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Kommentarlos, Teil 7

Es stehen heutzutage ohnehin zu viele Illusionen im Raum. Nehmen Sie uns Deutsche. Wir verhalten uns in unserer eigenen Wahrnehmung vorbildlich nachhaltig. Andere Länder sollen sich an uns ein Beispiel nehmen. Würden auf der Welt aber alle so leben wie wir, wäre die Welt sofort am Ende. Unter den Wohlhabenden gibt es in der Tat nur sehr wenige, die unter Energieverbrauchsgesichtspunkten nachhaltig leben. Aber es gibt ambitionierte Ziele. So hat in der Schweiz die Stadt Zürich beschlossen, den kontinuierlichen mittleren Energieverbrauch pro Bürger auf ein Drittel zu reduzieren - von heute 6 kWh auf 2 kWh. Für die ganze Welt würde selbst das bei heutiger Technik noch zu viel sein. Vielleicht wäre für ein dauerhaft durchhaltbares Leben 1 kWh pro Erdenbürger das richtige Maß.

Ein Interview in der Immobilien-Zeitung mit Franz Joseph Rademacher unter dem Titel "Wir fahren vor die Wand, das aber zertifiziert"

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Schöne neue Zahlen

Dies ist ein Gastbeitrag von Marcus Kracht, nachlesbar auch in seinem "Lexikon des Zerfalls".

My make-up may be flaking
but my smile still stays on.

— Queen: The show must go on

Zahlenkosmetik

In der modernen Welt sind Zahlen etwas ganz wichtiges geworden. Zahlen haben den Mythos des Objektiven. Wer also nicht subjektiv erscheinen will, der trägt viele Zahlen im Tornister mit sich herum und verteilt sie großzügig unter die Menschheit. Denn was wäre die Wissenschaft ohne Statistik, mit der man aus einem Gewirr von Daten eine Aussage herausdestillieren und auf das Podest des Wissens heben kann? Abgesichert durch eine mathematische Disziplin, wohlgemerkt. Und was wäre eine moderne Verwaltung ohne ein Zahlenwerk, das ihr erlaubt, Entscheidungen objektiv und zielgenau zu treffen?

Wenn es denn so einfach wäre.

Ich will aber nicht den Kritiker der Zahlen spielen, auch wenn das gewiss nötig wäre. Ich will auf etwas Anderes hinweisen, das sich in die Köpfe und Herzen einschleicht: das ständige Starren auf Indikatoren und die damit einhergehende Verengung des Horizonts. Und zwar so lange, bis das eigentliche Ziel aus dem Blick gerät. (mehr …)

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Gefährliche Fracking-Illusion

Monbiots Erwachen führt weiterhin zu diversen Artikeln, die Peak Oil für erledigt erklären. Beim FREITAG ist Monbiots Artikel nun auch auf deutsch lesbar. Wo auch immer man sich für die Ölförderung der Zukunft interessiert, hört man jetzt Sätze wie "Neue Erdölvorkommen reichen für Jahrhunderte". Man zeigt den Warnern einen Vogel und kümmert sich um business as usual.

Um das Problem hinter Peak Oil zu begreifen, muss man den Unterschied verstehen zwischen Ölreserven und Förderraten. Wenn man in diesen beiden Begriffen keinen Unterschied erkennt, begreift man das Problem schlicht nicht und redet wie ein Blinder von den Farben. Es trägt zur globalen Energieversorgung rein gar nichts bei, wenn Öl im Boden liegt. Für die Ölversorgung ist nur wichtig, wieviel wir pro Tag aus dem Boden rausholen. Die geschätzten Ölreserven in irgendwelchen Öllagerstätten durch den globalen Verbrauch zu dividieren und dann auf 200 Jahre zu kommen sind deshalb erstmal nur mathematische Spielchen auf Grundschulniveau. Das Ergebnis mag uns Größenordnungen geben, aber es sagt eben nichts darüber aus: Ja und wieviel dieses Öls kommt an meiner Lieblings-Tankstelle an? Um gymnasiales Niveau bei diesen Rechenspielen zu erreichen, muss man die Förderraten berechnen, was eben dummerweise nicht durch einfache Division zu machen ist. Und das liegt an solchen Kurven, die eben exponentiell oder logarithmisch sind, aber dummerweise eben nicht linear (was eine Division rechtfertigen würde):

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Europa am Peak

Die Diskussion um Peak Oil, geht mit der Studie von Leonardo Maugeri in eine neue Phase - sowohl was öffentliche Problemwahrnehmung und Diskussion als auch was die inhaltliche Substanz betrifft. Maugeri prognostiziert einen neuen Ölboom, sofern politische und finanzielle Rahmenbedingungen stimmen. Knappheit an Erdöl, so der Tenor, ist nicht zu befürchten. Technologie löst das Problem. Diese Studie löst eine Flut an Presseartikeln und Blogeinträgen aus, die Zweifel daran schüren, ob der Höhepunkt der globalen Ölförderung wirklich so nah ist, wie manchmal befürchtet. Und ob man sich überhaupt um dieses Thema kümmern muss.

Für Europa sieht die Sache dennoch anders aus.

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Kommentarlos, Teil 6

Wir werden mit einem Elektroauto niemals von München nach Hamburg fahren können, ohne nachzuladen oder die Batterie zu wechseln. 100 bis 150 Kilometer Reichweite genügen aber, um 70 Prozent der täglichen Routine-Kilometer zurückzulegen. Das hätte nicht nur einen Effekt auf die persönliche Kostenbilanz, es hätte auch einen riesigen volkswirtschaftlichen Effekt. Es würde nämlich unsere Ölimporte um 60 Prozent reduzieren.

Weiterlesen im ADAC-Blog

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Monbiots Erwachen

Ähnlich wie Enten, die grade noch am Ufer eines Sees schwammen und in deren Mitte ein Schuss losgeht, flattert derzeit die (englischsprachige) Peak-Oil-Szenerie erschrocken auf. Nachdem Leonardo Maugeri seine Studie über die Möglichkeit einer neuen Ölrevolution veröffentlichte, schwor der Guardian-Kolumnist und Umweltaktivist George Monbiot vom Glauben an ein Ölfördermaximum ab: We were wrong on Peak Oil - There's enough to fry us all (Wir lagen falsch mit Peak Oil - es gibt genug, um uns alle zu rösten) heißt der Artikel, der dem Schuss im Ententeich gleich kommt. George Monbiot gilt als wichtiges Sprachrohr der britischen Umweltbewegung, sein Wort hat Gewicht und es wird in der englischsprachigen Welt wahrgenommen. Sein Kernthema ist der Klimawandel, weshalb er Kernenergie als CO2-freien Weg der Energieerzeugung für akzeptabel hält. Als Reaktion auf diesen Artikel erscheinen derzeit weltweit Antworten in Artikelform: (mehr …)

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Kommentarlos, Teil 5

Für die hypermobilen westlichen Industrienationen ist der Zugang zum Öl inzwischen eine Überlebensfrage, und der Einsatz militärischer Gewalt zur Sicherung der Ölversorgung ist in vielen Staaten fester Bestandteil der nationalen Sicherheitsdoktrin. Dabei ist auch das Militär selbst angewiesen auf das "Schwarze Gold". "Die Streitkräfte sind heutzutage so abhängig vom Öl wie nie zuvor", sagt Klare. Im Zweiten Weltkrieg habe eine Armee im Einsatz beispielsweise pro Tag und Soldat 15 Liter Öl verbraucht. Heute seien es im Schnitt 60 Liter pro Tag und Soldat.

Audio + Text in einer aktuellen Serie zum Thema Öl auf der Tagesschau-Webseite

(Passend: zum 1. Juli trat das EU-Öl-Embargo gegen Iran in Kraft. SPON beschreibt das aktuelle Säbelrasseln im persischen Golf)

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Rundblick

Peak Oil ein Querschnittsthema zu nennen, ist schon fast untertrieben. Da der Rohstoff Öl und sein Preis in alle gesellschaftlichen Bereiche "hineinragt", kommt man letztlich auch nahezu "überall hin", wenn man der Spur des Öls folgt. Daher heute mal ein recht breiter Einblick in ölverbundene Bereiche, die derzeit in der Presse auftauchen:

Ölschock-Fitness - ein Jahr - halbe fossile Energie: Ein Selbstversuch dokumentiert auf xwer.de

Und zur Stopfung des Sommerlochs etwas Satire von H.G. Butzko:

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Unkonventionelles Öl – die Lösung für Peak Oil? Teil 4: Kohleverflüssigung (CtL)

Nachdem wir uns im letzten Artikel ausführlich mit dem Gas-to-Liquids Verfahren beschäftigt haben, geht es dieses mal  um ein sehr ähnliches Verfahren zur Herstellung flüssiger Treibstoffe: die sogenannte Kohleverflüssigung (englisch: Coal-to-Liquid). Dieses Verfahren wird häufig als die Lösung für „Peak Oil“ angesehen, da sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt hat, dass Kohle der Menschheit noch für Jahrhunderte zur Verfügung stehen wird. Gestatten Sie mir daher, dass ich zunächst etwas ausführlicher auf die Ressource Kohle eingehe, bevor es um deren Umwandlung in flüssige Treibstoffe geht.

Wie entsteht Kohle?

Kohle ist fossile Biomasse, die meist in Sumpfwäldern gebildet wurde. Gerät diese Biomasse unter Luftabschluss, beispielsweise, weil das Land sich langsam (wenige mm bis cm pro Jahr) absenkt und die Pflanzen diese Absenkung eine Zeit lang ausgleichen können, bevor sie von anderen Sedimenten überdeckt werden, so können auf diese Weise extrem mächtige Horizonte entstehen, die einen sehr hohen Anteil an biogenem Kohlenstoff haben. Durch Druck- und Temperaturzunahme entsteht unter Luftabschluss Kohle! Die Reihenfolge der Kohleentstehung  ist - grob gegliedert - Torf, Braunkohle, Steinkohle und in folgendem Schaubild zu sehen.

Schematische Entstehung von Kohle     Quelle: Kjell Aleklett

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Leonardo Maugeri und die Revolution der Ölförderung

Derzeit erzeugt eine Studie von Leonardo Maugeri eine Menge Aufmerksamkeit im Internet, in der dieser die nächste Öl-Revolution ausruft und die bereits kurz nach Veröffentlichung genutzt wird, um Peak Oil als Märchen der ewigen Weltuntergangspropheten darzustellen. Demnach ist es kein Problem, die heutige Ölfördermenge von etwas über 90 Millionen Barrel Tagesproduktion auf über 110 Millionen Barrel Tagesproduktion in 2020 zu steigern. Dazu sei auch nicht mehr als ein Ölpreis von 70 US$ pro Barrel nötig. Alles was nötig ist, ist eben ein angemessener Preis, die passende Technologie und politische Rahmenbedingungen, damit die Dinge ihren Lauf nehmen. Das größte Risiko für die weltweite Ölversorgung ergibt sich demnach nicht aus der begrenzten Ölmenge im Boden, sondern aus geopolitischen Entwicklungen. Peak Oil, so stellt die Studie unmißverständlich klar, ist jedoch nicht absehbar und in diesem Sinne heute nicht relevant. (mehr …)

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