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Wirtschaftsausschuss lehnt Fracking-Moratorium ab

Die Grüne Bundestagsfraktion hatte Ende Oktober einen Antrag zum Thema Fracking in den Bundestag eingebracht, in dem gefordert wird

  • Fracking mit umweltgefährdenden Stoffen zu verbieten,
  • die unterirdische Entsorgung der benutzten Stoffe zu verbieten,
  • eine Genehmigungspause für neue Bohrungen bis Ende 2014 einzulegen
  • sowie die Handlungsempfehlungen des UBA-Gutachtens umzusetzen, die beispielsweise
    • ein Fracking-Verbot in Trinkwasserschutzgebieten,
    • einen transparenten Beteiligungsprozess der Bürger,
    • ein öffentlich einsehbares Kataster vorsehen.

Der Wirtschaftsausschuss des Bundestages hat diesen Antrag heute offenbar abgelehnt. Laut Koalition reicht der vorhandene Rechtsrahmen für die neue Technologie völlig aus, was jedoch das genannte Gutachten bezweifelt. (Siehe auch: Clean Fracking, Peak Oil und "unterirdische Raumplanung" bei Telepolis.) Am 14.12. diskutiert der Bundestag den Antrag, häufig folgt man dort den Vorentscheidungen in den Ausschüssen - es sei denn, einzelne Abgeordnete haben eine andere Position, als die vorher stattfindenden fraktionsinternen Beratungen dies festlegen. Wenn damit nicht zu rechnen ist, dürfte die Fracking-Technologie in Deutschland zunehmend eingesetzt werden.

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Benzinpreisentwicklung planbar machen – Ein Diskussionsbeitrag

Ein Problem für Unternehmen wie auch städtische Entscheider ist, dass Peak Oil mit Unsicherheit behaftet ist. Es gilt zwar als anerkannt, dass Erdöl endlich ist, aber das Prinzip des Peak Oil läßt sich im Detail anzweifeln und es gibt längst keine Sicherheit darüber, wann Peak Oil eintritt und welche Preisentwicklung dies hervorruft. Diese Unsicherheit kann zu Planungsfehlern führen, die zwischenzeitlich Wettbewerbsnachteile ergeben können. So äußerte ein Dresdner Stadtrat nach meinem Vortrag beim Runden Tisch zum Verkehrsentwicklungsplan2025+, dass heute aufgrund von Peak-Oil-Szenarien getroffene Entscheidungen sich in der Zukunft aufgrund unerwarteter Entwicklungen als mangelhaft herausstellen könnten, wodurch die Anpassungskosten sich als Nachteil heraustellen. So könnte der Aufbau eines O-Bus-Netzes in einer Stadt sich als Fehlinvestition herausstellen, wenn die Ölpreisprognosen nicht wie erwartet (und befürchtet) eintreten. Gerade im politischen Kontext müssen solche Entscheidungen jedoch gegenüber der Bevölkerung gerechtfertigt werden und die Angst der Entscheider, ihre Entscheidungen könnten "unpassend" sein, ist groß.

Daraus ergibt sich unter Peak-Oil-Gesichtspunkten eine schwierige Situation. Frühzeitiges Handeln wäre angebracht, um die negativen Peak-Oil-Wirkungen zu verringern. Doch vorbeugendes Handeln birgt das Risiko, dass die Entwicklung (wenn auch nur zwischenzeitlich) anders verlaufen könnte und dadurch Rechtfertigungsdruck bei den Entscheidern entsteht. Daher erscheint es den Entscheidern sinnvoller, den bisherigen Entwicklungspfad beizubehalten, statt aus ihm vorbeugend auszubrechen. (mehr …)

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Aktuelles

Ein aktueller Blick in Medien und Dokumente:

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Video: Dresden auf Entzug 2

Für den 8. November luden wir zum zweiten Mal ins Deutsche Hygiene-Museum Dresden ein, um die Frage zu diskutieren: "Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?" Während wir zur April-Veranstaltung 180 Voranmeldungen hatten, von denen wir 40 mangels Platz vertrösten mussten, kamen zur zweiten Veranstaltung trotz größerem Saal "nur" 100 117 Besucher. Lag es möglicherweise am veränderten Spritpreis seit April? Dennoch dürfen wir zufrieden sein, erneut dieses Thema in der Stadt zu diskutieren und gelohnt hat sich der Abend:

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Elektromobilität mit Tücken

Warum es beim Umstieg auf Elektromobilität nicht reicht, nur die Motoren auszutauschen. Zwei Beispiele.

Elektromobilität ist ein Medienthema. Auf der Straße spielt das Thema bislang eine sehr viel geringere Rolle als in der Presse. Das liegt nicht nur an den Grenzen der Technik selbst, die sich in niedrigerer Reichweite und langen Ladezeiten für batteriegetriebene Automobile niederschlagen, es liegt auch an dem infrastrukturellen Entwicklungspfad der Verbrennungsmotortechnik, die mit E-PKWs nur begrenzt kompatibel ist. Viele der Inkompatibilitäten zeigen sich erst jetzt, nachdem die Bundesregierung das Thema im Rahmen ihres Energiekonzepts auf die Agenda gesetzt hat und in Modellregionen für Elektromobilität ausprobiert.

Ein Artikel für Telepolis.

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Kommentarlos, Teil 18

Würden Sie die ökologischen Szenarien vom Klimawandel, der Schädlichkeit des Atommülls, von Peak Oil, die Angst vor einem Dritten Weltkrieg et cetera den gleichen Irrationalismus bescheinigen wie den esoterischen?

Florian Freistetter: Nein, natürlich nicht. Es wäre absurd, alle Szenarien, die irgendeine Gefahr für die Erde betreffen, zu verallgemeinern. Der Klimawandel ist real. Atommüll ist schädlich. Das Öl wird irgendwann zu Ende sein. Das sind alles Fakten, die durch wissenschaftliche Daten ausreichend belegt sind. Sich um die Auswirkungen des Klimawandels Gedanken zu machen oder darüber, wie wir unseren Energiebedarf ohne Erdöl stillen können, ist nicht irrational, sondern dringend nötig.

Telepolis-Interview mit Florian Freistetter über Weltuntergang-Szenarien anno 2012

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In eigener Sache

Noch bevor auf Peak-Oil.com Berichte über den World Energy Outlook der IEA zu finden waren, stiegen die Besucherzahlen an: Ganz offensichtlich wurden - ausgelöst vom Medienecho auf den IEA-Bericht - zusätzliche Blickwinkel auf und Informationen zum neuen Jahresbericht gesucht. Am Dienstag waren es fast 900 Besucher, die kamen.

In der Diskussion um die vorgestrige Analyse des IEA-Berichts wünschten sich mehrere Kommentatoren einen flattr-Button: Flattr ist ein Mikropayment-System, mit dem Content-Konsumenten die Inhalte von Content-Produzenten vergüten können. Jeder Flattr-Nutzer zahlt auf sein Flattr-Konto einen monatlichen Betrag ein, den er durch Klicks auf die Flattr-Buttons unter Artikeln, bei Filmen, Podcasts o.ä. verteilen kann. Dadurch entsteht ein freiwilliges Vergütungssystem. (mehr …)

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Nachschlag: IEA WEO 2012 im Detail

690 Seiten umfasst das Papier der IEA, von dem die ASPO-Webseite als neues "Standardwerk" spricht. Um die Vorgehensweise der IEA zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass die Agentur mit vier verschiedenen Szenarien spielt. Szenario 1 ist das Current Policies Scenario (CPS), bei dem die bisher installierten Energie-Politiken umgesetzt werden. Wenn also ein Land wie Deutschland ein EEG implementiert hat, dann fließen die Auswirkungen dieses Beschlusses in dieses Szenario mit ein. Alle bestehenden und installierten Beschlüsse finden sich in diesem Szenario ein und das Szenario schreibt also die heutige Entwicklung fort. Wenn die Europäische Union das Ziel ankündigt, bis 2020 20% weniger Kohlendioxid zu emittieren, 20% aus Erneuerbaren Energien zu nutzen und 20% höhere Energieeffizienz zu erreichen (20-20-20-Strategie), dann fällt diese Zielstellung in das "New Policies Scenario" (NPS), denn die Maßnahmen wurden noch nicht umgesetzt. Darin werden also alle Ankündigungen aufgenommen, die weltweit als zukünftige Schritte zu erwarten sind. Ob zu den Ankündigungen Beschlüsse und Umsetzungen erfolgen, wissen wir nicht, aber das New Policies Scenario geht davon aus, dass es passiert. Das 450er Szenario knüpft an dem global kommunizierten Ziel an, die Kohlendioxid-Konzentration in der Erdamosphäre nicht über 450 CO2-Teilchen pro Million Luftteilchen steigen zu lassen. Das 450er Szenario entwirft einen (aus IEA-Sicht) realistischen Entwicklungspfad unserer Energieversorgung, mit der dieses Ziel mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit (!) erreichbar wäre. Das "Efficient World Scenario" (EWS) untersucht die Frage, was passiert, wenn alle bekannten Effizienz-Werkzeuge, die ökonomisch machbar sind, umgesetzt werden und Politiken umgesetzt werden, die Marktbarrieren senken, die die Installation dieser Effizienzmaßnahmen verhindern. (Das könnten beispielsweise die Streichung von Subventionen sein.)

Man kann den 690-Seiten-Wälzer unter verschiedenen Blickwinkeln lesen, um sie alle abzubilden, müßte man ein 690-Seiten-Buch schreiben. Daher soll sich dieser Text auf die Frage konzentrieren: Was passiert, wenn wir mit der bisher installierten Politik einfach weitermachen? Wem die IEA-Aussagen dazu nicht passen, muss demnach für Änderung der bisher installierten Politik eintreten. Was passiert, wenn man Änderungen umsetzt, kann man dann an den weitergehenden Szenarien der IEA ablesen. Da die Diskussion um Peak Oil jedoch immer noch um die Frage geht, ob man sich überhaupt um dieses Thema kümmern muss, macht die Konzentration auf das Weiter-So-Szenario (Current Policies Scenario) Sinn. Denn sollte sich herausstellen, dass "Weiter So" nicht funktioniert, muss über Anpassungsmechanismen nachgedacht werden. (mehr …)

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IEA-World Energy Outlook 2012 – Peak Oil abgesagt?

Gestern wurde der jährliche World Energy Outlook (WEO) in London vorgestellt, heute wird der Energie-Bericht in Berlin präsentiert. Aus den bisher öffentlich zugänglichen Dokumenten läßt sich hinsichtlich Öl und Peak Oil folgendes herauslesen:

  • Die USA können bis 2030 einen Selbstversorgungsgrad mit Öl und Gas von 100% erreichen. Bis 2020 soll das Land zum größten Ölförderer werden und Saudi Arabien überholen. Der internationale Ölhandel konzentriert sich demnach in Richtung Asien, wo auch die größten Verbrauchs-Zuwächse zu finden sind. Diese Entwicklung gilt jedoch als Anomalie, denn die Tendenz weltweit geht in genau die entgegengesetzte Richtung: Die meisten anderen Länder können ihre Förderungen wenn überhaupt nur sehr begrenzt steigern oder weiten ihre Importabhängigkeit sogar aus. Dennoch erreicht die Ölförderung in den USA bereits zwischen 2020 und 2025 ihr Maximum bei etwa 10 Millionen Fass pro Tag. Öl und Gas zusammen erreichen ihren Peak um 2025.

Öl- und Gasförderung in den USA laut WEO 2012 (mehr …)

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Chemnitz auf Entzug und Peak Oil in Aachen

Gemeinsam mit dem Umweltzentrum in Chemnitz adaptieren wir "Dresden auf Entzug" für Chemnitz. Am 30. November 2012 von 17 bis 20 Uhr heißt es im Veranstaltungssaal des DAStietz, Moritzstraße 20, in Chemnitz:

Chemnitz auf Entzug.

Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?

Eingeladen sind als lokale Akteure Steffi Schönherr von der Handwerkskammer Chemnitz und Stefan Tschök von den Chemnitzer Verkehrsbetrieben CVAG. Ich darf in die Grundproblematik einführen. Wie in Dresden werden wir auch in Chemnitz die Besucher in einem World Café miteinander ins Gespräch bringen. Dahinter steht der Gedanke, dass Anpassungen der städtischen Strukturen nicht allein durch Fachleute, sondern von allen Bürgern der Stadt getragen und umgesetzt werden müssen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Agendaforum 2012 in Zusammenarbeit mit Volkshochschule und Evangelischem Forum statt.

 

Zwei Tage zuvor kommt Aachen und Umgebung in den Genuss eines eindrucksvollen Vortrags von Christoph Senz:

Erdöl stellt mit großem Abstand den wichtigsten Rohstoff der Weltwirtschaft dar. Rund 90% aller industriell gefertigten Produkte hängen heute direkt oder indirekt von der permanenten Verfügbarkeit von Erdöl ab. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften und seines massenhaften Vorkommens, hat Erdöl wesentlich zum Wirtschaftswachstum der Welt in den letzten 100 Jahren beigetragen! Seit etwa 2005 kann die Produktion konventionellen Erdöls nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten. Der Zuwachs in der globalen Ölförderung kommt nur noch aus extrem teuren, energieintensiven und umweltschädlichen Quellen wie kanadischen Teersanden, der "ultra deep sea" Förderung, oder aus in Monokulturen angebauten Biotreibstoffen.

Der Vortrag wird in eindrucksvollen Beispielen zeigen, wie sehr billiges Erdöl unser Leben prägt und das wir uns dennoch langsam, aber stetig von ihm verabschieden müssen. Die dabei auftretenden Spannungsfelder, sowie Möglichkeiten diese zu antizipieren werden ebenfalls beleuchtet, bei unserem diesjährigen Kaminabend mit dem Thema: "Das Ende des billigen Öls - Wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen dauerhaft hoher Erdölpreise"

Wir freuen uns Christoph Senz als Referenten begrüßen zu dürfen. Herr Senz hat Geologie in Aachen studiert und einen Abschluss als Master of environmental sciences. Er arbeitet in Aachen als Consultant bei der ProCom GmbH und engagiert sich nebenberuflich bei der Association for the study of peak oil and gas und dem Hamburger PostFossil Institut. Außerdem bloggt er über erdölspezifische Themen auf der Webseite www.peak-oil.com.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 28. November 2012, 19.00 Uhr, im Marschiertor, Wallstraße 1, 52062 Aachen.

Es wird aus organisatorischen Gründen um eine Anmeldung per Email: ed.nehcaa-htwrnull@aniger bis zum 23. November 2012 gebeten.

 

Christoph Senz und ich freuen uns über Vorbeikommen, mitdiskutieren aber auch über Weiterleitung dieser Informationen. Über Gelegenheiten, das Thema Peak Oil auch in anderen Kommunen zu diskutieren, freuen wir uns ebenso.

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