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Auferstehung einer Meldung II: Focus Money entdeckt Australiens Saudi Arabien

Medienkritik wird seit der Ukraine-Krise lauter. Ein Glanzstück schlechten journalistischen Handwerks liefert FOCUS MONEY. Unter dem Titel Ein "neues Saudi Arabien": Das Märchen vom Ende des Ölbooms liefert ein anonymer Autor "die Wahrheit" über Peak Oil und die weltweite Ölversorgung:

Angeblich geht die Ölförderung schon seit 1970 stetig zurück. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Für Panikmache besteht kein Grund. FOCUS-MONEY erklärt, warum die Ölvorräte gehen noch lange nicht zur Neige gehen.

Als Argument dafür, dass Diskussionen um Peak Oil nichts anderes als Panikmache seien, werden die Fracking-Erfolge in den USA seit 2005 herangezogen und als einziger Chart ebenfalls die US-Ölförderung gezeigt. Der Niedergang der europäischen Ölförderung seit 2002, die Stagnation der Weltölförderung außerhalb Nordamerikas seit 2005, die Vervielfachung des Ölpreises seit 2003 und viele weitere bedenkenswerte Risiken rund um die Ölfrage werden nicht angesprochen. Stattdessen darf der anonyme Autor die abiotische Entstehung von Erdöl suggieren und dies mit dem kindischen Verweis auf "Dinosaurier" als fossile Quelle begründen:

Bemerkenswert aber war, dass Hubbert von der Annahme ausging, Öl sei ein fossilier Brennstoff, eine biologische Substanz aus Überresten von Dinosauriern, Algen, Bäumen und anderen Lebensformen aus der Zeit vor 500 Millionen Jahren. So unwissenschaftlich der Öl-Mann die Theorie des fossilen Ursprungs untermauerte, so unprofessionell schien seine Schätzung der verbleibenden (förderbaren) Ölreserven in den USA.


Immerhin können die Autoren von Alles-Schall-und-Rauch oder der Facebook-Killuminati-Seite nun nicht mehr darüber jammern, dass die Mainstream-Presse ihre Thesen nicht recht aufgreift. FOCUS Money tuts. Und genau wie die beiden genannten Seiten vor einem Jahr die Meldung von vor 2 Jahren als Neuigkeit verkauften, tut dies nun (im September 2014) der FOCUS: 233 Milliarden Barrel Öl wurden in Australien gefunden,

...laut Kennern ein "neues Saudi Arabien".

268 Milliarden Barrel Öl sind laut CIA Factbook die Ölreserven Saudi Arabiens, die jedoch dummerweise (trotz ständiger Förderung) seit Ende der 1980er konstant sind. Das geologisch-technische Wunder ist nur politisch begründbar, soll aber hier nicht vertieft werden. Hier soll vielmehr die Glaubwürdigkeit des "Finanzmagazins" FOCUS MONEY angegriffen werden, welches solch unreflektierte Artikel veröffentlicht. Man sollte erwarten, dass ein Finanzmagazin ein paar grundlegende Recherchen anstellen kann und sei es nur durch Googeln. Schnell hätte man herausgefunden, dass die magische Zahl von 233 Milliarden Barrel im Arckaringa Basin nur durch eine einzelne Firma gestreut wird: Linc Energy. Diese Firma ließ sich im Sommer letzten Jahres von der australischen Börse entlisten und ist nun in Singapur gelistet. Der angeblich größte Ölfund der Weltgeschichte läßt die Aktie dort weniger als 1,20 US$ kosten. Das kann an zweierlei liegen:

  1. daran, dass Tight Oil-Reserven aufgrund ihrer viel aufwändigerer Fördermethode bei weitem höhere Kosten verursachen als die Giganten-Felder auf denen Saudi Arabien seinen Ölreichtum begründet und
  2. daran, dass die 233 Milliarden Barrel Reserven bei weitem überschätzt sind - im Sinne der Firmenleitung.

Wer nämlich auf der Webseite von Linc Energy liest, stellt fest: Es könnten auch nur 3,5 Milliarden Barrel sein - eine Zahl, die auch in der International Business Times zu lesen ist. Die Zahl von 233 Millliarden Barrel entstammt einer P2-Schätzung von Gustavson Associates. P2 bedeutet: Die geschätzen Mengen sind mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% auch wirklich vorhanden. DeGolyer and MacNaughton wiederum, die ebenfalls mit einer Schätzung von Linc Energy beauftragt wurden, schätzen 113 Milliarden Barrel mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% (P1-Schätzung). Allerdings basieren alle bisherigen Schätzungen offenbar rein auf seismischen Messungen, die nur wenig über die Porosität, die Permeabilität, den organischen Anteil des Muttergesteins oder die thermische Reife aussagen. Die ersten drei Probebohrungen hat Lync Energy erst jetzt im September veranlasst. Angesichts der Größe des fraglichen Gebietes von 16.000 km² (zum Vergleich: Sachsen ist 18.000 km² groß) werden drei Bohrungen aber nur ein sehr unvollständiges Bild bieten können (zum Vergleich: in Nord Dakota (Bakken) sind inzwischen 11.000 Bohrungen aktiv). Fraglich bleibt also nicht nur die Größe des Vorkommens sondern auch, wieviel davon wirklich förderbar ist, mit welchem Aufwand und welcher Geschwindigkeit.

Doch was dem FOCUS-Artikel unabhängig von der australischen Zahl fehlt, ist ein Verständnis für das Problem, vor dem wir stehen: Nein, die Ölvorräte gehen noch lange nicht zur Neige. Das behauptet auch niemand, der sich ernsthaft mit Peak Oil auseinandersetzt - auch wenn der FOCUS-Autor das meint. Vorräte werden noch Jahrhunderte lang im Boden sein. Worum es bei Peak Oil geht ist die Fördergeschwindigkeit, mit der diese Vorräte an die Oberfläche, ins Raffineriesystem und in die Tanks unserer LKW- und PKW-Flotte sowie in die Chemieindustrie fließen. Die Menge des Öls, die im Boden lagert ist von diesem Standpunkt aus nicht der einzige Faktor - viel wichtiger wiegt die Leichtigkeit, mit der sich Öl fördern läßt. Tight Oil, wie es im Arckaringa-Basin lagert ist mit der Fracking-Methode zwar förderbar, aber diese ist vergleichweise aufwändig. Statt große Mengen mit wenigen Bohrungen, wie es in Saudi Arabien möglich ist, werden kleine Mengen mit großen Bohrzahlen gefördert. Und zugleich riesige Mengen anderer Ressourcen benötigt: Insbesondere Sand und Wasser. Australiens Regierung mag von einem menschengemachten Klima-Wandel nicht überzeugt sein, aber die Dürren der letzten Jahre werden es schwierig machen, im abgelegenen australischen Süden die gleiche Förderintensität herbeizuführen wie in den Fracking-Gebieten der USA. Immerhin werden 12- bis 18 Millionen Liter Wasser für eine einzelne Fracking-Bohrung benötigt. Selbst wenn also große Mengen Öl im Linc-Energy-Lizenzgebiet lagern wird es mindestens schwierig und teuer werden, es zu fördern - und es wird langsam gehen.

Panikmache mag unangemessen sein. Aber mit schlechter Recherche so zu tun, als sei die Weltölförderung bis in alle Zeiten gesichert, ist ein Armutszeugnis für den FOCUS. Tiefgang hätte ein Artikel zu diesem Thema, wenn er sich bis zu der Frage vorgearbeitet hätte, wieviel Öl pro Tag denn aus solch einem großen Reservoir förderbar wäre. Erweitert um die Frage, wie der voraussichtliche Cash-Flow dieses Investments ausgesehen hätte, wäre es ein Artikel, der einem Finanzmagazin würdig wäre. Aber zum Schluß gilt vielleicht auch hinsichtlich Peak Oil das, was eine bekannte Politikerin über die jüngste Finanzkrise gesagt hat:

Es hat immer wieder Stimmen in der Wissenschaft gegeben, die nahezu alles, was eingetreten ist, vorausgesagt haben. Man könnte also auch sagen: Wir haben nicht richtig hingehört. Oder man könnte sagen: Wir haben auf die Falschen gehört.

(Dank an Christoph)

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22 Kommentare to “Auferstehung einer Meldung II: Focus Money entdeckt Australiens Saudi Arabien”

  1. Florian Hoppe sagt:

    @Focus Money: Forbes ging ja vor einigen Monaten noch weiter und meinte, dass man dank Fracking und Co. den Ölpreis wieder auf 75 Dollar pro Barrel drücken könnte und so ala Reagan die Russen wieder in die Knie zwingen könnte.

    @Medienkritik: Ich will nicht den Klugscheisser spielen, aber die am Anfang des Artikels erwähnten Nachdenkseiten schreien zwar jeden Tag über „Meinungsmache“, aber wenn es um ihnen unliebsame Themen geht sind Albrecht Müller und Co. keinen deut besser als die von ihnen gescholtenen „Mainstreammedien“. Das sieht man schon an deren Beiträgen zur Postwachstumsdebatte und diversen anderen Themen.

    Persönlich finde ich ja bei den derzeitigen „Niedrigölpreisen“ ja, dass Brent dadurch stärker gedrückt wurde als WTI, womit der „Gap“ aktuell wieder bei unter 4 Dollar liegt.

    In meinen Artikel zum Gap vom Vorjahr glaubte ich ja es lag an den Grenzkosten, aber ich lag damit falsch.

    Steffen Bukold sahs imo. richtig, dass die Verringerung des Gaps eher mit der gesunkenen Nachfrage zu erklären ist. (aktuell in Europa und China.)

  2. Hendrik Altmann sagt:

    @Folrian ich denke den Amerikanischen Öl Unternehmen würde ein Preis von 75 Dollar mehr weh tun, da 75 Dollar ne Menge Fracking Wells unrentabel machen würde. Und Egal wie viel gefrackt wird, was am Ende als Netto Energie rauskommt für die Produktivität, ist nicht viel. Und Fracking allgemein macht die Öl Unternehmen hoch verwundbar, den die Fracking kann nur Profit abwerfen mit einem hohen Ölpreis, das bedeutet je abhängiger die Öl Unternehmen von Fracking werden, desto verheerender würde eine Wirtschaftskriese auf die Öl Industrie wirken, da solche Kriesen den Ölpreis und die Nachfrage senken. Der Trend geht immer mehr in die Richtung, das Wirtschaft und Energie Industrie immer Instabiler werden durch die immer weiter fallende ERoEI.

  3. Hendrik Altmann sagt:

    Ach ja zur Abiotischen Theorie, selbst wenn es so wäre das Öl im Erdinneren durch chemische Prozesse erzeugt wird, ist doch die einscheidende Frage wie schnell diese Prozesse ablaufen.
    Ich meine wenn pro Jahr 100 Liter Öl im Erdinneren erzeugt werden, spielt die ganze Geschichte keine Rolle für uns…

    • Michael Egloff sagt:

      Hallo Hendrik,
      die Abioten sind doch totale Öl-Pessimisten.
      Nach deren Theorie hätte sich das heute vorhandene Öl innerhalb der letzten 1 Milliarde Jahre oder länger gebildet, so lange es halt die Erdkruste in etwa der heutigten Art gibt.
      Nach der biotischen These hat die Entstehung des heute vorhandenen Öls weniger als 200 Millionen Jahre benötigt. Mehr als 5 mal so schnell.
      Diesen Widerspruch bekommen die Abioten nicht mal mit.

      Nach unserer Theorie kann also die nächste Öl-Fete schon wieder in 100…150 Millionen Jahren beginnen.
      Und wir wissen ja: die Zeit vergeht wie im Fluge.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Warte nicht so schell, in dieser Zeit sind die tektonischen Platten immer wieder zusammen und auseinander gedriftet, das und anderer Vulkanismus, hat immer wieder große Mengen Erdöl, Kohle, Erdgas und Methanhydrat verbrannt, ganz natürlich. Das gehört zum natürlichen Kohlenstoff Kreislauf der Erde. Ich halte die abiotische Theorie nicht für völligen Blödsinn, es könnte durch aus sein, das im Erdinneren Mengen von Methan und anderer noch komplexerer Kohlenstoffverbindungen enstehen können, aber ich denke viel zu langsam als es für uns interessant sein könnte. Der große Teil der Erdöl Vorräte, ist nachweislich biologischen Ursprungs.

        • Michael Egloff sagt:

          Für Methan würde ich eine abiotische Entstehung auch nicht völlig ausschließen, für Öl allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Genau so, wie für Kohle.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Methan ist theoretisch möglich, bei komplexeren Verbindungen wird es schwierig, ich halte komplexe Verbindungen auch für unwahrscheinlich aber komplett ausschließen möchte ich es nicht, hab allerdings da jetzt auch nicht so die Ahnung. Auf jeden Fall wäre der gesamte Prozess extrem langsam, und deshalb spielt es halt absolut keine Rolle für uns, genauso biotische Bildung von Erdöl, alles sehr langsame Prozesse viele Millionen Jahre….

  4. Michael Egloff sagt:

    233 Gb, es könnten aber auch nur 3,5 Gb sein…
    Dagegen ist ja die Kaffeesatzleserei eine exakte Wissenschaft.
    Überall grassiert die Extremschätzeritis.
    Die Venezulaner kündigen mal locker an, dass bis zu 6 mb/d aus den Orinoco-Teersänden zu erreichen wären, der Irak hat plötzlich bis zu 180 Gb Reserve, die USA kündigen an, den Weltmarkt mit ihrem Öl und Gas zu fluten…
    Und ständig wird ein neues Saudi-Arabien ausgerufen: Kasachstan, Westafrika, Brasilien, Kanada, North Dakota – es wimmelt nur so von Saudi-Arabiens.
    Das reicht ja locker, um den CO2-Anteil in der Atmosphäre auf den 4-fachen Wert der vorindustriellen Zeit hochzukatapultieren.
    Und toll: die Menscheit bekommt noch mehr Großflughäfen, noch mehr Giga-Shoppingmalls, noch breitere Autobahnen, noch mehr Riesenfischtrawler mit kilometerlangen Fangnetzen, noch mehr Kettensägen für (bzw gegen) die letzten Primärurwälder und fast doppelt so viele Stadbewohner, wie heute schon.

    Kniet mit mir, dies Glück zu preisen.

  5. Klaudia sagt:

    Ach ja, der LOCUS… das Käseblättchen, das die ganzen Sachen bringt, die selbst der BLÖD-Zeitung zu unseriös sind…

    Man könnte drüber lachen, wenn es nicht so viele Menschen geben würde, die das glauben… nur zu gerne glauben wollen.

    Danke für die Analyse bzw. den Realitäts-Check!

  6. Stefan Wietzke sagt:

    Wieder ein Beweis dafür, dass man vielleicht nicht unbedingt besonders blöd sein muss um als Journalist Artikel zu veröffentlichen, aber es scheint die Sache ungeheuer zu erleichtern.

    Um ein bei vielen Kindern beliebtes Buch zu zitieren: „Ich bin nur von Idioten umgeben.“ oder A.Einstein: „Bei vielen Menschen ist das Gehirn eine Verschwendung. Das Rückenmark reicht völlig aus.“

    Der Ölpreis geht zurück, weil die OECD-Nachfrage um 7 Mb/d seit 2005 eingebrochen ist. 3 Mio. gehen auf Fracking der Rest auf den Zusammenbruch der Mittelschicht in den USA und Südeuropa. Das Wachstum der Emerging Markets schwächelt, da steigt die Nachfrage langsamer. Unter diesen Bedingungen hätte der Ölpreis komplett abstürzen müssen. Ich hätte da eher Preise on 40$ erwartet, falls noch einigermaßen Reserven da wären. Denn es Ölfelder, deren Produktionskosten bei etwa 20$ liegen. Das Preise auch von der Nachfrageseite abhängen, haben die nicht verstanden.

    Aber Blätter wie Focus Money sind ja ohnehin nur die Bildzeitung im Wirtschaftsbereich.

    Und es gibt ja auch Blitzbirnen die meinen das ein Wiederanstieg der arktischen Eisbedeckung von -95% unter normal auf -93% der Beweis dafür ist, dass die Arktis ja gar nicht abschmilzt.

    Tut mir Leid Jungs, aber da muss man sich schon mal aufregen.

  7. Stefan Wietzke sagt:

    Aber vielleicht sehe ich das auch falsch. Ein anonymer Autor. Ist ja wie schlechte Propaganda aus dem Reichspropagandaministerium. Die müssen ja schon ganz schön verzweifelt sein, wenn sie zu solchen Mitteln greifen.

  8. peakenergy sagt:

    Leider finden sich in unseren Leitmedien viele solcher Berichte. Sie zeichnen sich immer wieder durch folgende Punkte aus:

    1) Kein kritisches verifizieren der Informationsquelle. Es würde schon eine Rückfrage bei konservativen Institutionen wir der IEA oder BGR reichen.
    2)Die komplette Abwesenheit von gesundem Menschenverstand.
    3) Das Fehlen jeglicher Form von
    Mengenbilanzen. Bestes Beispiel ist dieser Artikel hier vor ein paar Tagen in der Zeit:
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-09/kanada-oel-energielieferant-europa

    4)Das Fehlen von jeglicher technischer oder geologischer Expertise. Diese Geologen und Wissenschaftler stören nur bei der „korrekten“ Urteilsfindung und Verurteilung.

    5) Die Frage: „Wem nützt es?“ wird niemals gestellt.
    6) Die meisten von diesen Artikeln werden von Philosophen, Historikern, Wirtschafts-wissenschftlern und Germanisten verfasst.
    Also von genau denen, die ein sehr tiefes Verständnis der Energiewelt besitzen.

    Fazit: Propaganda vom Feinsten! Und wir fallen auf solche Artikel der Kategorie Klick mich! rein und schreiben uns die Finger in den Kommentaren wund! Es geht schon lange nicht mehr um Information im eigentlichen Sinn. Das Schlimme ist nur: Da ist noch jede Menge Luft nach unten!

    Marcus Kracht hat es in seinem Skript „Demut“ als „Rückzug der Naturwissenschaft “ beschrieben. Rationale und sachliche Argumente haben gerade so gar keine Konjunktur (abgesehen von so „Spinnerforen“ wie diesem hier). Das erleben wir gerade. Die breite Masse fällt auf Dauer wieder in die Zeit vor Galilei. Damit meine ich noch nicht einmal die esoterischen Edelsteinstreichler und Mondphasenpflanzer. Die suchen jedenfalls noch nach systemischen Zusammenhängen in unserer Welt und haben einen Respekt vor unserer Natur. Heute sind es die wirtschaftlichen Optimierer, die nur das betrachten, was einen finanziellen „Gewinn“ abwirft. Alle Erkenntnis, die diesem Gewinnstreben widerspricht, wird geflissentlich ignoriert/negiert. Darum finden all die Systemanalytiker wie zum Beispiel Meadows/Randers oder Rees und Wackernagel mit ihrem Carbon Footprint keinerlei Gehör.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Da stimme ich dir zu, hatte hier ja vor einer Weile auch schon mal erwähnt, das nur die Klicks zählen für ein Medien Unternehmen, damit wird heute Profit generiert.
      Wenn die Headline Kontrovers ist und der Inhalt des Artikels die Gemüter erhitzt, ist das schon mal ne sichere Profit Quelle. Da spielt es gar keine Rolle wie nah die Information an der Wahrheit ist, oder von welcher Qualität die Information ist.

      • Norbert Rost sagt:

        @Hendrik: Aber man kann einem Artikel schon anlesen, ob Herzblut drinsteckt. Ob dem Schreiber wichtig ist, was er schreibt. Bei eben jenem Focus-Artikel ist das der Fall, behaupte ich. Und dann tut’s dem Autor schon ein bissl weh, wenn ein anderer so klugscheißerisch drüber herzieht. Kenn‘ ich aus eigener Erfahrung :-)

        • Hendrik Altmann sagt:

          Naja Norbert, ich glaube ja nicht das du hier mit deiner Seite Geld verdienen willst, du machst das hier ja für die Leute die sich für die Thematik interessieren. Aber die Medien Unternehmen sind schon ziemlich unter Druck geraten mit dem Internet, die Zeitschriften Verkäufe sind rückläufig und dann muss sich so ein Unternehmen halt anders finanzieren. Ich kann mir eigentlich kaum Vorstellen das der Autor von dem Focus Bericht wirklich so denkt, wenn ja tut er mir ein bissl leid.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Na da muss ich doch mal eine Lanze für die ganzen anderen Fächer brechen. Ich kenne sogar Juristen, die sich intensiv inhaltlich in die Fachgebiete einarbeiten, für die sie juristisch beraten. Und Idioten gibts überall. Und die Schreihälse vorne gehören im allgemeinen ja selten zur intellektuellen Zierde ihres Faches.

      Aber die Tendenz zu einer gewissen „Antiaufklärung“ kann man schon wahrnehmen. Um so mehr Ängste auflaufen um so mehr wird sich in irationale Erklärungs- und Lösungsansätze geflüchtet.

  9. ert sagt:

    Geheimgehaltener Peakoil-Bericht der Australischen Regierung:http://peakoil.com/publicpolicy/australian-government-tries-to-hide-its-own-peak-oil-report

    Die Beben von 2017 aus…. Dann nur noch Abwaerts.

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