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Rebound; oder: Was mir Sorgen macht.

Meinegüte: Ein Herbst zum Glaubenverlieren.

Endlich Frühling. Gelegenheit, eine Verortung zu versuchen. Orientieren: Wo stehen wir?

Dieses Blog ist erreichbar über Peak-Oil.com. Peak Oil: Der Gipfel der Ölförderung. Und seine Auswirkungen. Knappheitsszenarien, die mit dem Gedanken spielen, irgendwann kommt die globale Ölförderung an Grenzen, die nicht überschritten werden können. So wie Moores Gesetz jetzt, 50 Jahre nach Formulierung, seine Gültigkeitsgrenzen zeigt (SPON: Moores Law: Die goldene Regel der Chiphersteller bröckelt), so dürfte es auch in der Förderung von Erdöl eine Limitierung geben. Grenzen des Wachstums. Physikalische Grenzen. Technische Grenzen. Ökonomische Grenzen. Grenzen eben.

Es wäre daher seltsam, hier über etwas anderes nachzudenken, nur weil der Ölpreis Kapriolen nach unten schlägt. Wahrhaftig: Die meisten, die jemals mit einem bedächtigen Kopfnicken oder furchtsamem Kopfschütteln in Richtung der "Peak-Oil-Theorie" geschaut haben, haben solch ein Preisniveau wohl nicht mehr für möglich gehalten - mich eingeschlossen. Die Situation hat sich durch Fracking verändert. Punkt. Eine technische Grenze wurde gesprengt. Doch ist Fracking für die Ölindustrie ein ähnlicher Paradigmenwechsel wie das Durchbrechen der 0%-Zins-Grenze durch die EZB? (TP: Der Euro auf dem Weg zur Geldhaltegebühr). Oder ist es ein Entwicklung mit überschaubarem Zeithorizont?

Wir wissen: Schon 2014 waren Europa (-49,3%) und Afrika (-23%) definitiv über ihre lokalen Ölfördermaxima drüber und Zentral- und Südamerika sowie Asien und Ozeanien (jeweils -5%) vermutlich ebenfalls. Außer Nordamerika, wo Fracking und Ölsandabbau ungeachtet besonderer ökologischer Rücksicht eingesetzt wird, konnte keine Ölförderweltregion nennenswerte Steigerungsbeiträge vorweisen (Peak Oil: Stand der Dinge 2014; will jemand mal die Zahlen updaten? Sende gern meine Tabelle!). Seitdem hat sich der Ölpreis aus einem 90-bis-110-US$-pro-Barrel-Korridor in einen 30-bis-50-US$-Korridor bewegt. Die Zahl der aktiven Ölbohranlagen in den USA hat sich gedrittelt und international ist ein Rückgang um ein Drittel aktiver Anlagen zu verzeichnen (PeakOilBarrel.com: International Rig Count Still Falling). Aktuell ist der Markt trotzdem absolut überversorgt (Lagerbestand: +9,4 Mio Barrel in einer Woche auf 532,5 Mio Barrel allein in den USA), denn was sprudelt, sprudelt - und die USA treten zunehmend als preisdrückender Öl-Exporteur auf (EIA: U.S. petroleum product exports continue to increase). Allerdings zeigt der Rückgang der Explorationsaktivitäten deutlich: Die Lagerbestände von heute könnten wir in einer noch nicht bezifferbaren Zukunft noch gebrauchen, denn wo heute nicht in die Ölförderung investiert wird, kommt morgen kein Öl.

Das Ölfördersystem ist groß - und entsprechend träge. Ob heute stillgelegte Projekte morgen ausreichend schnell wieder anfahrbar sind, um ein Überschießen des Preises oder Unterversorgung zu verhindern? (Erinnerung: Peak Oil: Chaos und Nichtlinearität) Diese Diskussion führen wir grade nicht. Zwar haben sich diverse Journalisten auf Peak Oil bezogen, als sie jüngst die Ölpreise diskutierten, aber eine fortwährende Debatte über Risikovorsorge und Risikomanagement kommt im Mediensystem nur schwer in Gang (HAZ: Wirtschaftsfaktor Öl: Der Treibstoff der Macht). Wir freuen uns darüber, dass Diesel für'n Euro zu kriegen ist und schwere Themen haben wir in den vergangenen Monaten ja genug gehabt. Aber meine Sorge ist: wir ruhen uns auf dem Stand der Dinge aus.

Erinnern wir uns: Die IEA hat noch Anfang 2015 den Rückgang der russischen Ölförderung um eine halbe Million Barrel Tagesförderung bis 2020 vorhergesagt (IEA sieht Russland am Peak, Fatih Birol wird neuer IEA-Direktor). Die größte private russische Ölfirma Lukoil und das russische Finanzministerium haben 2016/2017 als Peak-Jahr für Russland ausgerechnet. Sie taten das im Sommer 2014, noch bevor der Ölpreisverfall einsetzte - also in Zeiten, wo die zu erwartenden Erlöse und Investitionssummen viel höher lagen als jetzt. "Russland piekt." Und die USA werden auch wieder einen Peak sehen, wenngleich die Ölförderung natürlich zeitverzögert zu den Ölförderanlagen zurückgehen wird. Doch erinnern wir uns an die Decline-Kurven von Fracking-Bohrungen: die erinnern eher an Abbruchkanten als an Glockenkurven (Der Tight Oil Boom in den USA – Ein genauerer Blick! Teil 2). Der Förderrückgang könnte also irgendwann recht schnell erfolgen, während die sich aufbrauchenden Läger Sicherheit suggerieren. Und auch wenn eine halbe Milliarde Ölfässer Lagerreserve in den USA mehrere Monate den Ölförderrückgang ausgleichen könnten, bleibt doch die Frage: Und wie läufts, wenn die übervollen Läger sich der Nulllinie nähern? Wird "der Markt" vorher einen Preiskorridor finden, der Ölförderung -verbrauch in ein akzeptables Gleichgewicht bringt oder müssen wir mit überschiedenden Preisdynamiken rechnen?

Der Ölverbrauch ist unelastisch. Die Leute heizen wenn es kalt ist, nicht weil es billig ist. Die Leute fahren Auto, wenn sie zur Arbeit müssen, nicht wenn es billig ist. Wer auf Heizen und Fahren verzichtet, weil's zu teuer ist, fällt schnell aus dem sozialen Netz oder aus dem Gesundheitskorridor. Es sei denn, er ist flexibel genug, um es anderweitig warm zu kriegen oder sein Einkommen auch bei hohen Sprit-Kosten zu erzielen. Aber: Ist diese auf 44 Millionen PKW und 10,8 Millionen ölbeheizter Wohnen gestellte Gesellschaft flexibel genug?

Oder ist das noch der alte Peak-Oil-Sound, den wir nicht mehr brauchen, weil die Transformation des fossilen Industriesystems schon schneller passiert, als der Ölförderrückgang zu erwarten ist? Fließen schon genug neue Mobilitätsformen auf Straßen, Schienen und Radwegen? Sind schon genügend Investitionen in postfossile Heizungsysteme im Gange? Und hat die Chemieindustrie schon den Weg in die erneuerbar betriebene Methanisierungswirtschaft eingeschlagen?

Ich habe Sorge, dass dies alles noch nicht in ausreichender Geschwindigkeit passiert. Dass ein (wodurch auch immer ausgelöster) Rebound des Ölpreises zu Schwingungen in den Systemen führt, die eine Transformation erzwingen, statt dass sie planvoll vorhergedacht wird. Und ich habe Sorge, dass die Anreicherung mit Treibhausgasen nicht abgebremst wird, nur weil Sprit grade mal billig ist. Auch im Klimasystem gibt es Kipp-Punkte, die die Lebensbedingungen mal eben von einem Habitat-Korridor in einen anderen verschieben können: Ungeachtet dessen, ob die "Krone der Schöpfung" in einem anderen atmosphärischen Korridor noch obenauf wäre. (siehe auch: wikipedia: Habitale Zone unter Berücksichtigung des Planetaren Klimas)

Auch wenn die Mahner zahlreicher werden, dürfen wir eines nicht vergessen: Viele Systeme sind träge. Viele Menschen auch.

Sonnige Ostern!

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92 Kommentare to “Rebound; oder: Was mir Sorgen macht.”

  1. Stefan Wietzke sagt:

    Lieber Norbert,

    deine Einschätzung das wir uns auf der wohligen aktuellen Situation ausruhen unterschreibe ich sofort.

    Ich würde sogar behaupten das auch viele Mahner das Problem unterschätzen.

    Dazu ein paar Gründe:
    1. Steigt der Preis für Öl an wird die Produktion sehr schnell wieder angefahren. Interessanterweise unterschätzen nämlich insbesondere Nichttechniker sowohl die technischen wie die organisatorischen Fähigkeiten moderner Industriestaaten auf geradezu dramatische Weise. Deswegen werden die „Mahner“ auch ständig von der Realität ausgehebelt.
    2. Die „Techniker“ dagegen machen in weiten Kreisen den Fehler Energie als eine „normale“ Ressource zu betrachten und übersehen das hier umfangreich diskutierte Thema Erntefaktor.
    3. Unsere Freunde von der „regenarativen“ Seite glauben dagegen sie hätten mit der „Sonne die keine Rechnung“ schickt die Lösung gefunden. Sie verstehen nicht das der aktuelle Lösungsansatz das Problem aber nicht nur nicht löst sondern noch verschlimmert.

    Deinen Satz „Ich habe Sorge, dass dies alles noch nicht in ausreichender Geschwindigkeit passiert.“ möchte ich daher sogar noch verstärken. Es passiert nicht nur nicht mit ausreichender Geschwindigkeit, sondern es passiert gar nicht!

    Alle angedachten Lösungsvorschläge wie Methaninsierung, Batterien usw. sind derartig aufwändig und haben einen derart dramatisch niedrigen Erntefaktor das damit vielleicht das 18. Jahrhundert mit Glübirne funktioniert aber mit Sicherheit keine auch nur halbwegs moderne Industriegesellschaft mit einer Lebenserwartung von über 60.

    Aktuell ist keine Technologie in der Lage alle energetischen Probleme zu lösen. AKWs der 4. Generation brauchen noch Entwicklung, der Umbau des globalen Gebäudebestandes auf passive Energienutzung ist noch nicht mal in den Köpfen und wird von der „Green Industrie“ eher behindert. Für große Teile des Verkehrs haben wir noch keine energetisch vernünftige Lösung (das E-Auto ist es im aktuellen Entwicklungsstand der Batterien jedenfalls nicht). Und für einen großen Teil der Grundstoffindustrie werden die fossilen Quellen ohnehin als Reaktionspartner gebraucht. Da gibt es nicht mal physikalisch Alternativen (weswegen wir eigentlich möglichst schnell aufhören müssen das Zeug einfach als Energiequelle zu verbrennen).

    4. Öl wird nicht der dramatische Umbruch sein, sondern die Kohle. Heizungen kann man auf Erdgas und Kohle umstellen. Auch Treibstoffe lassen sich aus Kohle herstellen. Allerdings wird bereits das Kosten verursachen die das globale Wirtschaftssystem nicht unbeschadet lassen werden.

    Noch kurz was zum Thema „Klimawandel“. Ich habe mich lange mit dem Thema beschäftigt, habe es aber nun völlig aus meinem Interessenskreis gestrichen. Folgende Überlegungen haben mich dazu gebracht:

    Möglichkeit 1: Er findet nicht statt -> egal
    Möglichkeit 2: Er findet statt ist aber vor allem „natürlich“ getrieben -> dann müssen wir so oder so damit umgehen
    Möglichkeit 3: Er findet statt und ist „Menschengetrieben“ aber die Folgen sind realtiv einfach beherschbar -> egal
    Möglichkeit 4: Er findet statt und ist „Menschengetrieben“ aber die Folgen für uns sind dramtisch.
    -> was können wir tun um das zu verhindern? Und da ist meine Meinung: Das geht aktuell nur durch einen globalen Zivilisationszusammenbruch, das wir aktuell keine Möglichkeit haben von den fossilen Energieträgern runter zu kommen.
    Es bleibt also nur die Wahl der Todesart, aber die Vermeidung des Todes ist nicht möglich. Daraus folgt: das Klimaproblem ist maximal ein sekundäres. Und wird das primäre Problem gelöst löst sich auch das sekundäre (oder eben nicht, aber das ist dann auch egal).

    Aber was können wir den nun tun wenn wir nicht einfach auf Party bis zum Schluss umsteigen wollen?

    1. Anders bauen um bei Energieanforderungen mit hoher Entropie Ersatz zu schaffen („passive“ Sonnenergienutzung durch Baumassen).
    2. Forschung in allen Energiebereichen dramatisch erhöhen.
    3. Effizienz weiter vorantreiben
    4. Vorräte strecken durch Einsatz modernster Technologie z.B. in der Kohleverstromung (global sind da noch mal 30% Effizienzgewinn drin).
    5. Eine gesellschaftliche Diskussion über die Begrenztheit anstoßen und die Konsequenzen diskutieren. Hier das Beispiel Flugverkehr: Wenn der eingschränkt wird muss er für alle eingeschränkt werden. Denn warum sollte irgendjemand „Normales“ auf Wohlstand verzichten wenn die Superreichen mit ihrem Privatjumbo um den Planeten düsen.

    Hieran scheitert auch die ganze „Ökodiskussion“. Denn die Ärmeren auf diesem Planeten argwöhnen schon lange das die Ökodebatte vor allem als Instrument der Reichen dient ihren Reichtum gegen die Armen zu verteidigen.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ich glaube nicht das wir auf das Niveau von 1800 uns begrenzen sinkt der Erntefaktor unter 10, Um das Jahr 1800 war der Erntefaktor bei Kohle bestimmt viel höher als 10, dazu kommt das Ressourcen Konzentrationen noch viel höher waren, bei Metallen, aber auch die Ökosysteme waren noch längst nicht so stark übernutzt.

      Also wenn wir nur auf das Niveau von 1800 zurückfallen wollen muss unsere Energieeffizienz ja mindestens so wie heute bleiben oder noch besser werden, wie soll das gehen wenn sich die Systemkomplexität verringert.

      Dazu sind wir kein hocheffizientes System, wie ein Ameisenkollektiv oder ein Bienenstock, unsere Verschwendung ist sehr hoch, bzw. entehen hohe Konflikt und Gewaltpotentiale sobald Mangelzustände im System überhand gewinnen, die dann wiederum das Schrumpfen beschleunigen, es ist sehr unwharscheinlich da wir die relative Ordnung und Struktur in unseren Staaten und Sozialgemeinschaften aufrecht erhalten können sobald unser System nicht mehr expandiert oder soagar schrumpft, denn wir sind ja im grunde keine Staatenbildende Spezies, enweder Wohlstand hält das Staatengebilde zusammen oder massive Repression(Gewalt).

    • Ert sagt:

      @Stephan

      Ja,die Ökodiskussion und insb. Punkt „3“ von Dir haben immer gruseligere Auswirkungen, wie auch Euan Mearns (Energy Matters Blog) mal wieder auf den Punkt bringt: http://euanmearns.com/one-step-closer-to-blackouts/#more-13097

      Schottland will ja bis 2020 voll auf 100% EE sein und legt eben mal 2GW Kohle still. Aktuell sind von 13GW Peak-Kapazität 5.3GW Wind und 3.5GW Importkapazitäten, die nicht zur Verfügung stehen müssen, sowie 2 AKW’s mit ca. 2GW insgesamt (wovon eines mal in der Wartung sein kann…). Wasserkraft und Gas (mit Reserve!) sind zusammen nur ca. 2GW… und müssen zusammen mit „unsicherem“ 3.5GW Importstrom 5.3GW Wind „puffern“. Erkennt jemand das Problem?!?

      Mearns schreibt, das Schottland zwar nur 5.5GW Peak-Verbraucht hat, wobei dieser aber nicht mehr bedient werden kann, wenn es eine Windflaute und keinen (oder zu wenig) Importstrom mehr gibt und ein AKW(Block) ggf. in der (Not-)Abschaltung bzw. Wartung ist. Dann fehlen ca. 1,8GW…. was sogar 50% der Import (bzw. Export-) Kapazität ist.

      GB, welches dem Importstrom liefert will aber selber auf EE setzten… also auf noch mehr Zappelstrom und hat dann immer mehr die gleichen Probleme wie Schottland – was ja zusätzlich auch noch die nicht-EE Kraftwerke zurück-bauen will….

      Und dieser Wahn wird in der Realität umgesetzt! Grüne EE Propaganda bzw. Marketing um Subventionen abzugreifen ist ja die eine Sache…. aber das in dieser Schärfe real umzusetzen eine andere…. wobei uns ja die Probleme,die auch Mearns aufzählt und diskutiert, klar sind.

      Alleine deswegen schwindet meine Hoffnung auf vernünftige und rechtzeitige Lösungen immer weiter.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Man kann einfach die Physik nicht bescheißen.

        Wir lachen heute über Alchemisten und Erfinder eines Perpetuum Mobile. Wir finden es naiv das die Menschen mal geglaubt haben die Sonne drehe sich um die Erde.
        Aber wenn man sich so umsieht: Wir stehen noch genau auf derselben Stufe. Nur unsere Begründungen sind komplizierter geworden.

        Ich befürchte Peter Sloterdijk hatte mit der Aussage in seinem Werk „Kritik der zynischen Vernunft“ recht: „Eine Aufklärung im kantschen Sinne hat nie stattgefunden.“

        • Ert sagt:

          „Wir lachen heute über Alchemisten und Erfinder eines Perpetuum Mobile. Wir finden es naiv das die Menschen mal geglaubt haben die Sonne drehe sich um die Erde. Aber wenn man sich so umsieht: Wir stehen noch genau auf derselben Stufe. Nur unsere Begründungen sind komplizierter geworden.“

          You’ve made my day :-)

  2. Hendrik Altmann sagt:

    Naja ich glaube das die geplanten Veränderungen, also vom Staat geplante Energiepolitik auch fehlschlägt. EEG, und andere Subventionen, kommt mir vor wie Planwirtschaft ohne Sinn und Verstand, Wirtschaftlich ist anders.

    Ohne diese Subventionen ist diese Energiepolitik nicht Überlebensfähig, und dazu basiert sie darauf das die Erneuerbaren hauptsächlich mit fossiler Energie gepusht werden, ohne fossile Energie würde hier das ganze System zusammenbrechen.

    Ich denke der bessere Weg hier ist die Wirtschaft entscheiden zu lassen wie die künftigen Veränderungen in der Energiewirtschaft ablaufen.

    Den Klimawandel müssen wir in Kauf nehmen wenn die ganze Menschheit unseren hier in Deutschland beanspruchten Wohlstand teilen soll, das geht auch gar nicht anders, alternativ könnten die Entwickelten Industriestaaten ihren Wohlstand auf das Niveau von Angola senken, aber das wird hier keiner freiwillig wollen, ich denke wir sollten einfach mal ehrlich zugeben das uns der eigene Wohlstand wichtiger ist als der Klimawandel oder wie unsere nächsten Generationen leben.

    Ich will auch noch etwas in Richtung Transformation sagen, als Beispiel hier mal unser menschlicher Körper, was passiert wenn Energie im Menschlichen Körper knapp wird?

    Er fängt an in den katabolen Modus zu wechseln, also baut Masse ab, Muskelmasse, Fett, Organe verkleinern sich, wie tut er das?

    So das das Gesamtsystem weiter so effizient und optimal wie möglich funktioniert und hier ist der krasse Gegensatz in unserem Wirtschaftssystem, wenn unser Wirschaftssystem nicht mehr wächst, dann umgedacht auf den menschlichen Körper haut die rechte Hand auf die linke ein, vergiftet die Leber das Herz, klemmt das Herzkreislaufsystem die Bluzufuhr der Leber ab usw.

    Denn wir Menschen werden nie wie ein Kollektiv funktionieren, dafür sind wir nicht gebaut, wenn unser Wirschaftssystem nicht mehr wächst fangen wir weider richtig an uns die Köpfe einzuhauen, weil niemand auf seinen Wohlstand verzichten will, weder die Staaten an sich noch die Menschen die in diesen Staaten leben.

    Im Feudalismus regierten Fürsten über ihre Ländereien mit absoluter Gewalt und Repression, die Bevölkerung die nicht zum Adel gehörte wurde wie Vieh gehalten, es waren Leibeigene also im Grunde Sklaven, so sieht unsere Gesellschaft aus wenn sie nicht mehr wächst oder nur noch sehr langsam wächst, dahin geht dann auch die „Transformation“.

    Die Geschichte des Lebens ist die Geschichte von Gewalt, schon in den frühesten Etwicklungsformen, am Anfang des Lebens entwickelten sich sehr schnell Raubeinzeller, die andere Einzeller fraßen, bis heute hat sich daran nichts geändert und das wird sich auch nie ändern, der Grund für diese Entwicklung, also das Gewalt das Leben bestimmt beruht drauf das Energie und Ressourcen immer begrenzt verfügbar sind, das Leben an sich ist nicht begrenzt, nur die physikalischen Grenzen limitieren das Leben, also gibt es einen immer fortlaufenden Wettkampf um diese Ressourcen der durch Gewalt,(Exergie) geführt wird.

    • Patrick sagt:

      @Hendrik

      „Ohne diese Subventionen ist diese Energiepolitik nicht Überlebensfähig, und dazu basiert sie darauf das die Erneuerbaren hauptsächlich mit fossiler Energie gepusht werden, ohne fossile Energie würde hier das ganze System zusammenbrechen.

      Ich denke der bessere Weg hier ist die Wirtschaft entscheiden zu lassen wie die künftigen Veränderungen in der Energiewirtschaft ablaufen.“

      Dazu fallen mir auf Anhieb zwei Anmerkungen ein.

      1.) Eine Subvention in irgendeiner Form würden wir so oder so benötigen, ob nun für Kernfusion oder für Erneurbare oder was auch immer. Denn wie hier glaube ich allen klar ist: vom Himmel fallen wird eine neue Energiequelle nicht. Und da sie garantiert aufwändiger/komplexer sein wird, wird sie sich eben NICHT von allein am Markt durchsetzen. Oder höchstens dann erst, wenn es fünf vor Zwölf ist.
      Ich halte auch nicht viel von Subventionen, aber es gibt bestimmte Bereiche, die so essenziell für eine Gesellschaft ist, dass sie in einem solchen Fall definitiv Berechtigung haben kann.

      Ich halte jedenfalls nicht sonderlich viel davon, alles der „unsichtbaren und wundersamen Hand des marktes“ zu überlassen. Dieses neoliberale Dogma bringt uns nämlich auch nicht weiter.

      Und wenn die Wirtschaft gänzlich alleine entscheidet, wird sie das tun, was wir ja an einigen Stellen beobachten können: Erträge privatisieren und Kosten externalisieren, nämlich auf die Allgemeinheit. Und das kann es dann ja nun auch nicht sein. ;-)

  3. Ert sagt:

    Hallo Norbert,

    ich habe über dieses Blog viel gelernt – erst mal Danke für die Bereitstellung dieser Plattform!

    Angesichts der aktuellen „realen“ Entwicklungen ist meine Zuversicht beschränkt. Dies sind nicht nur unnötige Kriege, eine weitergehende Globalisierung und Absenkung von Standards (TTIP, TISA, etc.) und keine reale Diskussion um eine globale Geburtenkontrolle bzw. Populationsbeschränkung – oh nein.

    Unsere Politiker und die meisten Menschen die ich kenne, haben Angst davor, wenn es weniger Menschen in Ihrem lande gibt -> Wer soll dann die Renten bezahlen und für die Alten sorgen? Das ist mit der aktuellen Produktivität (natürlich Energiegetrieben) kein Problem ist mit viel weniger Menschen auch die alten „mitzuversorgen“ spricht keiner an – denn dann müsste auch angesprochen werden, wo die Automatisierungs- und Produktivitätsgewinne bleiben….

    Aber es kommt noch schlimmer. Ich gehe mit den Analysen von Stefan und Gail Tverberg zum „negativen“ Beitrag der meisten EE Technologien (insb. PV) überein. Also auch, das die Lösung nie in 100% EE liegen kann oder wird (zumindest im verbleibenden Handlungsspielraum). Leider wird dies auch nicht auf „höchster“ Ebene (Politik von großen Staaten) verstanden. Und ich denke, es wird WIRKLICH nicht verstanden – es ist nicht mal böser Wille oder motiviert von Klientelpolitik….

    Ich hatte im Blog von F. Malik, der ja durchaus größere Unternehmen, etc. berät, mal wieder die Ressourcenfrage im Bezug auf Komplexität und Tainter aufgeworfen („… das die Komplexität von (historischen) Zivilisationen dahin tendierte schneller zu steigen, als die Ressourcenbasis…“): https://blog.malik-management.com/2016/03/einfache-loesungen-fuer-komplexe-fragen/.

    Herr Malik antwortete u.a.: „Schließlich kommt hinzu, und das ist ganz wichtig, dass die Haltung, die Sie beschreiben, auf der Sachebene liegt. Insbesondere Tainter argumentiert auf der Sach-Ebene der Ressourcen. Es kann nur dann vorkommen, dass die Ressourcenbeanspruchung größer wird für die Aufrechterhaltung des Status Quo, wenn die Regulierungssysteme nicht funktionieren bzw. die falschen sind.“ und weiter: „Ich argumentiere daher auf der Ebene der Regulierungsprozesse, der kybernetischen Steuerungs-Fähigkeiten, die als solche ja praktisch keine Ressourcen brauchen, sondern aus Kreislauflogik und Intelligenz bestehen.“

    Wenn ich so etwas lese, dann verlässt mich meine Hoffnung. Alles liegt also in der Regulierung und den Kreisprozessen? Was soll das für die Zukunft heißen? Jeder bekommt 3 Riegel Soylent Green pro Tag und einen Platz im Zelt? Dann gehe ich mit Ihm mit! Er meint es aber sicher anderst…

    Ich sehe das Dilemma, das Wirtschaftswissenschaftler & viele andere einfach die Frage der Ressourcen und noch wichtiger der Spezialressource Energie nicht wirklich begreifen – es kein (rechtzeitiges) Umdenken geben kann und wird. Die Politiker verstehen es ja noch weniger (die Sachfragen), sondern werden wegen Linientreue bzw. der Interessen- und Klientel-‚Politik‘ wegen eingesetzt.

    Zudem möchte kaum einer (und auch nicht ich) auf die Annehmlichkeiten des aktuellen Status-Quo verzichten. Und wenn ich mir z.B. die Politiker der USA so anschaue: Alles (Multi-)Millionäre…. und ich denke die wollen das auch alle Bleiben und streben zu noch mehr Macht.

    Genau dieses tiefe psychologische Problem… Machtstreben, Narzisten, Psychopathen sitzen meiner Ansicht nach an immer mehr Schaltstellen. Die Süddeutsche schrieb zum Umgang mit diesen Menschen folgendes: „Doch was kann man tun, um sich im Berufsumfeld gegen Menschen mit solch dunklen Persönlichkeitsmerkmalen zu wehren? …. Man sollte die Firma verlassen. Es sei gefährlich, sich auf Machtkämpfe einzulassen, da psychopathisch veranlagte Menschen einen immer herzloser und strategischer attackieren könnten als man selbst im Gegenzug dazu in der Lage sei.“ (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/karriere/dunkle-persoenlichkeiten-im-job-achtung-gefaehrlicher-kollege-1.1228936-2).

    Wenn Rückzug aber die Lösung ist… und es kommt mit insb. im Parteien und politischen Umfeld so vor (nicht das es mir selber anders geht)… dann lassen wir diese gefährlichen Persönlichkeiten (deren Ur-problem sicher meinst in einer gestörten Kindheit liegt) weiter agieren und uns in den Abgrund steuern. Leider ist dieser ‚Virus‘ gesellschaftlich schon so weit fortgeschritten, das heute abweichende Meinungen und Standpunkt von dem Mainstream (der Macht) als ‚Extrem‘ tituliert und diffamiert werden.

    Dazu eine Anekdote:

    Das mit dem ‚Extrem‘ geht soweit, das mich viele Menschen und auch meine Eltern, u.a. als ‚Extrem‘ titulieren, weil ich mich fast rein pflanzlich und vollwertig ernähre. Nach Rückfrage ob Sie meinen das das was ich mache, schlecht, ungesund oder irgendwie nachteilig sein sagen Sie alle: Nein, das was Du machst ist sicher Gut und Gesund – aber es sein dennoch ‚Extrem‘! Wenn also das was richtig und sinnvoll ist ‚Extrem‘ ist und deswegen abgelehnt wird, dann sind wir in einer Sackgasse.

    Ich könnte noch viel weiter schreiben.. aber es wären alles nur Betrachtungen des Status-Quo und nicht wie wir wirklich etwas ändern könnten. So sehe ich auch, das bevor sich etwas ändern wird oder kann – es erst einmal schlechter und schlimmer werden muss. Dieses Verhalten sehe ich aber in vielen anderen Bereichen, in der Historie beschrieben und Menschlich bedingt sowie in mir selber. Denn erst wenn die alten Muster und Strategien nicht mehr Funktionieren – der Schmerz und die Probleme mit diesen Strategiegen zu groß wird – dann wird gehandelt.

  4. Stefan Wietzke sagt:

    „die als solche ja praktisch keine Ressourcen brauchen, sondern aus Kreislauflogik und Intelligenz bestehen“

    Also das haut mich echt vom Hocker. Malik gehört ja zu den Managementtheoretikern die tatsächlich was Intelligentes zu sagen haben.

    Aber diese völlige Unfähigkeit vieler Ökonomen die einfache physikalische Tatsache zu verstehen das NICHTS ohne Aufwendung physikalischer Arbeit möglich ist, also nicht einmal das Fassen eines Gedankens, ist mir echt unverständlich. Auch „Intelligenz“ erfordert Energie. Mehr Intelligenz erfordert mehr Energie und zwar exponentiell steigend.

    Alle anderen Ressourcen kann man „im Kreis drehen“. Ich kann sogar bei beschränkten Ressourcen dadurch den Fortschritt antreiben indem ich die „Kreisgeschwindigkeit“ erhöhe. Also alte Güter immer schneller durch bessere neue ersetze.
    Aber dabei steigt die benötigte Energiemenge (genauer: Arbeitsfähigkeit) ebenfalls exponentiell an.
    Im Endeffekt ist das dieselbe Grenze die Einstein mit der Vakuumlichtgeschwindigkeit entdeckt hat. Um ein Objekt auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen benötigt man unendlich viel Arbeit (oder die Maße des Objekts ist 0, wobei aber auch da dann bei Vakuumlichtgeschwindigkeit Schluss ist).

    Arbeitsfähigkeit kann eben nicht im Kreis gedreht werden sondern sie wird entsprechend des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik tatsächlich „verbraucht“.

    • Stefan Wietzke sagt:

      P.S. Der Kommentar bezieht sich auf Ert.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Ich denke das umfangreiches Wissen in der Physik Voraussetzung ist, wenn man sich mit komplexen Systemen befasst.

      So konnte ich hier schon viel lernen, bzw. wenn man sich mit Energie im physikalischen Sinne befaßt, dennoch denke ich das ich nur einen Bruchteil vollständig verstehe.

      Was noch wichtig ist, unser Sozialpsychologisches Verhalten und die menschliche Psychologie, den auch die Komplexität unser sozialen Strukturierung wird stark vom Erntefaktor beinflußt, bzw. ob unser Wirschaftssystem wächst, schrumpft oder stagniert.

      Wichtig hier ist soagr ob es in die Höhe oder in die Breite wächst, also ob das Komplexitätslevel steigt oder gleich bleibt.

    • Ert sagt:

      Hallo Stefan,

      ja… nicht nur Dich…. auch ich weiss momentan noch nicht, wie ich darauf eine Replik verfassen sollte oder ob ich das mag.

      Ich habe bei Malik schon oft versucht das Thema bzw. des Aspekt Energie und Ressourcen in die Diskussion einzubringen und hatte damit keinen inhaltlichen Erfolg. Auch die anderen Schreiber sind auf meine Kommentare nicht eingestiegen.

      So bin ich immer mehr desillusioniert und mag meine Zeit nicht weiter vergeuden. Denn wenn Malik das was wir hier im Kern diskutieren – und wo wir einen recht breiten Konsens gefunden haben – akzeptieren würde… dann würde das auch sicher bei Ihm zu Problemen (Dissonanzen) führen. Ich denke mal das das ganz tiefe Selbstschutzmechanismen sind.

      Ich kann das verstehen – weil für mich in einer tiefen Krise bin. Das was ich aktuell (abhängig) mache empfinde ich nicht nur Sinnlos, sondern immer mehr destruktiv. Die Tendenz ‚Nicht-Probleme‘ des Konsum- und Transportluxus mit immer mehr Ressourcen- und Komplexitätsaufwand zu bedienen kotzt mich an. Beispiel: Bei all dem Geschwurbel um EE, Elektrifizierung des Kfz, etc. pp. geht es nie um das Einsparen von Ressourcen – sondern immer nur um noch mehr Wachstum und Verbrauch, also Beibehaltung des Status-Quo – auf Basis von Substitution oder anderer (energetischer) Ressourcen.

      Dabei aber trägt das ‚mehr‘ meist nicht mehr zu einer qualitativen Verbesserung des Lebens(Standards) bei, sondern ist nur noch Getrieben vom Wachstums- und Konkurenzanspruch des Systems. Und damit komme ich weniger und weniger in meinem Kopf klar….

      • Patrick sagt:

        Ert,

        ich kann das verstehen. Die meisten hier haben mit Sicherheit diese Erfahrungen gemacht, dass man mit diesen Themen nicht weit kommt. Zu komplex, zu desillusionierend…da kann man auch gleich mit dem Kopf gegen die Wand anrennen.

        Ich habe es auch weitgehend aufgegeben, diese Dinge irgendwie in die Welt zu tragen, selbst im kleinen persönlichen Umfeld nicht. Wenn man Denkmuster wie „wir werden schon immer irgendwie Energie haben“ oder „die Sonne sickt mehr als wir brauchen“ nachhaltig durchbrechen bzw. in Frage stellen will, müsste man die Leute schnappen und mit ihnen für ein ausgiebiges Wochenende irgendwo einen ganz intensiven Workshop darüber abhalten.
        Alles andere ist Sackgasse.

        Das betrifft natürlich vom Prinzip her auch viele andere wichtigen aktuellen Debatten, aber das Energiethema ist sicherlich das komplexeste überhaupt.

        Ich verspüre ehrlich gesagt keine große Lust mehr, Zeit dafür zu verschwenden. Denn auch meine Lebenszeit ist begrenzt und dann nutze ich sie doch lieber sinnvoller. Die Dinge werden eben ihren Lauf nehmen, auf die eine oder andere Art.
        Lediglich für mich persönlich beschäftige ich mich weiter damit.
        Aber frustrierend ist das natürlich schon. Es bleibt ja immer im Hinterkopf irgendwo bestehen.

  5. Ert sagt:

    Chris Martenson hat einen neuenn Podcast draussen, mit Teal Swan über das Thema „Spirituelle Resilence“: http://www.peakprosperity.com/podcast/97607/teal-swan-role-spiritual-resilience, was auch ein Kapitel in seinem neuen Buch ist (was ich noch nicht gelesen habe… und ggf. auch nicht/nie werde).

    Ein Punkt (unter sehr vielen guten im hervorragenden Interview) von Swan war: „Overwhelm, especially in the western world, is the most common emotion. So every action that will be taken will be taken to escape from overwhelm-ment“.

    Meine Gedanken darüber: Ich denke das die meisten hier, genauso wie ich und auch Martenson, aus dem Technisch-Wissenschaftlichen Bereich kommen. Zwar kommen auch wir kaum noch gegen die Informationsflut an, aber wir kommen uns doch recht schnell in einen Thema, das wir für uns als Relevant identifizieren einarbeiten und orientieren.

    Dennoch habe ich für mich das subjektive Gefühl,was dann auch der Beobachtung von Swan enspricht, das ich und auch die meisten anderen Menschen zunehmend überwältigt und auch überfordert mit den Veränderungen und heutigen Anforderungen sind – und zum Schutz faktisch nur noch abschalten (können). Die Reaktion die ich zumiest beobachte und Erfahre um der Überwältigung zu entkommen, ist kleinreden, ignorieren, vermeiden und Untätigkeit.

    Ich sehe es ja selber bez. der hier besprochenen Themen: Was kann ich Tun? und was ist meine Motivation für das Tun? Mache ich etwas aus Sorge und Angst? oder aus einer Begeisterung heraus?

    Gerade bei den hier besprochenen Themen, geht es ja eher um Sorge und ggf. Angst vor der Zukunft… um das Suchen von vermeintlichen Lösungen zur Rettung des Status-Quo. Das aber so denke ich aktuell ist eine Grundmotivation mit der die Mehrheit bzw. Masse der Menschen nicht erreicht werden kann- und welche auch mir selber viel meiner Lebensqualität (durch neue Sorgen ) ‚gekostet‘ hat. Es sind zudem Themen, die kaum einer hören mag. Absolute Party- und Smalltalk-Killer…. und mittelfristig auch belastend für Beziehungen und für einen selber – weil eben kaum einer darüber reden bzw. sich ’sorgen‘ mag.

    Swans Lösung dafür: „They have made things so convenient that it has decreased people’s sense of overwhelm–ment. Financially, time management-wise, everything.“.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Naja Sorgen, ich muss ehrlich sagen das ich mir keine wirklichen Sorgen mache, mich interessieren einfach nur komplexe dynamische Systeme, genau deswegen bin ich auch hier auf der Seite gelandet, weil ich hier noch was lernen konnte, mich interessiert einfach nur wie die Welt funktioniert in der ich lebe, das Universum ich finde das unheimlich spanned.

      Das was ich schade finde das wir als Spezies es vielleicht nicht schaffen das Universum zu erobern, also unser Wirschaftssystem in unsere Galaxie expandieren zu lassen.

      Ich denke wir haben nur eine einzige Chance dazu und diese ist fast verstrichen, genauso schade fine ich es das ich wohl nie erfahren werde ob das Universum nun zufällig entstand oder ob nicht mehr dahinter steckt, ein noch viel komplexeres System oder irgend eine Macht, vielleicht ist unser Universum ja einfach nur eine Art Computersimulation.

      Aber Sogen mach ich mir keine, dazu ist das Leben viel zu kurz und interessant, ich kann auch morgen in der Dusche ausrutschen und mir das Genick brechen oder sonst was kann passieren.

      Und zu deiner pflanzlichen Ernährung kann ich nur sagen, wenn du das für dich als richtig empfindest ist es auch richtig, ein anderer mag es als extrem oder falsch ansehen, aber du entscheidest ob es richtig oder falsch ist, vielleicht kannst du ja andere Leute davon überzeugen, die es dann auch als richtig ansehen.

      Denn richtig oder falsch ist eine Illusion, es gib kein richtig oder falsch, sondern nur das was du glaubst.

      Gut und böse, gerecht und ungerecht, richtig und falsch sind Dinge die wir jeder für uns in unserem Bewusstsein und Denken individuell definieren.

      Natürlich werden wir davon beinflusst was andere Menschen denken und glauben aber letztendlich entscheiden wir was wir glauben.

      Doch selbst was Menschen glauben und denken ist eine art Ressource die auch mit Gewalt beinflusst wird…

      • Ert sagt:

        Hallo Hendrik,

        auch ich finde die Themen hier spannend, keine Frage. Und loslassen tun diese Themen mich auch nicht, weil mir der Erkentnisgewinn und das zunehmende Systemverständnis Freude bereitet. Leider kann ich diese Freude mit sehr wenigen Menschen teilen, was dann wieder Rückwirkungen auf andere (und wichtigere) Grundbedürfnisse hat.

        Zu der Ernährung nur so viel: Für mich empfinde ich die Bezeichnung ‚Extrem‘, insb. im aktuellen Kontext, als negativ und abwertend. Es schmerzt mich sehr, wenn das Menschen aus meinen direkten Umfeld zu mir sagen. Ich habe darüber auch mit diesen Menschen gesprochen – aber Sie bleiben bei ‚Extrem‘ und versuchen es nicht irgendwie positiv auszudrücken, obwohl Sie mir zustimmen, das das was ich (mit Genuss!) mache auch aus Ihrer Sicht nichts schlechtes oder nachteiliges ist.

        Das mal so direkt zu erfahren, war und ist für mich jedes mal wieder eine tiefes Erlebnis, welche mich meinerseits in anderen Bereichen meines Handelns und ‚urteilens‘ über andere Menschen viel nachdenken ließ und lässt.

        Überzeugen möchte ich immer weniger…ob es Peak-* betrifft oder andere Dinge. Ich sehe nur vieles, was viel einfacher ginge und/oder Leid reduzieren würde – aber habe akzeptiert das viele Handlungen (auch bei mir) basierend auf komplett anderen (u.a. unbewussten und verdrängten) Ursachen und Problemen geschehen.

        LG
        Ert

        • Patrick sagt:

          Was den persönlichen Umgang mit all diesen Dingen angeht, mal soviel:

          Vom Grundsatz her hat Hendrik recht. Unsere Lebensspanne ist eigentlich zu kurz und wir können jeden Tag grübelnd und mit Sorgenfalten diese Probleme betrachten – und trotzdem morgen im Bad ausrutschen.

          Die andere Seite der Medaille sehe ich hier bei zwei Punkten:

          1.) die Sorge gilt schnell den eigenen Kindern oder allgemein den Nachkommen, die jetzt auf die Welt kommen. Oder auch ganz allgemein den Menschen, die einem wichtig sind. Alles egal kann also auch nicht sein. Die Balance zw. HEUTE leben und Sorgen um MORGEN machen, ist gar nicht so einfach.

          2.) die persönlichen Beziehungen. Wenn man sowas im Kopf mit sich herum schleppt, aber dies nur unzureichend oder gar nicht mit den Menschen in seiner unmittelbaren persönlichen Umgebung teilen kann, wird es schwierig. „Warum machst du denn dieses? Warum bist du gegen jenes? Diese Bedenken sind ja merkwürdig…“

          Wenn es schon bei der ollen Ernährungsfrage (pflanzlich-vollwertig) das Etikett „extrem“ gibt, da ahnt man ja bereits, wie schwierig da erst komplexere Themen werden. Aber unser Wissen (also das was wir glauben zu wissen)beeinflusst unser Handeln. Und wenn das eben AUGRUND unseres Wissen (und der damit verbundenen Erwartungen) hier und da schonmal etwas vom „Standard“ abweicht, dann kann das schnell auf Beziehungen (Freunde, Familie, Partner) lasten.

          Ich weiß auch nicht, wie ich damit sinnvoll umgehen kann, da ich keinen dafür geeigneten Gesprächspartner habe.

      • Patrick sagt:

        „Das was ich schade finde das wir als Spezies es vielleicht nicht schaffen das Universum zu erobern, also unser Wirschaftssystem in unsere Galaxie expandieren zu lassen“

        Achja nun…ist das wirklich so schade? Dem Universum ist es letztlich völlig egal :-)

        • Stefan Wietzke sagt:

          Sehe ich nicht so. Da wir ein Teil des Universums sind und das Selbige sich durch uns seiner selbst bewusst geworden ist, ist es dem Universum eben nicht egal solange es auch nur einen Menschen auf diesem Planeten gibt dem es nicht egal ist.

          Und wenn wir es schade finden das das Universum wieder „bewusstlos“ wird, dann bedeutet das eben auch das das Universum als Ganzes das irgendwie doof findet :-).

          Sowohl philisophisch wie wissenschaftlich interessant finde ich da die Frage ob Bewusstsein eine nicht nur zufällige Möglichkeit im Universum ist oder ob es zwangsläufig in der ein oder anderen Form auftritt. Vor allem wenn man bedenkt das wir uns ja noch immer im absoluten Anfangszustand desselbigen befinden.

          • Patrick sagt:

            „Da wir ein Teil des Universums sind und das Selbige sich durch uns seiner selbst bewusst geworden ist…“

            Das Universum ist durch die Existenz des Menschen sich seiner selbst bewusst geworden?
            Na das ist ja mal ne These…
            Das Universum hat ein Bewusstsein? Woher weißt du das denn?

            Entschuldigung, für mich klingt das einfach allzu sehr nach der Auffassung, alles im Univsersum dreht sich um den Menschen. Die Krone der Schöpfung. Das ist mir dann doch zuviel Drama, wir sind nur eine Spezies unter Millionen. Das Universum wird auch ohne uns zurechtkommen ;-)

            • Stefan Wietzke sagt:

              Einfache Logik:

              Wir haben eins. Wir sind integraler Bestandteil des Bewusstseins. Ergo hat auch das Universum eins.

              Das gilt sogar dann wenn außer meinem eigenen Geist gar gar nichts existiert und alles andere bloß eine reine Einbldung ist (inklusive dieser Diskussion) :-).

              „alles im Univsersum dreht sich um den Menschen. Die Krone der Schöpfung“

              Ich neige stark dazu das so zu sehen, würde es aber etwas allgemeiner formulieren. Etwa wie „die aktuelle Krönung der Schöfpung“ und dabei nicht ausschließen das es im Unversum auch noch andere „Bewustheiten“ gibt. Die schließe ich da mit ein.

              Ich muss ja zugeben das mich die Existenz des Universums als solches (also ohne uns oder eine andere „Bewustheit“) nicht wirklich interessiert. Das ist für mich persönlich eine eher „sinnlose“ Frage. Aber da gleiten wir jetzt wieder ins philosophische ab :-).

            • Tom Schülke sagt:

              Patrick,

              das ist eigentlich eine recht gewöhnliche Überlegung und ich finde die hat auch nichts mit selbstüberhöhung zu tun… Eigentlich hab ich es in der Form zuerst bei Hoimar von Ditfurth gelesen.. ABer der war sicher nicht der erste damals… 1980…

              Es scheint schon so zu sein, das dieses Universum eine Tendenz dazu hat Leben hervorzubringen und Strukturen immer höherer Komplexität… Eigentlich ist es erstaunlich, den die feinstruktur einiger Naturkonstanten, wie die der allgemeinen Gravitationskonstanten, ist so präzise dazu geeignet bedingungen zu schaffen die Leben hervorbringen, das man sich wundern muß… Ditfurth beschrieb es so.. diese Konstante ist so präzise… wäre sie um ein geringes schwächer, hätte sich die Materie nur als nebel verteilt… wäre sie um ein geringes stärker, wären alle sterne schon nach einigen wenigen millionen Jahren ausgebrannt gewesen… es ist als hätte man mit einem Luftgewehr mitten quer durch die galaxis gezielt und auf der anderen Seite ein Din A4 Blatt getroffen…

              in gewissem Sinne sind wir so tief in diesen Kosmos verwoben durch Bedingungen die erfüllt werden mußten, das man durchaus argumentieren kann, das der gesamte Prozess des Kosmos und auch der kosmischen Evolution zwingend auf Bewußtsein zusteuern muß.. Somit ist Bewußtsein ein Systemimmanenter zustand des Kosmos als ganzem..

              Nur… Was ich mich inzwischen Frage, ist, ob der Technischen Intelligenz am Ende eine selbstzerstörerische Komponente inne wohnt, so das alle hochkulturen am Ende sich selber ausrotten… Wäre schon schade…

            • Patrick sagt:

              „Wir sind integraler Bestandteil des Bewusstseins“

              Wessen Bewusstseins? Wir wissen doch überhaupt gar nicht, wieviel wir bisher über die Naturwissenschaften, dem Universum und all diesen Dingen wissen.

              Ich kann diese Haltung „der Mensch steht im Mittelpunkt des Universums“ nichts abgewinnen. Wir sind eine Spezies unter vielen. Und das bereits hier auf diesem Planeten. Was da draußen noch sein mag, wissen wir ohnehin nicht.

              Tom, was du geschrieben hast, klingt nachvollziehbar. Die Tatsache, dass die Voraussetzungen genau richtig sind, um „Leben“ enstehen zu lassen, sind mit Sicherheit erstaunlich. (Das hast du ja mit deinem Beispiel anschaulich dargestellt) Aber wir sind ja nicht die einzigen Lebewesen. Und sonderlich „alte“ aus evolutionärer Sicht schon gar nicht.

              Die Erde wird sich auch ohne uns weiterdrehen und die Galaxis wird auch ohne uns weiter bestehen. Und ob wir jetzt auf mehreren Planeten oder auf keinem herumwimmeln…was verändert sich dadruch (außer für uns selbst) denn nun handfestes?

              Stimmt, das sind jetzt wirklich philosophische Entgleisungen :-)
              Aber der Mensch neigt eben sehr dazu, sich als den Mittelpunkt aller Dinge zu betrachten…und eben nicht nur im Kleinkindalter…und handelt dann durchaus auch genau dementsprechend.

              • Stefan Wietzke sagt:

                „Ich kann diese Haltung „der Mensch steht im Mittelpunkt des Universums“ nichts abgewinnen.“

                Das Witzige ist: Du kannst das gar nicht entscheiden. Das hat nämlich der evolutionäre Prozess bereits gemacht. :-)

                Die jeweils autonomste biologische Einheit ist automtisch die „Krone der Schöpfung“. Denn gerade ihre Autonomiefähigkeit stattet sie mit der Fähigkeit aus die Autonomie anderer Entitäten einzuschränken. Es ist dabei vollkommen unerheblich ob sie das tatsächlich tut, denn auch diese Entscheidung trifft sie auf Grund ihrer Autonomiefähigkeit. Damit stehen alle anderen immer unter ihrer Fuchtel. Du kannst also nur zwischen „güten“, „brutalen“ oder „mir doch egal“ Herscher entscheiden. Aber nicht ob du ein Herscher sein willst.

                Ein Beispiel: Wir können uns entscheiden alle Habitate dieses Planeten in Kulturlandschaften zu verwandeln. Wir können uns aber auch entscheiden z.B. 80% nicht anzupacken sondern sich „menschenfrei“ zu entwickeln. Beide Entwicklungsmöglichkeiten hängen also ausschließlich von einer menschlicheb Entscheidung ab.

                Die „Herscherrolle“ kannst daher nur durch die eigene physische Eliminierung abgegeben werden oder dadurch das der evolutionäre Prozess eine „autonomere“ Spezies produziert (und seien das hyperintelligente Roboter).

                Aber beides ändert nichts am Prinzip, sondern erzeugt nur einen „dynastischen Wechsel“.

                Für mich steckt hinter dem Wunsch „nicht die Krone der Schöpfung“ zu sein eher die Angst vor der Verantwortung die daraus erwächst.
                Aber wie die Geschichte über den Baum der Erkenntnis schon so schön zeigt: Es gibt keinen Rückweg ins Paradies, außer durch Selbstvernichtung.

                Die Evolution hat halt keinen Rückwärtsgang sondern kennt nur die Alternative zwischen Vorwärts und Totalschaden.

              • Patrick sagt:

                Es scheint wohl eine reine Definitionssache zu sein.
                Mir ist klar, dass der Mensch über einige besondere Eigenschaften verfügt, die ihn von allen (bisher bekannten) Arten unterscheidet.
                Dass er damit automatisch an der derzeitige Evolutionsspitze steht, ist auch für mich klar.
                Mir geht es eher darum, dass sich der Mensch deshalb nicht wie selbstverständlich über alles andere stellen sollte und alle anderen Lebensformen als „niederes Leben“ betrachten darf. Große Kraft = große Verantwortung, so einfach sehe ich das. Angst vor Verantwortung ist da nicht das gleiche.

                Seinen Platz erkennen und akzeptieren und so verantwortungsvoll wie möglich handeln. So würde ich das auf den Punkt bringen.

                Und mir persönlich ist es jedenfalls völlig egal, ob die Menschheit eines Tages ins Weltall expandiert oder nicht. Mir wäre viel wichtiger, dass wir auf unserem Planeten die Dinge ins Reine bringen. Wenn dazu eine Expansion ins All hilfreich oder nötig sein sollte, bitte! :-)

              • Michael Egloff sagt:

                Genau so ist es, Patrick.
                Diese kruden Theorien über die „Eroberungs des Weltraums“ gehen mir ohnehin auf den Keks.
                In unserem Sonnensystem gibt es keinen Planeten außer der Erde, der auch nur ein halbwegs menschenwürdiges Leben ermöglichen würde. Es wäre ein Leben im engen Ghetto innerhalb einer lebensfeindlichen Umwelt. Dann lieber sterben…
                Und die Besiedlung von Planeten in anderen Sonnensystemen scheidet auf Grund der Entfernungen und der letztlichen Unsicherheiten, was Menschen dort erwarten würde, komplett aus. Selbst wenn man mit 30000 KM pro Sekunde (Zehntel Lichtgeschwindigkeit) reisen könnte. Selbst dann würden Jahrhunderte vergehen, bis das vermeintlich erstrebenswerte Ziel erreicht wäre. Selbst dann, wenn es in den benachbarten Sonnensystemen einen geeigneten Planeten gäbe. Was auf Grund der Vielzahl von Faktoren für eine menschengerechte Umwelt eher sehr unwahrscheinlich ist.
                Außerdem könnten, wenn überhaupt, nur wenige hundert Menschen diese Reise antreten.
                Alles totaler Schwachsinn.

                Die Zukunft der Menschheit wird auf der Erde entschieden. Und da sieht es so aus, bei Fortschreibung der heutigen Prozesse, als ob die Menschheit an dieser naheliegenden Lösung kein besonderes Interesse hat. Wenn ich mir die stetig steigenden Müllmassen ansehe, die in verschiedenen Regionen Böden, Flüsse und Meere kontaminieren. Oder wenn ich mir die immer größere Zahl an Waffen aller Art ansehe. Oder wenn ich mir die Regenwaldmassaker ansehe. Oder den Umgang mit der Ressource Wasser in etlichen dicht besiedelten Teilen der Erde. Oder wenn ich mir die Wahnsinns-Urbanisierung ansehe, die in Zeiten von zuküftiger krasser Energiearmut keine Zukunft hat in dieser Form. Oder wenn ich mir die immer tiefere soziale Spaltung der Menschheit zwischen den Ländern und innerhalb vieler Länder ansehe. Oder wenn….

                Die anderen zig Punkte bitte selbst vervollständigen.

              • Ert sagt:

                @Michael

                „Außerdem könnten, wenn überhaupt, nur wenige hundert Menschen diese Reise antreten.
                Alles totaler Schwachsinn.“

                Das ist mir nach Lesen von R. A. Heinlein (SF Autor) auch mal klar geworden. Bei der Raumfahrt und der „Eroberung“ des Weltraumes geht es nur um die Spezies. Wenn der Planet Erde aber stirbt, dann gehen die Milliarden, die hier leben ebenfalls drauf.

                Zwar gibts noch ganz abgefahrene Ideen ala Nannoassembler, etc. pp. – aber all das braucht Energie… Energie… Energie… Energie und in dem Falle sogar Materie.

                Schauen wir mal – denn so lange das eigentliche Problem nicht mal diskutierbar ist – damit meine ich im Freundes- Familien und Bekanntenkreis – solange bewegt sich nichts. Ich fasse diese Themen dort nicht mehr an, weil Sie keiner hören will, keiner diskutieren will und ich mich damit als Gast implizit und im besten Falle unterbewusst unbeliebt mache.

                Aber ohne Bewustseinswerdung und Diskussion wird es mit dem aktiven Umsteuern auch schwierig. Und wenn einige dann aus „schlechtem Gefühl“ etwas anders machen… aber nicht wirklich dahinter stehen, dann wird noch weniger daraus.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Wer sagt denn das Menschen irgendwo in unserem Sonnensystem leben sollen?

                Ich habe gesagt das unser Wirtschaftssystem ins Sonnensystem expandieren muss falls wir insgesamt weiter expandieren wollen, denn hier auf diesen Planeten ist unser Wirschaftssystem schon recht stark expandiert.

                Die einzige Möglichkeit wie unser Wirschaftssystem in unser Sonnensystem expandieren kann geht über Autonome Maschinen und das hat ja auch schon längst begonnen bzw. läuft schon seit Jahrzehnten.

                Das hat auch nichts mit Science Fiction zu tun, es ist schlicht die Realität.

                Unser Sonnensystem bietet sehr viele Ressourcen die genutzt werden können, aber nicht wie sich das hier viele vorstellen, sondern von einer Industrie die zu 100% auf Maschinen setzt, das heisst da wird nie ein Mensch ins All geschossen.

                Langfristig muss es aber das Ziel sein eine mögliche Indutrialisierung des Sonnensystems unabhängig von der Erde zu machen damit sich die Sache rechnet, das bedeutet die gesamte Produktion muss autonom im Space ablaufen + die Ressourcenförderung, das ist schon heute technisch möglich, nur sind die Anfangsinvestitionen immens, ähnlich wie bei den höheren Atomphysik Technologien, so ist ein ökonomisch laufender Fusionsreaktor vielleicht möglich oder Brütergeneratoren, nur der Entwicklungsaufand bis dahin ist enorm, so das nur der Staatenverbund der Welt diesen stemmen kann, eine Eroberung des Weltalls über autonome Maschinen ist noch teurer, aber nur in der Anfangsphase, läuft der Laden dann erst mal ist das kein Problem mehr.

                Aber auch hier entscheidet der Erntefaktor ob und wie das möglich ist, Solarzellen z.B. können im All rund um die Uhr laufen und haben einen generell höheren Energieoutput, da nichts die Strahlung der Sonne blockiert, bzw. können die Anlagen näher an die Sonne stationiert werden, Die Speicherproblematik ist hier im Gegensatz keine mehr, da die Umlaufbahn so gewählt werden kann das Die Sonneneinstrahlung recht konstant bleibt oder nur unwesentlich schwankt.

                Auch könnten radioaktive Materealien als Energiequelle dienen, die Exploration in unserem Sonnensystem nach möglichen Ressourcenvorkommen hat ja schon vor Jahrzehnten begonnen durch autonome Maschinen, Auf anderen Planeten, Monden und Asteroiden, und wird auch weiterhin durchgeführt.

                Wie gesagt wenn diese Maschinen erst einmal sich im All selbst autonom reproduzieren können, ist nur noch ein Erntefaktor von um die 10 nötig, was dann dort durch Photovoltaik oder Nukleare Reaktoren durchaus erbracht werden kann, nur die Anfangsinvestitionen dafür sind gigantisch groß, zum einen der Entwicklungsaufwand, zum anderen müssten die ersten Maschinen und Anlagen noch von der Erde dorthin gebracht werden, was extrem teuer und Aufwändig ist durch die hohe Gravitation der Erde.

                Science Fiction ist das nicht, wir haben alle Technologien die dafür nötig sind, nur nicht die Bereitschaft die Anfanginvestitionen zu tätigen.

                Die Idee von Elon Musk tausende Menschen auf dem Mars anzusiedeln ist natürlich völliger Bullshit, das bringt rein gar nichts aber eine ausgewachsene Industrie im All könnte wenn Produktivität über ist oder angespaart ist, Ressourcen zurück auf die Erde schicken, die hier auf der Erde in niedriger Konzentration vorkommen.

              • Hendrik Altmann sagt:

                PS: Autonom fahrende, fliegende oder schwimmende Maschinen hier auf der Erde sind viel schwieriger zu realisieren, dennoch wenn dieser Entwicklungstand erreicht wird sind hier wohl produktivitäts Fortschritte erreichbar, ich hatte da erst eine Diskussion mit Freunden die mich davonüberzeugen konnten.

                Viele Dinge in den Fahrzeugen, besonders im Güterverkehr sind Aufwände für den Fahrer, diese Aufände könnte man sparen, die meisten Unfälle heute gehen auf menschliches Versagen hinaus oder Überforderung, soagar mit großen Abstand gegenüber technischem versagen.

                Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist werden hier die Grenzkosten wohl tatsächlich niedriger sein als menschliche Fahrer zu unterhalten, und damit real ein Produktivitätssteigernder Effekt erreicht.

                Die Maschine braucht dann keinen Schlaf muss keine Pausen einhalten, Airbag, Cockpit Klimanlage, usw. alles fällt weg, viel weniger Unfälle, die Maschine fährt immer optimal was bedeutet weniger Wartung und Verschleiss und auch geringerer Spritverbrauch, Lohnkosten fallen weg… usw…

  6. Patrick sagt:

    Neue Einschätzungen zur Fracking-Situation.

    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47802/1.html

    • Ert sagt:

      Schöner Artikel – letztendlich sagt sie (was auch schon so in Martensons Crash-Course war), das in der Zukunft das was es noch zu verteilen gibt (Überschuss) immer weniger wird, weil immer mehr Energie in den Aufrechterhalt der Systeme geht. Insofern stehen die meisten der Löhne weiter unter massiven Druck. Wollen die Staaten hier was daran ändern, dann besteht bei vielen Industrien die Problematik der Abwanderung in „billigere“ Länder (Globalisierung).

      Interessantes hat sie auch zum Grundeinkommen zu sagen… also warum es letztendlich wohl nicht (wie gewünscht) funktionieren kann/wird.

  7. Ert sagt:

    Martenson ist vor ein UN Advisory Council geladen worden (‚I’ve been invited to sit on an advisory council at the UN on building a sustainable energy future.‘): http://www.peakprosperity.com/blog/97643/we%E2%80%99re-not-going-make-it%E2%80%A6

    Am Ende des Artikels kommt eine schöne Zusammenfassung:

    „So I guess I could be an optimist on the UN panel by telling them that I have 99% confidence that humans will someday be powering 100% of their energy needs from the sun.

    welche Fortgesetzt wird mit:

    „I’ll just leave out that what I mean is that, in 100 or 200 years, humans will have painfully reverted back to a 1600’s-style subsistence farming lifestyle.

    Letztendlich eine schöne Erweiterung zu Stefans Argument das der Klimawandel faktisch ein Nicht-Problem ist…. auch das Energieproblem ist so etwas. In irgend einer Weise wird es sich innerhalb des Handlungsspielraums selber lösen.

    Entweder wird bauen die Energiesysteme um „As long as we are collectively relying on ~80% of our primary energy coming from fossil fuels, we’re on the opposite path from creating a world worth inheriting.“ und/oder reduzieren unseren Energiebedarf…. „So my challenge for myself is to see how much I can further cut back my own energy use — something I’ve already done in good measure by heating my water using the sun, insulating my home, and having a relatively efficient vehicle. But there’s still a lot more I can do.“

    Fand ich einen schönen Artikel. Leider sehe ich aber auch neue Probleme bzw. „Herausforderungen“ auf dem Wege… und das sind die Menschen auf dem Planeten die jetzt schon keine Zukunft mehr da sehen wo Sie gerade sind und die Massenmigration starten. Wenn die Probleme (Energie, Klima, Ernten, Wirtschaft, Kriege…) erst mal ‚richtig‘ Fahrt aufnehmen… dann wird auch das noch „spannender“.

    • Stefan Wietzke sagt:

      „something I’ve already done in good measure by heating my water using the sun, insulating my home, and having a relatively efficient vehicle. But there’s still a lot more I can do.“ “

      Und genau da steckt eine Menge Selbstbetrug drin. Oder man könnte auch von selischem Placebo-Effekt sprechen.
      Denn das bisschen „persönlicher“ Energiekonsum ist gar nicht das Problem.

      Es wird schon ziemlich schwierig einen Wärmekollektor zu bauen wenn man kein Alluminum, keinen Kunststoff und kein hochfestes, hochtransparentes Glas mehr hat.
      Ich sehe Gail schon den Boden umgraben wenn sie versucht Kupfererze für ihre Stromleitungen aus dem Boden zu klauben oder Bäume mit einer Steinaxt fällt um dann Bretter mit Holzkeil und Hammer daraus herzustellen.
      Dörfer waren bis ins 18. Jahrhundert einigermaßen autark. Aber dann auf einem so niedrigen Nievau das die Leute schon während des Menchaster Kapitalismus lieber in die Städte gegangen sind.

      „Persönliche“ Einsparung bringt auch nicht viel. Denn die Masse des Energieverbrauchs steckt in der medizinischen Versorgung, in den öffentlichen Dienstleistungen, in Bildung und Kultur, in der Telekommunikationsinfrastruktur und so weiter.

      Selbst wenn alle Menschen wieder in Wohngemeinschaften ziehen mit höchstens 10qm Wohnfläche pro Person (mindestens vier Personen pro Wohnung), private Flüge und Reisen unterlassen und ihre Möbel und Klamotten so lange wie möglich nutzen wird das den tatsächlichen Energieverbrauch um vielleicht 20% senken (ich würde behaupten selbst das ist noch zu hoch gegriffen).

      Abgesehen davon ist die Energiemenge ohnehin nicht das Problem. Sondern ausschließlich der Erntefaktor.

      Ein sinkender Erntefaktor verringert die Komplexitätsfähigkeit der Wirtschaft und Technik. Das wiederum verringert den Ressourcenzugriff (also die verfügbare Menge).

      Zuerst werden die Gesellschaften also ärmer und dadurch das sie ärmer werden verlieren sie die Fähigkeit die Populationsgröße zu halten.

      „Moderne“ ist nur mit materiellem Reichtum zu haben.
      Es geht zwar auch Reichtum ohne Moderne, aber Moderne ohne Reichtum geht nicht.

      Der Weg nach „oben“ ist offen und gestaltbar. Der Weg nach „unten“ ist hart determiniert und nicht gestaltbar. Na ja, man hat noch eine gewisse Freiheit in der Wahl der Todesart.

      Gail glaubt im Endeffekt nicht daran das wir die Erntefaktoren halten können. Heinberg auch nicht. Und wenn man dann nicht in pure Verzweiflung verfallen will, bleibt einem ja nur die Hoffnung auf eine „reduktive Moderne“ (der Begriff ist einfach genial).

      Für mich ist diese aber mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nicht kompatibel und damit schlicht eine physikalische Unmöglichkeit.

      • Ert sagt:

        „Und genau da steckt eine Menge Selbstbetrug drin“

        Klar und noch mehr…. insb. das er ein „efficient vehicle“ hat, sicher viel fliegt (z.B. zur UNO), etc. pp. Auch bei den anderen Sachen stimme ich Dir zu. Deswegen habe ich auch beim Haus meiner Mutter nur das umgesetzt was sich auch klar und zügig „amortisiert“. Geld ist indirekt Energie – und wenn es sich schon vom Geld her nicht rechnet (Investion zu Ertrag), dann geht’s sicher auch energetisch schief.

        Auch Martenson ist sicher klar, das es mit 7+ Milliarden so es nicht weiter geht – und es (es sei denn es geschieht ein Wunder) es recht zügig in Richtung Heinbergs und Gails Szenarien schreitet. Die Hoffnung und die ‚Illusion‘ etwas richtiges zu machen hält ‚uns‘ am Leben und in der Energie.

        Denn wenn sich diese ‚Illusion‘ auflöst… dann ist das auch nicht unbedingt gut….

      • Hendrik Altmann sagt:

        Wie du schon sagtest wenn alle Menschen sich dazu entscheiden würden und das wird nie passieren, wenn 10% der Menschen Energie sparen obwohl sie es sich leisten könnten mehr Energie zu nutze, dann bedeutet das, dass der Rest für ihr Geld nur mehr Energie zur verfügung hat, also die 10% verzichten bewusst auf Wohlstand und Vorteile damit die restlichen mehr Vorteile und mehr Wohlstand genießen können.

        Das ist natürlich sehr wohltätig, aber so lange nicht alle 100% 10% Energie sparen, ist das einfach nur sehr nachteilig für diese Minderheit und warum sollte ich Menschen die ich nicht kenne mit meinem Verhalten Vorteile verschaffen und Nachteile für mich in Kauf nehmen.

        • Ert sagt:

          @Hendrik

          Wenn die, die es könnten weniger ausgeben – also unter Ihren Möglichkeiten – dann ist die Frage was machen Sie mit dem Überschuss?

          Auf die Bank? Investmentprodukte? Spaaren? Dann gibt letztendlich irgend wer anders das Geld aus – was ja eine Rendite bringen soll! Nico Paech hat das auch mal thematisiert….

          Die einzige Lösung die ich kenne ist sein Einkommen zu reduzieren – also wirklich weniger zu machen (Einkommen)… und verbrauchen (Ausgaben)… auf allen Ebenen.

          Bring das mal in das Bewustsein der Menschen rein… ist auch für mich echt eine Reise… Tipselschritte…

          • Stefan Wietzke sagt:

            Wenn man sein Geld nicht für Konsum (übrigens: Auch die Finanzierung eines Impfprogramms oder eines Weltraumforschungsprogramms ist Konsum) dann lässt man es entweder auf dem Konto „vergammeln“ oder man akkumuliert damit bereits existierende reale Vermögenswerte (Aktien, Immobilien, Kunst).

            Steigt die Produktivität aber weiter ohne das der Kosnum steigt sinkt das Arbeitsvolumen. Ist ja auch gut, dann könnten wir einfach alle weniger arbeiten. Das Problem ist nur das diese „Arbeitszeitverkürzung“ nicht gleichmäßig verteilt wird. Daher fallen in Europa 18 Millionen Leute auf 0 Arbeit und damit auch auf 0 Einkommen.

            • Ert sagt:

              „oder man akkumuliert damit bereits existierende reale Vermögenswerte (Aktien, Immobilien, Kunst).“

              Stimmt, das ist dann ja die „Assetinflation“, die wir aktuell global sehen (z.B. Immopreise in Metropolen,etc. pp).

          • Hendrik Altmann sagt:

            Naja weniger arbeiten, okay das läuft aber auch nur so lange der Erntefaktor hoch genug ist diesen Luxus zu leisten, wenn es keine soziale Absicherungen mehr gibt kann man sich das einfach nicht mehr leisten, und auch die Löhne sinken dann, bzw. alles wird dann teurer (Inflation).

            Aber entscheidender ist das dein Verzicht immer ein mehr für die anderen bedeutet die nicht verzichten wollen, also wenn du weniger konsumierst, bedeutet das für mich automatisch das ich mehr konsumieren kann.

            Und ich werde meinen Konsum auch nicht freiwillig reduzieren, warum sollte ich das auch tun?

            Es hätte nur Nachteile für mich, keine Vorteile… das ist wie eine Tüte Gummibärchen die ich und irgend ein Kind von bekannten von meiner Mutter bekommen habe, dieses Kind was ich nicht kannte hat sich die Dinger in den Mund gestopft als gebe es kein morgen, wärend ich die Tüte Gummibärchen eigentlich langsam genießen wollte, ich hab vielleicht 20 abbekommen, den Rest hat sich dieser Gnom einverleibt, ich hasse ihn bis heute dafür xD

            • Stefan Wietzke sagt:

              Soziale Absicherung ist ja auch ein Konsumgut das nur durch eine ausreichende Produktivität möglich ist.

              Und Freizeit kann natürlich nur dann vorhanden sein wenn die Produktivtät hoch genug ist.

              Und mit dem Konsum sehe ich das wie du. Mit Ausnahme von „Fehlkonsum“ ist jede Konsumreduzierung immer ein Verlust von Lebensqualität.

      • Patrick sagt:

        Hallo Stefan,

        könntest du dies nochmal detaillierter beschreiben?

        „Denn die Masse des Energieverbrauchs steckt in der medizinischen Versorgung, in den öffentlichen Dienstleistungen, in Bildung und Kultur, in der Telekommunikationsinfrastruktur und so weiter.“

        Wohin GENAU innerhalb dieser o.g. Bereiche siehst du die Masse an Energie wandern, wenn es eher nicht der individuelle Konsum von 80 Mio. Einwohnern hierzulande ist?

        • Ert sagt:

          Hi Patrik,

          ich denke das Stefan die Energie mein, die in die aufrechterhaltung der gesamten Infrastruktur geht. Auch die Menschen die dort Arbeiten verbrauchen ja ‚Energie‘ inkl. allem was dort angewandt und verbraucht wird.

          Ein Beispiel: In jedem Jahr gibts alleine 300.000 Schwerverletzte nur im Strassenverkehr – dazu noch 700.000 Leichtverletzte. All das, die Versorgung, Verwaltung, etc. pp. benötigt Energie.

          Damit das alles aber funktionieren kann müssen unsere Verwaltungs-Verkehrswege-, Telekommunikations- und Energie-Infrastrukturen funktionieren. Da Arbeiten dann noch mal zig Millionen Menschen und alles benötigt Gebäude, Ressourcen, etc. pp. – nur damit „wir“ so wie wir aktuell leben zu unterstützten. Diese „Querschnittskosten“ sind aber noch gar nicht in den individuellen CO2-Fußabdrücken eingerechnet/eingepreist. Das sind eher nur Essen, Basiskonsum, individueller Transport und Wohnung/Heizung. Eben der Energie/CO2 Fußabdruck des Liters Diesel – aber nicht die Bereitstellung des Tankstellennetzwerkes und dem dahinter. Die Heizkosten, aber nicht der Jährliche (Ab-)Nutzungsanteil in Energie/CO2 bezüglich der Immobilie.

          das ist ja auch die Kritik an den ganzen CO2-Fußabdrücken… die letztendlich alle Schöngerechnet sind – weil faktisch nie klar ist, wie weit die anteiligen Fußabdrücke alle Vorstufen und auch der Fußabdrücke der Menschen die in diesen Vorstufen Arbeiten eingerechnet sind.

          • Stefan Wietzke sagt:

            Perfekt erklärt.
            Konsum ist immer das was am Ende jeder Produktionskette steht und eben nicht nur das was einer „kurzfristigen Lustbefriedigung“ dient. Diese verengte Interpretation schwingt oft bei „Konsumkritikern“ mit.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Mal ein paar einfache Beispiele:

          Ein Computertomograph braucht nicht nur im Betrieb sondern auch in der Herstellung eine enorme Menge an Energie und Ressourcen.

          Ein moderner Computer/Tablet oder Smart Phone benötigt für seine Herstellung mehr Energie und Ressourcen als der Bau von 2 Autos zu Beginn der 80er Jahre (gibt es schöne Studien vom Ökoinstituts in Wuppertal zu).

          Die platonische Akademie im alten Athen bestand aus einer offenen Wandelhalle in der diskutiert wurde. Die Universitäten hier in Bochum bilden eine komplette mittelgroße Stadt mit riesigen Anlagen.

          Das moderne Rettungswesen funktioniert nur mit Hubschraubern.

          Wir vergessen gerne das auch das alles Konsum ist. Alles was am Ende einer Produktionskette steht ist Konsum. Auch das Hubble Weltraumteleskop ist Konsum. Wenn wir erkenntnisorientiert forschen, dann ist das Konsum.

          Es wird ja immer so schön darüber gemeckert das wir mehr als die Hälfte unserer Zeit für den Staat arbeiten. Was aber nur bedeutet das die Hälfte der gesamten Arbeitszeit in Gemeinschaftsgüter fließen (die wir auch alle nutzen). Wenn jetzt also alle nichts mehr essen, nur noch nackt rumlaufen und auf der nächsten Wiese nächtigen, die anderen Leistungen aber behalten wollen würde das das Produktionsvolumen nicht mal halbieren.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Das ist ja individueller Konsum, also all die Dinge die du aufgezählt hast, du brauchst ja das Bildungssystem und Gesundheitssystem nicht zu nutzen dann reduzierst du auch deinen Energieverbrauch, noch besser ist es natürlich gleich zu sterben, aber Hallo ich will doch leben, und mir so viele Vorteile sichern wie möglich, nicht zu konsumieren bedeutet für mich auch irgendwie aufgeben.

          • Stefan Wietzke sagt:

            So betrachtet ist Konsum immer „individuell“. Er dient ja zu nichts anderem als persönliche Bedürfnisse zu befriedigen.

            Mir geht es hier auch mehr um diese unsinnige Idee der „Konsumverstopfung“. Denn das zielt ja nur auf „sinnlosen“ Konsum, also Dinge nur um des anhäufen willens anzuhäufen.

            Das mag vorkommen, ist aber weder die Regel noch der Kern des Problems. Selbst wenn wir morgen alle nach der Regel des Benedikt von Nursia leben würden dann ändert sich überhaupt nichts. Wir würden nicht weniger konsumieren sondern nur anders (z.B. in Form von Forschung, der intensiveren Betreuung Kranker und Bedürftiger oder was uns sonst noch so einfällt.)

            • Hendrik Altmann sagt:

              Genau so sieht es aus, die Energie ist ja verfügbar und solange sie im System verfügbar ist wird sie auch immer genutzt, dynamische Systeme verzichten einfach nicht freiwillig auf Energie, macht auch überhaupt keinen Sinn.

        • Patrick sagt:

          Gibt es denn keinerlei Studien dazu, wo genau im System sozusagen unsere Energie „versickert“?

          Ich fände es ja total spannend, mal aufgezeigt zu bekommen, wieviel Energie wofür wirklich drauf geht für Verwaltungsapparat, Polizei, Militär, Unterhaltung bzw. Ausbau aller Infrastrukturen, Forschungssektor, Bildungs- und Gesundheitswesen…

          Man könnte also sagen, es gibt einen kompletten Block an „Overhead“kosten, den wir alle zusammen zu verantworten haben und der zu einem nicht geringen Anteil eben genau unser Zivilisationsniveau ausmachen, den man theoretisch PRO KOPF umlegen könnte?
          Unabhängig davon, ob jeder einzelne Kopf jetzt viel oder wenig davon direkt nutzt (Gesundheitswesen, Bildung, Autobahn)

          Und dazu käme dann individueller Energieverbrauch durch Konsumgüter, Mobilität (Auto oder Bahnnutzung) usw.

          Und erst in Kombination dieser beiden Blöcke könnte man wirklich erkennen, was Sache ist?

          • Ert sagt:

            @Patrik

            Ich denke, das das Problem ist das alles Interdependent ist.

            Beispiel: Strassenverkehr… Der Entsteht ja nicht einfach so, sondern weil jemand zur Arbeit fährt – also in diesem Falle Erwerbsabhängig. Diese Person ist nun Lehrer (Bildungssektor) – also ist der (energetische) Verkehrsanteil diesem Sektor zuzuordnen? Nun hat der Lehrer auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall – beteiligt sind Polizei (Verwaltung?) und mindestens das Krankenhaus. Nun müssten die Zeitanteile mit allen anteiligen Energieaufwänden für das Leben der Personen die an der Krankenbehandlung beteiligt sind auf den Bildungssektor als Energie aufgeschlagen werden – weil der Unfall stand ja im direkten Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit des Lehrers…. oder ist das jetzt ein Anteil des Strassenverkehrs… bei dem es ja im Jahr ca. 4000 Tote, 300.000 Schwer- und ca. 700.000 Leichtverletzte in DE gibt?

            Ich könnte das jetzt noch ewig weiterspinnen. Aber da mal zum Ende zu kommen? Wird echt ein spannendes Modell…. ;-)

            • Hendrik Altmann sagt:

              Ja das ist viel zu komplex um das wissentschaftlich genau zu berechnen, damit meine ich zu teuer, deswegen gibt es auch so viele voneinander stark abweichende ERoEI Berechnungen, da die Herleitung und Datenbeschaffung stark vereinfacht wurde um Kosten zu sparen, so ist viel Potential für Fehler oder bewusst merkwürdige Herleitungswege, was die Lobbyverbände natürlich ausnutzen, egal aus welcher Richtung…

  8. Ert sagt:

    In dem ganzen Kontext möchte ich noch an ein Interview von David Korowicz (Feasta) erinnern: http://www.feasta.org/2014/03/17/how-to-be-trapped/, was u.a. auch Stefans Punkte noch mal hervorhebt. Das ganze ist sehr gut, es ist wirklich lesenswert….

    Ein Auszug:
    Question: „If so, cannot we just switch to green growth?“

    Answer DK: „First of all, if it is growth, it will still be energy and resource consuming. Secondly, the starting point will still be path dependent and thus constrained. Thirdly, technology cannot make energy, only help to find, process and distribute what is already there. And what’s potentially left, renewable or not, is less economy-adaptive, is of lower quality and lower energy return than what it’s replacing. So there is no magic way around our central predicament. Anyway, what do we mean by ‘switch’? It suggests a level of insight and control of the globalised economy that we do not have. It implies a rapid transformation that in reality is inherently rate limited (energy revolutions have happened over many decades), and dependent upon the continuing coherence of the globalised economy and its constituent critical systems.

    In addition problem solving in a complex society suffers from declining marginal returns. New solutions require more and more scientific, economic and social efforts and economies of scale and resources. They don’t live in a vacuum, they live in this interdependent system- the globalised economy.

    Dazu gibts noch einen zweiten Teil: http://www.feasta.org/2014/03/24/anger-complicity-in-a-time-of-limits

    Woraus das hier zu denken gibt: „DK: Let me put it in a jokey and anachronistic way. We are the global haute-bourgeoisie railing against the global aristocracy while claiming the mantle of the global proletariat. It allows us to feel righteous while skirting the issues that make us complicit.“

    Sowie etwas was auch ich gelernt habe:

    Question: What was your biggest professional mistake?

    Answer DK: „In the early day of this type of work I felt the need to warn the public, politicians and policymakers; so I did – in Ireland and elsewhere – but it could be soul-destroying. I really think I shouldn’t have bothered, for various reasons – though this is not a criticism of people. Now I prefer to work with those who have already made the part of the journey, who are already interested and concerned.“

    Viele Reflexionen, Gedanken – wirklich schön, ggf. auch Anregungen um mit einigen Fragen einen persönlichen Frieden zu finden.

    LG
    Ert

  9. Ert sagt:

    Mal wieder eine neue Studie bei Energy Matters (Means): ‚Estimating life-time costs for Renewable Energy in Europe‘: http://euanmearns.com/estimating-life-time-costs-for-renewable-energy-in-europe/

    Daraus:
    – Electricity generation by using gas-fired installations is significantly cheaper than Renewables in terms of both installation capital cost and Operation and Maintenance costs, even when accounting for the cost of fuel.
    – The European Renewable fleet with a nominal nameplate output of ~ 212 Gigawatts only contributes ~ 38 Gigawatts to the European Grid, a capacity percentage at about 18%.
    – 60 year life-time costs of Onshore wind power range from 10 – 13 times more expensive than Gas-fired generation.
    – 60 year life-time costs of Offshore wind power and Solar power range from 40 – 50 times more expensive than Gas-fired generation.
    – during the 60 year life-time Gas-fired generators have a full-time productive capacity of about 90% whereas the combined capacity figures for Renewable Energy of only about 18% is achieved across all European Renewable installations.

    Mit Spannender Diskussion und auch anderen Studien, wie: ‘Managing Flexibility Whilst Decarbonising the GB Electricity System‘ (http://erpuk.org/wp-content/uploads/2015/08/ERP-Flex-Man-Full-Report.pdf)

    Daraus:
    – To those who think you can decarbonise with intermittent renewables alone: You can’t.
    – To those regulating or planning the grids of the future: Don’t forget the value of grid (ancillary) services – they need markets or regulation to deliver.

    Sehr interessant…..

  10. Stefan Wietzke sagt:

    Noch ein Gedanke der mir so in den letzten Tagen kam:

    Ich möchte an Hand der Idee der „Shared Economy“ einmal erläutern warum alle diese Konzepte weder das Energieproblem noch irgend ein ökologisches Problem lösen können, sondern es im Gegenteil auch noch verschlimmern. Was auch wieder mal ein schönes Beispiel dafür ist das eine Idee die sich im ersten Moment richtig anhört einer näheren Analyse nicht immer stand hält.

    Als Beispiel gehen wir davon aus das 3 Leute mit einer Fahrleistung von 100.000 km bisher 3 Autos haben und nun auf eins mit gemeinsamer Nutzung umsteigen.
    Ein modernes Auto hält gut 300.000 km aus bevor es in die Schrottpresse muss. Gehen wir für ein einfaches Szeanrio davon aus das die 3 ihr Auto jeweils neu kaufen und es dann 3 Jahre lang fahren bis sie es durch ein Neues ersetzen müssen.

    Man erkennt sofort das die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugs weder den Energieverbrauch noch den Ressourcenverbrauch verringert (außer vielleicht die Parkfläche). Den nun muss das Auton jedes Jahr erstetzt werden (die 300.000 km sind runter). Über drei Jahre werden also wiederum 3 Autos benötigt und die Fahrstrecke hat sich auch nicht verändert.

    Genauer gesagt, ist die Verbrauchsbilanz sogar negativ. Denn nun muss die gemeinsame Nutzung noch abgestimmt werden, es kommen Überführungsfahrten hinzu und der Nutzwert für die 3 ist eingschränkt (die Drei können das Fahrzeug nicht gleichzeitig nutzen).

    Der einzige Vorteil der drei liegt darin das sie die „Markteintrittsbarriere“ für die Nutzung eines Fahrzeugs senken. Denn zu Beginn müssen die drei nun nur noch ein Fahrzeug „vorfinanzieren“ und nicht drei. Auf diesem Konzept beruht jeder „Verleih“ und jedes Leasing. Es optimiert nicht die Nutzung des Produktes sondern senkt die Barriere sich an dieser Nutzung zu beteiligen.

    Deshalb erzeugen diese Modelle auch zusätzliche Nutzungen und verringern diese nicht!

    Das wäre nur anders wenn die Geräte, also z.B. Autos andernfalls bereits verschrottet würden bevor sie das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreichen. Ist dies nicht der Fall (z.B. weil andere das Produkt mit oder weiternutzen) dann ist der ökologische Effekt eines gemeinsamen Nutzungskonzept immer negativ!

    An diesem entscheidenden Punkt hat Niko Peach absolut Recht: Anders konsumieren nützt gar nicht. Es hilft nur nicht konsumieren.

    Das Beispiel zeigt auch mal wieder schön die Wirkungsweise des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik. Ein System mit gemeinsamer Nutzung erhöht wegen des zusätzlichen Verwaltungsaufwandes die Komplexität des Systems, das erfordert eine zusätzliche Entropieabsenkung, was wiederum einen erhöhten physikalsichen Arbeitsaufwand erfordert.

    Tja, die individualisierte Eigentumsgesellschaft ist aus
    energetischer Sicht bei gegebenem Wohlstandslevel auch oft auch noch die energieeffizienteste und damit ressorcenschonendste Variante.

    Es ist gar kein Wunder das unser Wirtschaftssystem so aussieht wie es aussieht. Auch hier hat die „Evolution“ wieder mal den Energieverbrauch optimiert. Wie sie das halt immer tut.

    • Ert sagt:

      @Stefan

      Danke für Deinen Kommentar… ja, da ist was wahres dran.

      Ich sehe in diesen Modellen dennoch einen Nutzen. Denn ist die Nutzung pro Zeiteinheit bepreist… dann wird die Ressource anders genutzt, als wenn Sie „da“ ist und irgendwann mal „vorfinanziert“ wurde.

      Ein Beispiel: Bei der Nutzung des Kfz sagen mir die meisten, das Sie maximal die Spritkosten rechnen, weil das Kfz ja sowieso schon da sei und Sie es auch brauchen.. also diese Fixkosten gar nicht mehr zur Disposition stellen (ist für mich zwar Schönrechnerei.. aber so funktioniert der Selbstbetrug eben…).

      Ist das Kfz nun abgeschafft, dann werden die Kosten pro Fahrt viel transparenter. Dann wird sich ggf. überlegt ob das Fahrrad, eine Fahrgemeinschaft oder der ÖPNV genutzt wird, oder eben das Sharing-Kfz.

      Bei mir war das genau so. Kfz angeschafft, zum Carsharing angemeldet und das Carsharing nie in 8 Jahren benötigt. Letztendlich war mir das mit den Kosten/Buchen/Nachdenken alles zu hoch/doof und ich habe dann immer zum Rad gegriffen oder den ÖPNV benutzt, weil ich den per „Flatrate“ sowieso schon bezahlt hatte.

      Gleiches gilt auch (bez. Einspaarung) für Güter, wie z.B. eine Bohrmaschine, eine Kreissäge die nur selten gebraucht wird und oft den Besitzer überlebt. Wichtig ist natürlich, das hier der Verwaltungsaufwand klein bleibt. Alles alles im Rahmen einer Familie, eines Wohnblocks bzw. einer Nachbarschaft organisiert wird.

      Ich denke aber, das das erst dann richtig passiert, wenn die zur Verfügung stehenden Einkommen (bzw. deren reale Kaufkraft) soweit schrumpfen das diese Dinge notwendig werden….

      • Stefan Wietzke sagt:

        Darum geht es mir ja. Du verzichtest bewusst auf Güter und hast dadurch deinen Konsum und Energieverbrauch gesenkt.

        Dabei darfst du aber das was du einsparst nicht anderweitig verwenden. Zumindest für nichts das Energie und Resourcen verbraucht. Also du kannst dich natürlich durch die örtliche Bücherrei arbeiten, vernünftigt kochen oder mit deinen Freunden philosophieren.

        Aber auf Fortschritte in der Medizin willst ja auch du nicht verzichten. Auch dann nicht wenn sie einen höheren materiellen Aufwand bedingen :-).

        • Ert sagt:

          @Stefan

          Erstmal… ich hatte mich in meiner Antwort bez. „ab/An“geschafft in vertippt. Ich habe mein Kfz natürlich abgeschafft ;-)

          Ja, das mit dem Sparen und der anderen Verwendung habe ich bei Paech kapiert gehabt. Ich arbeite seit einigen Jahren in Teilzeit und habe so auch mein Einkommen reduziert.

          Fortschritte der Medizin? Ja, es gibt da viele und ich lese da täglich und baue das alles in meiner Ernährung ein. Leider ist viel von dem was passiert ‚teurer‘ Humbug. Kern ist und bleibt u.a. eine gesunde Ernährung (u.a. Verzicht auf alle Arten von Zusatzstoffen bzw. verarbeiteten Produkten, Zucker, Weißmehle, raffinierte Öle, (hohe) Verarbeitung – immer alles so frisch wie möglich aus Basiszutaten selber zubereiten!), Bewegung und die Sache mit der Seele.

          Leider ist wie überall viel Des- und Fehlinformation verbreitet. Aber mit mehr zeit kann auch hier bewusster und informierter vorgegangen werden – und es besteht Zeit Dinge selber auszuprobieren, auszutesten und am eigenen Körper zu erfahren (soweit man diesem auch ehrlich zuhören und Dinge ändern mag ;-)

          Oft braucht es aber erst einmal jemand anderen um einem zu eröffnen, das das was man als „normal“ annimmt (oder Glaubt so zu sein) bzw. ‚jeder so macht‘ – nicht so sein muss oder ist – und weit ab ist vom ’normal‘ im Bezug auf das was möglich ist bzw. was bezüglich unseres Potentials als Mensch möglich ist.

          Aber da bin ich selber ganz, ganz am Anfang meiner eigenen Reise….

    • Patrick sagt:

      Wenn man nun so ein Beispiel auf einen anderen sehr großen Kostenblock im Alltag übeträgt – nämlich dem Wohnraum -, dann sieht das aber sicherlich wieder anders aus.

      Wenn sich z.B. 3 Leute zu einer WG zusammen schließen, werden eben nicht nur zwangsläufig einige Geräte gemeinsam genutzt (Kühlschrank, Herd, Waschmaschine usw.), sondern auch die Beheizung der Räume.
      Wenn jeder seine eigene Wohnung hat, muss nämlich nicht nur der reine Energieverbrauch bezahlt werden, sondern auch die Wartung der Heizungsanlage.

      Und ich denke, es macht schon einen erheblichen Unterschied, ob 3 Leute jeweils alleine auf 70 qm wohnen oder sich zu dritt beispielsweise 150 qm teilen.
      Einige Fixkosten dürften deutlich weniger ins Gewicht fallen und die eingesparte Fläche, die zu beheizen ist, führt zu Einsparungen bei der Heizenergie.
      Wenn man bedenkt, dass wir hierzulande um die 6 Monate im Jahr zuheizen müssen, ist das schon ein gewisses Potenzial.

      • Ert sagt:

        Kommt von alleine…. durch den Druck auf die Gehälter.

        Aktuell besteht aber noch ein komplett anderes Niveau. Selbst als lediger StGB II Bezieher hast Du glaube ich Anrecht auf eine Wohnung bis 45qm.

        Wo sich andere Menschen ‚freiwillig‘ eine Wohnung teilen (müssen) – z.B. Studenten und Menschen mit geringen Einkommen aber ohne Sozialhilfe, Bafög – ist der gesellschaftliche Standard immer noch die eigene Wohnung bzw. das eigene Haus.

        Diese Anhebung hat überall stattgefunden – auch in den Studentenwohnheimen. Wie Lange das noch finanzierbar ist, ist dann eine Andere Frage die sich ggf. ’schneller als gedacht‘ für viele stellen wird. Denn aktuell ist solch ein Lebensentwurf nur in den wenigsten Fällen (langfristig) ‚freiwillig‘ gewählt, sondern auch von ökonomischen Faktoren abhängig.

      • Stefan Wietzke sagt:

        Klar, die Individualisierung ist ein ganz massiver Verbrauchstreiber. Er wurde erst durch eine steigende Produktivität, also steigenden Energieverbrauch möglich. Mehr Individualität bedeutet aber natürlich auch mehr Autonomie. Wenn man mit anderen eng zusammenleben (muss) dann ist das durchaus ein massiver Verlust von Autonomie.

        Ich merke das vor allem an der angeblich konsumabgeneigten jungen Studentengeneration.
        Die halten heute das Wohlstandsniveau meiner Studentenzeit (zweite Hälfte der 80er) geradezu für menschenunwürdig, bzw. fragen sich (etwas) überspitzt formuliert ob auf der Basis überhaupt ein Leben mehrzelliger Organismen möglich ist.

  11. Ert sagt:

    Wunderschöner Videobeitrag eines Französischen Ing. in einem Ausschuss des Franz. Parlaments Jean-Marc Jancovici): https://www.youtube.com/watch?v=Fb_GNIa2joE&app=desktop (Video in Franz. mit Engl. Untertiteln).

    Er fängt mit dem Fazit an und geht dann über in die allg. Erklärung. Deswegen sind auch die ersten 5 Minuten die spannenden.

    Interessant ist das er wie Gail und auch Stefan argumentiert – und das extrem prägnant und gezielt. Ist echt ein Klasse Material für eine Präsentation bzw. einen sehr kompakten Artikel – der klar macht, warum wir (ohne komplette energetische Revolution) nie wieder wirtschaftliches Wachstum haben werden. Das ist auch sein Kernpunkt. Er sagt dann auch, das wir ab jetzt (bzw. schon früher) und jede Investition überlegen müssen.

    Er räumt auch gleich am Anfang mit „Clean Energy“ auf, was es nicht gibt, etc. pp.

    Sehenswert (auf jeden Fall die ersten Minuten!)

    • Berndt sagt:

      Einige der hier Diskutierenden erwarten immer noch, dass der Ölpreis in der Zukunft deutlich steigen wird. Die HG-Theorie sagt, dass das nicht mehr passieren wird. Derzeitig ist der maximale Preis pro Barrel auf etwa 65 Dollar beschränkt. Ich habe meine Meinung dazu in dem PDF-Artikel dargestellt – kurz gesagt, ich glaube das die HG-Theorie richtig ist.

      Die Berechnungen halte ich im Vergleich so richtig wie die Vorhersage einer Sonnenfinsternis – das Eintreten der Sonnenfinsternis ist letztendlich der Beweis für die Richtigkeit der Berechnung. Das Problem bei der Überprüfung der Berechnungen zum Eintreten einer Sonnenfinsternis ist, dass nur wenige die Rechnungen nachvollziehen können – beim der HG-Theorie gilt das gleiche.

      Der ultimative Beweis für die Berechnungen ist letztendlich das Eintreten der Sonnenfinsternis bzw. dass der Ölpreis dauerhaft niedrig bleibt. Während das erste mit einem fixem Datum verbunden ist, muss man beim zweiten lange warten.

      Also bleibt nur abzuwarten und die Wirtschaft zu beobachten. China entläßt 1,8 Mio. Kohlekumpel, Brasilien ist in einer schweren Krise, in Japan bricht die Wirtschaft ein, Draghi macht eine Negativ-Zins- Politik. Das sind alles Indizien, aber keine Beweise dafür, dass der Preis pro Barrel unten bleibt.

      Der Kenner der Thermodynamik kann Ockams Razor anwenden: „Von mehreren möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.“ Er wird zum Schluss kommen, das die HG-Theorie richtig sein muss, denn sie hat verdammt wenig Annahmen. Physikalische Gesetze sind keine Annahmen, sondern Fakten. Das Umrechnen von GDP und Energie kann man als Annahme gelten lassen, aber wer sich den von Ert verlinkten Videobeitrag ansieht, wird diese Annahme als sehr plausibel bewerten.

      Andere Erklärungen (ausser der HG-Theorie) haben viel mehr Annahmen. Ich nenne nur ein Beispiel: „Die Saudis führen einen Preiskrieg, um die US-Konkurrenz auszuschalten.“
      In Wahrheit haben die Saudis ihre Exporte seit Jahren fast konstant gelassen (siehe EIA). Also Zusatzannahmen: Die Nachfrage ist nicht so gewachsen, wie erwartet. Der der Übergang zu erneuerbaren Energien ist mit schuld, dass die Ölnachfrage nicht wie erwartet gestiegen ist. Spekulanten halten die Preise unten. Usw.

      „Der Ölverbrauch ist unelastisch. Die Leute heizen wenn es kalt ist, nicht weil es billig ist. Die Leute fahren Auto, wenn sie zur Arbeit müssen, nicht wenn es billig ist.“
      Norbert, damit hast du teilweise recht. Aber im Zusammenhang mit der HG-Theorie ist die einzig mögliche Schlussfolgerung: Die Leute werde nicht mehr zur Arbeit fahren müssen, weil sie keine haben.

      „eine fortwährende Debatte über Risikovorsorge und Risikomanagement kommt im Mediensystem nur schwer in Gang “ Das ist eigentlich ein Riesenhammer. Nehmen wir mal die Medizintechnik. Mit viel Aufwand zur Risikominimierung wird jede theoretisch mögliche Gefährdung untersucht und versucht auszuschließen. Wer will, soll mal die EN 60601-1 und die EN 14971 lesen. Im Gegensatz dazu wird die reale Gefahr des Endes der Ölförderung kaum beachtet. Ich gehe mit hundertprozentiger Sicherheit davon aus, dass das energetisch förderbare Restrohöl etwa 10 Jahre statische Reichweite hat, und in 15 Jahren so gut wie nichts mehr an Rohöl zur Verfügung steht.

      Jeder Risikomanager würde selbst bei 1-prozentiger Wahrscheinlichkeit Maßnahmen zur Risikomitigation fordern, die jedem Journalisten die Haare zu Berge stehen lassen. Jeder kann seine eigene Phantasie spielen lassen, ich nenne als Beispiele: Einstellen von Autobahnbau, Flughafenbau, Beschränkung des Autogewichts auf 1000 kg, Zwangseinführung von Elektro-PKW, usw.

      Es gibt viel zu tun.

      • Ert sagt:

        Hallo Bernd,

        ja – der Vortrag hat auch mir das Modell der HG noch mal näher gebracht. Jancovici (u.a. auch: http://www.manicore.com/anglais/documentation_a/energy.html) betont ja zig mal – und gibt auch gute Beispiele – das es NICHT um den Preis von Öl/Energie geht (vollkommen irrelevant) – sondern rein um die quantitative Verfügbarkeit.

        Ohne Wachstum (bzw. max. dieses 1% für nicht mehr lang) – aber auch immer weniger Jobs. Die existierenden kommen unter druck – und mit der nächsten Automatisierungs/KI-Welle gehts noch mal abwärts -nennt man auch schon ‚Technological unemployment‘ (Tip: ‚Arbeitsfrei‘ von Frank Rieger oder ‚Manna‘ von Marshal Brain: http://marshallbrain.com/manna1.htm)

        Und Du hast ganz klar recht: Ohne Arbeit (und ggf. nicht mal Almosen wie in GR) – auch keine Nachfrage. Man schaue sich mal die Einzelhandelsumsätze in GR an (http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2016/03/S1517-600×437.png)… auf dem Nivau der 70’er und immer noch fallend!

        Jancovici sagt ja auch ganz klar das die zusätzliche Nachfrage rein durch China, Indien & Co. entstanden ist – und nicht durch die OECD Staaten, die seit den 80er faktisch nur eine Richtung kennen….

        Das mit dem Einstellen von Autobahnbau, Beschränkung des Kfz Gewichts auf 1000Kg, etc. pp. sehe ich ganz genau so. Leider kommt schon ein VW Up! mit etwas Zusatzausstattung schnell über >1000KG (Maximalgewicht bis zu 1214Kg nach Wikipedia!). Aber auch da geht das Rennen aktuell in die Richtung immer mehr Elektronik in die Fahrzeuge zu stopfen. Der Ressourcenfootprint der Elektronik in aktuellen Kfz dürfte die Gesamt-Energie und Ökobilanz eines neuen Kfz gegenüber eines aus den 80ern dramatisch verschlechtert haben…. und wenn man sich so aktuelle Studien und Träume anschaut.. dann hat die Digitalisierung und Displayisierung des Kfz ja nicht einmal angefangen….

        • Stefan Wietzke sagt:

          Bernd hat zwar recht das der Ölpreis nicht unbeschränkt steigen wird.

          Aber einige Punkte möchte ich noch mal betonen:
          – Nicht die Menge der Primärenergieträger ist entscheidend, sondern der Aufwand ihrer Bereitstellung (Erntefaktor = Kosten).
          – Rationalisierung funktioniert nur mit erhöhtem Energieeinsatz.
          – Arbeitslosigkeit kann nur eintreten wenn keinem Mensch auf dieser Welt nichts mehr einfällt wie er seinen Tag gestalten soll. Was du meinst ist Einkommenslosigkeit. Das hat aber andere Ursachen.
          – Produktivitätssteigerungen kann man entweder zur Erhöhung des Güterwohlstands nutzen (reales pro Kopf Wachstum = Kapitalrendite) oder für mehr Freizeit (Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich).
          – Das die Griechen nichts mehr kaufen können ist klar, denn sie produzieren ja auch nichts mehr (sind ja alle arbeitslos).

          Was du beim Auto schreibst ist vollkommen korrekt. Nur wenn „weniger“ Auto übrig bleibt kann der energetische Aufwand reduziert werden.
          Batteriebetrieb nützt da gar nichts (geringerer Erntefaktor als Benzin, daher Verschlimmerung der Situation und nicht Verbesserung).

          Mit der Elektronik hast du absolut recht. Sie ist das komplexeste was wir bisher gebaut haben. Sie frisst deshalb auch Unmengen an Energie. Die sogenannte „KI“ hat nur noch ein recht geringes Optimierungspotential erfordert aber einen höllenmäßigen Energieinput. Alleine die Smart-Phone Produktion dürfte heute deutlich mehr Energie verbrauchen als die globale Fahrzeugproduktion in den 80ern.

          Die Optimierungspotentiale über die gerne gefasselt wird sind im Gesamtsystem heute kaum noch vorhanden.

          Das Ergebnis fallender Produktivität wird aber nicht nur sein das wir weniger Güter haben werden, sondern dsa wir gleichzeitig viel mehr arbeiten müssen. Weniger Freizeit, weniger Rentenzeit, weniger Urlaub, usw.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Hmm gut hier muss man aber auch fair bleiben, dadurch das die Produktion von Microchips mit gleicher Leistung erheblich Energieeffizienter geworden ist, wäre ein Mobiltelefon mit der Leistung der 80 er Jahre für nur noch einen Bruchteil der Kosten heute zu produzieren.

            Mobiltelefone heute haben teilweise die Leistung wie Supercomputer der 80er Jahre…

      • Hendrik Altmann sagt:

        Naja Berndt im Grunde stimmt das HG Modell ja auch, nur wenn man Öl aus dem Modell in der Wirtschaft isoliert betrachtet, nur thermodynamisch spielt der Gesamterntefaktor die entscheidende Rolle wenn wir die weitere Systementwicklung und auch die Entwicklung des Ölpreis betrachten.

        Ob wir es uns leisten können Öl mit geringem Erntefaktor zu fördern bestimmt der Gesamterntefaktor aller Energieträger zusammen, ohne eine Quersubventionierung von Kohle und Gas, Wasserkraft Energie hätte es Fracking oder den Teersandabbau ja nie gegeben.

        Solange der Gesamterntefaktor nicht deutlich unter 20 abfällt können wir so viel teures Öl fördern und so viele Photovoltaik Anlagen in den Norden ballern wie wir wollen, da wir es uns schlicht leisten können.

        Der Gesamterntefaktor in der Welt lag einmal bei 40 um 1920-40 wir brauchten also nur 2,5 % in die Energiebereitstellung reinvestieren, heute liegt er bei 20 und wir müssen 5% unserer Energiegewinnung reinvestieren, eine Veränderung von 2,5%, die Energieeefizienz unserer Maschinen ist in dieser Zeit aber viel stärker gewachsen, wir haben also heute immer noch mehr Nettoenergie zur Verfügung als 1920-1940 wo der Gesamterntefaktor bei 40 lag.

        Allerdings stecken wir jetzt auch irgendwie fest, wir können die Energieeffizienz unserer Maschinen vielleicht nur noch minimal steigern mit hohem Aufwand, das macht sich nur noch über große Zeiträume bemerkbar, aber nur wenn wir den fallenden Erntefaktor einfrieren könnten.

        Das stagnierende Wachstum hat insgesamt andere Gründe, in den hochentwickelten Industiestaaten ist es richtig das wir hier kaum noch Wachstum stimulieren können, das Wachstum in die Höhe ist begrenzt, aber wir haben noch Raum in die Breite zu wachsen, niedrig etwickelte Länder hätten noch Potential zu wachsen, gerade weil die Energieeffizienz der Maschinen heute so hoch ist.

  12. Patrick sagt:

    Mal wieder was anderes:

    Kennt das jemand von euch?
    https://faszinationmensch.com/2016/03/16/ueber-ungewoehnliche-wege-die-wuesten-wieder-zu-begruenen/

    In diesem TED Talk geht es um Wüstenbegrünung durch gezielte Viehwirtschaft.

  13. Gast sagt:

    Ich verlinke mal in ein Forum, wo jemand auf Deutsch darüber spricht, der sich auch praktisch damit befaßt.
    http://www.selbstvers.org/forum/viewforum.php?f=128

  14. Patrick sagt:

    Ach, Gast ist wieder da.
    Nach seinem letzten kritischen Kommentar und den Antworten darauf wurde er ja nicht mehr gesehen ;-)

    Übrigens: in diesem Artikel hier gibt es eine etwas andersartige Sichtweise auf „Produktivität und Effizienz“
    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47846/1.html

    (vor allem auf Seite 2 des Artikels)

    Das interessante ist, dass hier vieles ausgedrückt wird, was ich zumindest mal „gefühlt“ ähnlich sehe.
    Auch wenn sicherlich, sobald man das jetzt in die kleinsten Komponenten zerlegt, schonmal etwas durcheinander geworfen wird wie das Beispiel mit dem iPhone.

    Ebenfalls ganz interessant finde ich seinen dort mit verlinkten Artikel-Zyklus „Die Krise kurz erklärt“:
    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/1.html

    • Gast sagt:

      @ Patrick:

      Achtung: Gast von Kommentar Nr. 14 ist nicht der kritische Gast der letzten Diskussion. Sollte ich (kritischer Gast) wieder was posten, lege ich mir einen neuen Namen zu und mache dies kenntlich.

    • Stefan Wietzke sagt:

      Na ja, wer öfter mal Artikel von Tomasz Konicz liest der kriegt schon mit das es sich bei ihm wahrscheinlich um den letzten noch existierenden marxistische Theoretiker handelt.

      Er beschäftigt sich vor allem damit den Kapitalismus in seiner „zerstörerischen Natur“ zu entlarven, wobei er auf jeden „kritischen“ Zug aufspringt der gerade an ihm vorbeiratert. Das er jetzt auch die Klimadebatte entdeckt hat ist allerdings neu :-).

      Auf mich wirkt er dabei immer etwas aus der Zeit gefallen. Ich habe immer den Eindruck aus ihm spricht das 19. Jahrhundert.

      Der zweite Artikel den du da verlinkt hast zeigt das übrigens sehr gut. Da fährt er ganz klassisch die Akkumulationstheorie ab. Aus meiner Sicht war Marx wesentliche Fehlanalyse darin begründet das er nicht gesehen hat das die Kapitalakkumulation in wenigen Händen der wirtschaftspoltische Wesenszug von Feudalgesellschaften und eben gerade nicht des Kapitalismus ist. Genau dieser Argumentationslinie folgt auch Konicz. Deshalb hat er aus meiner Sicht die Krise nicht verstanden.
      Ich glaube wir hier in diesem Blog sind den tatsächlichen Ursachen da deutlich näher.

      • Patrick sagt:

        Aber das wir heute eine irrsinnige Akkumulation von Reichtum (Geldvermögen und Kapital)haben, wirst du ja nicht leugnen.

        Die Tendenz zu Großkonzernen ist ja sehr auffällig. Und die werden eben dadurch auch immer mächtiger.
        Das Kapital ist mobil, aber Menschen sind es nicht und Regierungen sind eben national geprägt und nicht global. Wir erleben es ja in Europa, dass es eben nicht gelingt, sowas wie eine Globalisierung der Regierungen hinzubekommen. (egal ob man das nun gut oder schlecht findet)

        Nach meiner Sichtweise gibt es eine klare Dynamik der Konzentration von Macht und Vermögen im Kapitalismus. Natürlich kann man (oder konnte man) mit einem funktionierenden und willigen Staat eingreifen und diese Dynamik „entschärfen“, aber komplett stillegen kann man sie nicht.
        Diejenigen, die über die Produktionsmittel verfügen, werden immer im Vorteil sein.

        • Stefan Wietzke sagt:

          Klar akkumuliert sich das. Aber eben nicht wegen des „Kapitalismus“, sondern weil es eine grundsätzliche systemische Akkumulationstendenz gibt gegen die man gesellschaftlich immer aktiv anarbeiten muss.

          Ein einfaches Gedankenexperiment: Man startet mit einer Gesellschaft in der Einkommen und Vermögen vollkommen gleichmäßig verteilt sind.

          Alleine das wir Menschen unterschiedlich sind (der eine haut immer alles sofort auf den Kopf, der andere agiert vorrausschauend und tätigt z.B. eine Investition), dann beginnen sich Vermögen und Einkommen zu „verklumpen“. Durch die „Verklumpung“ vergrößert sich nun der Handlungsraum derjenigen die wohlhabender werden. Z.B. weil ein Wohlhabender sich auch mal eine Fehlausgabe leisten kann, die den Armen in den Untergang treiben würde.
          Natürlich wächst mit der wirtschaftlichen auch die politische Macht. Ein Reicher kann z.B. viel mehr für seine Ideen werben als ein Armer.

          Das funktioniert wie die Entstehung von Sternen, Galaxien und Superhaufen aus winzigen Dichteschwankungen am Beginn des Universums.

          Dazu braucht es weder „gierige“ Menschen oder sonstige psychologische Faktoren.

          Das hat aber nichts mit Kapitalismus zu tun sondern passiert seit dem Zeitpunkt seit dem Menschen zum ersten mal signifikante Überschüsse erwirtschaften konnten, also seit dem Beginn der neolithischen Revolution (Ungleichheit muss man sich erst mal leisten können).

          Der Kapitalismus muss aber diese Akkumulation gerade dämpfen weil sie das Wachstum behindert.

          „Diejenigen, die über die Produktionsmittel verfügen, werden immer im Vorteil sein.“

          Das ist vollkommen richtig! Und die Akkumulation von Produktionsmitteln ist auch der effizienteste Ansatz Arbeitsleistungen Dritter zu sich herüberzuziehen.
          Nur genau ein solches Verhalten zerstört eben jedes kapitalistische System und ist nicht sein Kern. Was Marx aus meiner Sicht gesehen hat war auch nicht Kapitalismus sondern „mechanisierter Feudalismus“.

          Die Konzentration von Vermögen und Macht ist eben das Kennzeichen einer feudalen und gerade nicht des kapitalistischen Systems. Hier liegt auch der Grundirtum der marxistischen Linken. Die „natürliche“ Folge des Kapitalismus ist eben nicht der „freie Arbeiter und Bauernstaat“ sondern die Rückkehr in vormoderne Zeiten.

          Die einzigen die das kapiert haben waren die Sozialdemokraten. Die Theorie die das bewusst ausgearbeitet hat war Keynes. Wachstum treibt man dadurch an indem man die Möglichkeiten zur Erzielung von „Verschieberenditen“ minimiert und den Produktivitätsfortschritt möglichst breit auf alle verteilt die ihn aktiv erarbeitet haben. So entsteht ein höchst effizienter gesellschaftlicher Wachstumsprozess mit einer Win-Win Situation für alle.

          Die „Tendenz zu Großkonzernen“ ist erst einmal eine natürliche Folge des Wachstums und damit des Effizienzdrucks. Denn hierbei werden einfach Mengenvorteile gehoben.

          Das „natürliche“ Ende ist immer erst dann erreicht wenn es auf diesem Globus jeweils nur einen Hersteller für ein Produkt gibt und das auch noch alles in einer einzigen Fabrik hergestellt wird. (Sofern ich über sehr aufwandsarme Transportmittel verfüge).

          Das ist übrigens auch die wirkliche volkswirtschaftliche Aufgabe von Großunternehmen. Nicht Innovationen zu erzeugen sondern die vorhandene Güterproduktion zu optimieren.

          Das solche Gebilde dann natürlich auch machtpolitisch genutzt werden liegt in der menschlichen Natur. Das verhindert man aber nicht durch ihre „Zerschlagung“ sondern nur durch ihre rechtliche Einbindung in gesellschaftliche Strukturen.

          Und wie du schon sagst: Aus der Welt kriegen wir diese Dynamiken nicht, denn sie sind eine direkte Folge unserer biologischen Konstitution als einerseits hoch kooperationsfähige Sozialwesen die aber gleichzeitig über Indvidualität verfügen.

          Noch was zur Globalisierung. Auch da wird viel mit Mythen und wenig mit Tatsachen gearbeitet. Eine „plötzliche Globalisierung“ hat es nie gegeben. Die Handelstströme und Verflechtungen in der Welt nehmen seit ca. 500 Jahren ziemlich gleichmäßig zu.

          Sowas wie eine „zentrale“ Steuerinstanz ist in komplexen Systemen auch gar nicht notwendig. Wir brauchen keine „Weltregierung“. Wenn so etwas notwendig wäre, wäre die Evolution sehr schnell zum Stillstand gekommen.
          Sie ist aus meiner Sicht auch nicht einmal wünschenswert. Denn wenn man das zu Ende denkt kommt dabei eine geklonte Menschheit im Ameisenstaat heraus.

          Die wesentlichen Fragen lassen sich sehr wohl „Nnational“ oder auch „lokal“ regeln, nämlich indem ich die „Zusammenarbeitsregeln“ zwischen den Entitäten entsprechend gestalte.

          Diese Suggestion „ich kann ja nix machen wegen der anderen“ entspringt entwegen eigener Denkfaulheit oder dient dazu sehr eigene Interessen durchzusetzen.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Also ich seh das etwas anders in dem Punkt ob Zentralismus „gut“ oder „schlecht“ ist.

            Das Kollektiv ist tatsächlich entscheidend Produktiver und vor allem ist der Grad an Verschwendung viel niedriger, der Nachteil wir haben hier dann nur noch sowas wie ein Lebewesen anstatt 7 Milliarden.

            Unser Körper z.B. ist ein Kollektiv, je komplexer Strukturen werden desto sinniger ist es diese Zentral oder semi Zentral zu verwalten, die Entwicklung vom Einzeller hin zu komplexen Lebensformen zeigt das ja, aber auch in der Wirtschaft sehen wir das in Konzernen die ihre Firmenstruktur immer mehr hin zu einem mini Kollektiv hin transformieren, weil es einfach Produktivitätsfortschritte mit sich bringt, und zuletzt natürlich die Automatisierung in der Wirtschaft, hier geht die Tendenz klar in Richtung einer Maschinenwirtschaft wo immer mehr Maschinen die wichtigen Güter und Dienstliestungen erbringen die unser System am laufen halten.

            Letztendlich auch nur eine Transformation, allerding in einen mechanischen Superorganismus, wo sich am Ende wohl die Frage stellt braucht es hier den Menschen noch?

            Wenn am Ende ein Zentral verwalteter mechnischer Superorganismus steht, der wesentlich Produktiver ist wozu dann überhaupt noch Menschen?

            Natürlich gefällt uns diese Vorstellung nicht und wir werden sicherlich verhindern das das je passiert, allerdings wäre die Vorstellung etwas so großartiges zu erreichen schon irgendwie befriedigend.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Ich würde die Überlegungen aber nicht vom Menschen trennen. Produktivität ist ja kein Zweck sondern ein Mittel.
              Der Zweck sind wir oder genauer gesagt ist der Zweck die Ausweitung unseres Möglichkeitsraums.

              Denn nur wenn wir uns bei diesen Überlegungen als „gesetzt“ wahrnehmen „braucht“ es überhaupt irgendwas. Außer aus uns selbst heraus „braucht“ es uns nicht. Übrigens braucht es dann auch sonst nichts.
              Weder Leben, noch diesen Planeten oder diese Sonne.

              Deswegen betrachte ich die Welt immer radikal aus der Sicht des Menschen oder genauer gesagt aus der Perspektive jedes einzelnen Individuums. Seine Existenz stellt für mich den einzigen Begründungszusammenhang dar aus dem sich überhaupt Fragen stellen und Entscheidungen treffen lassen.

              Oder anders ausgedrückt: Sollten wir so blöd sein uns irgendwann den eigenen evolutionären Entwicklungsast abzusägen ist mir die weitere Entwicklung des „Rests“ vollkommen egal. Obwohl selbst das Wort „egal“ es nicht ganz trifft. Das enthält ja schon eine Wertung.Vielleicht trifft es der Begriff der „Sinnlosigkeit“ noch am Besten. Ich befürchte aber das es dafür überhaupt kein Wort gibt (mir ist noch keines eingefallen).

              Wir hatten ja schon diskutiert das ein evolutionäres System automatisch startet wenn die physikalischen Bedingungen für „Strukturbildung“ gegeben sind.
              Die Evolution an sich ist „blind“. Sie filtert nichts und sie entscheidet nichts, sondern nur die Existenzfähigkeit selbst ist der „Filter“.
              Dabei hat das Verfahren anscheinend einen Hang zur Komplexitätssteigerung (wirklich nachgwiesen ist das allerdings noch nicht). Wird eine gewisse Systemkomplexität überschritten entsteht „Bewusstsein“ (ob zwangsläufig oder nicht ist auch nicht klar).
              Das wiederum ermöglicht nun dem evolutionären System selbst seine weitere Entwicklung tatsächlich zu „steuern“, sich also Ziele zu setzen.
              Außerdem wird der Entwicklungsraum erweitert da dieses „bewusste“ evolutionäre System auch vorübergehende Nachteile in Kauf nehmen und damit zumindest auf naheliegende Evolutionslinien „springen“ kann.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Naja hier denke ich gibt es zwei Versionen von Evolution, die blinde und deswegen sehr langsame Evolution oder die zielgerichtete und sehr schnelle Evolution.

                Die langsame findet hier auf der Erde schon seit hunderten millionen Jahren statt, die schnelle erst durch die technische Evolution, von uns Menschen angetrieben.

                Die Nachteile der technischen Evolution sind der spezielle Ressourcenverbrauch und damit der erhöhte ERoEI, Maschinen sind aus konzentrierten Materialien hergestellt die einen deutlich erhöhten Aufwand bei Gewinnung und Verarbeitung erfordern.

                Die Vorteile liegen in der gezielten Evolution und Entwicklung, die sich Gegebenheiten rasend schnell anpassen kann, wo die reguläre trial and error Evulution millionen Jahre braucht, benötigt die technisch geziehlte Evolution nur wenige Jahre.

                Aber als Intialzündung benötigte die technische Evolution die reguläre trial and error Evolution.

                Die Vorteile der regulären biochemischen Evolution liegen vor allem in einem optimierten Ressourcenverbrauch, wenn wir Pflanzen als Basis nehmen können diese Biomasse aufbauen aus den Ressourcen aus nächster Nähe in den oberen Bodenschichten.

                Energie wird hier durch die direkte Sonneneinstrahlung bereitgestellt.

                Aber wie ich geschrieben habe werden wir es am Ende nicht zulassen von einem selbstverwalteten Maschinenorganismus verdrängt zu werden oder in Konkurrenz zu geraten, obwohl sich manche vielleicht schon in Konkurrenz sehen.

          • Patrick sagt:

            „Die „Tendenz zu Großkonzernen“ ist erst einmal eine natürliche Folge des Wachstums und damit des Effizienzdrucks. Denn hierbei werden einfach Mengenvorteile gehoben.“

            Das stimmt, allerdings muss man da glaube ich auch immer genau hinsehen. Ich persönlich habe immer wieder feststellen müssen, dass nun wirklich nicht immer die großen Firmen die „besten / effizientesten usw.“ sind, sondern sich mitunter auch gewaltige Vorteile gegenüber der Konkurrenz erschleichen (Macht ausnutzen), die dann erst den wirklichen „Vorsprung“ gegenüber den sonstigen Mitbewerbern, z.B. den KMU’s herausbilden.
            Gerade die Kummelei zw. Politik und großen Wirtschaftsunternehmen sehe ich da als Beispiele für absolutes NON-Fair-Play. Und das muss nicht immer die ganz große Politik sein, auch landes- oder kommunalseitig geht das schon los.

            Ich beobachte das von meinem Job in der Industrie heraus so, dass der Druck auf die Renditen immer weiter zunimmt und dieser Druck eben von „oben“ (Großkonzerne) über ihre ganzen dazugehörigen Firmen runtergebrochen wird auf den Mittelstand. Denn wo man heute hinsieht, wird ein enormes Rad jeden Tag gedreht, aber die Marge unterm Strich ist sehr gering.
            Klar, dass das die fehlende Nachfrage danke neoliberaler Strategie ist, dass es teilweise auch überzogene Kapazitäten gibt, die voreilig aufgebaut wurden (vor allem wettbewerbsbedingt: Wachsen oder weichen!) Aber tendenziell sieht es für mich so aus, dass es den Großen eigentlich ganz gut geht, während der Mittelstand enorm kämpfen muss.

            „Noch was zur Globalisierung. Auch da wird viel mit Mythen und wenig mit Tatsachen gearbeitet. Eine „plötzliche Globalisierung“ hat es nie gegeben. Die Handelstströme und Verflechtungen in der Welt nehmen seit ca. 500 Jahren ziemlich gleichmäßig zu.“
            Dass Globalisierung nichts neues ist, ist klar. Das hat auch Ulrike Herrmann so herausgearbeitet. Nur die Dynamik dürfte sich in den letzten paar Jahrzehnten schon enorm beschleunigt haben.

            „Die wesentlichen Fragen lassen sich sehr wohl „national“ oder auch „lokal“ regeln, nämlich indem ich die „Zusammenarbeitsregeln“ zwischen den Entitäten entsprechend gestalte.“
            Aber genau das klappt ja nicht, wir erleben es doch. Gefühlt haben die transnationalen Konzerne die internationale Politik längst abgehängt. Die ganzen Steueroasen und komplexen Firmenkonstrukte zeigen es ja eindeutig, dass nationale Regierungen es derzeit nicht hinbekommen. Nicht umsonst blutet die Infrastruktur aus, weil riesige Mengen an Steuergeld durch die Lappen gehen. Die Eliten haben sich aus der Solidargemeinschaft längst verabschiedet – und derzeit kann ich wirklich nicht erkennen, wo da seitens der Politik ernsthaft versucht wird, das Ruder wieder herum zu reißen.
            Ich persönlich will auch keine Weltregierung. Bloß nicht. Aber vielversprechendes sehe ich ansonsten gerade auch nicht. Was wären denn deine Vorschläge dazu, Stefan?

        • Ert sagt:

          @Patrik

          Georg Trappe (auch viel Aktiv bei den Querschuessen) hat es in einem eigenen Blog alles schön auf den Punkt gebraucht: http://fettaugensyndrom.blogspot.de/

          Es geht um das Fettaugensyndrom. Da gibts viel Wissenschaft und auch guten Simulationen… alles Systemimmanent, wenn wie Stefan es schreibt, nicht aktiv da gegen angegangen wird.

          • Hendrik Altmann sagt:

            Und dieser Prozess ist ja ein Transformationsdruck hin zum Kollektiv, nur geht das nicht mit einer indivduellen Lebensweise überein, sprich der Konsum jedes Individuums würde sich auf das benötigte Mindestmaß reduzieren, das ist aber eigentlich keine schädliche wirtschafliche Entwicklung, sondern einfach nur ein anderes Wirtschaftssystem, die Frage die sich hier stellt ist es effektiv das wir 7 Milliarden Zentralverwaltungen haben, jede mit ihrem über daß Mindestmaß hinaus laufendem Individualkonsum?

            Effektiv und Effizient sicherlich nicht aber von uns natürlich erwünscht, weil wir unsere Unabhängigkeit nicht verlieren wollen.

            Doch der Druck hin zu dieser Veränderung ist ja da im System und dieser Druck ist nicht umsonst da, die Frage sollte sein warum es diesen Druck zu dieser Veränderung gibt in unserem Wirtschaftssystem, und darüber hinaus auch in vielen anderen Systemen allen voran unser eigener Menschlicher Körper, hier geht es einfach darum was ist effizienter und produktiver, effektiver.

            • Stefan Wietzke sagt:

              Also Konsum ist immer „Individuell“, auch der von sognannten Gemeinschaftsgütern. Auch eine Autbahn nutzt du individuell. Selbst dann wenn 5 Leute im Auto sitzen.
              Individuen können nicht „kollektiv“ konsumieren.

              Ich habe auch ein Problem mit dem Begriff des „Mindestmaßes“. Jäger und Sammlergesellschaften konsumieren genau wie ein Löwenrudel nur das Mindestmaß.

              Der Mensch ist deswegen hoch kooperativ weil er nur durch Arbeitsteilung und den damit verbundenen Größenvorteilen überhaupt in der Lage war ein so großes Gehirn zu entwickeln und zu versorgen. Also genau genommen war das ein Kreisprozess. Steigende Kooperation erhöhte die Produktivität, die wiederum eine Vergrößerung des Gehirns ermöglichte. Das ging solange bis die physischen Grenzen einer Gehirnvergrößerung erreicht waren (gibt es spannende Forschungen dazu, die zeigen das man unser „Denkorgan“ aus energetischen Gründen nicht komplexer machen kann, sondern dann eine völlige Neukonstruktion bräuchte. Evolutionsbedingt müsste die dann aber wieder bei 0 starten, oder wir „bauen“ irgendwann was „besseres“).

              Spannend wurde es aber erst nachdem es uns gelungen war die Produktivität so weit zu steigern das Überschüsse entstehen. Denn erst das machte es möglich das Autonomiepotential das in unserem Gehirn sowie in unserer handwerklichen Geschicklichkeit liegt überhaupt zu nutzen. Wale z.B. können keine umfangreichen Umgebungsveränderungen erzeugen weil ihnen schlicht die für den Start eines solchen Prozesses notwendigen „handwerklichen Basismöglichkeiten“ fehlen.

              Eine berechtigte und wie ich finde sehr wichtige Frage von dir ist:
              „die Frage sollte sein warum es diesen Druck zu dieser Veränderung gibt in unserem Wirtschaftssystem“

              Um die Produktivität in einem System zu erhöhen must du es auf jeden Fall verändern.
              Der Veränderungsdruck kommt also vom Produktivitätsdruck. Und der wird durch ein Bestreben nach höherer Komplexität erzeugt. Denn da ein komplexeres System seinen Möglichkeitsraum erweitert besetzt es weitere ökologische Nischen.
              Und das geht immer soweit bis jeder Ast der Evolution (existierende Arten) sein Effizienzmaximum erreicht was gleichbedeutend mit der optimalen Nutzung der zur Verfügung stehenden arbeitsfähigen Energie ist.

              Die grundlegende Ursache dafür wiederum sind die zufälligen nicht deterministischen Veränderungen in physikalischen Systemen („Mutationen“). Der ganze Rest ist nur eine Folge davon.

              Ich persönlich würde sogar soweit gehen genau diese Eigenschaft als zentral für das Konzept „Leben“ zu betrachten.

              „Effektiv und Effizient sicherlich nicht aber von uns natürlich erwünscht, weil wir unsere Unabhängigkeit nicht verlieren wollen.“

              Wir wollen sie aber nicht nur nicht verlieren sondern sie auch erweitern. Und das geht eben nur indem wir den Möglichkeitsraum erweitern der in einem physischen Universum aber an physische Ressourcen gebunden ist.

              • Hendrik Altmann sagt:

                Ich habe ja nie behauptet das Individuen kollektiv konsumieren.

                Mit Mindestmaß meine ich auch das Mindestmaß, genau das was eine Sammler und Jägergemeinschaft als nötigstes braucht zum überleben, je mehr Maschinen und Automatisierung in unser Wirtschaftssystem einzug hält desto weniger wird die Maschine Mensch gebraucht, wir haben dann zwar mehr Freizeit aber eine Vergütung bekommen wir für diese nur wenn wir in dieser Freizeit irgend etwas von Wert produzieren können und am Markt verkaufen können.

                Wer soll den die Leute bezahlen die zwecks Automatisierung ihre Arbeit verlieren?

                Und bei der Frage woher der Produktionsdruck kommt beantwortest du sie auch richtig ein komplexer Maschinenorganismus ist wesentlich produktiver und Energieeffizienter als wir Menschen es sind, der entscheidende Faktor hier ist die Spezialisierung und die schellere Anpassung an Veränderungen.

          • Stefan Wietzke sagt:

            „Fettaugensyndrom“ finde ich ein schönes Wort. Nun ist die Erkenntnis ja auch nicht ganz neu.

            „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Mt 13,12)

            Das Problem bei systembedingten Effekten wie auch dem thermodynamischen Zerfall ist halt das man da ständig gegen anarbeiten muss. Viele Menschen hoffen aber immer das ein Problem ein für alle mal gelöst wird und dann ist gut. Aber genau das geht eben hier nicht. Es gibt da keine „Lösung“.

            Wir werden auch in 100.000 Jahren noch über „gerechte Güter- und Machtverteilung“ streiten und das ständig neu justieren müssen.
            Und das ist auch nicht schlimm. Man darf nur nicht ständig enttäuscht darüber sein das die Frage nicht verschwindet.

            Ich finde wir Christen haben da eine ziemlich elegante Handlungsvariante gefunden indem wir seine endgültige Lösung auf das „Ende aller Zeit“ verlegt haben. Asymptotische Annäherung ist möglich, tatsächliche Erreichbarkeit aber nicht :-).

            • Hendrik Altmann sagt:

              Es gibt ja gar keine gerechte Macht oder Güterverteilung, die hat es auch nie gegeben, Macht wird definiert durch das zu beherschende Gewaltpotential, bzw Schutzpotential.

              Genauso ist das mit der Gerechtigkeit, das ist ein Gebilde in unseren Köpfen und jeder stellt sich da etwas anderes vor, aber entscheiden ist nur die Version von Gerechtigkeit die auch durch Gewalt duchgesetzt bzw. Verteidigt werden kann, erst dann wird aus der Version im dem virtuellen Gebilde harte Realität.

              • Hendrik Altmann sagt:

                PS: Vision statt Version

              • Patrick sagt:

                Umso wichtiger daher, dass wir gesellschaftlich vernünftig austarieren, welche Vision von Gerechtigkeit wir für sinnvoll erachten!

              • Hendrik Altmann sagt:

                Das sehe ich genauso, das sind hier auch die Vorteile der Demokratie und diese Vorteile sollten wir auch immer bewahren.

  15. Kai Fischer sagt:

    Moin Leute,

    ich habe mir erst einmal ein Tesla Model 3 reserviert. Damit wird der letzte Verbrenner in ca. 2 Jahren bei uns „entsorgt“.

    Und eine Ölheizung habe ich auch nicht.

    Nächstes Projekt: 12,8 kWh Hausspeicher für die PV und Inselstromfähigkeit bei Netzausfall.

    Ich denke das sich generell die Lage (Thema Öl und Ölpreis)in den nächsten 2 Jahren dramatisch zuspitzen wird.
    Alle ölfördernden Staaten benötigen das Geld, und dann gibt es noch zig internationale Pulverfässer die sehr instabil sind.

    Muss mich mal wieder um die Förderquoten in 2015 in Europa kümmern. Ob wir da nun einen Förderabfall hatten oder nicht.

    • Hendrik Altmann sagt:

      Die Öl Förderquoten gehen doch schon seit einer Weile zurück in Europa, weltweit gingen sie aber zumindest bis dieses Jahr rauf, dazu die großen Lagerbestände.

      Die Preise werden sich in 2 Jahren ehr normalisieren 70-100 Dollar denke ich sind realistisch, die großen Lagerbestände werden selbst bei stak steigender Nachfrage den Preis für Öl in den nächsten Jahren nicht überschießen lassen.

      Und solange das EEG noch bestand hat sind solche Vorhaben sicher noch zu finazieren ( also deine Photovotaik Projekte) aber sobald das EEG kippt oder die Förderung so gering wird das sie gegenstandslos wird, werden auch solche Projekte kaum noch realisiert werden.

      Und das EEG wird kippen, statischtisch ist das ganz einfach nachzuverfolgen, so ist die Förderung der Erneuerbaren mit weiterem Zubau immer geringer geworden und die Kosten für die Bevölkerung dennoch stark gestiegen, selbst die großen Energiekonzerne haben die Speicherproblematik mitgetragen, was in Zukunft aber nicht mehr der Fall sein wird, da auch diese Konzerne das EEG immer mehr ausnutzen, Adaption nennt man das wohl.

      Das prozentuale Wachstum Erneuerbarer Energie hat sich durch die neue Förderpolitik so schon abgeschwächt und das wird erst der Anfang vom Ende sein.

      Kohle und Gas werden nach der Selbsterkenntnis der Politik wieder Einzug halten und auch die Illusion entfernen das unserer Wohlstand durch saubere Energie gestützt werden kann.

      • Hendrik Altmann sagt:

        PS: Glückwunsch zum Tesla und viel Freude damit, der Marktanteil von Elektroautos wird definitiv weiter steigen, in 5-10 Jahren wohl noch viel stärker, den dann wird Öl richtig teuer werden, da die Lagerbestände dann wohl ehr auf niedrigem Niveau stehen werden.

        Energetisch ist Öl heute schon teuer und der Erntefaktor bei Öl fällt von allen fossilen am stärksten mit Abstand…

      • Michael Egloff sagt:

        „Das prozentuale Wachstum Erneuerbarer Energie hat sich durch die neue Förderpolitik so schon abgeschwächt und das wird erst der Anfang vom Ende sein.“

        Bei Biogas haben wir einen brutalen Aufprall auf der Null-Linie, was den Neuzubau angeht. Der Neuzubau ist tot!
        Bei PV beträgt der Einbruch beim Neuzubau innerhalb von 4 Jahren enorme 80%. Ein Wiederanstieg zeichnet sich nicht ab.
        Einzig die Windkraft hält das Niveau beim Neuzubau, allerdings lediglich durch den hohen offshore-Anteil. Onshore geht auch hier der Neuzubau zurück.
        In wenigen Jahren wird der Anteil der zu ersetzenden Altanlagen deutlich ansteigen, so dass der Netto-Neuzubau immer geringer werden wird. Sowohl bei PV als auch bei Wind. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir in der zweiten Hälfte der 20er Jahre sogar in einen negativen Netto-Neuzubau-Saldo reinrutschen.

        • Hendrik Altmann sagt:

          Der offshore Zubau hält sich noch durch die recht hohen Förderzuschläge in diesem Bereich aber auch hier wird die Subventionierung in Zukunft zurückgedreht werden, es kaum noch machbar der Bevölkerung höhere Zuschläge zu vermitteln.

          2015 hatten wir 24 Milliarden Euro EEG Zulage, das sind 300 Euro für jeden Deutschen jedes Jahr.

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