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Saudi-Aramco-Chef fordert Ölbranche zu Investitionen auf

40 Milliarden US$ investiert der saudische Ölkonzern Saudi Aramco jährlich in den kommenden 10 Jahren, um die Förderkapazitäten des wichtigsten "Swing-Producers" der Welt aufrecht zu erhalten. Diese Zahl nannte der CEO Khalid Al-Falih auf der Offshore Northern Seas-Konferenz (ONS), die seit Montag bis Donnerstag im norwegischen Stavanger stattfindet. Saudi Aramco ist Hauptsponsor der Tagung. Bei aktuellen Ölpreisen entspricht die Investitionssumme den Erlösen aus dem Verkauf von 1 Million Barrel Öl pro Tag. Zum Vergleich: Die EIA gibt den Rohöl-Export Saudi Arabiens für 2010 mit 7 Millionen Barrel und den Export von Raffinerie-Produkten mit 1,5 Millionen Barrel pro Tag an. Ein Siebtel seines Rohölexports will die Firma also über die kommenden 10 Jahre in die Aufrechterhaltung der Ölförderung investieren. (mehr …)

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Peak Oil, Peak Sand, Peak Güterwaggon

Fracking hebt die Nachfrage nach Sand in den USA: Da in jedes Bohrloch tonnenweise Sand gespült wird, um die aufgesprengten Risse offen zu halten. Das Wall Street Journal berichtet, dass der Sandbedarf für Fracking von 2011 bis 2014 sich auf über 40 Millionen Tonnen verdoppelt haben dürfte und 2015 50 Millionen Tonnen betragen soll. Das freut die Sandverkäufer, die allein bis zum Jahresende nochmal mit Preissteigerungen zwischen 5 und 10% rechnen.

Die Firma Pioneer Natural Ressources hat seit einigen Wochen die Erlaubnis, leichtes Fracking-Öl erstmals seit 30 Jahren wieder aus den USA zu exportieren. Die Firma will herausgefunden haben, dass mit mehr Sand im Bohrloch die Ausbeute um bis zu 30% steigen läßt. Die Technik mit noch mehr Sand soll nun bei noch mehr Bohrlöchern eingesetzt werden.

Dieser vom Öl-Boom ausgelöste Sand-Boom zeigt jedoch bereits seine Grenzen. Angeblich liegt die Nachfrage um ein Viertel höher als das Sand-Angebot. Neue Sand-Gruben sollen den Bedarf decken, doch zeigt der WSJ-Artikel die Nebenwirkungen: Sand wird bekanntlich auch zur Glasherstellung benutzt und die Glaser müssen höhere Preise akzeptieren, was letztlich Glasprodukte verteuern wird. Die Gegenbewegungen zum Peak Oil in den USA sorgen also für steigende Preise in vernetzten Branchen. Steigende Preise sind auch im Gütertransport zu erwarten. Der Chef der Firma Preferred Sands meint es könnte schwierig werden, ausreichend viele Güterwaggons für den Transport verfügbar zu machen.

Die Gegenbewegung zum Peak Oil zeigt also seine Nebenwirkungen in der Glasindustrie und im Gütertransport. Steigende Preise freuen zwar die Aktienspekulanten, für die das Wall Street Journal den einen oder anderen Tip bereithält, wer allerdings Glas zukauft oder mit den Sand- und Öltransporteuren um Waggonkapazitäten konkurrieren muss, bekommt die steigenden Kosten ebenfalls zu spüren.

Anderes:

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Fracking zwingt USA zur Lockerung des Öl-Exportverbots

Laut Reuters haben die zwei US-Firmen Pioneer Natural Resources Co und Enterprise Product Partners LP die Erlaubnis erhalten, besondere Formen von Ölprodukten zu exportieren. Details nennt die Regulierungsbehörde U.S. Department of Commerce's Bureau of Industry and Security nicht, aber offenbar dürfen die Firmen sehr leichtes Öl exportieren, sofern es vorher irgendeine Art von Raffinierungsprozess durchlaufen hat.

Die Erlaubnis könnte medial interpretiert werden als den großen Fracking-Erfolg, der nun Früchte trägt, indem die USA zum Erdölexporteur wird. Dieser Schluß trügt, denn heute wie auch in Zukunft wird die USA weiterhin einer der weltgrößten Ölimporteure bleiben, der Fracking-Boom verringert nur zwischenzeitlich die Importmengen:

US-Oelfoerdung 2014-2040

Wichtig an dieser Nachricht ist eher die Achillesferse des Ölfrackings, die hier sichtbar wird. Denn das beim Fracking geförderte Light Tight Oil ist so leicht und "süß", dass es nur begrenzt kompatibel zur Raffineriearchitektur in den USA ist. Die meisten Raffinerien wurden schwerpunktmäßig so ausgelegt, dass sie viel schweres Öl aus Venezuela, Mexiko oder dem arabischen Raum verarbeiten können. Das leichte Öl des Fracking-Vorgangs kann in den Mengen, wie sie in den USA derzeit anfallen, gar nicht angemessen verarbeitet werden und wird daher mit Preisabschlägen gehandelt. Eine Studie von McKinsey kalkuliert, dass Light Tight Oil bereits ab einer Menge von 2,5 Millionen Barrel mit einem Preisabschlag von 2-3 US$ gehandelt werden dürfte und ab 5 Millionen Barrel sogar 5 bis 7 US$ günstiger zu kriegen ist. Da die USA inzwischen mehr als 3 Millionen Barrel täglich per Fracking fördern, dürfte der Stoff im Land schwer zu akzeptablen Preisen loszukriegen sein und er konkurriert mit den Kondensaten aus der Gasförderung (Propan, Butan). Die Regelung, dass diverse Light-Tight-Oil-Überschüsse oder vergleichbare Kondensate nun also auf den globalen Markt drängen dürfen, bedeutet also längst nicht, dass die USA zuviel Öl haben. Sie haben zuviel Öl schlechter Qualität - jedenfalls aus Sicht des Raffineriesystems. Dieses darf nun nach einem oberflächlichen Raffinerieprozess als "raffiniertes Produkt" gelten und einzelnen Firmen ist die Ausfuhr gestattet.

Noch immer klafft zwischen dem Ölpreis im US-Markt (WTI) und dem Preis im restlichen/europäischen Markt (Brent) eine Preislücke, die sich seit 2010 geöffnet hat. Heute, am 25.06.2014 beträgt diese Lücke 7 US$. Eine Liberalisierung des US-Ölmarkts hin zu mehr Exportmöglichkeiten dürfte dazu führen, dass die Preise in den USA leicht steigen, während die Preise weltweit leicht sinken (ceteris paribus). Da dies den US-Wählern schlecht zu verkaufen ist, ist wohl kaum zu erwarten, dass das Exportverbot grundsätzlich aufgehoben wird. Einzelne Firmen haben nun ein politisches Tor bekommen, durch welches sie den stürmischen Fracking-Erfolgsdruck ableiten können...

Weiteres:

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Die Fracking-Verschwörung

Während der Irak-Krieg sich neu entzündet und sämtliche Planungen bezüglich der Ölförderung aus dem arabischen Raum erneut infrage stellt, zieht in Europa die Paranoia in die Amtsstuben ein. Laut Daily Telegraph hat der NATO-Generalsekretär und frühere dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen von einem "Plot" gesprochen, den russische Behörden gemeinsam mit europäischen Umweltschutzorganisationen gesponnen hätten, um Europa energieabhängig von Russland zu halten. Rasmussen wird damit zitiert, dass er Verbündete getroffen habe (NSA?), die ihm sagten, dass Russland im Rahmen einer Desinformationskampagne gegen die Nutzung von Schiefergas in Europa vorgehe. Überspitzt gesagt: Greenpeace und Russland haben sich gegen den Einsatz von Fracking in Europa verschworen, um Europa abhängig von russischen Energielieferungen zu halten.

Diese Groteske entbehrt jeglichen Fakten. Die Schätzungen europäischer Behörden und Institute zeigen nicht ansatzweise, dass durch den Einsatz der Fracking-Technologie eine Energieunabhängigkeit von Russland erreicht werden kann. Dazu ist der Verbrauch von Öl und Gas in Europa im Vergleich zu der zu erwartenden Ausbeute durch Fracking viel zu hoch. Die bestehende Abhängigkeit wird also in jedem Fall dadurch aufrecht erhalten, dass Europa viel mehr Öl und Gas verbraucht, als es - durch welche Technologie auch immer - im eigenen geografischen Raum fördern könne. Leider gab es vor der Ukraine-Krise kaum Diskussionen und Aktivitäten in Europa, die die steigende Energieabhängigkeit thematisierten oder ihr etwas entgegensetzten.

Greenpeace-Mitarbeiter kommentieren den Vorwurf lakonisch mit der Rückfrage, was wohl im Nato-Hauptquartier neuerdings geraucht würde.

Siehe auch:

 

Weitergehendes:

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Kommentarlos, Teil 48

Sowohl die oekologische Bewegung wie auch viele Kritiker im Peak-Oil Bereich machen immer wieder den gleichen Fehler, der es der anderen Seite unglaublich einfach macht die Argumente auszuhebeln. Es wird gerne eine unterschwellige Technik - und Veränderungsangst bedient. Dabei gehen die eigentlichen Argumente komplett unter.

Zwei Beispiele:
Bei Fracking wird vor allem auf die möglichen Gefahren für das Grundwasser hingewiesen. Die sind aber im Verhältnis zu anderen Lebensrisiken marginal. Und wenn man mal die Luftbilder von gefrackten Regionen anschaut, sieht das auch nicht schlimmer aus wie die verspargelten Landschaften in der Uckermark. Und genau hier hackt Fleischhauer (übrigens zu Recht) ein.

Das eigentlichen Problem bei Fracking ist doch:

- Es ist keine Lösung für unser Energieproblem (keine ausreichenden Fördermengen)
- Es fördert die Illusionen, dass wir kein Energieproblem haben
- Es führt zu einer enormen Fehlallokation wirtschaftlicher Mittel
- Es geht wertvolle Zeit für den Umbau des Energiesystems verloren.

Den gleichen Fehler hat man bei der Kernenergie gemacht. Das grundlegende Problem ist doch nicht, dass da alle 20 Jahre ein Reaktor hoch geht (in der gleichen Zeit werden auf deutschen Straßen ca. 120.000 Leute totgefahren und die Amis erschießen etwa 600.000 Personen durch privaten Schusswaffengebrauch).

Die eigentlichen Probleme sind doch:

- Das ungelöste Abfallproblem (keine Lösung in Sicht)
- Uran ist ein äußerst knapper Rohstoff
- Kernenergie ist eine extrem teure Energiequelle (wenn man Vollkosten korrekt ansetzt)

Stefans Kommentar zur Diskussion: Fracking für die Freiheit?

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Nachlese: “Fracking für die Freiheit?” in Hamburg

Vergangenen Dienstag luden BUND und PFI zu einer Diskussionsrunde unter dem Titel "Fracking für die Freiheit?" ein. Wegen eines Todesfalls in der Familie und überraschenden beruflichen Verpflichtungen musste die Runde ein wenig umgestaltet werden, so dass Jo Müller für Paul Nellen als Moderator einsprang und ich statt Christoph Senz einen Einführungsvortrag hielt.

Die Ursprungsidee für den Abend ging auf eine Kolumne von SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Jan Fleischauer sowie meine Antwort auf dessen Artikel zurück. Er forderte angesichts der Ukraine-Krise im März "Fracking für die Freiheit" und argumentierte, man müsse sich für unabhängigere Außenpolitik unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen. In meiner Replik darauf wollte ich darauf hinweisen, dass Fracking nur einen winzigen Teil der russischen Gasimporte ausgleichen könne und mit hohen Risiken verbunden sei. Etwa 30 Besucher wollten diese Diskussion verfolgen, allerdings...

...allerdings schien so manche Argumentation von Jan Fleischhauer zu provokant, so dass erste Zuhörer bereits zu Beginn der Diskussion wieder dem Ausgang zustrebten. Er vertrat die Ansicht, dass in der Fracking-Diskussion sehr viel Irrationales in der Diskussion sei und warf den Fracking-Gegnern vor, diffuse Ängste zu pflegen, unter anderem vor dem, was da "aus der Erde kommen könne". Als Beleg führte er an, dass Fracking bereits seit den 1960ern auch in Deutschland praktiziert würde und erst jetzt - nachdem der Atomstreit gewonnen sei - sich das grüne Milieu neuen Schlachtfeldern zuwende. Die psychologische Dimension des Streits um Fracking bzw. hinsichtlich der Ausrichtung unserer Energieversorgung finde ich sehr spannend. Allerdings schien nicht jeder an dem Abend auf solch eine Debatte eingestellt.

Einigkeit auf dem Podium kam - in meiner Wahrnehmung - darüber zustande, dass über die Konsequenzen des Umbaus der Energieversorgung und des Verzichts auf Schiefergas und "Schieferöl" kaum diskutiert wird. Die Grünen, die Jan Fleischhauer als Lieblingsfeind erkoren hat (eine auf Gegenseitigkeit beruhende Verbindung), führen eine wachstumskritische Diskussion kaum noch, weil kaum Antworten da seien, die kompatibel zum gängigen Wählerwillen seien: Wie wolle man denn steigende Staatsausgaben und hohen materiellen Lebensstandard in Einklang bringen mit einer schrumpfenden Energiezufuhr und schrumpfender Wirtschaft? Mutige Systemdiskussionen, die aus dem Mantra "Egal wie wir Energieversorgung und Wirtschaft ausrichten, der Lebensstandard steigt" ausberechen, gibt es in der politischen Arena kaum noch.

Obwohl diese Überlegungen durchaus provokant daherkommen, empfand ich den Abend als lehrreich. Auch wenn das nicht alle so sahen, muss festgehalten werden: Es war der Versuch eine überfällige Diskussion zu führen. Eine Diskussion über die Widersprüchlichkeiten dieser Zeit, festgemacht an Fracking und Windrädern.

Dank an Paul Nellen und BUND für Organisation, Dank an Jo Müller für recht spontane Moderation, Dank an Jan Fleischhauer für interessante Diskussion. Dank an Zuhörer für kritische und konstruktive Fragen und Diskussionsbeiträge!

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Veranstaltung: “Fracking für die Freiheit?” in Hamburg

"Fracking für die Freiheit" forderte im März Jan Fleischhauer in seinem "Schwarzen Kanal" auf SPIEGEL ONLINE. Ich antwortete: Danke, Herr Fleischhauer! Meine Antwort auf seine Überlegungen führten dazu, dass Paul Nellen mit dem Postfossil-Institut und gemeinsam mit dem BUND nun zur Podiumsdiskussion nach Hamburg lädt:

"Fracking für die Freiheit?“ Norddeutschlands Energieversorgung zwischen Ukraine-Krise, Schiefergas und Energiewende

Dienstag, 27. Mai, 19 Uhr
Haus der Patriotischen Gesellschaft, Hamburg
"Kirchhof"-Saal, Trostbrücke 4

Fracking erschüttert nicht nur tiefe, mutmaßlich Erdgas führende Böden. Es lässt auch, mitten in der Energiewende, neue energiepolitische „Bruchlinien“ entstehen, seit mit der Ukraine-Krise wieder einmal die übergroße Öl- und Gasabhängigkeit Deutschlands von Russland spürbar wird. Das Versprechen, mit Fracking schnell an heimisches, billiges Gas zu gelangen, wirkt angesichts möglicher russischer Drohungen verlockend.

Noch halten die Schwüre, Fracking in Deutschland nicht weiter zu forcieren. Doch wie lange noch, zumal Nachbarländer wie etwa Polen die deutschen Hemmungen nicht haben? Welche Folgen hätte ein russischer Lieferstopp? Reichen unsere „Erneuerbaren Energien“ als Ersatz für russisches Gas und Öl? Gibt es ein „sanftes“ Fracking?

Darüber diskutieren:

  • Jan Fleischhauer, SPIEGEL ONLINE, Autor des Artikels "Fracking für die Freiheit"
  • Norbert Rost, Postfossil-Institut, Büro für postfossile Regionalentwicklung, Dresden
  • Einführungsvortrag: Diplom-Geologe Christoph Senz, Postfossil-Institut, Aachen
  • Begrüßung: Manfred Braasch, BUND Hamburg
  • Moderation: Paul Nellen, Postfossil-Institut, Hamburg

Um Weitersagen wird gebeten.

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Zur Gasversorgung Europas

Über 1200 Leserkommentare hat ein Artikel im österreichischen STANDARD, der sagt "Europa kommt ohne russisches Gas aus". (Das Thema ist anscheinend ziemlich heiß...) Der Artikel bezieht sich auf Überlegungen des Brüsseler Think Tanks bruegel, zu denen auch die Empfehlung gehört, man könne Gas durch Öl ersetzen, insbesondere im Heiz-Bereich und in der Industrie. Zwar bemerken die Autoren, dass Öl umgerechnet auf Gasenergie ein gutes Stückchen teurer ist, was sie aber nicht bemerken ist, dass

  • die freien Ölförderkapazitäten weltweit knapper geworden sind und
  • Europa ja nicht nur an russischem Gas, sondern in gleichem Maße an russischem Öl hängt.

Sollte ein Konflikt zur Eskalation führen, scheint es aus russischer Sicht seltsam, den Gashahn abzudrehen, aber den Ölhahn weiter aufzudrehen.

Schauen wir uns Europas Gasförderung und den Gasverbrauch an (aktualisierte Daten der EIA bis 2012), so fällt auf: Europa hat seinen Peak Gas in 2004 überschritten. 8 Jahre nach dem Gasfördermaximum von 337 Milliarden Kubikmetern lag die Gasförderung um 50 Milliarden Kubikmeter niedriger - ein Minus von 17%. Noch ist das erträglich:

Europa - Peak Gas in 2004

(mehr …)

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Fracking für die Freiheit: Danke, Herr Fleischhauer!

Endlich sagt mal jemand in einem großen Leitmedium die unmißverständlichen Worte:

Es ist nicht besonders klug, sich von jemandem abhängig zu machen, den man für einen Despoten hält.

Danke, Herr Fleischhauer, dass Sie die Energiesituation Europas und Deutschlands (und Dresdens) mal so auf den Punkt bringen! Wir sind abhängig von russischen Öl- und Gaslieferungen und das schränkt unsere Handlungsmöglichkeiten auf dem politischen Parkett stark ein. Jederzeit kann uns der Hahn abgedreht werden. Und wir sollten uns, sagen Sie, besser nicht darauf verlassen, dass Putin von dieser Abhängigkeit keinen Gebrauch macht:

Putins Waffe ist unsere Energieabhängigkeit. Fast 40 Prozent der Erdgas-Importe beziehen wir aus dem Land, das wir jetzt gerne mit Strafandrohungen vom Schurkenstaat in eine gemäßigte Diktatur zurückverwandeln möchten. Bislang hieß es immer, die Russen würden nie wagen, uns das Gas zu sperren, weil sie sich einen Lieferstopp nicht erlauben könnten. Darauf wird man sich in Zukunft nicht mehr verlassen wollen.

Sie sagen es! Wir sollten uns nicht mehr darauf verlassen, dass uns die Grundlage unserer Energieversorgung entzogen wird. Da sind wir uns absolut einig! (mehr …)

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Exxon-Chef Tillerson: Kein Fracking hinter meinem Grundstück

Die Fracking-Kritik bekommt unerwartete Unterstützung aus der Chef-Etage des größten US-Gasförderers ExxonMobil: Rex Tillerson, seines Zeichens CEO von Exxon, hat sich einer Klage angeschlossen, um die Vorbereitung von Hydraulic Fracturing ("Fracking") in der Nähe seines texanischen Grundstücks zu verhindern. Konkret geht es im ersten Schritt um den Bau eines Wasserturms, der die benötigten Wassermengen bereitstellen soll. Tillerson, so berichtet das WallStreetJournal, fürchtet um den Wert seines Grundstücks.

Da in Folge von Fracking-Aktivitäten mit hohen Verkehrsaufkommen durch schwere LKW sowie durch Lärm durch Aufbauten und das Fracking selbst zu rechnen ist, ist dies offenbar das Hauptargument für die Klage. Tillersons Anwalt betont, es gehe ihm um das spezielle Projekt, nicht um Fracking selbst. Das wäre nun auch sehr verwunderlich, sprach sich der Mann in seiner Rolle als oberster Shareholder der Firma ExxonMobil schon mehrfach für mehr Freiheiten bei den Umweltsauereien aus, die Fracking mit sich bringt. Nur wenn es darum geht, die schwerindustrielle Freiluft-Technologie im eigenen Hinterhof anzuwenden, kommen wohl Bedenken.

In Deutschland sprach sich kürzlich der CSU-Politiker Peter Ramsauer für Fracking aus. Es sollte zur politischen Bestandsprobe werden, ob die Technik auch im Großraum Traunstein eingesetzt werden darf.

Anderes:

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