Exxon Mobil hat einen eigenen Outlook for Energy veröffentlicht, aus diesem stammt folgende Grafik:
“…minimize the use of oil in the economy.”
Ein kurzes Interview mit dem Chefökonom der IEA Fatih Birol hat Anfang Juli Frontal21 gesendet.
Kernthema: Wie sieht die Öl-Förderung künftig aus?
Kernaussage: Fördermenge nimmt in vielen Förderländern ab, Nachfrage nach Öl steigt weltweit.
Anzuschauen und zu -hören in der Mediathek des ZDF.
Libyen-Krise: IEA erwägt Verkauf der eigenen Ölreserven
Laut Financial Times Deutschland erwägt die Internationale Energieagentur, einen Teil der eigenen Ölvorräte auf den Markt zu werfen. "Wir können täglich zwei Millionen Barrel auf den Markt bringen, und das zwei Jahre lang ununterbrochen" wird IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol zitiert. Das wäre mehr als die 1,6 Millionen Barrel, die Libyen bislang täglich lieferte.
Hintergrund ist, dass Libyens Staatschef Gaddafi ankündigte, das Land werde die Ölförderung und die Exporte einstellen. Laut Spiegel betrachtet Gaddafi die Ölförderstrukturen als unter seiner Kontrolle. drs.ch berichtet, dass die ostlibysche Stadt Brega Ort intensiveren Kampfgeschehens ist. Dort befindet sich ein wichtiger Ölhafen.
Libyens Beitrag zur globalen Ölversorgung beträgt etwa 2%. Dass die IEA angesichts des Ausfalls dieser auf den ersten Blick geringen Menge den Zugriff auf die eigenen Reserven für denkbar hält, zeigt wie eng der Spielraum zwischen Angebot und Nachfrage ist. FTD: "Zwei Drittel der IEA-Vorräte sind bei der Ölindustrie gelagert, rund ein Drittel untersteht unmittelbar dem Zugriff der Mitgliedsregierungen."
Ein Interview mit Fatih Birol von 2008
Chris Senz hat ein Interview ausgegraben, das George Monbiot im Dezember 2008 mit Fatih Birol in Paris führte. Zu dem Zeitpunkt kam der neue World Energy Outlook der IEA heraus und Monbiot konfrontiert Birol sehr offensiv mit den drastischen Änderungen der Prognosen. 2007 prognostizierte die IEA ein Absinken der Fördermenge nach dem Peak von 3,7% pro Jahr, 2008 lag die Prognose bei 6,7%. 2007 wurde der Ölpreis von 2030 auf 62 Dollar geschätzt, 2008 lag diese Schätzung schon bei 120 Dollar. Im Interview, das streckenweise mehr einem Verhör als einem Gespräch gleicht, hinterfragt Monbiot diesen Wandel vor allem deshalb, weil die Prognosen der IEA die Grundlage der Planungen von Regierungen und Unternehmen insbesondere für den Transportsektor sind.
Sehenswert:
George Monbiot interviewt Fatih Birol für den Guardian (englisch)



