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Sommer 2016

Dieses Blog lebt, wie man an 265 Diskussionsbeiträgen unter dem letzten Post beobachten kann.

News im Telegrammstil:

  • die ASPO Deutschland hat Ugo Bardi zu ihrer Jahrestagung nach Berlin eingeladen. Die findet am 24. Oktober im Dietrich-Bonnhöfer-Haus in Berlin Mitte statt: http://energiekrise.de
    • Ugo Bardi war zahlreiche Quelle für diverse Artikel auf Peak-Oil.com. Er schreibt das Blog Cassandra's Legacy und diskutiert die gesellschaftliche Entwicklung von der Erwartungshaltung eines möglichen Seneca Effekts aus: Eines sich selbst beschleunigenden Rückgangs der globalen Erdölförderung.
    • Gelegenheit für ein peak-oil.com-Lesertreffen?
  • Marcus Kracht hat die Rolle eines Schriftführers bei der ASPO eingenommen
  • es gibt eine öffentliche Debatte über flexible Treibstoffsteuern, die wir hier Anfang 2015 diskutiert haben. Politik-Reaktionszeit: 1,5 Jahre. Immerhin :-)
  • Dresden ist in der zweiten Phase des Zukunftsstadt-Städtewettbewerbs. Die "verbrennungsmotorfreie Stadt" ist Teil der erarbeiteten Vision eines nachhaltigen Dresdens 2030+. Meine ersten Reflektionen über den herausfordernden Prozess.
  • https://twitter.com/postfossildd
  • Mich erreicht die Frage, ob die Filmemacher von Spongebob S10E22 eine Geschichte über Öl gemacht haben.
  • Saudi Arabien fördert Rekordwert von 10,9 Millionen Barrel Öl täglich. Interessante Begründung. Osama bin Ladins Lieblingssohn ruft zum Umsturz auf. Wie realistisch Saudi Arabische Politik ist, zeigt die Vision von Mohammed bin Salman, das Land könne schon bis 2020 ohne Öl auskommen.
  • Norwegen mit Verbrennungsmotorneuzulassungsverbot ab 2025? Hoax!

Diskussion: Eröffnet!

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11 Kommentare to “Sommer 2016”

  1. Hendrik Altmann sagt:

    Ich denke wenn es wieder Verhandlungen über ein einfrieren der Fördermengen geht ist es von Vorteil wenn die Fördermenge nahe am maximal möglichen steht, das bedeutet aber dann wohl auch das jegliche Absprachen eh keinen Effekt haben werden, weil einerseits dann alle nahe am Maximum fördern andererseits Länder die sich noch nicht dort befinden wohl kaum geneigt sein werden sich an einer Begrenzung zu beteiligen.

    Was ich auf jeden Fall positiv sehe ist das die Ölproduzenten jetzt viel mehr Druck haben effizienter zu werden, das ist der Markt den ich haben will, auch hoffe ich ein wenig darauf das durch den Preiskrieg die Produktion für Teersand und Frackingöl noch weiter zurück geht.

  2. Michael Egloff sagt:

    Insgesamt fördert die gesamte OPEC auf Rekordniveau. Derzeit über 33 Millionen Barrel am Tag. Und Länder wie der Iran oder bei noch nicht erkennbarer Verbesserung der Sicherheitslage der Irak haben noch einiges an Potenzial.
    Die USA haben nach dem Fördermengenrutsch um über 1 mb/d derzeit eine Stabilisierungsphase erreicht und zuletzt die Förderung sogar wieder um über 0,1 mb/d gesteigert. Es scheint nicht ausgemacht, dass es dort weiter zügig bergab geht mit den Fördermengen. Anscheinend ist in einem Teil der Shales die Förderung auf dem aktuellen Preisniveau zumindest kostendeckend dank der technologischen Verbesserungen der letzten Jahre. Die Bohraktivität nimmt gegenwärtig wieder etwas zu – in der vorletzten Woche immerhin um 17 Rigs.
    Und auch auf dem reduzierten Niveau sind die USA nach wie vor das Land mit der größten Bohraktivität weltweit.
    Alle diese Entwicklungen legen den Schluss nahe, dass wir geologisch gesehen noch deutlich entfernt von einem globalen Peak Oil sind. Vermutlich wird der Peak erst im Verlauf der 20er Jahre bei über 100 mb/d überschritten werden. Wie sich auf Grund der Preisbaisse verminderte Investitionen in neue Projekte und in die gesamte Ölinfrastruktur mittelfristig auswirken, bleibt abzuwarten. Vermutlich wird, wie ich schon einmal schrieb, der Peak Oil eher bestimmt sein durch finanzielle Gegebenheiten als durch geologische. Ohne die Rolle der Geologie nterzubewerten, die natürlich letztendlich die entscheidende Grenze setzen wird.
    Sind das nun gute Nachrichten, dass wir offensichtlich noch relativ deutlich vom geologischen Peak Oil (und Peak Gas) entfernt sind?
    Kurzfristig könnte man das so sehen, erlaubt es und doch, den immer weiter wachsenden Energiehunger der Menschheit zu stillen. Und den Prozess des höher, weiter, schneller für immer mehr Menschen bis auf Weiteres aufrecht zu erhalten.
    Auf Sicht der nächsten Jahrzehnte, also auf Sicht der Zeit bis 2050…2070, und erst recht darüber hinaus, dürfte das jetzige Szenario jedoch das Schlechtestmögliche sein. Immer mehr Menschen in Ländern mit sich erschöpfender natürlicher Ressourcenbasis, speziell in Afrika und Südasien, immer mehr Menschen in gewaltigen Megacities, immer mehr Emissionen aller Art (insbesondere der klimarelevanten gasförmigen), immer mehr Waffen weltweit… usw
    Wir verschieben die große Krise erfolgreich und bauen dafür permanent die Fallhöhe aus. Und sorgen dafü

    • Michael Egloff sagt:

      Opps, versehentlich zu früh abgesendet…
      …und sorgen dafür, dass die Schäden an unserer Biosphäre immer größer werden.
      Der Juli war weltweit der 15. Rekordmonat in Folge, was das durchschnittliche Temperaturniveau angeht. Trotz nunmehr nicht mehr vorhandenem El-Nino-Enfluss. Eine solchen permanenten Temperaturschub gab es nie zuvor, seit das Wetter weltweit statistisch erfasst wird. Nach der Stagnation der Erwärmung zwischen 2000 bis 2012 (die es übrigens z.B. in der Arktis und in den Weltmeeren nicht gegeben hat) haben wir es anscheinend nun mit einer deutlichen Beschleunigung der Temperaturerhöhung zu tun. Was insbesondere wiederum besonders Afrika und Südasien negativ betrifft, und zukünftig auch immer mehr die Küstengebiete weltweit mit ihren gewaltigen Ballungsräumen der Bevölkerung.
      Freuen wir uns also über weitere 10 Jahre billiger Energie und wundern wir uns weiter über immer mehr anschwellende Migrationsströme.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Ich zweifel immer noch daran das die Effizienz so stark bei der fracking und teersand Produktion gestiegen ist, der durchschnittliche break even point für die fracking Produktion lag vor 2 Jahren noch bei 70 Dollar am Bohrkopf und soll nun auf unter 40 Dollar gefallen sein?

        Das wäre eine Effizienzexplosion in kürzester Zeit, scheint mit persöhnlich nicht wirklich nachvollziehbar.

        Falls das allerdings doch der Fall sein sollte hätten Effizienzfortschritte den fallenden ERoEI bei Öl deutlich überkompensiert und die Ölproduktion auf hohen Niveau für längere Zeit stabilisiert, das wäre sehr überraschend und gibt uns auch mehr Zeit andere Bereiche der Energiebereitstellung effizienter zu machen.

        Ich bleibe hier skeptisch, da solch große Effizienzsprünge so weit fortgeschritten auf der Grenznutzenkurve kaum mehr möglich sind und denke wir sollten das erst einmal weiter beobachten um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

        • Michael Egloff sagt:

          Es ist beim Fracking in den letzten Jahren sehr viel verbessert worden. Mit neuer Bohrtechnik wird heute schneller und noch genauer gebohrt (MRC = maximum reservoir contact), Jedes Bohrteam schafft also heute pro Zeiteinheit mehr Bohrkilometer.
          Die Abstände zwischen den Horizontalbohrungen wurden weiter optimiert und die Horizontalbohrungen sind länger geworden, das Design der Öfnnungen, durch die die Frackingflüssigkeit gepresst wird, wurde verbessert, die Zusammensetzung der Frackingflüssigkeit und die Stützmittel wurden weiter optimiert – was alles zusammengenommen dazu führte, dass heute pro Well größere Mengen gefördert werden, als vor einigen Jahren.
          Was aber meines Wissens nicht zu einer wirklich signifikanten Verbesserung der Recovery Rate geführt hat. Die ist nach wie vor lausig.
          Ich vermute aber, dass man mittlerweile schon ziemlich weit in Richtung des physikalisch machbaren gekommen ist, dass also bedeutende weitere Verbesserungen immer unwahrscheinlicher werden. Aber die Kosten pro Barrel konnten zunächst teils deutlich gesenkt werden. In den nächsten 10 Jahren werden allerdings die ertragreichsten Beriche der Shales allmählich knapper. Die Anteile der minderwertigeren Bereiche werden allmählich zunehmen und nach meiner Vermutung den technologisch verursachten Kostensenkungsprozess allmählich wieder umkehren.

          • Eulenspiegel sagt:

            Was aber auch zusätzlich gemacht wird ist nur noch in den nachgewiesenen besten Kerngebieten zu bohren (sweet spots), und nicht mehr wie im Boom sämtliche Gebiete weiträumig zu erkunden. Ein Teil des Effizienzgewinns kommt daher, einfach indem weniger „Blindgänger“ unter den Bohrungen sind.

            Desweiteren muß man sehr vorsichtig mit der Berechnung sein – die Frackingfirmen brauchen einen Zufluß neuer Kredite, und den gibt es nur wenn die Musik spielt. Da machet dann eine Bohrung schnell Gewinn, auch wenn dieser bei Berücksichtigung aller Kosten ein Verlust wäre.

            Das ist wie mit jetzt noch angestarteten Tiefseeölprojekten – jeder hofft dem anderen geht früher die Luft aus und man steht dann mit sprudelnden Quellen da wenn das Öl wieder 80 – 120 $ kostet.

            • Michael Egloff sagt:

              Das ist richtig, Eulenspiegel.
              Deswegen vermute ich, dass in 10 bis 15 Jahren unabhängig vom Ölpreis der Frackingboom weitgehend durch ist in den USA, weil dann wirklich nur noch die miesesten Bereiche übrig sind, die flächenmäßig einen erheblichen Anteil an den Shales haben. Die Durchschnittsfördermengen differieren zwischen den sweet spots und den bisher ausgebeuteten schlechtesten Bereichen um deutlich mehr als den Faktor 10 nach meinen Informationen.
              Während also an den eng begrenzten besten Stellen noch 30 Dollar pro Barrel halbwegs auskömmlich sind (was nach meinem Informationsstand der Fall ist), würden in den minderwertigen Bereichen selbst Ölpreise von 250 Dollar nicht zur Kostendeckung ausreichen. In den Gasshales ist die Spreizung ähnlich.
              Da man sich nun gezwungenermaßen auf die ertragreichsten Bereiche beschränken muss, werden in 10 bis 15 Jahren fast keine hoch ertragreichen Stellen mehr zur Verfügung stehen, die man wenigstens zum Mix mit den weniger ertragreichen Stellen heranziehen kann.
              Diese extreme geologische Inhomogenität ist übrigens wohl auch der Grund, dass einige Frackingfirmen schon bei Ölpreisen um/über 100 Dollar stark defizitär wirtschafteten und am Rande des Bankrotts standen, während andere Firmen sich noch bei heutigen Preisen einigermaßen über Wasser halten. Je nachdem, welche Claims man zugeteilt bekam.

              Beim Teersand ist die Situation vergleichbar. Es ist ein riesiger Unterschied, ob die Obertkante der Bitumenschicht in 20 oder 60 Meter Tiefe liegt, oder ob sie einen Ölgehalt bon 12 oder 5% hat. Und welche Mächtigkeit sie auffweist. Oder ob sie bergbautechnisch oder „in situ“, also unterirdisch mit Dampfeinsatz, ausgebeutet werden kann.
              Deshalb ist es extrem irreführend, darauf hinzuweisen, dass die Teersandgebiete in Kanada eine Ausdehnung von der Fläche Griechenlands haben. Ein größerer Teil dieser Gebiete wird niemals ausgebeutet werden.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Also abwarten wie sich der Markt und die Produktion 2017 entwickeln,um genauer zu sagen ob Effizienzgewinne den Peak nach hinten verschoben haben, bei der Förderung mit Frackingmethoden?

                Ich sehe eine Verschiebung auf jeden Fall positiv, so steht mehr Zeit zur Verfügung um andere Methoden der Energiebereitstellung effizienter werden zu lassen, wenn auch nicht viel Zeit.

        • m. sastre sagt:

          Sehe ich im Prinzip genauso. Was aber im Frackingbereich nicht unterschätzt werden darf, sind die in der vorhergehenden Boomphase überdurchschnittlich gestiegenen Arbeitskosten/Löhne, die auf den damaligen Förderpreis sicherlich Auswirkungen gehabt haben. Dies betrifft nicht nur die Förderunternehmen selber, sondern sicherlich die gesamte Zulieferindustrie, die aufgrund der starken Nachfrage eine hohe Gewinnspanne realisiert haben dürfte, die jetzt abschmilzt. Wenn jetzt also die Löhne sinken bzw. sich dem aktuellen amerikanischen Lohnniveau wieder etwas annähern, die Ausrüstungsproduzenten durch Kampfpreise zu bestehen versuchen und zudem ein nennenswerter Markt für gebrauchte Ausrüstungen entsteht, dann schlägt dies bei den Gesamtförderkosten sicher durch.

  3. Ert sagt:

    „Gelegenheit für ein peak-oil.com-Lesertreffen?“

    Am 24.10 in Berlin – also für mich wäre das möglich + das das Vortragsprogram auch sehr interessant ist. Einzig müsste ich um 19:35 zurückfahren (letzter Zug).

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