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Förderrückgang in Großbritannien und Saudi-Arabien, Rückgang des Öl-Exports

Zwei interessante Webseiten, die sich mit Wirtschaftsfragen beschäftigen und dabei immer mal wieder auf das Erdöl zu sprechen kommen, sind die englischsprachige Seite Early Warning von Stuart Staniford und die deutschsprachigen Querschüsse. Letztere haben Mitte November einen Blick auf die britische Nordseeölförderung geworfen, erstere einen Blick nach Saudi-Arabien. Hinzu kommt ein Blick auf die globalen Öl-Überschüsse, die für den Export "übrig" bleiben, nachdem man den Eigenverbrauch der Förderländer von der Ölförderung abzieht. Da zeigt sich eine, für Import-Länder gefährliche, Lücke. (mehr …)

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News mit Öl-Bezug

Eher Off-Topic:

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Kashagan – der letzte Gigant?

Als Ölgiganten bezeichnet man Ölfelder, die eine förderbare Menge von mehr als 500 Mio. Barrel haben. Zurzeit gibt es 932 Ölfelder auf der Welt, auf die dies zutrifft. Diese Felder stehen für rund 40% der konventionellen Ölreserven, also den Reserven die mit relativ überschaubarem technischem Aufwand gewonnen werden können, und für rund 50% der Tagesproduktion. Viele Geologen gehen daher davon aus, dass sich Peak Oil an diesen Giganten entscheidet, da die vielen kleinen Ölfelder, die immer wieder gefunden werden, den Förderrückgang bei den Giganten kaum ausgleichen können.

Das Kashagan Feld

Einer der zuletzt gefunden Giganten ist das im Jahr 2000 im Kaspischen Meer entdeckte Kashagan Feld. Es gehört zu den größten Ölfunden der letzten 40 Jahre. Das Feld befindet sich im nördlichem Kaspischen Meer in der Nähe der Stadt Atyrau und somit mitten in der sog. „strategischen Ellipse“!

Das kaspische Meer

Das Öl ist gefangen in einer 75 km langen und 35 km breiten Struktur in einer Tiefe von rund 4,5 km. Es steckt in den Porenhohlräumen eines oberdevonischen bis mittelkarbonischen Kalksteins, der nach oben durch permische Schiefer abgedichtet ist. Dieser Kalkstein hat nur eine relativ geringe Porosität, also nur wenig Hohlräume, in denen sich das Öl gesammelt hat. Auch die sog. Permeabilität, die Verbindung der einzelnen Poren untereinander, ist relativ schlecht. Diese beiden Kennwerte entscheiden aber darüber, wie viel Öl gefördert werden kann. Aus den oben beschriebenen Gründen können von den 50 Mrd. Barrel die vorhanden sind, nur etwa 15-25% tatsächlich gefördert werden. Legt man eine förderbare Menge von 25% zugrunde, so können aus dem Kashagan Feld rund 13 Mrd. Barrel gewonnen werden. Das reicht immerhin um die Welt rund 7 Monate mit Öl zu versorgen, was ein beachtlicher Wert ist. Erschwert wird die Förderung aber durch vier wichtige zusätzliche Eigenschaften des Kashagan Feldes:

  1. Das Öl steht unter einem extrem hohen Druck von bis zu 760 bar, was für die Bohrungen eine extreme Herausforderung darstellt.
  2. Im Öl ist eine sehr hohe Konzentration von Schwefelwasserstoff gelöst. H2S ist sehr giftig und muss aufwendig abgetrennt und zurück in die Lagerstätte injiziert werden.
  3. Das Klima im kaspischen Meer kann getrost als sehr rau bezeichnet werden. Die Hälfte des Jahres ist die in nur 10 m Wassertiefe stehende Förderplattform von Eis eingeschlossen.
  4. Das Gebiet gilt als ökologisch sehr sensibel. Es ist u.a. der Laichgrund des Beluga-Störs.

All diese Faktoren haben dazu geführt, dass der Produktionsbeginn des Ölfelds sich um rund 8 Jahre verzögert hat. Die erste (von drei) Ausbaustufe(n) hat bisher rund 39 Mrd. US-Dollar verschlungen. Der Nachrichtendienst Bloomberg meldete gestern, dass das Kashagan Feld voraussichtlich in den nächsten Monaten in Produktion geht. Es wird damit gerechnet, dass die Produktion 2012 mit einer Tagesförderung von 75.000 Barrel beginnt und das der Förderpeak in der dritten Ausbaustufe etwa 2021 bei rund 1,2 bis 1,5 Mio. Barrel Tagesproduktion erreicht wird. Laut Bloomberg ist das Feld trotz seiner Größe für die daran beteiligten Investoren eine Enttäuschung, da die Erschließungskosten bisher etwa 15 Mrd. Dollar höher waren als ursprünglich geplant.

Fazit

Durch den geologisch bedingten Rückgang aus bestehenden Ölfeldern müssen jedes Jahr etwa 3 - 4 Mio. Barrel Tagesproduktion neu auf den Markt gebracht werden, nur um die Produktion auf dem heutigen Niveau zu halten. Das heißt jedes Jahr 3-mal Kashagans Spitzenproduktion! Deutlich wird an diesem Ölfeld, das die Zeiten des „billigen Öls“ definitiv vorbei sind und der Aufwand, den unvermeidlichen Rückgang der Weltölproduktion hinauszuzögern, jedes Jahr größer wird.

Weiterführende Informationen:

http://www.bloomberg.com/news/2011-11-16/biggest-oil-find-in-decades-becomes-39-billion-cautionary-tale.html

http://www.offshore-technology.com/projects/kashagan/

http://www.peakoil.net/AIMseminar/UU_AIM_Robelius.pdf

http://www.tsl.uu.se/uhdsg/Publications/GOF_decline_Article.pdf

http://uu.diva-portal.org/smash/record.jsf?pid=diva2:169774

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Syrien, Iran und Konflikte in der Strategischen Ellipse

Selbst für geopolitisch interessierte Ohren ist der Begriff noch längst nicht selbstverständlich: Die "Strategische Ellipse". Geprägt wurde der Begriff von der Zeitschrift Osteuropa. Er kennzeichnet ein Gebiet, "das sich vom Nahen Osten über den Kaspischen Raum bis in den Hohen Norden Russlands erstreckt. Darin befinden sich etwa zwei Drittel der weltweit bekannten natürlichen Erdöl- und Erdgaslagerstätten, die sich nach heutigem Stand wirtschaftlich fördern lassen (Reserve). Konkret betrifft dies Länder wie Saudi-Arabien, Russland, Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Irak, Kuwait und Kasachstan." Einer Peak-Oil-interessierten Öffentlichkeit wurde der Begriff mit der Bundeswehr-Studie zu Peak Oil bekannt, von deren Seite 10 obiges Zitat stammt.

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Veranstaltungen + Presseschau

Folgende mit Peak Oil verbundene Veranstaltungen stehen bevor:

In Planung: Transition Town Leipzig plant Veranstaltungsreihe für Anfang 2012, Friedrich-Ebert-Stiftung plant Reihe in Dresden für 2012

Die Presse berichtet:

Extra:

  • Video: Prof. Harald Welzer spricht vor Schülern auf der BMU-Umweltbildungskonferenz über "Möglichkeitsräume für Veränderung" und schrammt dabei Wachstumskritik und Ölfördermaximum: Teil 1, Teil 2, Teil 3

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Blut der Welt – eine Filmkritik

Am 16. und 17. November zeigte das ZDF eine sehr aktuelle Dokumentation, die sich in zwei Teilen mit dem "Blut der Welt" befasste: Dem Erdöl. Dabei geben die Filmemacher sehr anschaulich und hochaktuell Einblicke in die weltweite Ölförderung, lassen Akteure der grade frisch eröffneten Nordstream-Pipeline zu Wort kommen (Ex-Kanzler Gerhard Schröder und jetzt Aufsichtsratschef des Projekts), beleuchten die modernen Fördertechniken und Explorationswege für Öl und Gas, lassen Peak-Oil-Warner wie Colin Campbell zu Wort kommen und umreißen damit recht umfassend die Ausbeutung der globalen Energierohstoffe. (mehr …)

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Vortrag: Peak Oil und die Sachsen-Studie

Christoph Senz war am 25. Oktober 2011 nach Dresden eingeladen, einen Überblick über Peak Oil zu geben, den ich ab Minute 49 mit Erkenntnissen zur Situation in Sachsen angereichert habe. Die Vorträge wurden aufgenommen und mitgeschnitten:

 

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TV-Tipp: Das Blut der Welt

Das ZDF zeigt morgen und übermorgen spätabends eine zweiteilige Doku über Öl: Das Blut der Welt.

  • Mittwoch, 16.11.2011, 23:30 Uhr: Kampf um Öl
  • Donnerstag, 17.11.2011, 23:15 Uhr: Öl der Zukunft

Ankündigungstext: Nie war die Nachfrage größer als heute. Das liegt vor allem am Energiehunger der Schwellenländer China, Indien und Brasilien. Allein China ist für ein Drittel des weltweiten Wachstums des Erdölverbrauchs verantwortlich. In ihrer zweiteiligen Dokumentation berichten Stefan Aust und Claus Richter von den Brennpunkten des weltweiten Ölbusiness, angefangen von der deutschen Bohr- und Förderplattform Mittelplate im Wattenmeer bis zur boomenden Offshore-Industrie im Golf von Mexiko.

(Dank an O. Sitt für den Hinweis!)

Peter Marwitz von konsumpf.de empfiehlt Online-Sehern währenddessen die Arte-Doku "Das Öl-Zeitalter".

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Griechenland muss Öl aus Iran kaufen – andere liefern nicht

Griechenland erlebt möglicherweise dieser Tage sein nationales "Peak Oil". Hintergrund: Aufgrund der Finanzkrise stellen Länder wie Russland, Aserbaidschan und Kasachstan die Lieferungen von Öl ein. Es findet sich offenbar niemand, der die Lieferungen (zwischen)finanziert. 2010 lieferte Russland noch 46% der griechischen Importe. Während es dazumal noch 16% aus Iran waren, steigt das Land jetzt zum Hauptlieferanten für Griechenland auf. Iran wird von den USA mit einem Handelsembargo blockiert, weshalb es ihm schwer fällt, seine Öl-Produktion zu verkaufen. Entsprechend dankbar dürfte man für weitere Abnehmer sein, angeblich hat Iran Griechenland für die Öllieferungen unlimitierten Kredit eingeräumt. (mehr …)

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Sachsen? Nicht auf Peak Oil vorbereitet! – auf Telepolis

Für Telepolis habe ich einige Erkenntnisse der Studie "Peak Oil - Herausforderung für Sachsen" zusammengefasst. Der Artikel ist heute erschienen:

Telepolis: Sachsen? Nicht auf Peak Oil vorbereitet!

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