkehr in gleichem Masse verbieten, sonst machts keinen Sinn. Sinn macht der Ersatz der heute eingesetzten Dieselbusse. BYD steigt da nun auch in Europa ein.

      Zwischen den Zeilen ist einiges herauszulesen, zB ein Auto wird nicht auf Grund einer Rentabilitätsrechnung oder des Verbrauchs gekauft, sondern auf Grund des Images. Der Schriftzug am Heck ist dem Käufer wichtiger als der Benzinverbrauch. Deshalb sind alle Vergleichstests Augenwischerei und lediglich Werbung für den jeweiligen ‚Sieger‘.

      Die falsche Strategie, die Herr Gutsch zurecht moniert, ist wirklich von der Automobilindustrie ‚gemacht‘. Die hat den Trend verschlafen und sucht händeringend Elektroingenieure um das Versäumte nachzuholen. China und die USA sind da schon viel weiter.

      Völlig richtig erkannt wird in dem Artikel, dass täglich durchschnittlich nur ca 50km gefahren wird. Das trifft auf 80% aller Europäer zu. Die Autopresse verbreitet immer noch gebetsmühlenartig die These, dass eine E-Auto mind. 300km weit kommen muss. Einen so grossen Akku für lediglich 1-2 Urlaubsfahrten und einige grössere Wochenendausflüge herzustellen halte ich bei der heutigen Technologie nicht für sinnvoll, bzw ist nicht massentauglich. Mein Opel Ampera, ein E-REV, kombiniert beides in genialer Weise. Er ist als voll alltagstaugliches rein elektrisches Erstauto nutzbar. Rein elektrisch für alle täglichen Fahrten (Einkaufen, Arbeit, Freizeit) und dennoch sind grösser Ausflüge möglich. Der Benzinverbrauch über die gesamten 30Tkm liegt bereits unter 5% im Vergleich zu meinem früheren SUV.
      Der Akku hält das ganze Autoleben lang und weit darüber hinaus dannmal in stationären PV-Speicheranlagen. GM und ABB haben bereits entsprechende Testanlagen gebaut.
      Ich glaube auch nicht, dass die Herstellung des relativ kleinen Akku soviel Energie verbraucht, wie ich effektiv nun nicht mehr verbrenne.

      BTW Wer einmal elektrisch gefahren ist, kommt nie wieder zurück zu einem Verbrenner. Es ist einfach genial, die Ruhe, das vibrationsfreie Dahingleiten und die Beschleunigung. Tankstellenbesuche fast nur zum ‚vergessene‘ Brötchen holen.

      Apropos hohes Gewicht eines Elektroautos, auch so ein Unsinn der in der Presse stets wiederholt wird. Mag das Gewicht bei einem Verbrenner ein grosse Rolle spielen, ist dies beim Elektroauto nicht der Fall.

      Beim Beschleunigen braucht der Verbrenner bei gleichem Gewicht mehr Energie, als das E-Auto, wegen des viel höheren Wirkungsgrads des E-Motors. Beim Bremsen gibt’s beim Verbrenner nur heisse Scheibenbremsen, hingegen wird beim E-Auto erhebliche Leistung zurück in den Akku rekuperiert. Dabei spielt das Gewicht natürlich eine positive Rolle.

      • Frank Bell sagt:

        @ EcoDrive

        „Die hat den Trend verschlafen und sucht händeringend Elektroingenieure“

        Trend verschlafen? Daimler hat 2013 einen weltweiten Absatzrekord hingelegt. So viel können die nicht falsch machen.

        Ausserdem hängen die bei Tesla mit drin.

  4. Ert sagt:

    Gail Tverberg hat wieder einen neuen Artikel „Limits to Growth–At our doorstep, but not recognized“: http://ourfiniteworld.com/2014/02/06/limits-to-growth-at-our-doorstep-but-not-recognized/ der wieder auf das große Bild eingeht. In den ca. 320 Kommentaren in knapp über 24h finden sich leider nicht mehr allzu viele neue Gedanken.

    • Florian Hoppe sagt:

      Danke für den Link. Hab mir gleich da den neuen Artikel von Turner gezogen und werde ihn mir mal gründlich durchlesen. (Turner hat ja scho nvor einigen Jahren die ursprünglichen GdW Szenarien mit der Realität verglichen.)

      • Ert sagt:

        @Florian

        Hast Du mal einen Link? Habe nur ein Video von Turner gefunden: „The limits to growth: 2009. Dr Graham Turner“: http://www.youtube.com/watch?v=9e5Zv3U_D3Y

          • Ert sagt:

            Danke Florian! Turner ist ja ziemlich Heavy…

            “Global data continues to confirm The Limits to Growth standard run scenario, which forecasts an imminent collapse in living standards and population due to resource constraints. Further, the mechanism underlying the simulated breakdown is consistent with increasing energy and capital costs of peak oil. The diversion of energy and capital away from industrial, agricultural, and service sectors is a greater problem than climate change in the modelled scenario since it leads to global collapse by about 2015.”

            Und: “The collapse in the standard run is primarily caused by resource depletion and the model response of diverting capital away from other sectors in order to secure less accessible resources. Evidence for this mechanism operating in the real world is provided by comparison with data on the energy required to secure oil. Indeed, the EROI has decreased substantially in recent decades, and is quantitatively consistent with the relevant parameter in the World3 model. The confirmation of the key model mechanism underlying the dynamics of the standard run strengthens the veracity of the standard run scenario. The issue of peak oil has also affected food supply and evidently played a role in the current global financial crisis. While the GFC does not directly reflect collapse in the LtG standard run, it may well be indirectly related.”

  5. Florian Hoppe sagt:

    http://peakoilbarrel.com/north-dakota-bakkenthree-forks-scenarios/

    Dennis Coyle hat als Antwort auf Jean Laherre einen neuen Artikel mit seinen aktuellesten Szenrien verfasst.

    • Florian Hoppe sagt:

      @Ert: Jep, aber er sagt nur das was die GdW Studie ebenfalls schon gesagt hat.

      The collapse in the standard run is primarily caused by resource depletion and the model response of diverting capital away from other sectors in order to secure less accessible resources.

      Punktgenau was ich im 30 Jahreupdate von 2004 gelesen habe.

      Die steigenden Kosten um nicht-erneuerbare Ressourcen zu fördern werden so hoch, dass Kapitel aus anderen Bereichen abgezweigt werden muß und zwar aus Landwirtschaft und Industrie. Und diese Sektoren haben natürlich deswegen darunter zu leiden, weil Geld fehlt um die Ernteerträge zu steigern und dem Verschleiss und Zerfall industrieller Anlagen entgegenzuwirken.

      • Ert sagt:

        Hi Florian,

        also letztendlich das was Martenson über den Energiehaushalt sagt: http://www.peakprosperity.com/crashcourse/deutsch/kapitel-17b-energiehaushalt

        Wir müssen immer mehr vom Status-Quo zur Sicherung des Status-Quo vom aufwenden – immer weniger bleibt für den konsumptiven Bereich übrig.

        Schon putzig – gerade gestern habe ich dies als Kapitel zu meinem Dokument hinzugefügt. Das macht mit alles wirklich nachdenklicher als Nachdenklich… wo ich gerade Pestalozzis „Auf die Bäume Ihr affen“ lese… ein ausgemustertes Exemplar aus der ARD & ZDF Bibliothek….

        • Michael Egloff sagt:

          Oder wie ich es schon immer formuliert habe: ein immmer größerer Teil der Wertschöpfung muss für die Bereitstellung der materiell-energetischen Basis der Wertschöpfung verwendet werden.

          Dazu kommt noch ein anderer Effekt – nämlich der, dass technologische Fortschritte zunächst immer die positivsten Effekte zeigen, später aber zunehmend auch Schadpotenziale sichtbar werden.
          Beispiele:
          zunächst waren die Antibiotika eine 100%ig wirksame Waffe gegen die verschiedensten bakteriellen Erkrankungen. Ab den 1970er Jahren und heute in einigen Ländern in bereits erschreckendem Ausmaß wird diese Waffe immer stumpfer und multiresistente Keime fordern immer mehr Opfer.

          Zivile Atomkraft war in den ersten 15 Jahren anscheinend eine segensreiche Erfindung. Bis zu dem fast-Supergau in den USA und den Super-Gaus in der Ukraine und in Japan, sowie der immer mehr zunehmenden radioaktiven Kontamination in den Uran-Abbaugebieten. Und mit dem zunehmenden Alter des AKW-Bestandes steigt auch die Störanfälligkeit – nicht zuletzt durch den Flickenteppich verschiedener Steuersoftwarestandards in jedem einzelnen AKW.
          Und zum Ende der Atomkraftnutzung irgendwann wird fast nur noch gigantischer Aufwand zum Abbau der AKWs und der Lagerung gigantischer Mengen an schwach-, mittel- und hochstrahlenden Materialmengen übrigbleiben, bei abnehmender Stromproduktion. Bei den hochradioaktiven Materialien sogar über 220000 Jahre NACH Nutzung der Atomkraft.

          Und als besonders „gutes“ Beispiel kann man die fossilen Energien nehmen: zuerst Segen, dann zunehmend Fluch durch Gesundheits-, Natur- und Gebäudeschäden.

          Oder die grüne Revolution: zunächst Segen durch Verbesserung der Ernährungslage TROTZ steigender Bevölkerung, aber durch die damit verbundene Überbeanspruchung von Wasser- Boden und Fischresourcen, zunehmende Sortenverarmung, Landflucht, Kapitalintensität usw. vermutlich in den nächsten 2 bis 4 Jahrzehnten der Auslöser des größten Dramas in der Menschheitsgeschichte.

          • Michael Egloff sagt:

            Hier mal ein passendes Zitat von Friedrich Engels zum meiner These:

            „Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andere, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben.“

            Aus dem Jahr 1883! Fast alle Ökonomen (und fast alle anderen Menschen) begreifen das bis heute nicht.

          • Michael Egloff sagt:

            Ergänzung: in meinem ersten Beitrag hatte ich bei den negativen Folgewirkungen der fossilen Energierevolution den Klimawandel vergessen, als potenziell größtmögliche negative Folgewirkung aller technologischen Entwicklungen.

          • fliegen sagt:

            Das ist eine sehr schöne Erkenntnis, der ich leider viel zu selten heutzutage begegne. Letztendlich ist der durch den ganzen Fortschritt gewonnene Wohlstand ein Haufen Schulden, die wir alle im Nachhinein mit unseren eigenen Leben bezahlen werden. Jedoch wo immer ich es sage, sagen die Leute, wie gut es ihnen geht, schrecken sich vor dem Wort „zurück“ oder sagen „das ist schon so, das können wir nicht mehr ändern“.
            Nein, wir müssen das ändern! Aber was nützt es, auf der Titanik zu predigen… Was nützt, ist sich um Eigenmacht und Gemeinschaft zu kümmern, und zwar möglichst ohne Panik. Ich will davon ausgehen, was ich für richtig halte, nicht dass die „falsche“ Welt morgen untergeht (und was wenn nicht?).

            Der Fortschrittsglaube ist ein Irrweg. Die Industriegesellschaft ist ein Irrweg. Und wenn man tiefer gräbt, auch die Fixierung auf den Menschen, sein Verstand und seine Expansion auch ein Irrweg. Davon können die Menschen nicht lassen, weil ohne all diese Dinge, Strukturen und Denkmuster sie sich gar nicht mehr am Leben sehen (sie haben einfach vergessen, dass es auch zu anderen zeiten Leben, gutes Leben möglich war): das ist für sie Nichts, da ist Tod, Verderben und Barbarei. Dabei sind eben diese drei Dinge das, was unsere „Entwicklung“ erhöht, wenn man das Gesamtbild räumlich und zweitlich betrachtet. Die Leute haben es zu gut, zu bequem, zu automatisch, sie sind zu versorgt. Und die es noch nicht so haben, sehen das als Vorbild, und rennen alle dahin, oder werden dazu gezwungen. Und alle Politiker beten ununterbrochen: Energieversorgung, Arbeitsplätze – ich glaube die haben die Welt am wenigsten verstanden. Jeder soll sich anstellen in der langen Kette der Versorgung, so dass jeder am Ende selbst von dieser Kette versorgt wird – mehr Entfremdung hat die Welt noch nie gesehen! Aber so funktioniert die Welt (leider) immer noch.

            Und weil die Leute es so gut haben, oder so viel gutes sehen, werden sie das alles nicht zurücknehmen wollen, und wenn ich sage „(moderne) Technologie und Fortschritt bringen uns letztendlich ins Verderben und müssen weg“ werde ich als Affe auf den Baum geschickt – aber hey, um das mal kontrovers zu sagen: die Affen leben nachhaltiger als wir, sind sozialer zu einander und können (sofern sie in Freiheit leben) auch gut für sich selbst sorgen – also was ist so schlecht an den Affen? Vielleicht können uns die Affen mehr erzählen als alle Politiker und Analysten zusammen? Wir Menschen haben es gelernt, alles was weniger „entwickelt“ ist als etwas Niederes zu verachten. Die Krone der Schöpfung macht sich nen Kaffee, liest ne Zeitung, postet was bei Facebook, setzt sich ins Auto, dreht die Heizung auf und fährt irgendwohin um eine Dienstleistung zu verrichten. – ist das nicht eigentlich lächerlich? Vor allem wenn wir die Folgen und Zusammenhänge jeder dieser Handlungen betrachten. Nein, der Mensch hat etwas besseres verdient. Nicht nackt und auf den Bäumen – die Menschen haben ihren eigenen Weg, aber die heutige Abzweigung davon ist eine eindeutige Sackgasse. Da sollte man auch zurück gehen, oder seitwärts, oder einfach weg: auf jeden Fall dahin, wo Leben und Freiheit ist.

          • fliegen sagt:

            ergänzung von mir: mit „Eigenmacht“ meine ich immer die Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen. Zum einen, und zum anderen ist das der Gegenpol zur Macht: eines Diktators, Energie- oder Nahrungsversorgers oder eines durch Wahlen legitimierten Beamtanapparates, der die Massengesellschaft verwaltet (kurzum: „Demokratie“). Die praktische Mündigkeit sozusagen. Wobei die Mündigkeit im Kopf auch nicht unwichtig ist, denn Generationen von fähigen Bauern haben sich trotzdem regieren und beherrschen lassen.

            Und man soll nicht bloß kritisieren und die Fehler der Gegenwart aufzeigen: genauso wichtig oder noch wichtiger ist es, eine lebendige Alternative aufzubauen: im eigenen Herzen, in eigenen Händen, in eigener Umgebung. Wenn es nach mir ginge, würden alle Entwicklungsgelder bloß dahin fließen, dass die Menschen außerhalb der Masse selbstbewusster werden und ohne die Masse und ihre Erzeugnisse für sich selber sorgen können. Aber vielleicht liegt es in der Natur der Entwicklungsgelder, dass sie zu nichts Gutem führen können…
            Und verschiedene Entwürfe sollen ruhig zusammen kommen oder zumindest miteinader reden können: die Suche nach dem Primitiven; die Landwirtschaft und Permakultur; die ökonomischen Sichtweisen; die Techniker und Tüftler – es gibt viele schöne Strömungen, die der Eigenmacht der Menschen, der wahren Nachhaltigkeit und letzendlich gutem Leben nützen kommen :)

          • Ert sagt:

            @Fliegen

            da die die Affen ja oft erwähnt hast – hier nochmals der Hinweis auf ein SR2 Interview mit Pestalozzi zu seinem Buch „Auf die Bäume Ihr Affen“: http://pcast.sr-online.de/play/sr2-fragen-klassiker/2011-06-29_pestalozzi28051989.mp3

            • fliegen sagt:

              Vielen Dank!
              Ich habe deinen Ratschlag beherzigt und mir das Interview angehört. Eine sehr schöne Energie hat der Mann. Ein wenig populitisch ist er, und beantwortet zu viele Fragen mit Fragen, aber im Grunde hat er recht.
              Ich werde den Link mal weiter verbreiten.

              • Ert sagt:

                @Fliegen

                Oftmals gibt es keine „richtigen“ Antworten – diese mögen im Auge des Betrachters liegen. Es ist aber möglich eine Frage mit Fragen zurückzuspiegeln – dies ist dann der erste Schritt zur individuellen Antwort.

                Und Pestalozzi macht es da seinem Lesern nicht zu einfach – selber Denken! Individuell Entscheiden! Und er sagt: Seine Lösung hat für Ihn gepasst – und wird dies sicher nicht für andere tun. Ich finde das sehr, sehr gut.

              • Stephan sagt:

                Hans A. Pestalozzi lebt leider nicht mehr:
                http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_A._Pestalozzi

  6. Abspann sagt:

    Sensibilisiert durch die Studienvorstellung in Erfurt nahm ich die Rückfahrt nach Coburg mit anderen Augen war.

    Die Autobahnen A71 und A73 führen direkt durch den Thüringer Wald. Es gibt auf dieser Strecke viele Brücken und Tunnels. Unter anderem den längsten Tunnel Deutschlands.

    Es war kein LKW unterwegs und fast keine PKW.

    Daher hat es mich interessiert, was eine Fahrt dieser in DE einmaligen Strecke uns kostet.

    Die Gesamtstrecke ist 168 km lang und hat 2,3 Mrd. gekostet.

    Pro km also 14 Mio. Eine durchschnittliche Autobahn kostet ca. 8 Mio pro km.

    Laut Verkehrszählung fahren pro Tag ca. 12.000 PKW und 1.600 LKW

    Auf der A9 bei Ingolstadt sind es pro Tag 93.000 PKW und 11.000 LKW.

    Eine Autobahn hält bis zur Grundsanierung ca. 15 Jahre.

    Mit der Verkehrsdichte und der Lebensdauer würde eine Fahrt, müssten die Nutzer diese finanzieren, ca. 11.000 € kosten.

    Nicht eingerechnet sind die Unterhaltskosten, wie z.B. Winterdienst, Grünstreifenpflege und Beleuchtung.

    Es gibt mehr dieser Geisterautobahnen in Deutschland. Ein Artikel von 2011 im Spiegel greift dieses Thema auf: …Seit Jahrzehnten schon werde Verkehrspolitik hierzulande auf der Basis zum Teil „hirnrissiger Annahmen“ betrieben, sagt der Dresdner Verkehrsökologe Udo Becker. Vor dem Hintergrund „knapper gesellschaftlicher Ressourcen“, fordert Klaus Beckmann, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), müsse der Bund endlich beginnen, „mit mehr Sachverstand“ an den Fernstraßenbau zu gehen.

    http://www.spiegel.de/spiegel/a-800105.html

    Wenn wie in Italien die Verkehrs- und PKW/LKW Dichte stark zurückgeht und dadurch das verkehrsinduzierte Steuereinkommen einbricht ist dieser Zauber vorbei.

    Es würde mich nicht überraschen, dass ich noch erlebe wenn Strecken aufgegeben werden.

    Bis dahin empfehle ich jeden diese Strecke zu befahren und sich die gefühlten 11.000 € abzuholen.

    • Ert sagt:

      @Abspann

      Ich habe gerade mal überschlagen – aber die Rechnung stimmt irgendwo nicht.

      Rechne ich 15.000 Kfz * 365 Tage * 15 Jahre – komme ich auf ca. 82 Millionen Fahrten.

      Bei 2,3 Mrd (€?) bin ich dann bei 28 (€?) pro Fahrt über die gesamte Distanz – immer noch ein Wahnsinn!

      • Michael Egloff sagt:

        Die immer umfangreichere Infrastruktur des Ölzeitalters wird sich in den nächsten Jahrzehnten immer weniger aufrecht erhalten lassen in den ölimportabhängigen Ländern.
        Weder bezahlbarer Bitumen als auch bezahlbare Treibstoffe für die Tiefbautechnik wird immer weniger zur Verfügung stehen.
        Schon aus Gründen des ab den 20er Jahren ff zunehmend obsolet werdenden Finanzsystems werden sich ausreichende Infrastrukturerhaltungsmaßnahmen nicht mehr finanzieren lassen. Daran hapert es ja schon heute, in Zeiten des noch intakten Wertschöpfungsmaximums.

        Die allmählich zerfallende Infrastruktur wird ihrerseits auf die gesellschaftliche Wertschöpfungskapazität rückkoppeln, zusätzlich zur Frage der immmer teurer werdenden Energie und Rohstoffe.

        • Norbert Rost sagt:

          Freunde: Langsam wirds langweilig.

          Unter jedem Blog-Eintrag entwickelt sich inzwischen eine Diskussion, zu immer demselben, selten aber zum Artikel-Thema. Zusammenfassen könnte man die Kommentare unter dem Titel „Alles geht den Bach runter“.

          Problem erkannt? Fein! Nächster Schritt: Ich würde Diskussionen bevorzugen, die sich mit dem Floßbau beschäftigen.

          • Florian Hoppe sagt:

            @Floßbau:

            Hab ich ja schon mehrmals als Lektüre empfohlen.

            Der Futur Zwei Zukunftsalamanch 2013

            Bietet sehr interessante Szenarien und mögliche Lösungsansetze.

          • M. Sastre sagt:

            @Norbert,

            diese Tendenz zur „Alles geht den Bach runter“-Diskussion sehe ich auch. Aber verwunderlich ist es doch nicht, sich über die wirtschaftlichen und politischen Folgen der hier diskutierten Verknappung fossiler Energieträger Gedanken zu machen. Für mich sind das die zwei Seiten ein und der selben Medaille. Bei ehrlicher Betrachtung kann jeder Interessierte innerhalb weniger Tage so tief in die Materie der Peak Oil Theorie einsteigen, daß er die wesentlichen Schlüsse ziehen und diese ggf. im Meinungstreit argumentativ untermauern kann. Jede Diskussion, die darüber hinausgeht und den Tag x, am liebsten noch mit genauer Uhrzeit, bestimmen möchte, mag intellektuell reizvoll sein – die grundlegenden Erkenntnisse vermehren sich irgendwann nur noch marginal und der genaue Zeitpunkt des globalen Förderhöhepunktes wird sich, wie wir hier alle Wissen, sowieso erst im nachhinein bestimmen lassen. Der Versuch, die Folgen eine Verknappung von Öl, Gas, Kohle usw. auf regionaler oder kommunaler Ebene durch Resilienzstrategien umzusetzen ist sehr löblich. Gleichwohl kommen wir um die Erkenntnis nicht herum, daß für das Gelingen einer Energiewende schmerzhafte Entscheidungen nur auf höchsten politischen Ebenen getroffen werden können. Die gesamte Transition-Town Bewegung ist hier meiner Ansicht nach als Graswurzelbewegung überhaupt nur als Reaktion auf das Fehlen politischer Vorgaben zu verstehen. Und im Hinblick auf politische Führung sieht es leider zappenduster aus.
            Das Beispiel der unnützen Autobahnen versinnbildlicht hier sehr gut das Dilemma derjenigen, die ihr eigenes Handeln nach den Erkenntnissen dieser Seite ausrichtet: Das, was im kleinen durch den Verzicht auf die Nutzung endlicher Ressourcen gespaart wird, wird an anderer Stelle durch Fehlentscheidungen um das Mehrfache verbraucht. Während ich also hier auf die Verwendung des Pkw weitgehend verzichte, wird an andere Stelle sinnlos Verkehrsraum geschaffen, der zudem in den kommenden Jahren durch Unterhaltskosten weitere Mittel binden wird, die beim Umbau der Gesellschaft schmerzlich fehlen werden.
            Dabei ist die Diskussion hier viel nüchterner und sachlicher als z.B. in der Prepper-Szene, wo sich die Beiträge mit Endzeitszenarien gegenseitig überbieten und dabei oft jeder sachlichen Grundlage entbehren.
            Mich interessiert sehr, wie die Welt von Morgen aussehen wird, wie wir leben werden und ich ziehe es dabei auch in Betracht, daß der Wandel in die postfossile Ära nicht ohne erhebliche Verwerfungen vonstatten gehen wird. Die Wahrscheinlichkeit, daß wir in Zukunft alle unsere individuelle Mobilität durch Elektrofahrzeuge sicherstellen, mit wasserstoffbetriebenen Flugzeugen in den Karibikurlaub fliegen und auch sonst jede gewünschte Menge an Energie regenerativ produzieren und dabei noch ein kontinuierliches BIP-Wachstum erzeugen werden ist leider eher gering.

            • Norbert Rost sagt:

              @M.Sastre:

              Nun, handeln muss ja nicht zwingend im „Transition-Town-Kontext“ passieren, auch wenn ich den am passendsten aus eben den von dir genannten (Hinter-)Gründen sehe: Wenn die (große) Politik keine konstruktiven Rahmenbedingungen setzt, macht es immer noch mehr Sinn im kleinen Rahmen vor der eigenen Haustür für passendere Bedingungen zu sorgen. Als reine Re-Aktion auf die Nicht-Aktion der Politik kann ich den Transition-Ansatz allerdings nicht stehenlassen, denn er bringt schließlich auch eigenständige Ansätze und Positionen mit. Wir dürfen nie vergessen: Die Dynamik des Gesamtsystems ergibt sich aus dem Zusammenspiel vieler lokaler Dynamiken. Jede Kilowattstunde wird lokal verbraucht, niemals „global“.

              Was nicht heißt, dass nicht auch der Versuch sinnvoll sein kann, die „große Politik“ zu bewegen. Da es dafür aber einen langen Atem und Hartnäckigkeit bedarf, hilft frühes Anfangen: Immerhin besteht der Bundestag aus mehr als 600 Individuen.

              Oder was ist aus deiner Sicht die Ebene, bei der dein persönliches Anpacken als lohnenswert erscheint?

              • Tom Schülke sagt:

                Das ganze Thema ist ja auch wenn man mal ehrlich sein will wahrhaftig furchterregend. Das dabei dann immer wieder die Debatte auf die Hürden die uns bevorstehen zurückfällt ist zumindest verständlich.

                Allerdings suche auch ich nach dem Strohhalm.

                Das Argument das die Einsparung des Einzelnen ja doch irgendwo anders verpufft wird ist genauso unzulänglich wie das Argument, die Energiewende sei unfug, weil China dann halt noch mehr verbrennt.

                Es geht viel weniger um Einsparungen.

                China wird am Ende des Prozesses ein System etabliert haben das beim Rückgang der Energieträger fundamental versagen wird.

                Es geht also nicht um Einsparungen sondern um den Aufbau privat oder Gesellschaftlich von Resilienz.

                Es ist mir wuscht ob meine Solaranlage…. hätte ich eine… nicht finanziell konkurenzfähig ist, oder ob es sich dank Einspeisevergütung lohnt.. wichtiger ist das ich im Fall eines Stromausfalls zumindest Zeitweilig strom habe.

                Es geht um Resilienz. Nicht um Einsparungen im globalen Maßstab.

                Was mich viel viel mehr umtreibt, und das glaube ich trifft viele hier in der Diskussion, ist die Frage , wie zum Teufel kann ich es schaffen aus der verflixten Abhängigkeit meiner Arbeit auszubrechen. Wie kann ich das meiner Familie erklären. Wie sollen es die Millionen machen, die wie ich ohne jedes Kapital , ohne eigenes Haus oder Garten in einer Großstadt wohnend , sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Resilienz haben, die um das notwendige zu verdienen, pro Monat 30-40 Überstunden schieben, vor lauter Tretmühle kaum zum Atmen kommen. Hätte ich einen Garten , könnte ich leichter anfangen..

                Dort auszubrechen ist eine riesige Schwierigkeit. Eine echte psychologische und finanzielle Hürde. Denn trotz Einsicht in die Thematik ist man meist eingebunden in familiäre Beziehungen, die keineswegs immer Verständnis gegenüber den eigenen Bedenken aufbringen.

                Was könnte ich tun ? Gleich kündigen und so mehr Freizeit für anderes aufbringen. Was bedeutet das für meine Familie. Könnten die das verstehen ? Wie trifft es meine zwei Kinder , die dann sofort im sozialen Umfeld der freunde nicht mehr mithalten können, weil Urlaub damit obsolet ist. Und wenn ich anfange weniger zu verdienen, hier und da etwas Gemüse im Schrebergarten anpflanze… reicht das überhaupt, oder müsste ich nicht konsequent gleich aufs Land ziehen… Aber kann ich mir das leisten ? Könnte ich dort eine Arbeit finden die fürs Notwendigste ausreicht ? Würde meine Familie mir dann nicht den Vogel zeigen ? Oder müsste ich wenn ich verantwortungsvoll im Sinne für meine Kinder handeln wollte nicht sogar gegen den Wunsch meiner Frau den Schritt tun, egal wie Sie dazu steht ? Damit ich wenigstens für meine Kinder die Chance einer etwas besseren Situation vorbereiten kann ?

                Das ist doch das eigentliche Problem, das es so unwahrscheinlich schwierig ist einen Schnitt zu machen und konsequent auszubrechen.

                Wie geht Ihr damit um ? Wie empfinden eure Familien das ?

                Zu dem Thema , ja, da wären gute Beispiele wirklich hilfreich…

              • Michael Egloff sagt:

                Na gut, Tom,
                da bin ich in einer sehr previlegierten Position.
                Ersparnisse habe ich zwar auch nicht, aber ein demnächst abbezahltes Doppelhaus mit 3-Generationshaushalt, wo jeder jedem ohne Aufrechnung hilft, mehr als 2000 Quadratmeter Gartenfläche, 2 Kamine, die zumindest die Wohzimmer mit Hilfe von Holz heizen, ein Bach in geringer Entfernung (aber trotzdem Hochwassersicheres Haus).
                Mache mit über 60 Jahren noch Marathonläufe und fühle mich demzufolge auch jünger und leistungsfähiger als vermutlich 90% meines Jahrgangs.
                Aber mit meiner Wärmepumpe bin ich halt auch auf Strom angewiesen, der nach meiner Vermutung auch noch den Rest meines Lebens recht stabil zur Verfügung stehen wird. Nur eben immer teurer wird.

                Wenn man in der Stadt wohnt, ist zumindest ein Schrebergarten mit mindestens 400 Quadratmetern ein Anfang. Es wird ja nicht so sein, dass man 2030…2040 keine Lebensmittel mehr kaufen kann. Aber sie werden im Verhältnis zum Verdienst deutlich teurer sein.
                Dann ist natürlich die Frage, was die eigene Ausbildung in 20…30 Jahren wert sein wird. Als Assistant-Key-Account-Manager oder Angestellter in der Behörden-Büromöbelbewilligungsstelle (hi hi) würe ich mir da schon Sorgen machen.

              • Tom Schülke sagt:

                Ah… das klingt gut.. schrebergarten ist natürlich ein Angang.. aber die Frage die einem dann kommt ist natürlich die ob das wirklich ausreicht.. aber ja.. besser als nichts ist es…

                und.. mein job, als Teamleiter einer 3D Computervisualisierungsabteilung für eines der größten Architekturbüros deutschland… . Huust.. war schon öfters in der Presse, ist nach Peak Oil sowieso obsolet… wahrscheinlich schon dann wenn das Wachstum in China auch nur ein wenig einknickt.. Daher frage ich mich was ich denn mal sinnvolles dazulernen könnte.. Immer im Hinblick darauf, das ich ja nebenbei als Alleinverdiener auch noch 2 Kinder und Frau durchbringen muß..

                schwierig…

                Und dann auch noch Verkaufserfüllungsgehilfe für globalisierte gigantische Bautätigkeiten… schäääm…

              • Michael Egloff sagt:

                Absolut kein Grund zur Scham, Tom.
                Dann müsste ich mich auch schämen, diesen Rechner zu bedienen, der vermutlich irgendwo im Perlflussdelta von Billiglöhnern montiert wurde, für den zum Teil Rohstoffe mit Hilfe ziemlicher Umweltmatzerei in der Inneren Mongolei der Erde abgerungen wurden, und der eventuell am Ende seiner Nutzungsdauer auf irgendwelchen Müllkippen in Afrika landet, wo Kinder manche Rohstoffe auf abenteuerliche, gesundheitsschädigende Weise wieder zurückgewinnen.
                Und mit der Software mache ich manche Milliardäre im Silicon Valley noch reicher.

                Nöö, wenn schämen, dann alle! Außer die asketischen Einsiedler. Aber die diskutieren hier nicht mit.

              • Stephan sagt:

                @Tom Schülke

                Ein bischen was kann man schon machen, d.h. wir alle als Verbraucher. Man kann sich als Verbraucher täglich gegen Produkte von Konzernen entscheiden: http://www.convergencealimentaire.info/map.jpg bzw. für regionale Produkte oder noch besser für selbst gezogenes Gemüse (auch in der eigenen Wohnung! s. z.B. „Kartoffel-Turm“).
                In der Gegend in der ich wohne gibt es z.B. eine sehr gute Biomilch (nur pasteurisiert, nicht(!) homogenisiert, für 1,49 den Liter, also mit die teuerste Milch, die man in einem Supermarkt kaufen kann (vielleicht außer Sojamilch, aber da habe ich mich noch nie für den Preis interessiert). Allerdings ist der Witz, dass es in der Gegend auch jede Menge gute Wiesen gibt, aber anscheinend weit und breit keine Möglichkeit hier auch Biomilch zu erzeugen. Die kommt dann dafür in der nächst billigeren Kategorie aus Österreich!

                In zwei Nachbardörfern gibt es seit ein paar Jahren jeweils ein großes Backhaus für das Backen von Brot. Das ist zumindestens ein erster Schritt. Dann, Norbert hat es auch schon angesprochen und es wurde glaube ich auch von einem amerikanischen Peak-Oil-Anhänger gesagt, sollte man sich mit seinen Nachbarn zusammentun, um nach Lösungen zu suchen. Mit denen kann man dann auf Dorf- oder Stadtviertelebene versuchen Lösungen zu finden (z.B. Gemeinschaftsgärten – wenn nicht in Schrebergärten, dann vielleicht auf dem großen ungenutzten Rasengrundstück eines Nachbarns).
                Vielleicht kann man mit anderen Dorf-/Stadtteilbewohnern so was wie im Roman „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach zusammen auf die Beine stellen: Ein Tante-Emma-Laden, der von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben wird. Mit dazu könnte man z.B. auch ein Café betreiben, falls es so was vor Ort nicht mehr gibt.

          • Mario sagt:

            Danke, ich sehe das genauso!! Ich verfolge das Thema auch schon seid einiger Zeit, aber mir fehlt oft der praktische Ansatz: Wo gibt es Netzwerke, Initiativen, Ansprechpartner in Städten und Gemeinden? Wo gibt es Aktionen? Wie erreiche ich Leute, die ähnlich denken und sich mit dem Thema befassen, um was auf die Beine zu stellen (auf LOKALER Ebene)? Hat jemand Adressen, Links, Übersichten?

            Alternativ können wir uns auch zurücksetzen und darauf warten das wirklich und entscheidend etwas passiert. Und uns die Zeit mit Diskussionen füllen.

            In der Zwischenzeit würde ich mich einfach nach Außen hin passiv verhalten, mir persönlich aber einen Vorteil verschaffen (Stichwort self-made, Reduktion) und zuschauen, wenn dann einige um mich herum absaufen. Geht natürlich an dem Sozialgedanken vorbei und wäre nicht ganz meine Art…

            • Norbert Rost sagt:

              @Mario:

              Netzwerke, Initiativen, die mir dazu einfallen, an die sich ein herangehen lohnen KÖNNTE (kommt ja immer drauf an, was man erwartet und bereit ist, einzubringen):
              * Postfossil-Institut, als Verein konstituiert aber noch nicht soviel „Vereinsaktivität“: http://postfossilinstitut.de/
              * ASPO, ebenfalls Verein, stark auf Analyse ausgerichtet: http://aspo-deutschland.blogspot.de/p/aspo-deutschland-ev.html
              * Transition-Initiativen, jeweils lokal verankert, Peak Oil als „Nebenbedingungen“ (nicht Hauptbeschäftigung); deutschsprachig: http://www.transition-initiativen.de

              Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden sind immer zuerst die Stadt- und Gemeinderäte. Ich kann jedem (auch zur eigenen Horizont-Erweiterung) empfehlen, mal einen Termin zu erbitten, um zu diskutieren, ob denn die eigene Gemeinde sich auf steigende Ölpreise vorbereitet hat und wie das Thema Peak Oil in der Verwaltung diskutiert wird (besser ist, man erhofft ein interessantes Gespräch als eine klare, entgültige Antwort :-) )

              Und dann: die Beziehungswege entlanghangeln, mit Geduld und Spucke, wie man so schön sagt…

              (Und gern hin und wieder hier posten, in welchem geografischen Raum nach Kontakten gesucht wird. Ich mache gern den Vermittler.)

          • fliegen sagt:

            Dann sollte man auch den Blog nicht mehr „Peak Oil“, sondern „Floßbau“ nennen ;) Bei Peak Oil neigt man eher dazu, über Öl zu reden – und eigentlich ist Öl etwas was wir alle hier nicht wollen, eigentlich sollte man nicht darüber reden, sondern über Welt ohne Öl. Die meisten Artikel auf diesem Blog handeln eben von „alles geht den Bach runter“ oder von „der/die haben’s noch nicht eingesehen“.

            Es ist wesentlich einfacher, über den Weltuntergang zu sinnieren bzw. über seinen Zeitpunkt als praktische Vorschläge auszutüfteln bzw. umzusetzen.

            Die Idee vom „Weltuntergang“ ist ja auch so schön einigend. Bei „Floßbau“ allerdings gibt es Meinungsunterschiede. Wenn ich jetzt sage, am besten überhaupt kein Strom und der andere sagt Energiewende, Solarzellen und Windräder, und der dritte arbeitet unerbittert an Elektroautos und Ersatz für Erdöl (ich kenn so einen) und ich sag dann wieder bloß nicht ich will eine Welt ohne Autos – da ist Schluss mit der Einigkeit. Wobei diese Diskussion wesentlich spannender ist und mehr Früchte tragen kann als dieses „alles geht den Bach runter“. Schließlich geht es hier um Leben, und alle drei wollen leben, wenn auch unterschiedlich. Am besten sollte man sich i.r.l. austauschen (mit Wort und Tat).
            Zum Beispiel Anfang September in Leipzig :)

            • Norbert Rost sagt:

              @fliegen: Ja, Leipzig zur Degrowth ist weiterhin auf meiner ToDo-Liste.

              Bezüglichlich „Peak Oil“: Lass uns das doch gern mal zu einer Begriffsdiskussion machen. Für mich hat Peak Oil ja zwei Bedeutungen, weil es oft auch so verwendet wird:

              a) im engeren Sinne: Das Ölfördermaximum.
              b) im weiteren Sinne: Die Auswirkungen dieses Maximums.

              Da das eine nicht ohne das andere denkbar ist, muss immer (auch) über Öl diskutiert werden – seh ich auch so. (Und ja: Ein Großteil der Artikel befasste sich damit zu belegen, wie nah wir am Peak sind und dass es als Problem wahrgenommen werden sollte.) Daraus folgt aber auch zwingend eine Diskussionsnotwendigkeit über !Öl (wie die Programmierer sagen), also über die Zeit des Nicht-Öl.

              Und dann reden wir wieder über Floßbau. Da hast du sicher Recht, dass die Meinungen da nicht in jedem Fall in dieselbe Richtung gehen. Aber erstens sind Meinungsverschiedenheiten immer guter Humus für gute Diskussionen, andererseits kann man sie auch nutzen, um bei aller Unterschiedlichkeit auch nach Gemeinsamkeiten und möglichen gemeinsamen Wegen zu suchen. Die muss man dann ja nicht zeitlebens miteinander gehen, aber wenigstens ein Stück: Um Peak Oil (im engeren Sinne) konstruktiv zu „behandeln“.

              Ich würde das Thema beispielsweise gern in andere als „nur“ grüne Kreise hineintragen und bin an Türöffnern und Mitmachern interessiert.

          • Mario sagt:

            @Norbert: Vielen Dank für die Links. :-)
            Ziehe jetzt nach Rösrath (Rhein-Berg Kreis, NRW; Nähe Köln).
            Habe über die Links zu einem interessanten „Repair Cafe“ gefunden. Versuche nach dem Umzug mal dort einen Blick reinzuwerfen. Ist denke ich nicht verkehrt.

          • M. Sastre sagt:

            @Norbert,

            was die Entstehungsgeschichte der Transition-Town-Bewegung angeht, mag es unterschiedliche Ursachen für deren Entstehung geben und es mag sein, daß der von Dir genannte eigenständige Ansatz auch wesentlich ist.

            „Die Dynamik des Gesamtsystems ergibt sich aus dem Zusammenspiel vieler lokaler Dynamiken. Jede Kilowattstunde wird lokal verbraucht, niemals “global”.“

            Doch was folgt aus dieser Erkenntnis? Die Betrachtung des Gesamtsystems macht nämlich eben auch deutlich, daß der Einfluss regionaler Initiativen auf das Weltgeschehen marginal ist und eher dem guten Gewissen dient als einem globalen Umsteuern. Zu glauben, daß die Chinesen sich in ihrer Energiepolitik von den guten Absichten einiger Europäer leiten lassen, die ihr Maß an Wohlstand bereits erreicht haben und nicht von ganz praktischen Fragen wie Preisentwicklung oder Versorgungssicherheit, ist unrealistisch. Der deutsche Trend zurück zum Fahrrad (dann aber das Edelmodell von der Manufaktur)ist Chinesen, die gerade von dort kommen, nicht vermittelbar. Die Initiativen zur Verringerung der Energieabhängigkeit erhalten ihre Bedeutung in der Sicherung der individuellen Lebensqualität in den beteiligten Regionen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Dies ist auch insofern gerecht, weil es diejenigen belohnt, die frühzeitig Verantwortung übernommen haben und die Ignoranten bestraft. Außerdem, und dieser Faktor kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, eröffnet er die Möglichkeit zu individuellem Handeln. Nichts ist schlimmer für Menschen, als gegenüber einer erkannten Gefahr handlungsunfähig zu sein. Wer tätig werden kann, erträgt die seelischen Belastungen, die sich aus dem herannahende Ende eines Lebensmodells ergeben viel besser.

            Allerdings, und das ist natürlich die absolute Gegenposition, ist das vorsätzliche Verschärfen der Situation langfristig möglicherweise konstruktiver, weil ein erneuter „Ölpreisschock“ die Menschen emotional und praktisch direkt erreichen würde -im Gegensatz zum Vorleben alternativer Modelle mit geringerem Energieeinsatz, die von Leugnern der Peak-Oil-Thematik gerne mit einem süffisanten lächeln betrachtet werden. Dementsprechend wäre meine ironisch-provokative Forderung, selbst geringste Strecken nur noch mit dem SUV zurückzulegen, zum shoppen lieber über das WE nach Mailand zu fliegen und im Winter die Heizung auf voller Leistung zu nutzen, um die über die geöffneten Fenster verlorengegengene Energie zu ersetzen.

            Egal, wann es zu einer spürbaren Verknappung der fossilen Ressourcen kommt, 2015, 2020 oder 2025, sie wird für die Volkswirtschaften bei einem Fortschreiben der derzeitigen Entwicklung in jedem Falle „überraschend“ kommen. Der Rücklauf von 0 bei den Fragebögen an Unternehmen ist ein mehr als deutliches Zeichen hierfür!
            Jedes hier eingesparte Joule dieser Energieformen erlaubt es den Menschen in anderen Teilen der Welt ihr Lebensmodell entsprechend zu verlängern und dem Klima ist es letztendlich auch relativ egal, wo auf der Welt das CO2 produziert wird und ob die verbleibenden Brennstoffvorräte ihr Kohlendioxid nun über einen längeren oder kürzeren Zeitraum freisetzen.

            Jetzt höre ich aber auf, bevor ich in diesem Forum noch als Troll verschrien bin…

            • Norbert Rost sagt:

              @M.Sastre: Na da sind wir doch recht nah beieinander.

              Ist denn „der Einfluss regionaler Initiativen auf das Weltgeschehen“ überhaupt zielführend? Ich denke nicht, dass dies die Zielstellung lokal agierender Gruppen ist. Was sie im Idealfall tun ist, die lokal benötigte Kilowattstunde auch lokal bereitzustellen – und damit mehr Unabhängigkeit von außen zu bekommen. Dass aus der Vielzahl solcher Aktivitäten letztlich global spürbare Entwicklungen folgen können, mag für den einen oder anderen Anreiz sein, sich lokal zu betätigen, aber das viel wichtigere sagst du ja selbst: Auf lokaler Ebene bietet sich ÜBERHAUPT erst die Möglichkeit zum individuellen Handeln. Tautologie: Einfluss hat man nur im eigenen Einflussbereich.

              Und zum Schluss gilt:
              Was aus dieser Erkenntnis folgt?

              a) Wenn du schon die Welt nicht „retten“ kannst, versuch wenigstens deinen Wohnort fit zu kriegen.
              b) Wenn alle statt der Welt ihren Wohnort fit machen würden, wäre die Welt nachher ein gutes Stück fitter.

              Da hätten wir selbst die Weltretter versöhnt… :-)

        • Michael Egloff sagt:

          Ich gelobe Besserung, Norbert.
          Im Übrigen ist es ja nicht zwingend so, dass alles den Bach runtergeht.
          Am wichtigsten wird sein: wie gehen wir Menschen mit den Veränderungen um? Rational und solidarisch oder irrational und sozialdarwinistisch?
          Wenn wir uns für die erste Variante entscheiden, geht keineswegs alles den Bach runter, bei zweiter Varainte wäre das leider nicht auszuschließen.
          Wenn allerdings noch die heutigen Tendenzen auf Basis des fossilen Zeitalters für weitere Jahrhunderte aufrecht zu erhalten wären, dann würde die Gefahr, dass vieles den Bach runtergeht wohl noch größer. Einschneidende Änderungen sind unbedingt erforderlich, auch wenn sie sehr schmerzlich sind. Mit 9 Milliarden materiell immer anspruchsvolleren Menschen wäre die Biosphäre, die Grundlage unseres Lebens ist, hoffnungslos überfordert.
          Dann also lieber ein aufgezwungener Veränderungsprozess.
          Das ist für mich das glatte Ggenteil von „Weltuntergang“, den es die nächsten 4 Milliarden Jahre ohnehin nicht geben wird.

    • Ert sagt:

      @Abspann

      Ansonsten sehr guter Hinweis – auch hier selbstverstärkende Prozesse, da die Kosten für das aufrechterhalten der Infrastruktur dann auf immer weniger „Schultern“ liegt.

      Schon aktuell finanzieren alle Autolosen die Autofahrer massiv mit! – Studie: Autofahren wird mit 88 Milliarden Euro subventioniert – Quelle: http://www.heise.de/autos/artikel/Studie-Autofahren-wird-mit-88-Milliarden-Euro-subventioniert-1810338.html

      Ich bin gespannt wie das in Zukunft weiter geht – denn ich bin in diesem Falle für die Verursacherfinanzierung.

  7. Stephan sagt:

    Eine etwas ungewöhnliche Methode um Ernteschädlinge während der Dürre unschädlich zu machen – nach Peak Oil rechnet sich das vielleicht nicht mehr (ein Bild aus der New York Times – eine Bilderserie zur aktuellen Dürre im Südwesten der USA):
    http://static01.nyt.com/images/2014/02/02/us/02drought-slide-S9VK/02drought-slide-S9VK-superJumbo.jpg

    Von hier:
    http://www.nytimes.com/2014/02/02/us/severe-drought-has-us-west-fearing-worst.html

    • Stephan sagt:

      Es gibt etwas Entwarnung für den Südwesten der USA für die Zeit bis zum Sommer:

      While California wilts under drought, Colorado River supply OK — for now
      8. Feb. 2014

      (Während Kalifornien unter der Dürre dahinwelkt, sieht der Nachschub für den Colorado Fluss gut aus – für den Moment)
      http://azstarnet.com/news/local/govt-and-politics/while-california-wilts-under-drought-colorado-river-supply-ok-for/article_cbfce90d-6bd5-5e1a-831a-38cd08f580c7.html

      Der Grund ist, dass die Schneemengen im oberen Bereich des Einzugsgebiets des Colorados bei etwa 95% der Durchschnittsmenge für diese Jahreszeit liegen – vor allem dort wo das meiste Wasser für den Colorado herkommt. In den letzten beiden Jahren war es jeweils deutlich weniger. Genauere Infos, aber wirklich sehr genaue Infos, gibt es hier:
      climate.colostate.edu/~drought/

      • Michael Egloff sagt:

        Hallo Stephan,
        das größte Damoklesschwert, das über den Südweststaaten der USA hängt, ist die Erschöpfung des einst riesigen Ogallala-Aquifers – vermutlich innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte.
        Da bedürfte es mindestens zweier zusätzlicher Colorado-Rivers, um diesen Verlust auszugleichen. Selbst ohne potenzielle Effekte des Klimawandels.

        Und: noch steigt die Bevölkerung in dieser Großregion deutlich an. Ein absoluter Wahnsinn.

        • Ert sagt:

          @Michael

          Gary Null thematisiert das ja auch oft in seiner Show auf PRN. Er empfiehlt auch ganz klar aus Süd/Mittelkalifornien weg zu ziehen, da die Wassersituation dort in den nächsten Jahren nicht besser werden dürfte.

          Hier mal eine Karte bez. der Wasserversorgung und der Kritikalität + eingezeichnete Frackinggebiete in den USA: http://www.ceres.org/issues/water/valuing-every-drop-1/shale-energy/shale-and-water-maps/water-competition

          Ohne weitere Worte…

          • Michael Egloff sagt:

            Ja, sehr interessant diese Karte. Die meisten Frackinggebiete liegen in Gegenden mit hohem oder sehr hohem Wasserstress.
            Gerade der von Austrocknung bedrohte westliche Teil des Corn Belt verzeichnet die größten Fracking-Aktivitäten.

          • Michael Egloff sagt:

            Hallo Ert,
            hatte hier schon mal 2 Buchtipps gepostet, die ds Boden- und das Wasserproblem besprechen:
            „Dreck“ von Mongomery und
            „Wenn die Flüsse versiegen“ von Pearce.

            Und was das Eroei der Landwirtschaft angeht, so kenne ich Zahlen von Heinberg, die je nach Lebensmittelart zwischen 0,25 und 0,01 liegen.
            Bei verarbeitetem Rindfleisch, das in einer Kühlkette verkauft wird, beträgt die eingesetzte Energie also etwa das 100-fache der in dem Lebensmittel enthaltenen Energie.
            Frühere Formen der Landwirtschaft kannten im allgemeinen einen leichten Energieüberschuss der Nahrungsenergie im Verhältnis zur eingestzten Muskelkraft von Mensch und Nutztier.
            Nur wären mit diesem Verhältnis nicht 97% Nicht-Landwirte zu ernähren.

            Deshalb meine Schätzung: zur Mitte des Jahrhunderts werden wieder ca. 20% der deutschen Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, später noch mehr.

  8. Mario sagt:

    Wie bereitet ihr euch auf privater Ebene auf eine mögliche Zukunft mit weniger fossilen Brennstoffen vor? Wo seid ihr ggf. aktiv?

    • fliegen sagt:

      Ich werde am September 2014 in Leipzig leben und werde dort wie auch immer aktiv sein.
      Ich bin zwar Stadtkind, suche aber die Nähe zu Natur. Mein Traum ist eine ursprüngliche, „wilde“ Lebensweise, dass wir in der Zukunft wieder zu Ureinwohnern werden. Ich versuche mir selbst steinzeitliche Feritgkeiten beizubringen und bin hin und wieder für ne Woche im Wald. Am besten würde ich nur noch so leben, aber das ist mein Plan für eine fernere Zukunft (bis dahin habe ich noch viel zu lernen und zu verinnerlichen).

      Mittelfristig will ich ein Handwerk lernen, oder irgendeine Handarbeit. Irgendwas, was mich erfüllt und für die Zukunft nützen kann (außer denken, reden und schreiben – das habe ich bisher gelernt und gemacht). (bisher fand ich nur knochenbrechendes und industrialisiertes Handwerk… aber zumindest wäre es gut, Handarbeit zu lernen, die mir selbser und meinen Leuten was nützt).

      Kurzfristig ziehe ich in eine recht große Stadt, was konträr zu meinem Wunsch nach Naturnähe steht, aber während meiner Lern-Zeit brauche ich diese Fülle an Kontakten und Möglichkeiten. Für den Anfang mache ich ein FÖJ, was mir und meiner Aktivität die Weichen für nähere Zukunft legen wird. Gleichzeitig mit dem Lernen werde ich auch basteln ausprobieren: auf was kann ich verzichten? Computer? Waschmaschine? (Auto habe ih zum Glück nicht) Strom? Wie kann mein Leben auch dann schön und erfüllt bleiben? Meine Erkenntnisse werde ich bestimmt auch mit anderen teilen :)

      Die Beschäftigung mit Landwirtschaft und Permakultur finde ich gut, auch wenn es nicht meinem innersten Wunsch entspricht. Und Technik, die nicht viel Aufwand und keine großen Strukturen abverlangt, aber da wird’s schon bei Metallerzeugung schwierig.

      „Transition Town“ finde ich insofern schwierig, weil Städte für mich an sich nicht gut finde, am besten sollten wir in Zukunft alle Städte recyceln und renaturieren :) Eigentlich wäre es gut, alles zu renaturieren, auch unser denken, uns der Natur anpassen und uns nicht mehr wie Götter aufführen und alles unseren „Bedürfnissen“(„Begehrnissen“) anpassen. Daraus entwickeln sich jede Menge Probleme, und über diese Probleme sollte man auch reden, aber sie werden kein Grund sein, meine Ideale zu verwerfen. Transition Town und Postwachstum ist aber auf jeden Fall mitredenswerter als Industrie und die große Politik. Ich finde es allgemein wichtig, in verschieden Welten und Ansichten reinzublicken, ob Primitivisten, Ökos, Linke, Bürgerliche, Ökonomen oder die Oma von nebenan – sie haben alle ihre Schwächen und was zu bieten.

      Und natürlich möchte ich bei all dem nicht allein sein, sondern mit einer nicht zu großen Gruppe von Menschen mein Leben bestreiten. Nachdem ich genug aus der Stadt rausgezogen habe, werde ich auf jeden Fall auf’s Land ziehen, oder noch weiter bzw. tiefer (wenn’s mir möglich sein wird).

      Was ich bisher in die Richtung gemacht habe: Umsonstladen, Essen retten. – Finde ich ne gute Sache, im jetzigen Rahmen, aber es ist kein Entwurf für eine bessere Welt, es ist nur eine Reaktion auf Konsum und Verschwendung und eine Möglichkeit, in dieser Welt mit weniger Geld auszukommen. Aber am besten wäre es, Essen selbst anzubauen (bzw. aus der Natur nehmen), Kleidung selber machen, alles selber machen. Selber machen, Eigenverantwortung – es ist sowohl der Schlüssel zu Mündigkeit und Selbstbestimmung als auch eine Antwort auf die kommenden Probleme.

      Das ist meine recht ausführliche Antwort, was ich so mache :)

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