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Peak Oil: Der Stand der Dinge 2014

Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich ein Zwischenfazit gezogen: Wo stehen wir hinsichtlich des globalen Ölfördermaximums? Damals lagen Daten der EIA bis April 2013 vor. Heute liegen Daten für 12 weitere Monate vor: Bis April 2014. Die folgende tabellarische Darstellung unterteilt die Welt in jene Ölförderregionen, wie sie die EIA vorgibt. Dabei fällt auf:

  • Die Weltölförderung hat auch in den vergangenen 12 Monaten zugenommen. Die Ölförderung steht an einem Allzeithoch - nie zuvor wurde auf dem Planeten mehr Öl gefördert als heute. Ein globaler Peak Oil ist nicht erreicht.
  • Europa ist die Weltregion, deren Ölförderung weiterhin am stärksten zurückgeht. 60% weniger Rohöl und Kondensate werden heute gefördert als zum Zeitpunkt des europäischen Ölfördermaximums anno 1999. Biokraftstoffe und Co. haben dafür gesorgt, dass die Gesamtmenge am "Flüssigenergie" leicht gegenüber dem Vorjahr zunahm, aber die Veränderungen sind marginal.
  • Afrika hat seinen Peak überschritten. Von 2012 zu 2013 schrumpfte die Ölbereitstellung um 6,7%, gegenüber dem Allzeithoch im Dezember 2007 wurde im April 2014 fast ein Viertel weniger Öl gefördert.
  • Zentral- und Südamerika, Eurasien und der Nahe Osten verlieren auf Monatsbasis gesehen zwar von Sommer 2013 bis April 2014 ein paar Prozente Ölförderung, aber die Zahlen sind nicht eindeutig, um das Überschreiten des Peaks für diese Weltregionen eindeutig festzustellen.
  • Nordamerika ist die einzige Weltregion, die ihre Ölförderung weiter steigert - und dies sehr beachtlich! Um 7,55% hat die Ölförderung von 2012 zu 2013 zugenommen und damit den entscheidenden Beitrag zur Steigerung der weltweiten Ölförderung geliefert.
Weltregion Crude+Condensate all liquids
bisheriges Fördermaximum
(in Mio Barrel pro Tag)
Zeitpunkt Veränderung seitdem bisheriges Fördermaximum
(in Mio Barrel pro Tag)
Zeitpunkt Veränderung seitdem
Nordamerika 14,370 April 2014 20,749  April 2014
Zentral- und Südamerika 6,942 Dezember 2000 -3,31%
2013: -4,74%
8,327 August 2013 -5,86%
2013: -7,55%
Europa 6,909 November 1999 -60,02%
2013: -56,77%
7,744 November 1999 -49,3%
2013: -50,15%
Eurasien 13,147 Juni 2013 13,855 Juni 2013 -1,51%
2013: -0,09%
Naher Osten 24,812 August 2013 -3,34%
2013: -4,72%
27,945 August 2013 -1,41%
2013: -3,68%
Afrika 10,168 Dezember 2007 -13,9%
2013: -10,73%
10,963 Dezember 2007 -23,02%
2013: -8,83%
Asien und Ozeanien 8,034 September 2010 -4,33%
2013: -4,66%
9,337 September 2010 -5,48%
2013: -3,55%
Die Welt 77,136 Februar 2014 90,998 Februar 2014
Welt abzüglich USA & Kanada 67,022 Januar 2011 -2,11% 74,974 Januar 2011 -2,51%

Ich habe mir den Blickwinkel von Ron Patterson geborgt und die Tabelle um einen Eintrag erweitert: Die Ölförderung der Welt abzüglich dessen, was die USA und Kanada liefern. Diese Zahlen sind interessant, weil es eben die USA und Kanada sind, die in diesen Jahren im weltweiten Vergleich die größten Steigerungen ihrer Ölförderung erreichen. Ohne den Beitrag dieser beiden nordamerikanischen Länder wäre die Weltölförderung seit Anfang 2011 geschrumpft - die Welt wäre ohne Fracking in den USA und Ölsandabbau in Kanada bereits hinter dem globalen Ölfördermaximum.

welt-oelforderung-bis-2013

In der grafischen Darstellung wird deutlich, dass die Welt ohne USA und Kanada seit 2006 auf einem Ölförder-Plateau angekommen ist und die Zahlen lassen vermuten, dass dieses Plateau seit 2011 verlassen wird: Die "Restwelt" ist in die Decline-Phase eingetreten. Allerdings tut diese "Restwelt" dies nicht im Gleichschritt. Auch folgende Länder haben den Peak noch nicht überschritten und steigern ihre Ölförderung weiterhin: Thailand, Mongolei, Ghana, Vereinige Arabische Emirate, Saudi Arabien, Katar, Kuwait, Irak, Bahrein, Turkmenistan, Russland, Kasachstan, Kolumbien, Bolivien, Brazilien. Die Liste der Länder, deren Ölförderung dauerhaft schrumpft, ist aber ein gutes Stück länger. Doch kommt es bei der globalen Ölförderung weniger auf die Zahl der Post-Peak-Länder an, als vielmehr darauf, wie bedeutsam das jeweilige für die Ölversorgung ist. Die obige Liste nennt vor allem den arabischen Raum, Russland und Kasachstan sowie einige südamerikanische Länder, die in der Ölbranche eine große Rolle spielen, auch weil dort weitere bedeutende Förderprojekte entwickelt werden.

Wie geht die Entwicklung weiter?

Dazu sind zwei gegenläufige Entwicklungen im Auge zu behalten. Da ist einerseits Russland, aus welchem Signale des Ölkonzerns Lukoil sowie des Finanzministeriums kommen, die vermuten lassen, dass ab 2016 die Ölförderung nicht mehr steigerbar ist. Und da sind die USA, die ab 2016 ebenfalls ihr neues Ölfördermaximum erreichen sollen. Zusammen mit Saudi Arabien stellen diese Länder die Spitze der globalen Ölförderer dar. Diese Beispiele lassen einen nahen Peak erwarten.

Zugleich tut die Ölindustrie alles, um die in den USA gemachten Erfahrungen bei der Förderung von Tight Oil per Fracking in andere Weltregionen zu exportieren. Es ist zu erwarten, dass - wie es Leonardo Maugeri 2012 euphorisch verkündete - Fracking in weltweitem Maßstab angewendet wird. Auch wenn die Dynamik in den USA kaum auf andere Weltregionen übertragbar ist, dürfte diese technologische Entwicklung zusammen mit exorbitanten Investitionsvorhaben der Öl- und Gas-Industrie für weitere Projektentwicklungen sorgen und damit neue Quellen ans Netz bringen. Diese Entwicklung lassen eine weitere Steigerung der Ölförderung erwarten.

Fraglich ist, bis wann diese neuen Quellen die zu erwartenden Rückgänge in den USA und Russland ausgleichen können. Fraglich ist auch, wie sich die Ölnachfrage verhält und ob diese durch zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen bei gleichzeitig hohem Ölpreis nicht langsam abschwächt. Es halten sich die Anzeichen für den globalen Peak Oil zwischen 2016 und 2023, aber es bleibt gesellschaftlich weitgehend undiskutiert, wie man darauf reagieren sollte und welche ungewollten Auswirkungen wahrscheinlich sind.

Der europäische Sonderfall

Deutschsprachige Leser sind mehrheitlich vom europäischen Sonderfall betroffen. Die europäische Situation ist zwar grundsätzlich in die globale Entwicklung eingebettet, aber sie ist aus zweierlei Gründen besonders: Da ist zum einen der anhaltende Rückgang der europäischen Ölförderung, der die Fördermengen seit dem Förderplateau 1996-2002 halbiert hat. Da der Ölverbrauch im gleichen Zeitraum sich nicht ansatzweise halbierte, stiegen die Importmengen (bei gleichzeitig steigendem Ölpreis) stark an. Zwar gibt es auf EU-Ebene (20-20-20-Strategie) sowie auf nationaler Ebene ("Energiewende") Energiestrategien, die auf die Schrumpfung des Energiebedarfs und seinen Ersatz durch erneuerbare Quellen setzen, aber diese Zielstellungen müßten 6 bis 7% jährliche Schrumpfung des Ölbedarfs anstreben, um mit dem Abfall der Ölförderung Schritt zu halten. Somit wird die Ölimportabhängigkeit Europas von Tag zu Tag größer.

Zum anderen ist Europas Ölbezug extrem mit Russlands Ölförderung verbunden. Von dort kommt ein gutes Drittel des in Europa verbrauchten Öls. Doch die politische Situation zwischen Europa und Russland verändert sich derzeit aufgrund der Ukraine-Krise massiv. Es schwebt die Gefahr von Energiesanktionen ebenso über Europas Ölbezug wie auch ein mögliches Erreichen des russischen Peak Oil. Dass in den bereits beschlossenen Sanktionen gegenüber Russland auch Technik für die Ölförderung enthalten sind, zeigt das europäische Dilemma. Europa spürt also bereits die geologisch-technischen Begrenzungen des Ölgeschäfts und kann sich jederzeit in politisch-ökonomische Grenzen des Geschäfts verfangen. Die Risiken für Europa, die sich aus der globalen Ölmarktsituation ergeben, sind so groß wie seit 1973 nicht mehr.

Demzufolge müßten sich alle politischen und wirtschaftlichen Ebenen um eine angepasste Energiestrategie bemühen. Auf EU-Ebene werden derzeit Szenarien einer möglichen Gas-Krise durchgespielt. Auf nationaler Ebene hat die deutsche Bundesregierung eine Anpassung des EEG vorgenommen, welche notwendig, aber aus Sicht der Peak-Oil-Risiken nicht ausreichend ist. Auf Bundesland-Ebene und kommunaler Ebene gibt es weiterhin viel zu zögerliche Eigeninitiative - man verläßt sich zu sehr auf die höheren politischen Ebenen, insbesondere weil die Energieversorgung nicht als Element der kommunalen Daseinsvorsorge begriffen wird.

Peak_oil_Europe2_jpg

Die Wechselwirkungen mit dem Klimasystem

Schizophren erscheint zudem das Verhältnis zwischen Energieversorgung einerseits und der Anreicherung der Atmosphäre mit klimawirksamen Gasen andererseits. Das hier diskutierte Phänomen des Peak Oil beinhaltet unterschwellig eine gewisse Angst vor einem Absinken der Ölfördermengen. Eine sinkende Bereitstellung von Öl würde den Transportsektor und damit den Wirtschafts- und Finanzsektor und damit die Gesellschaft als ganzes treffen. Daher sind steigende Ölförderungen willkommen. Zugleich gilt es als Konsens in weiten Teilen der Wissenschaftsgemeinde, der Bürgerschaft und der Politik, dass die Abfallprodukte des fossilen Energiesystems - Kohlendioxid, Methan & Co. - das in der Atmosphäre gehaltene Energieniveau erhöhen: Mit vielfältigen Effekten auf klimatische Bedingungen und lokale Wetterereignisse, zusammengefasst in dem Begriff "Klimawandel". Die Logik sagt, dass Kohlenstoff im Boden verbleiben muss, um klimatische Veränderungen zu begrenzen. Allerdings gibt es keine nennenswerten Projekte, die genau dies zum Ziel haben. Fracking und den Entölungsgrad erhöhende Techniken (Enhanced Oil Recovery, EOR) sind für die Öl- und Gasbranche ja der Versuch, vorhandene Reservoirs möglichst zu einem hohen Grad "auszuquetschen". Es geht auf seiten der Industrie und seitens der Politik meist darum, möglichst wenig Kohlenwasserstoffe im Boden zu lassen, um sie ökonomisch zu nutzen.

Diese Stoßrichtung und die damit einhergehende Schizophrenie spiegelt sich auch in der in dieser Woche im norwegischen Stavanger zuende gegangenen Offshore Northern Seas-Konferenz (ONS). Die Begrüßungsrede der norwegischen Premierministerin spricht den Klimawandel an, während in der Kongresszeitung der norwegische Energieminister mit den Worten zitiert wird, dass die Beschränkung auf die Förderung des leicht zugänglichen Öls kein gutes Ressourcenmanagement ist. Das Zitat findet sich in einem Artikel, in dem BP seine EOR-Technologien für den Einsatz in norwegischen Ölfeldern anpreist. Zugleich berichtet die Zeitung über eine für den Herbst anstehende Diskussion im norwegischen Parlament über eine ordentliche CO2-Steuer, die von einer Parlamentarierin explizit mit Verweis auf die Emissionen durch die Offshore-Ölförderung begründet wird, während Statoil ganzseitig wirbt mit dem Satz: "Es ist möglich für eine Öl- und Gasfirma Teil der Klimalösung zu sein: Durch den Ersatz von Kohle durch Erdgas werden CO2-Emissionen um 50% reduziert." Eine konsistente Linie, die nicht nur auf eine langsamere Umwandlung der Kohlenwasserstoffe in Kohlendioxid setzt, sondern eine harte Grenze der Emissionen durch Verbleib des Kohlenstoffs in der Erdkruste setzt, ist nicht erkennbar. Die Krönung der Schizophrenie ist Norwegens Nachbarland Schweden in Kooperation mit der deutschen Energiepolitik, die zeitgleich über den Staatskonzern Vattenfall eine Ausweitung der Braunkohletagebaue in der Lausitz erkämpft. Derzeit wird zwar über CO2-Emissionsminderung geredet, aber der Kern wird selten erkannt und noch seltener diskutiert: Eine Streckung der CO2-Emissionen über längere Zeiträume hilft letztlich nicht, sondern es müssen Kohlenstoffreservoirs unangetastet bleiben.

Allerdings würde die Unberührbarmachung solcher Reservoirs bedeuten, dass ein Entzug von fossilen Energieträgern noch viel schneller erfolgen müsste, als durch die geologisch-technischen Begrenzungen vorgegeben werden. Peak Oil wäre dann nicht nur ein geologisches Phänomen, sondern ein bewusst durch menschliche Entscheidungen herbeigeführtes Moment. Um konsistent zu sein müßte diese Entscheidung natürlich mit einem Umbau des Energiesystems und der mit ihm verbundenen Systeme verbunden werden - bis hin zur Grundsatzfrage, die unsere Lebensweise berührt:

Wie organisieren wir Wirtschaft und Gesellschaft ohne Öl, Gas und Kohle?

Diese Diskussion steht weiterhin aus.

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102 Kommentare to “Peak Oil: Der Stand der Dinge 2014”

  1. Berni sagt:

    Bei der Aussage „Ein globaler Peak Oil ist nicht erreicht.“ muss man etwas vorsichtig sein. Nach einem Artikel von Kurt Cobb (*) gehen in die Rohöl-Daten der EIA auch Öle ein, die kein Erdöl sind, beispielsweise Biodiesel. Damit wird der Zeitpunkt des globalen Peak ungerechtfertigterweise nach hinten verschoben. Korrekter wäre also die Aussage „Nach den Daten der EIA ist ein globaler Peak Oil nicht erreicht.“

    (*) http://resourceinsights.blogspot.de/2014/04/did-crude-oil-production-actually-peak.html

    • Tom Schülke sagt:

      Hallo Bemi,

      Das mag ja sein, aber die Diskussion ob nun Biotreibstoffe zur Ölversorgung gerechnet werden können oder nicht finde ich alles in allem ein wenig müßig. Relevant für unsere Art zu leben ist am ende wie viel wir für den Tank pro Jahr zur Verfügung haben und auf der anderen Seite was das unsere Zivilisation auf der anderen Seite kostet..

      würde man diese unterscheidung auf die spitze Treiben wäre Peak Oil doch ohnehin durch… seit 2005, da dann ja unkonventionelle Öle irgendwie auch nicht mehr „richtiges“ gutes altes Öl sind…

      Aber klar macht der Artikel auch, das nicht mehr allzuviel Luft nach oben ist.

      Und was wir ja auch zurzeit beobachten ist, das scheinbar die Kosten der Ölförderung nicht mehr vom Marktpreis gedeckt wereden, so das die Förderer die Investitionen zu senken scheinen. Die sind zwar noch gewaltig, aber es macht doch den Anschein, das sie nicht ausreichen werden den Peak noch allzu lange zu verschieben.

      • Berni sagt:

        Ich finde die Unterscheidung zwischen fossilen Ölen und nachwachsenden Ölen sehr wichtig. Die nachwachsenden Öle sind CO2-neutral, während die fossilen Öle zum Klimawandel beitragen. Es gibt selbstverständlich auch noch andere Unterschiede zwischen diesen Ölsorten. Stichwort: Kein Essen in den Tank vs. Umweltschäden, die durch Erdölförderung entstehen. Ich empfinde es als Augenwischerei, wenn man diese Dinge einfach in einen Topf wirft.

        Oder anders ausgedrückt: Wenn man die unterschiedlichen Öle getrennt rechnet, kann man diese Zahlen einfach zusammenwerfen. Aber aus der Summe wieder die Einzelkomponenten zu erhalten ist schwierig.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Also ich weiß nicht, CO2 neutral?
          für die Erzeugung von Bio Sprit steckst du schon mal ne Menge fossile Treibstoffe rein, in der Produktion, Veredelung, Transport.

          • Berni sagt:

            Mag sein, dass man das derzeit tut. Muss man aber nicht. Man könnte ja auch Biosprit dafür verwenden.

            Und nochwas dazu: Bei der Peak-Theorie ist eine wesentliche Voraussetzung, dass es sich um *endliche* Rohstoffe handelt. Nachwachsende Rohstoffe fallen nicht darunter. Wenn man also Bio-Diesel mit zum Erdöl zählt, ist’s nicht mehr weit her mit der Theorie, dass das Erdöl allmählich weniger werden wird.

            • Hendrik Altmann sagt:

              Ja klar könnte man das tun, aber ist es nicht sinnvoller die Anbauflächen für die Nahrungsversorgung zu nutzen? Ich meine das größte Problem was peak oil verursachen könnte ist doch eine Nahrungsmittel Knappheit.

              • Berni sagt:

                Da hast du vollkommen recht, nur ist das offtopic. Was ich sage, ist, dass es nicht sinnvoll ist, Biosprit zum Erdöl dazuzuzählen, die EIA das aber wohl tut.

    • Michael Egloff sagt:

      Natürlich ist es schwierig, eine heutige all-liquids-Menge mit einer Ölmenge vor 50 Jahren zu vergleichen, die fast ausschließlich aus Crude-Oil bestand.
      Kondensate haben eine geringere Energiemenge pro Barrel, Biosprit hat einen höheren Energieinput, vorrangig in Form von Öl, als Crude Oil.
      Auf der anderen Seite nutzt man Öl natürlich auch effektiver, als vor 50 Jahren. Mit einem Barrel kann man heute weiter fliegen oder fahren und mit einer modernen Ölheizung braucht man weniger Öl für die Beheizung eines Gebäudes.

      Es ist also müßig, auf der einen oder anderen Basis einen jeweils nach anderen Gesichtspunkten definierten Peak Oil als Maßstab zu nehmen.

      Ich denke schon, dass die all-Liquids-Menge zur Grundlage genenommen werden sollte.

      Eine Unterscheidung würde ich jedoch machen, da wir ja in Deutschland und nicht in Kuwait leben: zwischen der weltweit verbrauchten Ölmenge und der weltweiten Exportölmenge.
      Denn was nutzt es uns, wenn z.B. im Jahr 2050 noch stattliche 30…35 Millionen Barrel verbraucht werden, aber die Menge des Exportöls (also unser Importöl) sich auf nahe Null Barrel pro Tag beläuft? Dann haben wir z.B. auch keinen Biosprit mehr, weil die gesamte landwirtschaftliche Leistung für die Ernährung verwendet werden muss.
      Wenn also die All-Liquids-Menge sich gut halbiert, können wir annehmen, dass für uns das Ölzeitalter zu nahezu 100% vorbei ist.
      Damit – ganz nebenbei bemerkt – auch z.B. das Windstromzeitalter allmählich ausläuft.

      Die Betrachtung der weltweiten Exportölmenge ist also für uns Bewohner eines Landes, das in 20 Jahren quasi kein eigenes Öl mehr hat, weitaus wichtiger, als die weltweite all-liquids-Menge.

  2. Marcus Kracht sagt:

    Noch eine kurze Bemerkung: Steffen Bukold hatte auf dem Treffen des Post Fossil Instituts noch einmal darauf hingewiesen, dass auch die IEA von einer Steigerung von ca 1 Mio Fass pro Tag in den nächsten Jahren ausgeht. Mehr ist wohl nicht. Das kann man so stehen lassen. Das sind allerdings gerade mal 1 Prozent Wachstum.

    Die Nettoenergie sinkt damit bereits, da die Explorationskosten (gemessen in Geld oder Energie) in die Höhe gehen. Das ist die eigentliche Krux. Sie dazu den ua den Beitrag von Andrew Nikiforuk

    http://www.resilience.org/stories/2014-08-29/a-big-summer-story-you-missed-soaring-oil-debt

    Man Bedenke: der Ölboom in North Dakota ist eben ein Boom für Leute im Ölgeschäft. Dh auch ein Sinken der Energierendite (ERoEI) schafft Arbeitsplätze – nur halt im Energiesektor.

    Im Übrigen ist es mit der Weltwirtschaft genauso. Die jämmerlichen Wachstumsraten sind fast ausnahmslos das Resultat von Bilanztricks, die uns darüber hinweghelfen sollen, dass wirkliches Wachstum nicht mehr da ist.

  3. Dieter Meyer sagt:

    Die Weltölförderung hat auch in den vergangenen 12 Monaten zugenommen. Die Ölförderung steht an einem Allzeithoch – nie zuvor wurde auf dem Planeten mehr Öl gefördert als heute.

    Diese Aussage ist natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die die Vertreter der Peak Oil-Theorie für beschränkte Deppen halten.

    Denn ganz offensichtlich lässt sich die Produktion doch immer weiter steigern.

    Leider wird dadurch auch ein Michael Ruppert widerlegt. Er hatte in dem Buch Crossing the Rubicon: The Decline of the American Empire at the End of the Age of Oil 2004 ein Szenario entworfen, welches nicht mehr gilt.

    Man wird ganz verrückt:

    Ist man jetzt wirklich ein Spinner, weil man glaubt, dass Erdöl nicht unerschöpflich ist, wie uns die Technik und die Konzerne Jahr für Jahr zeigen, oder ist man Realist, wenn man an ein Ende glaubt?

    Sollte man lieber den Augenblick geniessen, um seine Seelenruhe in einer Welt zu haben, die einem tagtäglich zeigt, dass man Unrecht hat?

    Welch eine blöde Situation!

    Oder ist es einfach die kognitive Dissonanz wegen dem, was man glaubt (Peak Oil) gegenüber dem, was real ist (Wirtschaftswachstum, Börsenrekorde)?

    • Michael Egloff sagt:

      „Denn ganz offensichtlich lässt sich die Produktion doch immer weiter steigern.“

      Nein Dieter,
      sie lässt sich GEGENWÄRTIG NOCH steigern.
      Vielleicht unter geopolitisch optimalen Bedingungen (die wohl nicht gegeben sein werden) noch weitere 10 Jahre. Wobei die Menge des Weltexportöls wahrscheinlich nicht mehr wachsen wird. Obwohl die Ölimportstaaten schon rein demographisch immer mehr Öl benötigen, um wenigstens ein Miniwachstum zu generieren – vom Sonderfall USA GEGENWÄRTIG mal abgesehen.
      Und das Beispiel der Ölförderung auf dem Kontinent Europa (bis zur russischen Grenze) zeigt klar, wie stark der nachfolgende Rückgang der Förderung sein kann, wenn einmal der Peak deutlich überschritten ist. Selbst bei Einsatz modernster Fördertechniknen, von dem man ja bei den meisten europäischen Staaten ausgehen kann.

    • Daniele Ganser weist in seinem Buch zurecht darauf hin, dass es keine „Peak Oil-Theorie“ gibt, weil sich Peak Oil durch rein empirische Erhebungen und mathematisches Aufsummieren ergibt. Norberts Beitrag zeigt schön, dass der Peak in einigen Regionen – insbesondere Europa – unbestreitbar und unwiderruflich bereits eingetreten ist.

      Im Übrigen versteht die Sache mit den endlichen Resourcen ja jedes Kind. Nur komisch, dass diese Erkenntnis mitunter im späteren Leben verloren geht.

      Ich denke, der Mensch hat leider nicht die Fähigkeit, über große Zeiträume vorausschauend zu handeln. Im Urwald war das einfach nicht nötig. Besonders tragisch zeigt sich diese Lücke beim Einsatz von Kernenergie.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Da stimme ich dir zu, der Mensch musste nicht sehr weit vorausschauend Denken, da er perfekt auf eine einfache nomadische Lebensweise angepasst ist, sobald die natürlichen Ressourcen in der näheren Umgebung erschöpft waren oder durch Umwelteinflüsse sich veränderten, zog er einfach weiter bis er wieder ein passendes Gebiet gefunden hatte. Dann fing er an sesshaft zu werden, aber die hundert tausende Jahre nomadische Lebensweise, sind bis heute fest in uns verankert, wir unterscheiden uns kein bisschen von den Menschen, die vor 160 000 Jahren durch die Gegend zogen und alles jagten was sie sahen. Nur mit dem Unterschied das es heute keine Region gibt in der keine Menschen ansässig sind, und fast jede Region wird heute am Limit genutzt, aber ganz tief in uns drin, glauben wir doch das es noch irgendwo ein flecken gibt, wo noch alles gut ist, wo wir hin können wenn hier alles den Bach runter geht, weil das unsere Natur ist weil es schon immer so war.

    • peakenergy sagt:

      Dennis Meadows würde sagen: Overshoot
      Das sind finale Übertreibungen eines Systems, das seine maximalen Grenzen erreicht hat.
      Einfach nicht irre machen lassen. Wenn man sich mit dem Thema Peak Oil beschäftigt, lernt man doch kognitive Dissonanzen auszuhalten und einzuordnen. Sie sind doch geradezu ein Wegweiser und unvermeidlich, auch für die eigene Entwicklung.
      Den Augenblick kann man doch gerade (und sollte man) geniessen, weil man sich mit Peak Oil und den sich daran angrenzenden Themen auseinandersetzt. In 10 Jahren wird die Welt fundamental anders sein. Wir leben in einer sehr spannenden Zeit.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Ich müsste jetzt weit ausholen. Daher nur ein paar kurze Anmerkungen:
      – Reales Wirtschaftswachstum existiert in den Industriestaaten seit etwa 10 Jahren nicht mehr.
      – Gestiegene Börsenkurse haben NICHTS mit Wirtschaftswachstum zu tun. Sie stellen lediglich eine massive Asset-Inflation dar, die eine Folge des ungebremsten Druckens von Geld ist
      – Der Niedergang der USA ist mit den Händen zu greifen.
      * Das Handelsbilanzdefizit ist seit 40 Jahren enorm. Das bedeutet, China, Japan und Europa finanzieren den noch vorhandenen Lebensstandard dort. Übrigens, die Kohle gibts nie zurück.
      * Die Infrastruktur erreicht inzwischen das Niveau von 3.Welt Staaten. Die Vereinigung amerikanischer Ingenieure schätzt den Investitionsbedarf auf etwa 2 Billionen $ für die nächsten 5 Jahre um wieder einen Standard zu erreichen, der auch nur annähernd was mit einem Industriestaat zu tun hat.
      * Die politische Desintegration nimmt zu und fängt an mir echt Sorgen zu machen.
      * Die USA reagieren in der aktuellen Nahost-Krise auch deshhalb so Kopflos, weil ihnen inzwischen die wirtschaftlichen Mittel für viele Optionen fehlen.
      * Das Bildungssystem steht vor dem Kollaps, weil die Kosten für die Universitäten soweit gestiegen sind, dass sich inzwischen viele Bürger aus der Mittelschicht die Ausbildung nicht mehr leisten können.

      Gibt ja durchaus Leute, die das irgendwie ganz ok finden. Ich gehöre nicht dazu. Denn wenn die USA ihre Rolle nicht mehr spielen können wirds hier in Europa ganz schnell ganz ungemütlich.

      • Dieter Meyer sagt:

        @ Stefan Wietzke

        Die USA bereiten sich zur Zeit auf einen (atomaren?) Krieg gegen Russland vor.

        Die öffentliche Meinung in Deutschland ist sehr schnell in Richtung „Putin hat angefangen“ gekippt, sehr zu meiner Überraschung.

        Ich schneide das Thema in Gesprächen gar nicht mehr an, da mit als angeblichem Putin-Versteher der blanke Hass entgegenschlägt.

        Eine USA, die sich AKTIV an Kriegsvorbereitungen gegen Russland beteiligt, ist noch lange NICHT am Ende.

        Während des ersten Weltkrieges gab es ein unglaubliches Wachstum in den USA.

        Das wird es jetzt auch wieder geben, wenn jeder in der Rüstungsindustrie arbeiten mus.

        Und warum planen die Marsmissionen, wenn keine Geld da ist?

        Und zur „politischen Desintegration“: Wer nicht spurt, wird erschossen. Die Polizei ist hochgerüstet. Und die Schwarzen zerstören lieber die eigenen Viertel, statt gegen die weissen Polizisten zu demonstrieren.

        • Patrick sagt:

          Ich schätze, Wachstum gibt es in einem Land wie den USA in Kriegszeiten auf jeden Fall.

          Der militärisch-Industrielle Komplex ist dort derartig gigantisch groß, das übertrifft locker das BIP kleinerer Nationen.
          Und die Durchdringung findet längst in alle Gesellschaftsbereiche statt.
          Neulich erzählte mir eine Freundin, dass sogar an der Universität Osnabrück inzw. Mittel aus dem US-Pentagon oder Verteidigungsministerium kommen.
          Das ist der Preis eines sich zurückziehenden, weil ausgebluteten Staates.

          Diese Dämonisierung Putins ist natürlich vor allem ein Konstrukt der US-affinen Massenmedien, die zur Zeit sehr stark zum Sprachrohr einer aggressiven NATO-Politik mutiert sind.
          Auch ich habe solche Erfahrungen gemacht und frage mich im stellen: muss sich Geschichte tatsächlich immer wieder wiederholen?
          Viele Leute interessieren sich bedauerlicher weise überhaupt nicht für die größeren, geopolitischen Zusammenhänge, für geschichtliche Ereignisse und können daher die Sichtweise Russlands überhaupt nicht nachvollziehen oder wenigstens zur Kenntnis nehmen. Traurig aber wahr. Ich hoffe einfach auf eine starke Friedensbewegung im Land, falls es hart auf hart kommt.

        • Stephan sagt:

          Die USA bereiten sich anscheinend mit der kostenlosen Verteilung von veraltetem aber immer noch funktionierendem Kriegsgerät an alle Polizeistationen im Land auf einen kommenden Bürgerkrieg vor. Allerdings werden dann die Polizisten, wenn es wirklich hart auf hart kommt, ziemlich dumm/ungesund aussehen, wenn sie mangels Nachschub auf zerstörten/blockierten Straßen keine Munition mehr haben, um gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen.

          Es ist schon komisch, dass die Verteilung von Kriegsgerät an die Polizei erst jetzt geschieht und nicht etwa schon Anfang der 1990er Jahre nach „Operation Desertstorm“ im Irak.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Du kannst den ersten Weltkrieg nicht mit modernen Kriegen heutzutage vergleichen, der erste Weltkrieg war ein langsamer Abnutzungskrieg. Moderne Kriege heutzutage würden sehr schnell entschieden, die Waffen sind derart präzise und vernichtend geworden, das eine große Armee innerhalb von wenigen Tagen komplett vernichtet werden kann. In einem modernen Weltkrieg zwischen Supermächten gibt es keine Gewinner, nur Verlierer, auch kein Wirtschaftswachstum, das gegenteil tritt ein eine weltweite Rezession. Das worst case Szenario wäre der Einsatz von modernen Massenvernichtungswaffen wie M.I.R.V oder moderne bilogische Kampfstoffe mit denen auch grosse Mengen an Zivilbevölkerung sehr schnell vernichtet werden könnten. Das sollte jedem gesund denkendem Menschen klar machen, das ein Krieg für uns alle nur Nachteile bringt und unendliches Leid. Ich spreche mich klar gegen Krieg aus und hoffe der großteil der Bevölkerung tut das auch.

          • Dieter Meyer sagt:

            @ Hendrik Altmann

            Ja, die modernen Waffen haben den Krieg in Afghanistan oder im Irak DERART schnell entschieden, dass die Amerikaner dort immer noch kämpfen (müssen).

            Und die Vernichtung grosser Mengen an Zivilbevölkerung ist der feuchte Traum der Elite, siehe Georgia Guidestones. Desto MEHR hat die Elite dann für sich. Ob das klug ist, weil dann die „Sklaven“ fehlen, steht auf einem anderen Blatt.

            Irgendwer muss den Porsche ja zusammenbauen.

            • Stephan sagt:

              Das Ziel des MIK (Militärisch-Industriellen Komplexes) ist nicht Kriege zu gewinnen, sondern sie zu führen bzw. Waffen (am Besten an beide Seiten) zu verkaufen.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Gut, da ist natürlich auch was dran, mir fallen da spontan die zwei Helikopter Träger ein, die Frankreich für Russland herstellt.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Genau, ich vernichte die Zivilbevölkerung um dann meinen Porsche selber zusammenzuschrauben. Das ist ja VT vom Feinsten. Man man, Herr Meyer, einerseits unterstellen sie der jeweiligen Elite eine unglaubliche Fähigkeit die Welt nach ihrem Gutdünken zu lenken (kombiniert mit einem Menschenbild, dass das alles nur ganz kurzfristig denkende Raffköpfe sind) und gleichzeitig das die unglaublich blöd sind.

              Ein Rüstungshersteller lebt von der Produktion von Waffen. Klar. Aber ein Krieg hilft ihm gar nicht, wenn dabei sein zahlender Kunde verschwindet, bzw. ihm die Möglichkeit genommen wird überhaupt zu zahlen. Rüstungsfirmen kann gar nichts schlimmeres passieren, als ein Krieg. Jedenfalls wenn er ein gewinnaorientierter Unternehmer ist. So ist in allen Kriegen der größte Teil der Waffen nie bezahlt worden.

              Natürlich gibt es immer Leute mit unlauteren Motiven, kurzfristigen Handlungsweisen und Menschen sind nicht immer nett zueinander. Aber die Welt ist schon etwas komplizierter.

              Ich empfehle hier noch ein interessantes Werk, dass zeigt das die subjektive Wahrnehmung häufg falsch ist. „Gewalt“ von Steven Pinker. Er weißt hier nach, dass die Welt in den letzten 2000 Jahren tatsächlich immer friedlicher geworden ist. Das bedeutet, dass Risiko jedes Einzelnen durch einen Gewaltakt getötet oder geschädigt zu werden hat permanent abgenommen. Selbst die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts (mit 2 Weltkriegen, Stalinismus, Mao etc.) haben daran nichts geändert.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Mich stört ebenfalls die oft sehr holzschnittartige Berichterstattung und Diskussion des Ukraine-Konflikts. Es macht die Situation aber nicht besser, wenn man genau so holzschnittartig einfach die Sicht der anderen Seite übernimmt.

          Die dann folgenden Argumente kann ich aber nicht unwiedersprochen lassen, denn die sind faktisch und historisch nicht nur falsch sondern auch gefährlich.

          1. Kriege kurbeln keine Konjunktur an.
          Kriege entstehen aus vielen, immer sehr komplexen Gemengelagen und Gründen. Aber noch nie hat eine Nation oder ein Reich einen Krieg angefangen, weil es meinte dadurch seine Wirtschaft ankurbeln zu können.

          Kriege kurbeln zwar die Rüstungsproduktion an (klar), aber erzeugen kein Wirtschaftswachstum, sondern lediglich schuldenfinanzierten Konsum. Krieg ist sozusagen die sinnloseste Form von Konsum. Dieser Kosnum wird direkt der sonstigen Volkswirtschaft entzogen wird. Dabei wird die langfristige produktivbasis einer Volkswirtschaft beschäfigt. Während eines Krieges und während der folgenden Schuldenabbauphase bleibt daher für ein Land, selbst wenn es keine direkten Schäden durch Kriegshandlungen tragen muss, ein massiver Wohlstandsverlust übrig. Anders ausgedrückt, die Leute haben zwar eventuell Arbeit in der Rüstungsindustrie, werden dafür im Endeffekt, werden am Ende des Tages für diese Arbeit aber nicht nur nicht entlohnt sondern müssen den ganzen Aufwand auch noch aus der eigenen Tasche zahlen. Am Schluss haben alle verloren.

          2. Die Planung einer Marsmission ist kein Zeichen für Prosperität
          Die NASA ist heute dermaßen unterfinanziert, dass sie akzuell auf russische Raketen angewiesen ist um die Internationale Raumstation anzufliegen. Zur Zeit wird ein Forschungsgroßprojekt nach dem anderen gekippt, da selbst die EU, USA und Japan zusammen nicht mehr in der Lage sind, diese zu finanzieren.

          3. Die USA planen auch keinen Atomkrieg (oder sonstigen) gegen Russland. In der Ukraine-Krise haben sich eine Reihe von Staaten durch kurzfristiges und nicht vorrausschauendes Verhalten in eine äußerst komplexe Lage manöveriert, die durchaus ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen kann. Aber nicht weil eine der beiden Seiten einen größeren Krieg vom Zaun brechen will. Wie so was läuft hat Christopher Clark hervorragend in seinem Buch „Die Schlafwandler“ über den Weg in den ersten Weltkrieg dargestellt.

          • Patrick sagt:

            Also bei Punkt 1 bin ich mir ehrlich gesagt nicht so sicher.
            Wachstum entsteht durch Konsum.
            Ob das nun sinnvoller oder sinnloser Konsum ist (wer definiert das?)
            Ein unnötiger Flughafen ist genauso schuldenfinanziert wie Kriegswirtschaft. Und wohlhabender macht uns garantiert weder das eine noch das andere.

            Sowas wie das Wirtschaftswunder in Deutschland hätte es doch (abgesehen von der billigen Energie!) ohne den vorherigen zerstörerischen Krieg wohl in DER Form auch nicht gegeben.

            Ein Großteil dessen, was heute in Ländern wie diesem hier ins BIP fließt, ist schuldenfinanziert.
            Das wäre bei Umstellung auf Kriegswirtschaft ebenso, nur drastischer.
            Und je nach Kriegsverlauf kann man sich dann aber wieder „von Extern“ bedienen, die Beute wird ja nicht liegen gelassen.
            Und das unser Wirtschaftsmodell stetige Expansion braucht, ist inzwischen allgemein bekannt.
            Da finden also unter Umständen zwei Dinge zueinander…

            • Hendrik Altmann sagt:

              Nun ja, aber haben wir denn die Ressourcen und die Energie um alles wieder aufzubauen? Ich denke wenn die Großmächte jetzt alles kurz und klein hauen, haben wir ein echtes Problem, wir können ja nicht mal die bestehende Infrastruktur erneuern weil Energie so teuer geworden ist, wie soll das dann erst werden Sie komplett neu zu errichten? Dazu kommt wahrscheinlich großflächige Verseuchung und Verstrahlung von Städten und Agrarland, was den Wiederaufbau auch erschwert. Und last but not least, die psychischen Schäden
              durch die unglaubliche Grausamkeit eines Krieges, die nachgewiesen sich über Generationen vererben.
              Ein Weltkrieg würde das Ende unserer Zivilisation, wie wir sie kennen, besiegeln. Den wir hätten nicht die Energie, und Ressourcen, um auch nur die Hälfte wieder aufzubauen, wir stehen kurz vor dem weltweiten Decline der fossilen Energie, das allein ist schon eine gewaltige Katastrophe, für unsere Lebensweise und Zivilisation, auch ohne Weltkrieg ist das die große Herausforderung, der große Kampf ums Überleben für jeden von uns hier.

          • Stephan sagt:

            @Stefan Wietzke

            „Kriege kurbeln zwar die Rüstungsproduktion an (klar), aber erzeugen kein Wirtschaftswachstum, sondern lediglich schuldenfinanzierten Konsum.“

            Kriege kurbeln nicht nur die Rüstungsproduktion an, sondern auch massiv die Bauindustrie (Wiederaufbau von Gebäuden, Brücken, Industrieanlagen und Straßen). Und auch wenn ich kein Wirtschaftswissenschaftler bin soviel habe ich in den letzten Jahren immerhin gelernt: Geld und folglich Konsum gibt es nur durch Schulden und dafür braucht es keinen Krieg.

            „Am Schluss haben alle verloren.“

            Sorry, aber dieser Satz ist nicht richtig. Es muss heißen: „Am Schluß haben die meisten verloren“.
            Wenn alle verlieren würden, dann hätte es schon lange keine Kriege mehr gegeben.

            • Stefan Wietzke sagt:

              @Stephan
              Reales Wirtschaftswachstum setzt eine Verbreiterung der Kapitalbasis vorraus. Kriege verringern die aber. Außerdem verschiebt sich der Konsum von Dingen wie Lebensmitteln, Wohnraum und Krankenhäusern hin zu Waffen.

              Und dann das Wachstumsargument durch Krieg: Um eine hohe WACHSTUMSRATE zu erzeugen, machen wir erst mal alle ganz arm. Das kriegen wir sogar ohne Krieg hin. Wir verzichten einfach alle auf 95% unseres Gehalts, ziehen alle wieder mit 10 Personen in einen feuchten Kellerraum und machen Schulunterricht in Holzbaracken und 60 Kindern in einer Klasse. Als Gegenleistung lassen wir uns dann nur garantieren, dass das Gehalt ab diesem Moment wieder mit 5% real pro Jahr steigt. Und wenn wir wieder oben angekommen sind, machen wir das wieder. Kurze Absturzphasen folgen dann auf lange Aufstiegsphasen. Mir erschließt sich nur der Sinn einer solchen Aktion nicht.

              Zum Thema „Am Schluss haben alle verloren“.
              Wirtschaftlich verlieren immer alle. Bei den Römern oder im Mittelalter hat es manchmal noch funktioniert „Gwinne“ auf Kosten der Zukunft zu machen, in dem man die Besiegten ausplündert. War es aber Ziel ein Gebiet dauerhaft zu erobern, so war das damals schon nicht schlau, denn dann habe ich ein kaputtes Gebiet an der Backe das ich mit durchfüttern muss.
              Heute ist das sowieso anders. Denn beim Besiegten ist normallerweise alles im Eimer, was überhaupt irgendeinen Wert hat. Und es reicht nie, auch nur meine Kriegskosten zu decken.

              Anders sieht es da bei den Kriegsmotiven aus. Die sind selten materieller Art, sondern fussen in Dingen wie Ruhm, Rache, Status, Narzissmus. fehlgeleiteter Idealismus, Kränkungen, usw.. Und da kann ich sehr wohl Gewinn erzielen. Und sei es nur das Gefühl, es ihm jetzt mal so richtig gezeigt zu haben.
              Interessanterweise gibt es ja unglaublich viele Leute, die sich nicht dadurch antreiben lassen, den eigenen Nuten zu maximieren, sondern den Schaden des anderen.

  4. Stefan Wietzke sagt:

    Ich bleibe dabei. Der entgültig physische Peak ist nicht entscheidend.Über den wirtschaftlichen sind wir seit 2006 entgültig hinweg. Für unsere Wachtumserwartungen waren wir sogar schon 1973 drüber. Danach halfen nur noch Schulden und der Verzehr des volkswirtschaftlichen Kapitalstocks den Konsum weiter zu steigern. Also Wachstumssimulation. Das klappt nun auch nicht mehr. Und wir schieben uns langsam aber sicher immer tiefer in die Probleme rein.

    Ja so ein Abstieg kann lange dauern. Hier ein bisschen Rente weg, da ein Schwimmbad weniger. Hier eine kaputte Strasse mehr. Geht natürlich auch mal in Schüben. In Griechenland ist die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr krankenversichert. Na da hoffen wir doch mal das da keiner ernsthaft krank wird.

    • Dieter Meyer sagt:

      Wenn ich sehe, wieviele „Migranten“ wir uns leisten können, dann haben wir keinerlei finanziellen Probleme.

      Es wäre schon sinnvoller, wenn wir in deren Heimatländern die Infrastruktur verbessern würden.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Migration ist etwas ganz natürliches, im Grunde migrieren wir schon seit Ewigkeiten durch die Welt, stell dir vor Dieter du würdest in deiner Heimat von bewaffneten Horden gejagt, oder hättest dort nichts zu Essen oder Wasser zum trinken, und willst dort hin ziehen wo du überleben kannst, dann kommst du zu einer Grenze, dort sagt man dir „nope“ du kommst hier nicht rein, du kannst dort vorne verhungern, würdest du dann auch nicht so toll finden.
        Wir haben unseren Wohlstand auf kosten der Länder aufgebaut, von denen wir heute Migranten empfangen, bzw. die wir in Kolonialzeiten misshandelt haben. So ist es nur fair ihnen etwas zu helfen oder nicht?

        • Michael Egloff sagt:

          Das, was wir heute an Migration sehen, ist noch garnichts im Vergleich zu dem, was in den nächsten Jahrzehnten passieren wird.
          Afrika z.B. wird m Jahr 2050 eine doppelt so hohe Einwhnerahl haben, wie heute. Also statt heute 1 Milliarde dann 2 Milliarden Menschen.
          Und Afrika wird wahrscheinlich überdurchschnittlich vom Klimawandel betroffen sein.
          Ein zweites Zentrum von Massenmigration wird wahrscheinlich Südasien werden. Zwar mit einem nicht ganz so hohen Bevölkerungsanstieg wie Afrika, aber fast eine halbe Milliarde Inder bei gleichzeitig versiegenden eit reichlicchen Tiefengrundwasservorkommen reichen allemal aus, um die größten Migrationsbewegungen der Menschheitsgeschichte auszulösen. Und das heute schon sehr dicht bevölkerte Bangladesch wird zur Jahrhundertmitte etwa 1600 EW pro Quadratkilometer hben, also fast 7-fach so dicht besiedelt sein wie das heutige Deutschland. Und wird vermutlich ebenfalls einer der hot spots des Kliamwandels sein.

          Die Migration von heute ist wahrscheinlich nur ein kleiner Windhauch vor einem kommenden Sturm.

        • Patrick sagt:

          Gut gesagt, Hendrik.

          Bei den meisten Menschen gilt nach wie vor die Parole, dass es uns nicht die Bohne interessiert, was wir in der Vergangenheit angerichtet haben.
          Egoismus so weit man schaut und gleichzeitig auch ein Ausdruck unseres Weltverständnisses und wohl die Analogie unseres Wirtschaftssystems.

          Ich bin davon überzeugt, dass wir es nur zusammen schaffen. Also sowohl auf Kommunal-, National- als auch internationaler Ebene.
          Jeder kämpft für sich wird im Desaster enden. Aber diese Erkenntnis ist in den „führenden Köpfen“ noch Lichtjahre entfernt.
          Heute geistern lieber Begriffe wie Wettbewerb statt Kooperation durch die Köpfe.

          • Dieter Meyer sagt:

            @ Patrick

            „was wir in der Vergangenheit angerichtet haben“

            Wir? WIR???

            Vielleicht unsere Vorfahren vor 100 Jahren, aber WIR ganz bestimmt nicht!

            Meine Vorfahren waren ARBEITER, die in einer Fabrik schuften mussten und manchmal nur 9 Monate pro Jahr arbeiten konnten.

        • Dieter Meyer sagt:

          @ Hendrik Altmann

          „stell dir vor Dieter du würdest in deiner Heimat von bewaffneten Horden gejagt“

          Das wird sehr bald hier in Deutschland passieren.

          Die bewaffneten Horden sind dann nämlich die Schwarzafrikaner, die „Migranten“.

          • Norbert Rost sagt:

            Hey Dieter: Deine Ängste in Ehren. Aber doch bitte mal die Kirche im Dorf lassen!

            • Michael Egloff sagt:

              Mir ist eher bange vor braunen Horden (einheimisch!) als vor scharzen Horden.
              Die Afrikaner in Deutschland, die ich kenne, sind ausnahmslos zurückhaltend und friedlich.

              • Patrick sagt:

                Ich schließe mich da uneingeschränkt Michael an!

                Wenn ich nur die gegenwärtige Situation mit Russland betrachte…wo es im Grunde für uns in Deutschland überhaupt keine nennenswerte Auswirkungen des Konflikts gibt…dann wird mir angesichts der Medienhetze gegen Putin/Russland das erste mal ganz komisch im Magen. Wenn ich dann aber so manche Kommentare von Bürgern höre und sehe, die 1:1 in diese Kampagnen einsteigen und ganz offensichtlich nicht über das nötige Hintergrund- und Geschichtswissen verfügen….dann wird mir bereits leicht schlecht.

                Nicht auszudenken also, wie sich so eine Masse (trotz aller geschichtlichen Erfahrungen!) ganz schnell einen Sündenbock vorsetzen lässt und in längst überwunden geglaubte Muster zurückverfällt!

                Und @Dieter:
                Okay, ich sehe, du hast da eine andere Meinung. Es geht auch nicht um „Schuld“, die du persönlich empfinden musst.
                Aber wir sollten ganz nüchtern anerkennen, dass ein gewisser Teil unseres Wohlstands auf der Ausbeutung von anderen Ländern beruht. Das ist natürlich in der Kolonialzeit begründet worden, aber zu einem guten Teil findet das heute (in gemäßigter Form) aber nach wir vor statt. Dafür sorgt die ökonomische Machtstellung (IWF und Weltbank z.B. lassen da herzlich grüßen) noch vor der militärischen.
                Und wenn dann Menschen aus diesen ausgebluteten Regionen fliehen wollen, kann ich das gut nachvollziehen.
                Das der Westen nach wir vor imperiale Züge hat, kann man wohl kaum leugnen.

              • Michael Egloff sagt:

                Oje, meine Tastatur klemmmmt.
                Ständig fehlen Buchstaben.

              • Stefan Wietzke sagt:

                Dir ist absolut zuzustimmen. Nur Kooperation kann helfen. Wenn wir es durch gegenseitige Abgrenzung versuchen, dann gehts ganz schnell ganz runter. Da gibt es am Ende nur Verlierer. Einige verlieren nur etwas später.

              • Michael Egloff sagt:

                Ich schließe mich ebenfalls der Forderung nach internationaler Kooperation bei der Bewältigung der epochalen kommenden Herausforderungen an.
                Allerdings müssen wir erkennen, dass die Entwicklung genau in die entgegengesetzte Richtung geht:
                -Steuerdumping für Konzerne und Superreiche,
                -Ausplünderung der Ressourcen von Entwicklungsländern mittels eines Handgelds für die dortigen Oligarchen (z.B. Leerfischen der westafrikanischen Fischgründe vor der westafrikanischen Küste, Landgrabbing, Aktivitäten großer Konzerne wie Monsanto oder Nestlé usw),
                -Aufrüstung zwielichtiger Regime (damit meine ich ausnahmsweise nicht die Peschmerga – das könnte man als Überlebenshilfe rechtfertigen),
                -Freihandelsabkommen, die einer wirklichen Kooperation zwischen Staaten zuwiderlaufen,
                -Verstärkung imperialer Machtansprüche und nationalistischer und religiös-fundamentalischischer Tendenzen (keinesfalls nur ISIS – siehe auch z.B. Modi in Indien oder rechtspopulistische Parteien in Europa).
                usw.

              • Stefan Wietzke sagt:

                @Michael Egloff
                Was die Diskussion sehr schwierig macht, ist das Konflikte sehr unterschiedliche Ursachen haben. Zusätzlich wirken geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklungen von Jahrhundern auf die heutige Zeit. Das muss in jede Analyse mit einbezogen werden. Hinzu kommen historische Ungleichzeitigkeiten. Aktuell leben wir gar nicht in einer besonders konfliktreichen Zeit. Da war die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts um Größenordungen schlimmer. Von anderen geschichtlichen Episonde mal ganz zu schweigen. Um das mal an Zahlen zu illustrieren: Selbst im 2. Weltkrieg lag die Zahl der durch den Krieg verursachten Toten (inkl.Verbrechen, Vertreibungen, Hunger etc.) bei unter 2% der beteiligten Länder. Im Altertum hat man da häufig locker Quoten von 50% geschafft.

                Nehmen wir die Konflikte im Nahen Osten. Ich stimme da der Analyse von Emanuell Todd zu, für den das im wesentlichen ein Moderinisierungskonflikt ist und nichts mit Religion zu tun hat. Der 2.Irakkrieg war auch nicht die Urache, sondern hat lediglich als Brandbeschleuniger gewirkt (moralsich macht es das nicht besser).

                Alleine die Themen die du kurz angerissen hast, würden für eine einigermaßen sinnvolle Diskussion schon mehrere Blogs füllen.

              • Patrick sagt:

                @Stefan

                „Selbst im 2. Weltkrieg lag die Zahl der durch den Krieg verursachten Toten (inkl.Verbrechen, Vertreibungen, Hunger etc.) bei unter 2% der beteiligten Länder. Im Altertum hat man da häufig locker Quoten von 50% geschafft.“

                Man sollte aber auch die absoluten Zahlen bedenken.
                Bei der Bevölkerungsdichte und Bevölkerungszahl des Altertums sind wir ja inzw. sehr weit entfernt!

                Ich würde auch nicht behaupten, dass die Konflikte zugenommen haben.
                Aber das Zerstörungspotential, die globale Dimension ist heute eine ganz andere. Und die wirklichen Engpässe bei Ressourcen, Wasser, Nahrungsmittel etc. stehen ja erst noch an.

              • Stephan sagt:

                @Stefan Wietzke
                „Selbst im 2. Weltkrieg lag die Zahl der durch den Krieg verursachten Toten (inkl.Verbrechen, Vertreibungen, Hunger etc.) bei unter 2% der beteiligten Länder. “

                2% hört sich nach nicht viel an, aber immerhin waren es im Zweiten Weltkrieg in Europa und im Pazifik zusammengenommen ca. 55 Millionen Todesopfer (lt. Wikipedia-Artikel zum Zweiten Weltkrieg, Stand Okt. 2011).
                Laut der gleichen Quelle waren es alleine in Deutschland (Soldaten, Zivilisten und NS-Opfer) 10,3 Mio Kriegstoten. Bei einer Bevölkerungszahl von 66,03 Mio. (Quelle: „Der große Herder“, 1956) entspricht das einem Anteil von immerhin 15,6% also fast jeder Sechste.
                Die Sowjetunion hatte 1939, trotz Stalinscher Dezimierung, 170,5 Mio. Einwohner (Quelle: Herder). Bei Verlusten von etwa 25,6 Mio. Menschen ergibt das einen Anteil von etwa 15%, also mehr als jeder Siebte.
                Frankreich hatte 1940 etwa 40 Mio. Einwohner (Stand Dez. 2013). Bei einer Zahl von etwa 600.000 Toten (inkl. Holocaustopfer) lag dessen Anteil bei etwa 1,5%.
                Zum Vergleich dazu die USA:
                Im Jahr 1940 hatten die USA (im Kernland, ohne Alaska und Hawaii, lt. Herder) 131,7 Mio. Einwohner. Todesopfer durch den Krieg: 300.000. Das entspricht einem Anteil von 0,23%. Im amerikanischen Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert kamen schätzungsweise 600.000 Menschen ums Leben.

              • Stefan Wietzke sagt:

                @Patrick
                Du kannst aber nicht mit absoluten Zahlen arbeiten, sondern musst immer relative Größen verwenden. Alles andere macht überhaupt keinen Sinn.
                Denn es geht ja um das Risiko für jeden Einzelnen. Und nur auf diesen Bezogen sind überhaupt Aussagen über Entwicklungen sinnvoll.

                Wo ich dir recht gebe ist natürlich, dass ein Blick in die Vergangenheit nichts über die Zukunft aussagt. Natürlich kann sich auch ein sehr langer Trend wieder drehen.
                Ich sehe auch das besondere Problem darin, dass sich die Konflikte seit Beginn des 20.Jahrhunderts schnell auf den ganzen Erdball ausdehnen können. Während in früheren Jahrhunderten selbst schwere Konflikte immer regional begrenzt waren. Römer, Chinesen und die Maya haben nichts davon mitbekommen, wenn es bei den anderen geknallt hat (soweit sie überhaupt gegenseitig von ihrer Existenz wussten).

                Geschichte ist ja kein gradliniger Prozess, sondern läuft eher in Kreisen ab. Aufstiege und zwischenezeitliche Niedergänge wechseln einander ab. Wobei der Niedergang bisher nie auf das Anfangsnieau zurückgeführt hat.
                Kann in Zukunft auch schief gehen. Muss aber nicht. Und darum geht es mir. Und wer nicht an Endwicklungsmöglichkeiten glaubt, kann sich ohnehin nur die Kugel geben.

              • Stefan Wietzke sagt:

                @Stephan
                Natürlich hat es absolut im zweiten Weltkrieg viele Tote gegeben. Und jeder Einzelne ist zu viel. Jedes Leben ist unersetzlich. Aber man muss ja auch kein Prophet sein um voraus zu ahnen, dass wir gewaltsame Konfikte auch in den nächsten 1000 Jahren nicht werden vermeiden können. Aber der Blick zurück zeigt eben, dass es besser werden kann. Und das Anstrengung nicht nutzlos ist.

                Jede Aufgabe, jede Entwicklung ist mühsam und der Erfolg wirkt oft klein. Schaut man dann aber zurück, wird einem erst klar, zu welchen gewaltigen Leistungen diese vielen kleinen mühseligen Schritte sich schließlich addiert haben.

                Ich glaube, dass ist eine Krankheit unserer Zeit. Immer müssen wir die Größten sein und die Schnellsten. Im Guten wie im Schlechten. Und immer muss das in unsere eigenen Lebensspanne passen.

                Warum? Ich denke da immer an die Baumeister der gotischen Katedralen. Die haben jeweils ein komplett irres Projekt gestartet und wussten dass sie das Ende nie sehen würden. Sie wussten auch nicht, ob das funktioniert. Und auch ihre Nachfahren nicht. Trotzdem haben sie einfach mal angefangen.

                Es gilt weiterhin: „Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen“ (Niels Bohr).

          • Hendrik Altmann sagt:

            Warum sollten dich denn Afrikaner jagen wollen? Hast du denen irgendwas getan? Ich verstehe nicht warum du vor Ihnen so große Angst hast, ist es die dunkle Hautfarbe?

          • Stephan sagt:

            @Dieter Meyer
            Hier ist eine Information aus „Fischer Weltalmanach 2008“:
            31404 Flüchtlinge landeten nach offiziellen Angaben im Jahr 2006 mit Booten aus Westafrika auf den Kanarischen Inseln; die Zahl der auf der Fahrt Umgekommenen wurde auf 6000 geschätzt.

            Leider wird aus dem Text nicht klar ob an allen spanischen Küsten oder „nur“ auf den Kanaren 6.000 Menschen aus Westafrika im Jahr 2006 umgekommen sind. Die Zahl ist auch so hoch genug.
            Die NATO und die mit ihr verbündeten Staaten tun alles um zum einen die Zahl potentieller Migranten in Nordafrika, im Mittleren Osten sowie in Südwestasien (Afghanistan, Pakistan) deutlich zu dezimieren, aber andererseits führen deren Aktionen erst zu großen Flüchtlingsströmen. Dazu kommen dann die Aktivitäten der EU in Sachen Landwirtschaft in Afrika und anderen Regionen (Stichwort Nahrungsmittel zu Dumpingpreisen auf regionale Märkte werfen, Erhebung sinnlos hoher Importanforderungen angesichts von Digitalkäse und Analogkäse bei uns in den Supermärkten).
            Was man tun kann:
            – Wenn möglich Fisch nur noch bei der örtlichen Fischzucht kaufen
            – Obst und Gemüse nur noch aus dem eigenen Garten vom Nachbarn oder einem örtlichen Bauern
            – Unterstützung der Bevölkerung in den Flüchtlingsgebieten z.B. durch den Besuch eines Kurses für Permakultur in Marokko(mit der internationalen Kursgebühr werden örtliche Teilnehmer unterstützt):

            PDC in Morocco with Darren Doherty (6-20 October, 2014)
            http://permaculturenews.org/2014/08/28/pdc-morocco-darren-doherty-6-20-october-2014/

            PERMACULTURE DESIGN CERTIFICATE COURSE WITH DARREN DOHERTY
            May 18, 2014, 15-Day Permaculture Design Certificate Course
            Essaouira, Morocco, 6th – 20th October 2014
            International Participants…………Dirhams (MAD) 6,620.00 (This equates to €590 or £480 at the time of writing.)
            All these prices are Early Bird discounts. Registrations received after September 6th, 2014 will be subject to an additional 10% fee.
            http://fertileroots.org/permaculture-design-course-with-darren-doherty/

            Wenn es die vielen Immigranten in Deutschland und anderen europäischen Ländern nicht gäbe, dann würden unsere Discounter und Supermärkte ziemlich leer aussehen und zwar nicht nur in der Obst- und Gemüseabteilung!

          • Hendrik Altmann sagt:

            Wir dürfen aber nicht dabei vergessen warum wir gerade in so einer für uns friedlichen Zeit leben, das Nato Bündnis ist nicht nur an absoluten Zahlen anderen Rivalen weit überlegen, sondern auch technologisch voraus. keine andere Macht würde ernsthaft daran denken die Nato herauszufordern, außer vielleicht Kim auf Pilzen.
            Der Ukraine Konflikt z.B. wäre für die Nato militärisch leicht lösbar, nur die kosten dieses Krieges wäre der Aufand nicht annähernd wert. Andersherum würde auch Russland nie einen Nato Staat angreifen, da Russland der Nato hoffnungslos unterlegen wäre. Allerdings könnte sich das in der Zukunft ändern, zurzeit ist die Nato unbesiegbar, die Nato Staaten insgesamt aber abhängig von Energie Importen, die in der Zukunft immer größer werden, bei schrumpfendem Angebot.

  5. Hendrik Altmann sagt:

    Meine eigene Prognose für mich sieht vor, das wir weltweit
    2017 – 2022 in den all Liquids Decline rutschen, also sobald die tight oil
    Blase in Nordamerika platzt. Danach denke ich wird die Ölindustrie und Infrastruktur durch stark schwankende Kurse zersetzt, was in einen noch stärkeren Decline führen wird. Aber wie gesagt das sind meine eigenen Vermutungen kann ja auch ganz anders kommen.

    • Michael Egloff sagt:

      Deine Prognose halte ich ebenfalls für ziemlich wahrscheinlich.
      In den 20er Jahren wird vermutlich auch der Reserveangaben-Schwindel etlicher OPEC-Staaten auffliegen, was ein psychologischer Schock werden dürfte.

      • Hendrik Altmann sagt:

        Hängt natürlich alles davon ab in wie fern, Russland seine shale oil Vorkommen ausbeuten kann. Aber sie haben ja angegeben bis 2020 200-300 kbp tight oil zu produzieren, was nicht viel ist. Dann spielt noch die politische Komponente bei der russischen Öl Produktion eine Rolle.

    • Patrick sagt:

      Einige Jahre hin oder her…man wird sicherlich noch technisch das ein oder andere herausholen. Polarmeer etc. ist ja bisher (zum Glück) noch nicht wirklich angetastet worden.

      Aber ich denke, wir können uns wohl darauf einstellen, dass es in der kommenden Dekade zu den größten Veränderungen unserer Zeit kommen wird.

    • Norbert Rost sagt:

      @Hendrik: Ich schließe mich an.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Der Großteil der Öl- und Gasförderer hängt nicht von Kursen ab, da er ohnehin staatlich ist. Und sollte es da Schwierigkeiten geben, wird der Rest auch ganz schnell verstaatlicht.

      Das Problem ist und bleibt die Finanzierbarkeit. Denn steigende Kosten(=steigender Aufwand) müssen in der Wertschöfpungskette wieder reingeholt werden. Wenn nicht, sinkt die Produktivtät und damit steigen die realen Kosten der Güter im Verhältnis zu den verteilbaren Einkommen. Es können sich dann alle weniger leisten und der Weg geht nach unten. Subventionen bringen auch nichts, denn auch die muss die Volkswirtschaft aufbringen. Im Endeffekt ist es egal, ob man die teure Energie direkt durch den Produktpreis aufbringt oder indirekt über höhere Steuern und Abgaben.

      Ich bleibe dabei: wir hängen bei etwa 100-120$ pro Barrel an der Grenze, ab der da nichts mehr geht.
      Wie erkennbar hat das die Wachstumsgesellschaft (in den frh industrialisierten Ländern) bereits erledigt. Und das richtet bereits massive gesellschaftliche Schäden an. Hier wird immer darüber diskutiert, was denn auf uns zukommen könnte: Die Frage ist eher, was hat uns schon überollt. Die soziale Spreizung, langsam verschleißende Infrastruktur, Refeudalisierung (und diesmal auf globalem Niveau) laufen seit 20 Jahren und sind Folgen eines nicht ausreichenden Wachstums. Wir reden also nicht von morgen, sondern von vorgestern.

      • Michael Egloff sagt:

        Alles genau meine Meinung, Stefan.
        Allerdings ist der Blick auf die Zukunft, bei allen Unsicherhitn, die Prognosen innewohnt, schon spannend und wichtig.
        Erstens der persönlichen Vorbereitung wegen und natürlich augehend von der Tatsache, dass wir unser restliches Leben in ihr verbringen werden.
        Alternativlos, sozusagen.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Es ist extrem wichtig, zumindest wer an einem halbwegs angenehmen Überleben dieser Zeit interessiert ist. Alle die sich mit dem Thema befassen, haben doch schon mal einen großen Vorteil gegenüber denen die Blind in die Sache rein laufen, oder denen die nichts sehen oder hören wollen, es ist an uns etwas aus diesem Vorteil zu machen, denn es wird nicht für alle genug da sein.

  6. Kai Fischer sagt:

    Na,

    ich habe schon mal vorgesorgt und dank Photovoltaik und Elektroauto mich in Teilen vom Öl verabschiedet.

    Im übrigen gehe ich bei der Förderung von einer langen Plateauphase aus, da der Bedarf z.Teil ( siehe China, Deutschland) auch sinken wird.

    Auch die Elektromobilität wird neben Effizienzsteigerungen und neuen Modellen wie Carsharing zum Sinken der Importmengen in den 20ern beitragen

    Gruß

    • Michael Egloff sagt:

      Wie bitte Kai?
      der chinesische Importbedarf sinkt?
      Es macht das genaue Gegenteil: er explodiert. Jedes Jahr um ca. 500000 Barrel zusätzlicher Importmenge.
      Kein Wunder bei derzeit schon etwa 20 Millionen PKW und Nutzfahrzeugen zusätzlich pro Jahr.
      Auch der Flugverkehr in China, Indien und anderen Schwellenländern wächst enorm.

      Übrigens: der Anteil von SUVs steigt in Deutschland und China ständig an, in den USA liegen die light trucks schon bei einem Anteil von 50%.
      Das sind zumindest die HEUTIGEN Realitäten.

      Worauf werden wohl die E-Cars in 40 Jahren fahren? Auf intakten Asphaltstraßen wohl eher nicht.

        • Kai Fischer sagt:

          Auszug:

          „Chinas beliebtester Treibstoff, Diesel, wurde von Januar bis Juli 1,2 Prozent weniger gekauft als im Vorjahreszeitraum, wie Zahlen der Energieberatung Energy Aspects ergeben. Ein Grund dafür ist, dass die Lastwagen, die Diesel benutzen, weniger schwere Industriegüter wie etwa Kohle transportieren. Außerdem laufen die Lastwagen in China zunehmend mit Erdgas. Das dürfte in diesem Jahr 4 Prozent des verwendeten Öls ersetzen, und im Jahr 2020 schon 10 Prozent, wie Zahlen der Beratung Wood Mackenzie ergeben. Auch Chinas immer größeres Schienennetz drückt die Nachfrage.“

          • Michael Egloff sagt:

            Hallo Kai,
            Fakt ist allerdings, dass China in diesem Jahr bisher im Durchschnitt 6 mb/d Öl importieren musste (trotz noch geringfügig gesteigerter eigener Produktion), also im Durchschnitt 0,4…0,5 mb/d mehr als im Vorjahr.
            Der bisherige Rekordmonat 2014 schlug bereits mit 6,3 mb/d Ölimport zu Buche.
            China ist der größte Neuwagenmarkt der Welt, deutlich vor den USA. Und fast alle mit Verbrennermotoren.
            Alte Autos, die 15…20 Jahre gefahren sind und jetzt zur Verschrottung reif sind, gibt es kaum.
            Das heißt, 85…90% der neu verkauften Autos kommen zusätzlich auf die Straßen.

            • Kai Fischer sagt:

              Hallo Michael,

              mag sein, aber auf der anderen Seite kann man die Effizienzbemühungen Chinas auch nicht weglassen.

              Ich habe Chinesen als Bekannte. Die Umsetzung neuer Gesetze usw. ist 100x so schnell wie in Deutschland. Da wird einfach bestimmt und gemacht. Z.B. wurden die Verbrenenr-Mofas einfach so durch e-Roller ersetzt. Einfach so. Das bekommst Du hier niemals in der Zeit hin.

              Wenn China auf Alternativen setzt (Erneuerbare, Schiene, E-Mobilität, Erdgas) dann ziehen die das durch und es reduziert sich der Import.

              Alternativ wird eben jeden Tag nur einer „Endnummer“ das Fahren erlaubt und schon ist der Verkehr um Faktor 10 entlastet.

            • Kai Fischer sagt:

              Hier eine erste reale Aktion Chinas:

              Erdgas ersetzt Öl, bzw. reduziert den Ölbedarf.

              http://www.n-tv.de/wirtschaft/Russland-beginnt-mit-Mega-Pipeline-article13528221.html

              Gruß

              • Hendrik Altmann sagt:

                Ich denke mal China versucht seinen Öl Import zu stabilisieren, was auf jeden Fall schon mal eine kluge Strategie ist, bei begrenzten Exportmengen auf der Welt. Aber wie Michael schon sagte das Problem ist der rasant wachsende Automarkt, der China vor sehr schwierige Herausforderungen stellt. Ob es andererseits klug ist, dem amerikanischen Vorbild nach zu eifern sei einmal dahingestellt, denn das bedeutet nichts anderes sich extrem abhängig zu machen, von Mobilität und Treibstoffen. Leider sieht man dieses nach eifern auch in der Stadtplanung, die dem amerikanischen Vorbild der Vorstädte also der suburbans nichts gutes bzw. Nachhaltiges erahnen lässt.

              • Michael Egloff sagt:

                @ Kai,

                hier die chinesische Realität:
                Öl-Gesamtverbrauch
                Jahr 2000: ca. 5 Mio Barrel Pro Tag
                Jahr 2013: 11,5 mio Barrel pro Tag

                Öl-Import:
                Jahr 2000 1,5 Mio Barral pro Tag
                Jahr 2014 6,0 Mio Barrel Pro Tag (= Vervierfachung in 14 Jahren!)
                Das alles TROTZ KFZ-Zulassungsbeschränkungen in etlichen Städten!!!

                Gasverbrauch
                Jahr 2000: 2 Milliarden Kubikfuß pro Tag
                Jahr 2013: 16 Milliarden Kubikfuß pro Tag
                (= Verachtfachung in 13 Jahren!)
                Gasimport:
                2009 erste Gasimporte
                2013: 4 Milliarden Kubikfuß pro Tag (=explosiver Anstieg)

                Kohleverbrauch:
                2000: 700 Mio Tonnen Olöäqivalent p.a.
                2013: 2000 Mio Tonnen ÖÄ p.a.
                (= Verdreifachung in 13 Jahren)

                Da wird also garnichts substituiert, auch nicht Öl durch Gas.
                Alle Verbräuche steigen enorm.
                Bis heute.

              • Kai Fischer sagt:

                Es geht nicht um den Vergleich der Jahre 2000 vs 2013, sondern um die ersten 6 Monate in 2014.

                Im Gegensatz zu der deutschen Bundesregierung sehe ich in China klare Bestrebungen im Mobilitätsbereich vom Öl unabhängig zu werden.

                Wobei Deutschland schon ein gutes Schienennetz hat und der öffentliche Nahverkehr sehr gut ausgebaut ist im Vergleich zu den USA z.B.

                Im Fall der Fälle, der Ölpreis verdoppelt sich über Nacht, dann wird eben ne Fahrgemeinschaft gebildet und wieder mehr Bus und Bahn gefahren. Oder 2-Fahhrad :)

                Da würde keine Welt zusammenbrechen. Ich könnte z.B. alles mit dem Fahhrad und S-Bahn erledigen, völlig Ölfrei.

              • Tom Schülke sagt:

                @ Kai.

                Du reduzierst die Konsequenzen einer Ölpreisverdopplung auf die Mobilität. Das wäre dann eine der Konsequenzen.. weitere wären… Kasadenartige Preissteigerungen durch sämtliche Wertschöpfungsketten… Explosion der Nahrungsmittelpreise… Zusammenbruch diverser Ökonomies of Scale, die bei sinkenden Interessente die durch massenproduktion verfügbaren Finanzvorteile davonschwimmen sehen würden und damit deren Bankrott..

                Mag sein das Du dann mit deinem Fahrrad und mit Fahrgemeinschaften unterwegs bist.. Aber auf dem Weg zu Leeren Supermärkten, Zur Zusammengebrochenen Bank deines Vertrauens, das dein Konto nicht mehr auszahlen kann… Zum Arbeitsamt, weil dein Arbeitgeber Pleite ist… usw..

                Eine Verdopplung des Ölpreises wäre der Tod des Weltwirtschaftssystems…. sozusagen die Meganadel die den Ballon zum finalen Platzen bringen würde..

              • Michael Egloff sagt:

                Genau so ist das, Tom,
                klarer und treffender kann man es nicht formulieren.
                Billiges Öl (im Sinne von „auf Massenkaufkraft treffend“) ist eben nicht nur Öl.
                Billiges Öl ist Massentourismus, hochmechanisierte Landwirtschaft, Staatsfinanzierung auf heutigem Niveau (also auch das heutige Sozialsystem, Gesundheitswesen, die umfangreiche Verwaltung usw), das heutige Maß an Spezialisierung und Arbeitsteilung, die heutige Art der Waren- und Halbzeugdistribution…
                Öl ist auch sich amortisierende Windkraft, Rohstoffbereitstellung in heutigen Mengen und zu heutigen Preisen und vieles andere.
                Und auch das heutige Finanzsystem – ohnehin schon gagaistisch aufgeblasen – auch dafür ist ölbasierte Wertschöpfung die Grundlage.
                Kein anderer Massenrohstoff hat eine solch vielfältige Verwendbarkeit, macht Energie an jedem Ort der Erde zu jeder Tageszeit verfügbar (sogar in der Antarktis) und hat eine solche Schlüsselfunktion

              • Michael Egloff sagt:

                zu früh abgeschickt!
                „… und subventioniert in solchem Maß nahezu alle Wertschöpfungsketten!“ wollte ich noch ergänzen.

                Und was China angeht: zugegebenermaßen macht die chinesische Politik den Eindruck, auf sehr kluge Weise einem Masterplan zu folgen. Sehr viel koordinierter und planvoller, als die meisten Akteure im Westen.
                Nur dummerweise eben im heutigen Wachstumsparadigma.
                Sie machen auf fast schon geniale Weise kurzfristig fast alles richtig – und gerade deswegen langfristig fast alles falsch.
                Kaum ein Land treibt die Urbanisierung schneller voran, baut so viele Riesen-Shoppingmalls, Großflughäfen, Containerterminals, Autobahnen usw.
                Mit voller Kraft zur weiteren Erhöhung der Fallhöhe…
                Kurzfristig haben sie einen Plan, und glauben an seine langfristige Tragfähigkeit.
                Ein Irrglaube.
                Letztlich wie bei uns, nur noch radikaler ins Werk gesetzt.

              • Stefan Wietzke sagt:

                @Michael Egloff
                Freunde von mir haben lange in China gelebt. Da sieht das Bild vom „Masterplan“ da doch schon ganz anders aus. China hat auf jeden Fall ein gutes Marketing ;-)

                Aber zum Energiethema. Was auch hier viele unterschätzen ist der Effekt, wie die hohen Wachstumsraten der letzten insbesondere 70 Jahre denn entstanden sind.
                Ich will mal versuchen, dass hier ganz kurz zu erläutern:

                1. Erhöhung des Outputs einer Volkswirtschaft setzt eine Erhöhung er Arbeitsproduktivität vorraus.

                2. Die hohe Steigerung der Produktivität ist die Folge des Energieeinsatzes

                3. Die Erhöhung funktioniert nur so lange, so lange der Aufwand für die Bereitstellung der Energie kleiner ist, als die damit verdrängte Arbeitsleistung. Ganz einfach zu verstehen: Wenn ich mit einer neuen Maschine 10 Stunden Arbeit ersetzte, aber für Erstellung, Betrieb und Energiebereitstellung auch 10 Stunden brauche, ist das ziemlich sinnlos.

                4. Wenn man das Ganze jetzt noch mit dem Grenznutzenproblem kombiniert, dann kann man zeigen, dass der Aufwand für die Energiebereitsstellung permanent sinken muss, wenn auf Dauer Wachstum möglich sein soll.

                5. Also haben wir zuerst die Kohle ausgereizt. Dann haben wir mit Öl einen Energieträger gefunden wo der Aufwand noch geringer ist. Aber das funktioniert nun nicht mehr, da der Aufwand der Bereitstellung steigt und auch alle Alternativen einen höheren Aufwand bedeuten.

                6. Steigt der Aufwand weiter, kippt das System sogar. In dem Moment wo der Aufwand für die Energiebereitstellung schneller steigt als die Produktivitätsfortschritte in der sonstigen Wirtschaft geht die Produktivität zurück. Da sind wir in den früh industrialiserten Ländern inzwischen voll drin.

                7. Das Prinzip gilt auch für regenerative Energiequellen. Auch hier muss auf Dauer der Aufwand gegen 0 konvergieren.

                Selbst wenn die physikalisch zur Verfügung stehende Energie undendlich ist (egal aus welcher Quelle), ist das Wachstum vorbei, wenn der Aufwand der Energiebereitstellung nicht gegen 0 konvergiert.

                q.e.d.

                Folgen:

                Da unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aber reales Wachstum braucht, da alle Strukturen, Legintimationssystematiken und Konfliktlösungsmechanismen am Wachstum hängen, wird das System zunehmend disfunktional. Man kann zeigen das Finanzanaomalien, soziale Spreizung, Überschuldung usw. am Ende daher kommen, dass man mit aller Gewalt versucht ein System am leben zu erhalten, dessen Grundlagen längst verschwunden sind.

                Anstatt sich der Tatsache zu stellen und das System auf ein statisches ummzubauen. Denn die ganzen Sekundäreffekte zerstören nicht nur weiter unsere Lebensgrundlage sondern auch die zivlisatorischen Errungenschaften der letzte 300 Jahre.

                Ich bleibe dabei: Der eigentliche Peak zeichnete sich seit 1973 ab, wurde für die Früh industrialisieten Länder spätestens mit Beginn dieses Jahrtausends erreicht. Seit dem sind wir auf der Rutsche nach unten.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Vergiss das mit der Effizienzsteigerung. Dazu must die die Effizienzsteigerung über die Weltwirtschaft betrachten und nicht die an einer Stelle. In den letzten 10.000 Jahren lag bei maximal 1%. Die Universität von Toronto hat geschätzt, dass es noch Energieeffizienzreserven mit einem Faktor von 2 bis 3 gibt, bis die physikalischen Grenzen erreicht sind. Und es würde mindestens 100 Jahre dauern, dass zu heben.

  7. Stefan Wietzke sagt:

    Wir haben ja noch immer das Problem, dass die meisten Menschen kein Gefühl für exponentielle Funktionen haben. So lange ich mich auf dem flachen Ast bewege, passiert wenig. Sobald der Kippunkt erreicht ist, geht es rasant. Selbst wenn ich mich in der absoluten Menge einer Grenze enorm verschätze, kann ich in den Eintrittspunkt ziemlich genau treffen. Denn im steilen Ast ändert auch eine Vermehrfachung einer Menge nicht viel.

    Es wird ja gerne erzählt, dass wir in den letzten 250 Jahren einen großen Teil der fossilien Ressourcen verbraucht haben. Aber das ist so ja nicht richtig. Wir haben die Masse erst in den letzten 50 Jahren gefördert, bzw. würden wir bei gleichbleibender Förderung die gesamte Menge in den nächsten 30 Jahren noch einmal fördern.

    Hier eine schöne Dokumentation über den Forschungsstand zum Massenaussterben im Perm, der größten Katastrophe in der Erdgeschichte.

    http://www.youtube.com/watch?v=CT4VdgwMU5I

    Kurzer Ablauf:
    1. Starke CO2 Erhöhung durch massiven Vulkanismus

    2. Temperaturerhöhung um ca. 5 Gread.

    3. Aussterben von 70% der Landarten.

    4. Unterbrechung des Gasaustausches in den Meeren durch Oberflächenerwärmung

    5. Ausbreitung schwefelwasserstoff bildender Mikroorganismen. Dadurch aussterben von 95% der Meeresorganismen.

    6. Auslösung eines Methanhydratschocks. Weitere 5 Grad Temperaturerhöhung.

    7. Das hat fast den gesamten Rest des Lebens erledigt.

    Legen wir die negativen Klimaprognosen zu Grunde, dann könnte schon das anvisierte CO2 Budget für 4 bis 6 Grad Erwärmung reichen. Na dann hoffen wir mal, das uns des Zeug möglichst schnell ausgeht.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Das wird die nächste Herausforderung nach peak fossil werden, wir können da nur hoffen das die Temperaturen nicht so schnell und so stark steigen, so das ein Großteil des Methans im Boden verbleibt. haben wir den Ausstieg aus den fossilen dann in 100 Jahren geschafft, wird und der Klimawandel mit aller härte treffen, und wir wissen dann was wir letztendlich geschaffen haben. Für mich hat aber erstmal Priorität peak fossil zu überleben.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Peak Fossil überleben wir. Da geht es darum, den Übergang nicht so ruppig zu gestalten. Denn Zivilisationen kommen und gehen und dann gibts was Neues. Aber wenn auch nur 1% der Methanmengen entweichen, dann bedeutet das Game Over.
        Und in der Perm-Katastrophe hat es mindestens einige 10.000 Jahre gedauert, den CO2 Gehalt der Athmosphäre entsprechend stark zu erhöhen. Wir brauchen dafür nicht mal 100 Jahre.
        So gibt es ein Problem, auf das auch nur Experten schauen. Durch die Erwärmung der Ozeanoberfläche hat sich bereits die Konvektion in den obern Wasserschichten verringert. Man kann daher weltweit bereits eine deutliche Abnahme der Grünalgen feststellen (denen geht die Nahrung aus, weil u.A. nicht mehr genug Phosphor in die tieferen Wasserschichten getragen wird). Die bilden aber den Anfang fast aller maritimer Nahrungsketten und produziern etwa die Hälfte des Luftsauerstoffs. In ersten Messkampagnen konnte bereits eine geringe Sauerstofabnahme aus diesem Effekt nachgewiesen werden.

        Mir ist schon klar, warum Maedows jede Hoffnung hat fahren lassen.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Na ja, nicht so ruppig ist so eine Sache, die Welt ist aufgeteilt in Machtsphären, deren Macht wird hauptsächlich durch Polizei und Militär gestützt. Wir leben hauptsächlich in so einer friedlichen Welt, weil es eine so gigantischen Macht und Militär Block in der Welt gibt, der alles dominiert. Auf jeden Fall nicht weil die Welt vernünftiger oder friedlicher geworden ist, wer das glaubt täuscht sich gewaltig. Dieser Militär Gigant wird hauptsächlich durch eine riesige Produktivität erlangt, die wiederum abhängig von billiger Energie ist. Diese Energie wird von anderen Mächten im großen Maßstab zu uns den Nato Staaten importiert. Daraus entsteht gegenseitige Abhängigkeit. Aber auch eine indirekte Droh Kulisse, denn die Nato könnte sich ohne diese Energie nicht erhalten und die Welt dominieren. Der weltweite Decline wird mit einiger Verzögerung, einen Zerfall dieses Militär Apparats zur Folge haben, aber auch anderer sicherheits Organe. die folge ist ein Machtvakuum, was immer Kämpfe zur Folge hat.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Nachtrag: Die Menschheit ist nicht vernünftiger und friedlicher geworden, die Welt schon, durch das riesige Nato Bündnis und deren vernichtende Schlagkraft, die alles andere in den Schatten stellt.

  8. Tom Schülke sagt:

    Ich denk auch das wir zwischen 2016 und 2020 den Peak erleben werden. Von dortan ist es eine Frage von maximal 5 Jahren bis das Thema voll in der Öffentlichkeit begriffen werden wird.

    Allerdings kann es auch ganz anders kommen. Dann, wenn die Weltwirtschaft einen Crash hinlegt, der auch ohne PO eintreten kann.

    Sollte das vor dem Peak eintreten, wird der Peak vollkommen in den Hintergrund treten.

    Ich bin mir nicht sicher welches Szenario mir eigentlich weniger lieb ist. Erst den PO und dann den Crash oder erst den Crash und dann irgendwann Po.

    Letztlich schließe ich mich aber der Auffassung an, das aus sicht unserer Enkel ein früher PO das beste ist was wir uns in Anbetracht der Gefahr eines galopierenden Klimawandels wünschen könnten.

    Kais Freude darann, schon ein wenig vorgesorgt zu haben und mehr Resilienz aufgebaut zu haben, ist ein Luxus, der wahrscheinlich dem Großteil der Bevölkerung verwehrt bleiben wird.

    Der Überwiegende Teil ist schon froh, wenn er sich seine Überteuerte Mietwohnung weiter leisten kann und nicht die Soziale Leiter abrutscht. Vom eigenen Haus ganz zu schweigen.

    Das wird ohnehin die große Herausforderung werden. Was machen wir mit den Millionen, die nicht das Privileg haben jetzt noch weitere Schritte zu mehr Resilienz gehen zu können ? Der Kreuterkasten auf dem Balkon reicht da nicht aus. Das entspricht eher einem angefeuchtetetn Tashentuch bei einem Waldbrand.

    Was wir brauchen ist schlicht mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Sicher ein Thema für Leipzig.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Da stimme Ich dir voll zu, die ersten Opfer von peak oil oder peak fossil werden die Armen die Kranken und die Alten sein. Wenn die Kassen klamm werden wird es schwierig werden Renten, Krankenhäuser oder Arbeitsämter zu finanzieren.

      • Stephan sagt:

        Es gibt aber auch immer wieder mal Berichte, dass sich die Lebenserwartung von Menschen in Gebieten erhöht, in denen die Versorgung mit Ärzten schlechter wurde.

        • Kai Fischer sagt:

          Die Lebenserwartung erhöht sich übrigens auch, wenn wieder mehr Fahrrad gefahren wird :)

          Peak Oil hat also auch etwas gutes ..

          • Ert sagt:

            In vielen Krisen stieg die Lebenserwartung / Gesundheit stark an, weil dann auf eine gesündere Diät umgestellt wurde – die deutlich mehr Stärkehaltig war und deutlich weniger verarbeitete Produkte, Fette, Auszugsmehle, Zucker, Milch und Fleisch beinhaltete. Solange genug von den ‚einfachen‘ Sachen gegessen werden kann – ist alles Paletti.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Ja ich sehe das auch so, brauchen wir wirklich eine Pharmaindustrie?
          Ich meine klar kurzzeitig mag sie uns wirklich helfen, aber langfristig schießen wir uns damit ins Bein, irgendwann hilft keine Pille oder Serum mehr dann sind alle Viren und Bakterien resistent, und unser Immunsystem? kennt diese Viren und Bakterien dann nur noch vom Namen her.

  9. Stephan sagt:

    Es tut sich was in Sachen Fracking in Australien – genauer gesagt im dortigen Outback:

    Schiefergasproduktion breitet sich im Cooper Basin Hinterland weiter aus
    By Mike Sexton, Updated October 07, 2013

    Der Direktor von Santos, James Baulderstone, erklärt die Bedeutung der Bohrung:
    „Diese Bohrung ist dreieinhalb Kilometer tief und stellt eine Energiequelle dar, die genügend Energie für 40.000 Haushalte in Adelaide und Sydney bereitstellt.“

    Es ist die erste Schiefergasbohrung (auch als unkonventionelles Erdgas bezeichnet) Australiens und Baulderstone glaubt, dass diese Energiequelle alles verändern wird.

    „Im Moomba Feld und den benachbarten Feldern gibt es 700 Bohrungen, die Gas liefern.“, sagt er.

    „Wir hoffen, dass wir viele Bohrungen durchführen können, die dann die Gasproduktion von Zentralaustralien übernehmen, das wiederum in den letzten 40 Jahren die Hälfte des Gasbedarfs für die Ostküste produziert hat, und diese dann für weitere 40 Jahre am Laufen halten.“

    „Der Bedarf des US-Binnenmarktes ist 20 mal größer als der australische Binnenmarkt und dies war auch der Grund warum diese Art von Erdgasförderung zuerst dort und nicht in Australien durchgeführt wurde.“
    „Der Export wäre der Faktor, der dazu führen kann, dass diese Energiequelle auch hier erschlossen werden könnte.“

    http://www.abc.net.au/news/2013-10-03/shale-gas-production-spreads-tentacles-across-outback/4995304

    Hier ist noch ein Bericht im Lokalblatt der bekannten Opalstadt Coober Pedy, vom Juli diesen Jahres, über einen Vortrag der Firma Linc Energy vor Anwohnern (es geht um Probebohrungen für Schieferöl und -gas im A(r?)ckaringa Basin, das Gebiet rund um Coober Pedy, etwa 100 Kilometer vom Ort entfernt):

    Coober Pedy Regional Times, 17 July 2014
    Community’s first meeting with Linc Energy
    First meeting with Linc Energy was held at the Italian Club in Coober Pedy on 18 June 2014.

    John Dunstan spoke saying that the Canadian Government has agreed that up to 13% of the wells in Canada are leaking.

    http://cooberpedyregionaltimes.files.wordpress.com/2014/05/coober-pedy-regional-times-17-7-2014.pdf

    • Stephan sagt:

      Noch ein Hinweis:
      In dem Lokalblatt taucht die Abkürzung GAB auf. Das bedeutet Great Artesian Basin, also großes artesisches Becken. Das ist quasi ein Wüsten- oder Halbwüstengebiet, das sich etwa von der Mitte Australiens bis hoch in den Nordosten über 2.400 km erstreckt und unter dem sich ein großes Grundwasservorkommen befindet, mit geschätzten 65.000 Kubikkilometern Inhalt, und dessen Wasser teilweise von alleine wegen der Tiefe des Beckens, deswegen artesisch, an die Oberfläche tritt .

      Der kürzeste Abstand zwischen dem Cooper Becken und dem Arckaringa Becken beträgt etwa 250 km.

      Ich weiß, dass über diesen Schieferölfund in Australien letztes Jahr hier schon mal diskutiert wurde. Mit Hilfe einer bekannten Suchmaschine habe ich für dieses Jahr auch nur noch sehr wenige Berichte dazu entdecken können.

    • Stephan sagt:

      Hier ist noch ein Kommentar eines außerhalb der USA lebenden US-Bürgers mit Bezug zu den Vorgängen in der Ukraine (ohne Übersetzung wegen Zeitmangels), genauer geht es um einen offenen Brief von US-Geheimdienstveteranen an Frau Merkel:

      Warning Merkel on Russian ‘Invasion’ Intel
      September 1, 2014

      Gary Schnell on September 2, 2014
      Our so called leadership in America is BAT SHIT CRAZY! And left to their own devices will take America straight to hell and Europe along with it.

      In America we haven’t seen the effects of war up close and personal since the war between the states and therefore have no idea of the true reality of it. I’m 62 years old and don’t recognize my country any more.

      http://consortiumnews.com/2014/09/01/warning-merkel-on-russian-invasion-intel/

  10. Stephan sagt:

    Wow! Eine unverfälschte klare Meinung einer Amerikanerin über das was in ihrem Land so abgeht (Wohnort wohl irgendwo im Süden von Nevada oder Südosten von Kalifornien), es geht um eine Bürgersprechstunde in einer Gemeinde und da geht es anscheinend auch um die Folgen von Schulschließungen:

    Dolan Springs community meeting re. fire department, burglaries, roads and school
    Posted on July 13, 2014 by Christine

    Of course I realize how frustrating it is to try to get anything done in our corrupt government. And the few people who do work hard to make Mohave county a better place for all don’t get the support they need. But then again, if you don’t try, you’ve already lost.

    As I was just reading some of the comments at the Miner, I realized once again that most people can’t get beyond name calling and politics. The lack of intelligence displayed in so many comments is downright scary.

    And when it comes to the Dolan and Meadview residents, most are sick, old and tired and they moved here to retire and get away from the BS, politics and corruption. It’s understandable that they prefer to watch TV or play Bingo.

    http://highdesertdirt.com/blog/2014/07/13/dolan-springs-community-meeting-re-fire-department-burglaries-roads-and-school/

    • Dieter Meyer sagt:

      Dolan Springs liegt in Arizona!

      Also in der Wüste.

      Und ihre Kritik geht nicht nur an die Adresse der (korrupten) Politiker, sondern auch an die der Bürger, die sich nicht mehr für Politik interessieren.

      Mir geht es allerdings ähnlich: Seit ewigen Zeiten tut sich nichts in der Politik. Die da oben greifen nur ab und saugen uns aus. Da brauche ich auch nicht wählen, denn die sind alle gleich (korrupt).

      • Hendrik Altmann sagt:

        Wie müsste denn ein Mensch sein um ein guter Politiker zu sein?
        unbestechlich, absolut ehrlich, uneigennützig, seinen Wählern, und Versprechen verpflichtet. Aber wäre das dann noch ein Mensch?
        Ich glaube Korruption ist etwas natürliches, ich meine wann gab es keine Korruption in der Menschheitsgeschichte? Es ist einfach ein Teil von uns.

        • Tom Schülke sagt:

          Tja… dort ist der Begriff zunächst ja auch nicht Korruption, sondern…

          “ Netzwerkern „… Man kennt sich , man hilft sich, man erfüllt sich gefälligkeiten..

          Der Übergang zur Korruption ist immer fließend. Ich bin übrigens keineswegs der Meinung , das alle Politiker Korrupt seine.. das halte ich für groben Unfug.. Ich glaube eher, das die Lebensrealität vieler Mächtiger oder Wohlhabender Menschen genauso wie auch bei armen und Machtlosen Menschen eine Form von Tunnelblick auf die vielen Facetten der Realität gestatet, der viele Wichtige Elemente der Wahrnehung unterbindet.

          Und da die Erfolgreichen die Politik bestimmen ist es nur ein folgerichtiges systemisches wirken, das Sie den Blickwinkel der Mächtigen und Erfolgreichen vertreten… und das gilt noch stärker bei den sehr mächtigen Wirtschaftsführern… Umgeben von Wohlstand, durchleben Sie einen Ständigen Aufstieg, eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Klar, werden die nicht mit der Kehrseite im Alltag Konfrontiert.

        • Stephan sagt:

          Das was in Ferguson, St. Louis, im Bundesstaat Missouri passiert, geht aber weit über Korruption hinaus. So ähnlich wie damals nach Hurrikan Kathrina als weit und breit keine staatliche Hilfe zu sehen war trotz zig Flugzeug- und Hubschrauberträger sowie hunderten von Milliarden Dollar Ausgaben für das Militär pro Jahr. Das geht mehr in Richtung aktive Menschenverachtung bzw. Missachtung von Leben überhaupt.

          D.h. die Politik unterstützt menschenverachtende Wirtschaftspolitik von Konzernen, die die Menschen ausrauben und ihnen die Grundlage zum Leben nehmen (s. die Aktivitäten eines Konzerns in Indien, der den Menschen in trockenen Gebieten das Grundwasser wegnimmt oder verseucht, um es in Flaschen abzufüllen).

          Das mit der Korruption, also dem heimlichen Annehmen von Geld/Gefälligkeiten, um dann dem „Spender“ irgendetwas „Gutes“ zu tun, gibt es bis hinunter auf Gemeindeebene. Man nennt das z.B. auch Mauscheln oder Küngeln. Eine weniger schöne Bezeichnung ist Verschwören, was wiederum mehr in Richtung Machtgewinn geht (obwohl mehr Geld ist ja auch immer gleichzeitig Machtgewinn).

          Man kann sich z.B. bei den Vorgängen in Ukraine angesichts dessen, was da passiert, aber auch angesichts dessen, was da nicht passiert, sehr schöne Dinge zum Thema Verschwörung ausdenken. Da dies aber keine Folgen hat, ist man „nur“ Verschwörungstheoretiker.

          • Dieter Meyer sagt:

            @ Stephan

            Nicht nur beim Hurricane Katrina, sondern auch beim Hurricane Sandy war es so.

            Die „Prepper“, über die gelacht wird, hatten Vorräte – alle anderen nicht.

            @ Tom Schülke

            Die Reichen, bei denen es immer nur mehr und mehr gibt, können sich in NIEMANDEN hineinversetzen. Sie wollen es auch nicht!

            So schreibt FORBES diesen Scheiss:

            Astonishing Numbers: America’s Poor Still Live Better Than Most Of The Rest Of Humanity

            TIME sieht es schon nüchterner:

            The Myth of Bootstrapping

            Politicians love to portray themselves as Horatio Alger characters, but they aren’t talking about how social mobility is all but impossible for many these days

            • Hendrik Altmann sagt:

              Ja die Gerechtigkeit…, warte ich weiß! Wir bauen eine Gesellschaft in der jeder mit jedem teilt, keiner Eigennützig handelt, wir die Schwachen beschützen, jeder die gleichen Rechte hat, Niemand anderen Leid zufügt! Aber warum sollen wir so eine Gesellschaft bauen? Warum hat das noch Niemand vor uns getan? Ich meine wir leben seit hundert tausenden Jahren auf diesem Planeten. Okay bringen wir da mal etwas Licht in die Dunkelheit, „Wettkampf“, das Leben, das Ökosystem und auch das Wirtschaftssystem ist ein Wettkampf. Warum ist es ein Wettkampf? Ganz einfach, die Erde ist endlich, auch alle Ressourcen sind damit endlich, Das Ökosystem, und das Wirtschaftssystem sind nur durch diese Ressourcen begrenzt, das wiederum bedeutet ein harter Wettkampf um eben diese, in der Wirtschaft kämpfen Konzerne (Cooperations) hart um Marktanteile und Ressourcen, im Ökosystem sind es die vielen Arten, die um Lebensraum und Ressourcen kämpfen. In beiden Systemen bekommt der den Erfolg, (Ressourcen und Raum) der am besten an seine Umwelt, ob Wirtschaftlich oder Ökologisch angepasst ist. Das ist „Gerechtigkeit“ Es war nie anders, seit Milliarden von Jahren hier auf der Erde aber vielleicht auch in unserer Galaxie mit Ihren 100 Milliarden Sonnen, oder im Universum mit Ihren 100 Milliarden Galaxien…
              Die Frage nach dem was ist Gerechtigkeit, ist also auch eine Frage nach dem Sinn des Lebens.

              • Patrick sagt:

                Wie wir unser Zusammenleben und unsere Wirtschaft organisieren, haben wir aber weitgehend selbst in der Hand.

                Naturgesetze gibt es, aber die sind eigentlich nicht unser Problem. Das Problem ist unser Verhalten.

                Egal wie Endlich die Ressourcen sind. Wir haben die Wahl, wie wir damit umgehen. Und wir könnten auch besser steuern, wie hoch die Geburtenrate in der Welt ist. Alles wäre machbar. Doch bestimmte Verhaltensweisen verhindern dies. Einige der Verhaltensweisen verschulden wir selbst, andere werden aufgezwungen und können von uns nicht so eben beeinflusst werden.

                Der Mensch hat nunmal bestimmte Vorteile gegenüber allen anderen Lebewesen auf dieser Erde und es liegt an ihm selbst, daraus das beste zum Wohle aller zu machen.
                Das ist für mich nicht so einfach vergleichbar mit dem ewigen Kampf in der Natur zwischen verschiedenen Pflanzen oder Tieren in einem Gebiet.

                Wir haben so viel Wissen und so viel Können angehäuft.
                Die Frage ist nur, wozu wir es benutzen, was unsere Werte und unsere Ziele sind.

                Es gibt so viel zu verbessern, was in unserer Macht steht…da mache ich mir um Naturgesetze wirklich keine Sorgen.
                Die Sorgen bereiten mir nur die menschliche Verhaltensweise!

              • Hendrik Altmann sagt:

                @Patrick wir haben hier gar nichts in der Hand, die Natur hat uns in der Hand nicht andersherum, wir sind ein Teil der Natur und richten uns an deren Gesetze, vielleicht merkt es nicht jeder, aber jeder von uns spielt jeden Tag nach den Regeln dieses Ökosystems, klar können wir ein eigenes System entwickeln, aber es wird immer in Konkurrenz zu dem bestehendem Ökosystem operieren, und dann wäre da eine Frage, warum?, warum ein eigenes System entwickeln? Das Ökosystem ist perfekt, es braucht nicht ersetzt zu werden, und ich denke wir sind auch nicht in der Lage es zu ersetzen, oder überhaupt ein anderes System hier auf der Erde zu integrieren. Unser Wirtschaftssystem ist so ein Versuch, aber es schaft einfach nicht Nachhaltig zu sein, wir stehen jetzt an dem Peak dieses Systems, der Blüte unserer Kreation, und werden vielleicht noch mit ansehen wie dieses System stirbt. Naturgesetze sind auch kein Problem, sie waren nie ein Problem, das Leben hat sie in Milliarden Jahren in diesem Planeten gemeißelt, jede Minute daran gefeilt und sie verbessert, wie können wir es wagen sie Frage zu stellen? Und zu unserer Verhaltensweise, wir verhalten uns doch noch immer wie vor hundert tausend Jahren, also nach den Naturgesetzen, wie jedes Lebewesen hier auf der Erde, nur das wir eben Technik
                nutzen, man kann es als Experiment der Natur sehen, entweder wir schaffen es mit Technik zu Überleben, oder eben nicht. wir sind ein Prototyp der Natur, die Zeit wird zeigen ob diese Fähigkeit eine Schwäche, oder eine Stärke ist.

              • Patrick sagt:

                Natürlich hat die Natur uns in der Hand oder sind wir ein Teil des Ökosystems, das wollte ich überhaupt gar nicht im Ansaz in Frage stellen.
                Ich bin doch kein Mainstream-Ökonom ;-)

                Ich wollte sagen, das uns Spielraum, den das Ökosystem bietet, groß genug für uns ist. Wir müssen nur die Schranken ERKENNEN und dann RESPEKTIEREN.
                Und das bedeutet u.a. ein Wirtschaftssystem betreiben, was dazu passt.

  11. Michael Egloff sagt:

    „Wie wir unser Zusammenleben und unsere Wirtschaft organisieren, haben wir aber weitgehend selbst in der Hand.“

    Genauer gesagt: wir haben es in Milliarden von Händen.
    Und genau das ist das Problem.
    Denn diese Hände gehören sowohl Selbstlosen als auch hemmungslosen Egoisten, Krankenschwestern als auch Waffenhändlern, Bescheidenen als auch Gierigen, Weisen als auch Dummen, Friedfertigen als auch Aggressiven…
    Die bange Frage ist: wer wird sich behaupten? Werden die jeweils Letztgenannten den jeweils Erstgenannten das Gestz des Handelns aufzwingen in Zeiten großer Umbrüche?
    Schaut man in die Ukraine, nach Syrien, in den Irak, in mamche brasilianischen Favelas und an andere Brennpunkte von Konflikten, könnte man genau das annehmen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Genau das das ist der Punkt, deswegen ist es nicht uns, sondern an unserer Umwelt. Wir reagieren in erster Linie auf unsere Umwelt, den wie wir auf Sie reagieren, bestimmt unsere Überlebensfähigkeit. Ich behaupte mal von mir ein sehr fried fähiger Mensch zu sein, dennoch denke ich über meine Sicherheit und die meiner Mitmenschen nach. Auch eine friedfertige Gemeinschaft benötigt ein Verteidigungspotential, denn es gibt auch jede Menge aggressive, expansive Gemeinschaften und deren Ideologie und Ansichten will ich mich nicht beugen müssen.

  12. […] wird, konnte keine Ölförderweltregion nennenswerte Steigerungsbeiträge vorweisen (Peak Oil: Stand der Dinge 2014; will jemand mal die Zahlen updaten? Sende gern meine Tabelle!). Seitdem hat sich der Ölpreis […]

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