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Ölpreisschwäche entwertet Währungen von Ölexportländern

Die aktuelle Ölpreisschwäche entwertet reihenweise den Wert der Währungen von Ölexportländern gegenüber Euro und Dollar. Russlands Rubel ist schon seit dem Ukraine-Krieg und den westlichen Sanktionen im freien Fall: Zahlte ein Rubel-Besitzer 2013 noch zwischen 40 und 44 Rubel pro Euro, muss er aktuell 80 Rubel hinlegen. Diese Entwicklung wird weitgehend medial breitgetreten, bislang aber unterbelichtet ist, dass auch die Währungen vieler anderer Ölexporteure sich stark gegenüber Euro und Dollar abwerten. Insbesondere die Norwegische Krone sackt grade ab: Anfang 2013 mussten 7,3 Kronen für 1 Euro bezahlt werden, zwischen 8,1 und 8,5 Kronen waren es im laufenden Jahr bis die OPEC-Entscheidung den Ölpreis absacken zu lassen die Währung plötzlich auf 9,3 Kronen entwertete. Auch Nigerias Naira sackt ab: Gegenüber dem US-Dollar von 160 im Sommer auf heute 180 Naira pro US$. Wenngleich vergleichsweise dezent, aber doch sichtbar, verliert auch der kanadische Dollar gegenüber dem US$ seit Sommer an Wert: Als Öl noch für 100 US$ zu verkaufen war, bekam man einen US$ für 1,06 Kanada-Dollar, heute sind es schon fast 1,17 - Tendenz sinkend.

Bei den Ölexportländern sticht Saudi-Arabien mit einem ganz besonderen Muster heraus: Auch wenn sich der Riyal-Kurs nur geringfügigst von 3,7505 auf 3,7534 verändert hat, ist diese Entwicklung dennoch beachtlich, denn sie zeigt, dass die saudische Währung aus der langfristigen Stabilität zum US$ vorsichtig ausbricht. Seit mehr als 15 Jahren hält die saudische Zentralbank die eigene Währung in einem konstanten Verhältnis von 1:3,75 zum US-Dollar, derzeit weicht dieses Muster vorsichtig davon ab.

Auch wenn noch unklar ist, was diese Entwicklung bedeutet, läßt sich doch eines feststellen: Die Wirtschaft der ölexportierenden Länder ist in jedem Fall von den Exporterlösen abhängig und ein Schrumpfen dieser Erlöse durch sinkende Ölpreise schrumpft den Währungswert mit. Wohin der plötzliche Preisverfall, der laut Analysten das ganze Jahr 2015 anhalten könnte führt und was dies für die Devisenmärkte und die betreffenden Länder bedeutet, ist noch unklar. Sicher scheint: Der Ölpreisverfall wirkt sich als tektonische Verschiebung auch in der Währungswelt aus. Ausgang? Ungewiss.

PS: Das Ölförderland Norwegen steht übrigens vor einem Überwachungsskandal besonderer Güte...

PPS (18.12.2014): Die Schweizer Notenbank senkt bezugnehmend auf die Währungsturbulenzen die Zinsen im CHF-Währungsraum unter Null Prozent...

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34 Kommentare to “Ölpreisschwäche entwertet Währungen von Ölexportländern”

  1. HD sagt:

    Passend zum Thema ein Bericht auf Finanzen 100.
    Zitat: „So schwach war Öl zuletzt 2008. Damals brach die Börse in Dubai ein und löst damit eine globale Finanzkrise aus“
    http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/kurse-in-den-emiraten-brechen-ein-wird-dubai-wieder-zum-crash-orakel_H1705579603_76217/

  2. Michael Egloff sagt:

    Wahnsinn!
    WTI bricht heute massiv ein auf 55 Dollar. Fast noch einmal 5%.
    Dagegen hält sich Brent fast noch gut mit nur 2% Minus.

    In diesem SPON-Artikel steht maches Wahre:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/oelpreis-faellt-bestes-konjunkturprogramm-das-wir-derzeit-haben-a-1008539.html

    Aber das wohl Wichtigste steht nicht darin: dass dieser Ölpreiskollaps in seinen Auswirkungen für die weitere Zukunft für uns verheerend sein kann.
    Er setzt den Fehlanreiz, mit dieser nicht regenerierbaren und nicht recycelbaren Ressource noch weniger sparsam umzugehen, als ohnehin schon.
    Und er wird bei weiterem Andauern zu einer drastischen Angebostverknappung führen, die dann auch nicht kurzfristig auszugleichen ist.
    Das Dumme ist nur, dass es bei dieser Angebotsverknappung einen gewissen Zeitversatz gibt.
    Denn sinkende Investitionen wirken sich nicht sofort stark aus. Aber wenn nach einer zeitlichen Verzögerung erst einmal der Verbrauch angestiegen ist und auf der anderen Seite viele neue und teure Förderprojekte gecancelt wurden, dann kann der Ölpreis irgendwann auch sehr schnell wieder in die Höhe gehen. Und zwar auf Preisniveaus, die den westlichen Ölhochverbrauchsökonomien den Garaus machen.

    Jeden, der sich auch nur ein wenig mit Marktmechanismen auskennt, sollte dieser extreme Preiseinbruch beunruhigen.
    Manche Ökonomen, die nun über das tolle „Konjunkturprogramm“ und den Sieg über Öl-Oligarchen und Scheichs jubeln, kommen mir vor wie manche Urlauber in den Weihnachtsferien 2004 auf Phuket, die sich darüber freuten, wie herrlich breit plötzlich der Strand wurde und wie die Fische auf dem freigelegten Meeresgrund zappelten…

    • Michael Egloff sagt:

      Schwupps…
      und schon ist auch der Brent-Preis unter der 60-Dollar-Marke.
      Fast eine Halbierung.
      Wer hätte das gedacht, ohne ausgeprägte Weltwirtschaftskrise?
      Ich jedenfalls nicht.

    • Ted sagt:

      Naja, warum fallende Preise/Deflation = mehr Kaufkraft ein Problem sein sollen, versteht man wohl nur mit Ökonomenlogik, mir erschließt es sich nicht.
      Dass der rapide verfallende Ölpreis aber nicht nur Vorteile mit sich bringt (für den westlichen Konsumenten), liegt aber abseits der Umwelt- und letztlichen Ressourcenproblematik auch auf der Hand:

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/russland-rubel-zinssprung-verpufft-1.2269249

      Russland ist eine andere Hausnummer als Lehman.

      Und ein weiterer Grund für den Ölpreisverfall neben zusätzlichem Angebot ist auch problematisch:

      http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/krise-im-reich-der-mitte-hiobsbotschaft-aus-fernost-chinas-industrie-schrumpft_id_4348654.html

      China galt als letzter intakter Motor der Weltwirtschaft.

      • Norbert Rost sagt:

        @Ted: Ökonomenlogik: Sinkende Preise sind nur für den gut, der sie BEZAHLT, nicht für den, der von ihnen leben muss.

        Deflation birgt das Risiko einer Deflationsspirale: Sinkende Preise sorgen für verschobene Investitionen, aufgrund dessen die Anbieter die Preise senken, um zu Käufen zu animieren, zugleich aber ihre Investitionen zurückstellen, weil sie ja mit weniger Umsatz rechnen… Risiko: Deadlock.

        • EcoDrive sagt:

          Der Focus greift eine Meldung MSM-mässig heraus und macht eine Schlagzeile daraus.
          Nur, China hat seit längerem das Ziel die Binnennachfrage zu steigern. Das wird auch gemacht und funktioniert.
          http://www.querschuesse.de/china-einzelhandelsumsaetze-november-2014/

          Die Einzelhandelsumsätze in China sind im November um um +11,2% zum Vorjahresmonat gestiegen. Wohlgemerkt eine reale Steigerung.
          Wie da Focus von Hiobsbotschaft schreiben kann verstehe ich nicht.
          Natürlich kann man damit von den hauseigenen EU-Problemen ablenken.

          • Ted sagt:

            EcoDrive, es gibt auch andere Hinweise darauf, dass China in Schwierigkeiten ist. Es fallen ja nicht nur die Ölpreise, sondern so ziemlich sämtliche Rohstoffpreise und China ist der wichtigste Importeur.

        • Ted sagt:

          Norbert, sicher nur ein Nebenthema (Ökonomen/Deflation), aber ein interessantes:
          Entscheidend ist imho die KAUFKRAFT. Und wenn sie STEIGT, dann steigt potentiell die Nachfrage und davon sollten sämtliche Firmen profitieren, denen diese zusätzliche Nachfrage zugute kommt. So bereiten sich in den USA bereits etliche Restaurantketten darauf vor, dass gerade die kleinen Konsumenten mehr Geld in der Tasche haben (sinkende Spritpreise), welches sie z.T. in häufigere Restaurantbesuche/Fastfood investieren. Ergo wären Investitionen, um diese zusätzliche Nachfrage befriedigen zu können, sinnvoll.
          Übel wirds natürlich für sämtliche Ölproduzenten (und das kann zu Verwerfungen führen, die schlimmer sind, als das was die breite Masse an Kaufkraft gewinnt).
          Ich habe oft den Eindruck (laienhaft, korrigier mich bitte), dass die Ökonomen beim Thema Deflation Ursache und Symptom verwechseln. Krisen wie die große Depression in den USA verursachen Arbeitslosigkeit => sinkende Kaufkraft => Deflation.
          Deflation ist lediglich das Symptom und sinkende Kaufkraft kombiniert mit steigenden Preisen wäre ja wohl noch fataler, oder?
          Dass Konsumenten in Erwartung sinkender Preise Anschaffungen zurückstellen, halte ich für ein irgendwann in die Welt gesetztes und nie hinterfragtes Ammenmärchen. Die Masse konsumiert eh am Limit des Möglichen, also mehr, wenn sie mehr in der Tasche behält und die Vermögenden haben es nicht nötig, Konsumausgaben aufzuschieben.
          Eine Rolle des Deflationsgeredes der Notenbanker könnten eher die exorbitant hohen Staatsschulden spielen. Bei einer Lohn-/Preisspirale werden Staatsschulden abgewertet. Wir haben aber keine Lohn-/Preisspirale, einmal wegen der Globalisierung, zum anderen wegen der gestiegenen Energiekosten (bis vor wenigen Wochen). Die Löhne sind gedeckelt (im Westen).
          Und wenn die Löhne gedeckelt sind, Wachstum kaum vorhanden, dann entzieht Inflation zusätzlich Kaufkraft, während Deflation zusätzliche Kaufkraft schafft.

          • Norbert Rost sagt:

            Die Probleme von Deflation und Arbeitslosigkeit sind – wie so vieles – wechselseitig miteinander verbunden. Nichts davon ist alleinige Ursache, so wie nichts davon alleinige Wirkung ist.

            Kaufkraft hat ja nur jemand, der
            a) Geldreserven besitzt oder
            b) regelmäßige Geldzuflüsse bekommt
            (oder c) sich per Kredit verschuldet).

            Deflation „schafft“ also nur Kaufkraft, so lange du sie mit Geldreserven vergleichst, die allerdings – kaum ausgegeben – schrumpfen. Das Problem entsteht ja unternehmensseitig: Wenn die Kunden weniger Geld im Laden lassen, kauft der Laden weniger bei den Produzenten, die daraufhin ihre Produktion zurückfahren und versuchen, ihre Kosten zu drosseln. Wenn der Kostendrosselung aber die ersten Jobs zum Opfer fallen, ist’s Essig mit „Deflation = Kaufkrafterhöhung“. In der „ersten Runde“, ja, da wo alle noch ihre Jobs haben, da fühlen sich allgemein sinkende Preise gut an. In der zweiten Runde, wo die sinkenden Preise zu sinkender Beschäftigung führen, da haut die Gleichung leider nicht mehr hin.

            • Ted sagt:

              Das klingt so weit plausibel.
              Aber zurück zur übergeordneten Ebene: Wenn die Löhne stagnieren, einmal wegen der Globalisierung, zum anderen wegen stetig steigender Energiekosten (momentan unterbrochen durch den Preiskampf beim Öl), was ist denn dann noch schlimmer, steigende Preise oder fallende Preise?
              Die Japaner sind seit Jahrzehnten in der Deflation, trotzdem ist der Lebensstandard immer noch vergleichsweise hoch. Im Gegensatz zu Simbabwe (ich weiß, teils unpassender Vergleich).
              Manchmal hat man auch den Eindruck, die Notenbanker/Ökonomen überschätzen ihre Möglichkeiten. Und verwechseln Inflation mit Teuerung. Den Zins können sie manipulieren. Und Geld drucken/entwerten. Aber was können sie ausrichten, wenn eine Basisressource wie Öl langfristig unzugänglich und teuer wird?
              Daraus resultiert echte Teuerung, was ganz anderes als Geldentwertung durch Inflation. Und daraus resultiert echte, nachhaltige Massen-Verarmung, aussichtslos, dass mit monetären Mätzchen in den Griff bekommen zu wollen.
              Aber das muss ich grad in dem Forum hier ja nicht erläutern.

              • Norbert Rost sagt:

                Am schlimmsten dürfte wohl die Kombination sein: Steigende Preise für Alltagswaren, Energie und Miete bei gleichzeitig sinkenden Löhnen. Statistisch könnte das auf eine Null-Inflation rauskommen, persönlich bedeutet es: Armut.

  3. Ted sagt:

    Ja, und genau darauf wird es letztlich und unausweichlich hinauslaufen: Zunehmende Entropie/Unzugänglichkeit sämtlicher Ressourcen, der Basis jeder Wertschöpfung, mit exponentiell steigenden Kosten bei schrumpfender Massenkaufkraft.
    Zusätzlich natürlich noch so „kleine“ Kollateralschäden wie Klimawandel, kippende Ozeane usw.
    Wie konnten wir nur auf die Idee kommen, uns für die „Krone der Schöpfung“ zu halten?

    • Stefan Wietzke sagt:

      Ja ja, das Problem mit der selektiven Wahrnehmung. Da die Problemverdränger immer nur die Phasen fallender Preise wahrnehmen müssten wir nach deren Kalkulation in der Zwischenzeit eigentlich ziemlich viel Kohle dafür bekommen, das wir Energie verbrauchen.

  4. Stefan Wietzke sagt:

    Ein fallender Ölpreis ist trotz einiger ungünstiger Interdependenzen mit Volskwirtschaften die nur aus Rohstoffexporten bestehen ein massiver Wachstumstreiber. Denn die wesentliche Wertschöpfung findet zwischen den alten Industriestaaten plus China und Südamerika statt.
    Die fallenden Kosten räumen nicht nur direkte Kaufkraft frei, sondern eröffnen damit auch wieder ein ökonomisches Fenster für eine Erhöhung der globalen Produktivität. Der Zeitverzug hier ist zwar viel größer als die schnelle Konsumerhöhung, aber bleibt der Ölpreis länger auf diesem Niveau stehen, dann werden wir in der Weltwirtschaft ein anziehendes reales Wachstum sehen.

    Und wie bei jedem Fall der Energiepreise ist damit das Thema „alternative“ Energien erst mal wieder durch. „Klima“ interessiert sowieso niemanden.

    Die Frage ist halt, wie lange der Preisverfall anhält und ob sich ein längerer Boden ausbildet. Pendelt eine Ware an ihrer Verfügbarkeitsgrenze, dann neigt ihr Preis immer zu starken Volatilitäten. Übertreibungen in alle Richtungen sind da normal.

    Ich sehe das „keine Wirtschaftskrise“ allerdings nicht ganz so wie Michael Egloff. Denn der Verbrauchseinbruch in den USA und Südeuropa mit 4 bis 5 Millonen Barrel pro Tag ist schon gewaltig. Das ist die Hälfte der Förderung eines der Big Three. Außerdem schwächelt die Bauindustrie in China massiv. Und die zieht einen großen Teil der Ressourcen ab. Hier geht es ja um reale Wirtschaft. Fürs Gelddrucken und Verschieben braucht man halt nicht viel Öl.

    Die Frage ist, ob er der Preis ein längeres Plateau auf niedrigem Niveau susbildet.

    Beim letzten Einbruch habe ich leider die Wette mit einigen Energiekumpels verloren (da ging der Preis ja auch senkrecht nach unten). Ich war davon ausgegangen, das der Ölpreis die 40$ nicht unterschreitet. Aber er ist damals kurz unter die Grenze gefallen. Ich lag zwar gut, hat mich aber trotzdem eine Kiste Wein gekostet :-).

    Allerdings war der Preis dann ja auch ganz schnell wieder bei 100$.

    P.S.: Das Bild mit dem sich plöztzlich verbreiternden Strand fand ich schon passend.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Das kommt wohl darauf an wie lange die Überproduktion von Öl anhält, wie lange die Fracking und Teersand Industrie durchhält, klar könnte auch Russland oder die OPEC ihre Produktion reduzieren, aber in wie weit müsste die OPEC oder Russland die Produktion reduzieren damit der Preis wieder auf 100 Dollar steigt?

      Der haushohe Gewinner wäre dann wohl die USA, die es dann durchgesetzt hätte hohe Marktanteile von Russland und OPEC abzugraben, ich denke nicht das, das die OPEC zulassen kann. nach 1-2 Jahren mit einem Ölpreis von 60 Dollar würden wir wohl keine nennenswerte Produktion mehr aus NA sehen.

      Allerdings würde das wohl auch Russland, Iran und Venezuela in große Schwierigkeiten bringen.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Was mir irgendwie nicht so recht einleuchten will ist der angebliche Kampf um Marktanteile. Märkte zu kaufen ist ja durchaus eine übliche Strategie. Aber das bringt nur was, wenn sie ahnschließend von der Konkurenz nicht wieder schnell zurück übernommen werden können. Die Ölmengen lassen sich aber im Gegensatz zu Gas bei Marktverschiebungen leicht und fast unbeschränkt umlenken.

        Um also dauerhaft (oder zumindest für einen mittleren Zeitraum) Marktanteile und im Endeffekt hohe Preise zu sichern, muss der Konkurrent also aus dem Markt raus. Das geht, indem ich seine Investitionen (wirtschaftlich) torpediere oder ihn zur Aufgabe zwinge. Im Endeffekt muss aber die Produktionsinfrastruktur weg. Sonst übernimmt die bei steigenden Preisen einfach ein anderer und dann ist nichts gewonnen.

        Dazu braucht es aber einen langen Atem. Die Golfstaaten und der Irak haben das eigentlich. Denn ein Großteil ihrer Felder produzieren auch bei 40$ noch mit ordentlich Gewinn. Die Frage ist dann nur, wie lange sie das innenpoltisch durchhalten. Denn ihre Staaten funktionieren nur mit hohen Einnahmen. Aber wenn da was auf der hohen Kante liegt kann man das sicher eine Weile durchhalten.

        Nur trau ich den Protagonisten eine so ausgeklügelte Strategie gar nicht zu.

        Ich glaube einfach, die Saudis haben einfach keinen Bock mehr die Eskapaden der anderen Förderländer ständig mit eigenen Einnahmeverlusten zu finanzieren. Und wenn da noch der ein oder andere Konkurrent auf Grund eines nicht in kurzer Zeit auflösbaren Investitionsstaus für einige Zeit aus dem Markt fliegt ist das ein willkommener Nebeneffekt.

        • Norbert Rost sagt:

          Genau diese Vermutung hat Steffen Bukold mir gegenüber letztens auch geäußert: Die Saudis wollen zeigen, dass nicht sie die einzigen sein müssen, die die Einnahmeverluste bei OPEC-Förderanpassungen tragen.

    • Ted sagt:

      Ich bin momentan sehr unsicher, wie die Dinge sich kurzfristig entwickeln werden. Grundsätzlich hast du Recht, der unerwartete Ölpreisverfall wirkt wie ein sehr effektives Konjunkturprogramm.
      Andererseits ist der Planet weltumspannend verknüpft. Und wenn wir uns erinnern, was die Insolvenz einer läppischen Bank 2008 für Folgen hatte, dann sind in nächster Zeit auch durchaus dramatische Krisen und Dominoeffekte denkbar. Immerhin geht es hier um eine der wichtigsten Industrien, die Banken hängen auch wieder mit drin (Absicherungsgeschäfte) und wenn ein wichtiger Riesenstaat wie Russland (+Venezuela, Iran u.a.) zahlungsunfähig werden sollte, dann heißt das evtl. Gute Nacht für das ohnehin fragile Weltfinanzsystem.
      Konjunkturprogramme per zusätzlicher Verschuldung und weitere Zinssenkungen wie 2008 sind wohl auch nicht mehr möglich.
      Wir leben in wirklich spannenden Zeiten, lassen wir uns überraschen, wie das ausgeht.

      • Michael Egloff sagt:

        Ich denke, die IEA hat in ihrem diesjährigen Outlook schon das entscheidende Thema angesprochen: die kontinuierliche (!) Bereitstellung gewaltiger Mengen an Investitionskapital. Die ja teilweise schon ein Problem bei Ölpreisen von 100…110 Dollar darstellte. (abgesehen vom Fracking, da funktionierte das Bereitstellen gewaltiger finanzieller Mittel)
        Es ist eine Binsenweisheit, dass in vielen Ländern und bei vielen Konzernen die Investitionsbereitschaft um so geringer ausfallen wird, je geringer die Gewinnspanne der Förderung ist.
        Die westlichen Konzerne müssen sich dem meist kurzfristigen Gewinnerwartungen heutiger Investoren stellen und werden teure Investitionen aufschieben, wenn der Cash Flow zu wünschen übrig lässt.
        Und die staatlichen Ölkonzerne müssen die staatlichen Vorgesetzten mit den finanziellen Mitteln versorgen, um dem Volk weiter wie gewohnt soziale Wohltaten zukommen zu lassen. Wer will schon Unruhen riskieren?

        Da wird wohl am ehesten an den Investitionen gespart, die sich erst in einigen Jahren auszahlen.
        Wenn sich erst einmal ein größerer Investitionsrückstand ergeben hat, lässt der sich kaum noch wieder aufholen.

        Vermutlich war der steile Anstieg der Ölpreise zwischen 2003 und 2008 der Niedrigpreisphase beim Öl in den 90er Jahren bis 2002 geschuldet, als die Gewinne aus der damals noch billigeren Förderung auch nicht ausreichten, um die nötigen Investitionen zu realisieren.

        Und heute ist der Investitionsbedarf sehr viel höher und verlangt wahrscheinlich Ölpreise von 100…120 Dollar bei neuen Förderprojekten, Tendenz steigend. Und dieser Investitionsbedarf wird ständig weiter ansteigen und immer mehr die Breitschaft zur Bereitstellung dieser Mittel erfordern.
        Deshalb meine These: Peak Oil ist wesentlich mehr finanziell/wirtschaftlich als geologisch zu betrachten, als nur rein geologisch. Womit ich nicht sagen will, dass die Geologie kaum eine Rolle spielt. Denn die ist ja die Ursache für den steigenden Investitionsbedarf.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Tja wie sich das am kurzen Ende weiterentwickelt ist ohnehin nicht vorhersehbar.

        Aber ich denke man muss Real- und Finanzwirtschaft getrennt betrachten. Klappt der globale Finanzmarkt zusammen klappt auch erst mal die Realwirtschaft zusammen. Die wird sich hiervon aber irgendwann wieder erholen. Kann dauern aber funktioniert. Verschwinden dagegen die Vorraussetzungen für die reale Wirtschaft (billige Energie oder sonst ein existentieller Rohstoff) hat das eine ganz andere Qualität.

        Bei den Finanzsystemen ist immer wichtig wie weit die in globale Geldströme eingebunden sind. Ein Finanzkollaps von Japan und Russland hätte eher geringe direkte Auswirkungen, da die im Ausland praktisch nicht verschuldet sind. Das trifft dann erstmal nur die Leute in dem Land. Wobei ein massiver realer Wirtschafteinbruch in Japan auf Grund seines hohen Anteils am realen Gütermarkt sicherlich indirekte Schockwellen erzeugen würde.

        Interessanterweise hat es in der letzten Finanzkrise ja kaum echte Konjunkturprogramme gegeben. Außer vielleicht die Abwrackprämie. Auch den USA wurde das Geld vor allem in Vermögenssicherung gesteckt. Von Reichen aber auch von Renten- und Pansionsfonds, denn keine westliche Regierung wollte sich hinstellen und ihren Bürgern erklären, dass jetzt ihre Rente und ihr Erspartes weg ist. Nicht mal in Griechenland. Da wurde die Zeche auch von denen bezahlt die gar nichts erspartes hatten.

        Man stelle sich mal vor, die USA, Deutschland, Frankreich und Japan hätten 50% des gedruckten Geldes in ihre verfallende Infrastruktur gesteckt. So wie es einst Roosevelt gemacht hat. Das hat zwar damals auch nicht alleine die Wirtschaftskrise beendet, aber die Vorraussetzungen für die starke amerikanische Wirtschaft der 50er und 60er Jahre geschaffen.
        Das Geld hätte wahrscheinlich dafür gereicht gleich mehrer Varianten einer Energiewende auszuprobieren.

        Es ist schon erstaunlich, das die westlichen Industriestaaten dafür die Kraft nicht mehr gefunden haben.

        • Spigola sagt:

          Bei den Investitionen in Infrastruktur stellt sich natürlich die Frage: in welche Art von Infrastruktur? Seit Jahrzehnten ist dieses Wort beinahe ein Synonym für den geradezu manischen Bau von Autobahnen, Brücken und Tunnels. Im Hinblick auf künftige Probleme mit Treibstoffen also nicht gerade zukunftsreich. Investitionen in den Ausbau öffentlicher Verkehrsnetze, im besten Fall schienengebundener und in Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, kurz in all das, was hier bereits zum Thema „Steigerung der Resilienz“ diskutiert wurde, das wäre interessant. Nur: dafür gibt es keinen breiten Bürgerwillen und schon gar keinen Willen und Mut auf der politischen Entscheidungsebene. Das wird also leider wahrscheinlich nicht geschehen.

          • Michael Egloff sagt:

            Hallo Spigola,
            hier geht es um die Ölinfrastruktur, also hauptsächlich die Pipelines, deren Wartung, Reparatur, Erneuerung und ggf. deren Erweiterung.
            Bei Gas auch noch z.B. um die Kompressoranlagen.

          • Norbert Rost sagt:

            @Spigola: Das will ich so verallgemeinert nicht stehenlassen. In Dresden beispielsweise gibt es bereits eine gut gewachsene ÖPNV-Infrastruktur und es gibt auch (durchaus größere) Projekte, diese zu erweitern: Beispielsweise das Stadtbahn2020-Konzept. Abr natürlich streiten sich die MIV-/ÖPNV-Lager immer noch, weil solch ein Ausbau nicht grad wenig Geld kostet.

            Auf Landesebene und erst recht auf Bundesebene sieht das ganze natürlich noch mehr zugunsten des MIV aus. Die Bahn wird bislang als überregionale, elektrifizierbare Infrastruktur nicht angemessen ausgebaut.

          • Stefan Wietzke sagt:

            Resilienz ist nicht gleich Effizienz, sondern genau das Gegenteil davon.
            Um die Effizienz zu erhöhen musst du Reserven und Redundanzen aus dem System pressen. Außerdem must du die Spezialisisierung vertiefen und Größenvorteile heben (das senkt die Rüstaufwände). Das bedeutet die Arbeitsteilung wird erhöht. Das macht ein System komplexer und erhhöht die interne Vernetzung. Dadurch wird es fehleranfälliger und die potentiellen Auswirkungen von Fehlern werden größer.

            Umso komplexer (effizienter) ein System ist, umso schwerer ist es auch im Fehlerfalle die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn dazu muss man das Gesamtsystem verstehen.

            Aber wie hat Professor Weizenbaum vom MIT einmal gesagt: „Gefährlich sind nicht die Systeme die wir kennen, sondern die von denen wir gar nicht wissen das sie existieren.“

            Das ist auch das Problem der regenerativen Energien. Die Nutzung eines breiten Spektrums von Technologien und Energiequellen so wie ihre kleinräumige Verteilung macht ein solches System Resilent. Es begrenzt Probleme bei Ausfällen. Es kann aber nie so effizient sein, wie eine zentrale Großtechnologie. Der Gesamtaufwand ist immer höher (also das System ist teurer).
            Damit kann sich ein solches System in einer effizienzgetriebenen Wirtschaft nicht durchsetzen. Wie wir an der Energiewende sehen. Subeventionn sind nichts anderes als ein gesamtgesellschaftlicher Effizienzverzicht. Denn der zusätzlich notwendige Aufwand muss ja von der Volkswirtschaft aufgebracht werden. Aber auch innerhalb einer Technologie gewinnt der Großwindpark immer gegen die Kleinanlage (jedenfalls wenn es ausschließlich um den Preis geht).

            Man kann das sehr schön an der Entwicklung der Computer und des Internets als aktuelles Beispiel sehen. Am Anfang dachte man mal, die Verteilung würde den Großrechner und damit die zentrale Kontrolle über die Daten ablösen. Das war von Anfang an nur eine optische Täuschung. Auch während der einsetzenden Verbreitung von PC und Laptop lagen die meisten Daten immer in zentralen Rechenzenten. Und deren Kapazität ist schneller gestiegen als die Menge der „Kleingeräte“. Die Konzentration war nie höher als heute. Und auch das nicht wegen irgend welcher böser Jungs, sondern weil es einfach effizienter und damit kostengünstiger ist.

            Das ARPA-Net (der Vorläufer des Internet) war mal dafür ausgelegt, besonders Ausfallsicher zu sein, indem es auf zentrale Knotenkomponeten verzichtet.
            Das kostet aber ungefähr 2/3 der möglichen Bandbreite. Daher funktionieren die Backbones im Netz heute anders und laufen über nur wenige zentrale Knoten. Das ist genau das, was Sicherheitsexperten den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Wird so ein Knoten (oder einige wenige) lahmgelegt, bricht das globale Internet zusammen. Selbst an so einem Ding wie das GPS hängt heute die globale Logistik. Dabei war das freie Signal nur ein Apfallprodukt eines reinen Militärprojektes. Eher so eine Art Gimmik, damit die Kosten vom amerikanischen Parlament eher durchgewunken wurden.

            • Michael Egloff sagt:

              Bravo, Stefan,
              für diese wie gewohnt exakte und komprimierte Analyse.
              Deshalb kann eine Konsum- und Technologiegesellschaft wie unsere garnicht wirklich resilient werden.
              Denn um ein solches materielles Lebensniveau zu erreichen, muss Effizienz vor Resilienz gehen.
              Wir sind (mehr oder weniger) Gefangene unserer materiellen Wünsche. Schließlich bekommen wir ja 16 Stunden jeden Tag per tausender Werbebotschaften beigebracht, wie wichtig Besitz unzähliger Gegenstände ist und wie unverzichtbar unzählige Dienstleistungen sind.
              Und somit sind wir Gefangene dieses auf maximale Effizienz getrimmten Systems, in der breiten Masse unfähig zur halbwegs klugen Dosierung von Wünschen und Effizienz und zur Erlangung wirklicher Resilienz.
              Auch ohne Ressourcen- und Emissionsproblematik würde sich diese ständige Spirale zu immer mehr Effizienz und immer höherer Komplexität irgendwann totlaufen und zu einem Systemversagen führen.
              Zumal das Tempo dieser Entwicklung zu immer mehr Effizienz und höherer Komplexität immer mehr zunimmt.
              Von Dauer – und damit resilient – sind nur stabile Gleichgewichtssysteme, allerdings auch die nur, bis externe Ereignisse diese Gleichgewicht stören oder zerstören.

              • Ted sagt:

                Richtig. Und Resilienz kann es auf Dauer grundsätzlich nicht geben, wenn eine einzige Spezie einen kleinen Planeten derart dominiert und plündert, wie wir es tun.

  5. Bruno Müller sagt:

    Wieder mal ein gelungener Austausch von Wirtschafts- und Volkswirtschaftsexperten auf hohem Niveau. Fast jedes Mal lerne ich dazu. Herzlichen Dank dafür. Befruchtend, bereichernd die Analysen und doch der unsichere Blick in die Zukunft.

    Die Ursachen trotz hoher Komplexität wieder sehr klar herausgearbeitet. Warum aber der Blick in die Zukunft so unklar?
    Als Peak Oiler wissen wir doch, was wir und unsere Kinder bei einer Öl-Unterversorgung nicht mehr haben werden: Unser gewohntes Leben.
    Denn wie geht es z.B. einem Alkoholabhängigen in einer Unterversorgung? Wir wissen es: Verdammt schlecht. Zuerst das Zittern, dann die weißen Mäuse mit Schmerzen – physischer und psychischer Natur. Das weiß er und er weiß auch, wie er das Durchstehen kann: Mit Ersatzstoffen und psychischer Begleitung.

    Sehr oft habe ich das Gefühl, dass wir uns hier viel zu sehr mit der Gegenwartsanalyse aufhalten und die praktische Vorbereitung auf das Kommende fast völlig aus den Augen verlieren.
    Vielleicht täusche ich mich auch und die Meisten hier sind bereits aktiv und bringen ihr Lebensumfeld, möglichst einschließlich die Kommune in einer Aktivengruppe mit Blick auf Peak Oil voran. Ist das nicht das eigentliche Ziel für denjenigen, der Peak Oil begriffen hat: Sich aktiv vorbereiten, nämlich auf das, das übrig bleiben wird, wenn wir das, was wir derzeit haben nicht mehr haben werden?

    Ich habe da wunderbare Einstiegsseiten gefunden: ;-)

    http://www.peak-oil.com/effizienzrevolution-nach-peak-oil/was-kann-ich-tun/

    oder

    http://www.peak-oil.com/effizienzrevolution-nach-peak-oil/peak-oil-in-kommunen/

    und ein Filmchen dazu:

    https://www.youtube.com/watch?v=TdaKE554zAY

    • Stefan Wietzke sagt:

      Gute Idee mit dem Blick nach vorne.
      Und auch der Blick auf die Effizienz ist wichtig und leider auch äußerst heikel.
      Denn Effizienz ist nicht die Lösung, sondern das eigentliche Problem.

      Effizienzerhöhung (was nichts anderes als eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität ist) ist der einzige Wachstumsmotor. Ohne Effizienzerhöhung kein reales Wachstum. Die Effizienzerhöhung erst schafft die Spielräume für mehr Güterproduktion. Das ist auch als Reboundeffekt oder auch als „Jevons’ Paradoxon“ bekannt.
      Was dabei selten gesehen wird, ist das das kein Paradox sondern der grundlegende Mechanismus des wohlstandsteigernden Kapitalismus ist.

      Wenn Effizienzgewinn eine Teillösung des Problems werden soll, muss unter allen umständen verhindert werden, dass die frei gewordene Produktivkraft wieder eingesetzt wird.

      Im monetarisierten Teil der Wirtschaft kann man das dadurch erreichen, dass man alle realen Lohnerhöhungen stoppt (also nur noch Inflationsausgleich und bei Deflation dann auch Lohnkürzungen) und die Produktivitätsgewinne ausschließlich in Arbeitszeitverkürzung „auszahlt“.
      Das reicht aber nicht. Es muss auch unbedingt verhindert werden, dass jetzt nicht der „nichtmoentarisierte“ Sektor der Volkswirtschaft zu wachsen beginnt. Wenn also der berühmte Schwabe jetzt seine zusätzliche Freizeit dazu nutzt ein Haus nach dem anderen in Eigenleistung zu bauen bringt das gar nichts. Dann wird die Wirtschaftsleistung nur in den nicht monetären Bereich verschoben.

      Die gewonne freie Zeit darf gerne mit Lesen, Philosophieren, Radfahren, Schach- oder Skatspielen verbracht werden nur auf gar keinen Fall mit irgendeiner materiell wertschöpfenden Tätigkeit!!!

      Oder wie sagt Baumbart im Herrn der Ringe: „Manchmal stehe ich hier einfach wochenlang nur um zu atmen.“

      Da kommt mir dann wieder dieser unglaublich dämliche Spruch von Westerwelle bzgl. der spätrömischen Dekandenz in den Sinn. Richtig verstanden ist die nicht das Problem, sondern die Lösung.

      • Spigola sagt:

        „Die gewonne freie Zeit darf gerne mit Lesen, Philosophieren, Radfahren, Schach- oder Skatspielen verbracht werden nur auf gar keinen Fall mit irgendeiner materiell wertschöpfenden Tätigkeit!!!“

        Das scheint mir ein echter Schlüsselsatz zu sein. Der zukunftsfähige Mensch sollte im Idealfall also materiell bescheiden aber hochgebildet und kreativ sein; konzentriert auf z.B. Gartenbau, aber noch viel konzentrierter auf alle Tätigkeiten ausserhalb der wertschöpfenden Erwerbsarbeit, also auf Dinge wie Musik, Tanz, Theater, freie Liebe, Sport, Literatur, Poesie, freie Liebe, Malerei, Skulptur, freie Liebe, Rosenzucht, Naturbeobachtung, freie Liebe, kulinarische Raffinesse und… hatte ich freie Liebe schon erwähnt?

        Wenn ich das richtig verstehe entspricht dieses Idealbild dem Leben eines etwas verarmten gentilhomme und Libertin des 17/18. Jahrhunderts. Na dann…

        Ein völlig neuer Ansatz, Mitmenschen das Thema peak oil näher zu bringen.

    • Kai Fischer sagt:

      Moin,

      Liste und Aktionen sind schon OK.
      Nur mit dem Thema ist das eben hakelig. Schnell wird man als Weltuntergangsprophet abgestempelt.

      Ich lasse das Thema inzwischen im Bekanntenkreis sein. Das ist mir zu stressig.
      Lieber selber handeln, wie bei Plastikverzicht oder Erneuerbare Energien oder Bahncard anstatt Lufthansa. Das überzeugt eher.

      Öffentliche Vorträge bei interessiertem Fachpublikum hingegen machen sehr viel mehr Spaß als im Bekanntenkreis.
      Hatte letztens einen vor ca. 60 Teilnehmern zum Thema Elektromobilität und Autarkieerhöhung mit Phorovoltaik. Trotz interessiertem Publikums waren alle überrascht das Deutschland kaum Öl aus Saudi-Arabien importiert. Und das wir die größten Mengen ÖL aus Russland bekommen wusste auch keiner.

      Vorbereitet sein, ist alles. Mir macht die evtl. Pleite Russlands große Sorgen. Immerhin hängen da auch große Autobauer drin, wie VW. Die haben dort extrem Absatzprobleme und haben auf Wachstum dort gebaut.

      Gruß

      Kai

      • Flint sagt:

        Die 2013ner Zahlen waren 35% Öl und 38% Gas aus Russland. Gut das Putin recht besonnen ist ,wenn er uns den Hahn zudreht verdient er nichts an uns … aber unsere Wirtschaft könnte das wohl nicht so leicht ersetzen und würde auch nen Abgang machen .

  6. Tom schülke sagt:

    Ja in der Tat..

    Spannende Zeiten… ( war das nicht auch ein chinesischer Fluch? .. „Mögest Du in Spannenden Zeiten Leben?“)
    Ich bin mir nicht wirklich sicher was da gerade abläuft. Ob die Ursache Ein Konkurrenzkampf Saudis gegen Fracking oder USA und Saudis gegen Russland unter Zuhilfenahme der schwächelnden Weltkonjunktur ist. Es ist jedenfalls ein Spiel mit dem Feuer. Ich Tipp dann mal auf eine Ölpreisexplosion in ein bis zwei Jahren und den für die Welt schockierenden Offenbarungseid der Frackingindustrie. Wie viele milliarden Dollar sind wohl fällig wenn die abgesicherten Langzeitkontrakte der Ölförderung als Ramschpapiere in völlig unerwarteten Bilanzen in irgendwelchen Versicherungsfonds oder Unwertpapierbündeln auftauchen?
    Kommt da Lehmann 2 auf uns zu?

    Off toppick.. sehr schön gemacht vom post-carbon Institut in Californien..:

    http://m.youtube.com/watch?v=prp-pfzgI_U&feature=youtu.be

    • Stefan Wietzke sagt:

      Das Video ist echt gut. Die Truppe hat auch noch eine Reihe weiter sehr gut gemachter Animationen auf ihrer Homepage. Da werden die Fragestellungen wunderbar kompakt zusammengefasst.

  7. Kai Fischer sagt:

    New York will Fracking verbieten:

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Bundesstaat-verbietet-Fracking-article14181216.html

    Schöne News zu Weihnachten, oder ?

    Gruß

    Kai

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