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Die andere Seite des Peaks: Italiens Kollaps des Öl- und Gasverbrauchs

 

Ölverbrauch Italien

Italiens Peak Oil ist angekommen: Aus dem Blickwinkel des Ölkonsums sind wir zurück in 1967. Alle Daten in diesem Artikel stammen aus dem BP statistical review bis 2012, sowie aus verschiedenen Quellen für die 2013er Zahlen

Manchmal sieht Peak Oil wie ein intellektuelles Spiel aus, das Menschen weiterspielen indem sie debattieren, ob er erreicht wurde oder nicht. Doch der Punkt mit dem Öl ist nicht, wieviel davon irgendwo gefördert wurde, sondern wieviel man sich leisten kann, um es zu benutzen. Zumindest für Italien ist das Maximum des Ölverbrauchs bereits eingetreten, wie man in obiger Darstellung sehen kann. Es ist eindrucksvoll: Der Verbrauch ging um mehr als 30% binnen 10 Jahren zurück. Heute sind wir wieder beim Niveau von 1967. In 1967 war die italienische Bevölkerung 50 Millionen Menschen groß, gut 10 Millionen weniger als heute. Wir haben die andere Seite des Peaks tatsächlich erreicht und wir sehen kein Ende des Abstiegs. (mehr …)

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Chodorkowski, Yukos und die russischen Ölvorkommen

"Wo Rauch ist, ist auch Feuer" sagt man. Die Medienberichte über die Begnadigung des ehemaligen russischen Ölmanager Michael Chodorkowski kommen etwas zu euphorisch daher. Wie ein Freiheitskämpfer wird der Mann begrüßt, dessen Ölkonzern Yukos 2003 mit Sibneft zum viertgrößten privaten Ölkonzern der Welt fusionieren sollte (Meldung von August 2003). Im Oktober 2003 saß Chodorkowski bereits in Haft, Vorwurf: Steuerhinterziehung. Im November 2003 stoppte der Kreml die Fusion der beiden Giganten und es begann die Entkernung des Yukos-Konzerns.

Ulrich Heyden hat für Telepolis die Beziehung zwischen Putin und Chodorkowski anschaulich aufbereitet und es entsteht einerseits der Eindruck zweiter Akteure mit unterschiedlichen Vorstellungen für Mütterchen Russland. Andererseits wird ein Detail sichtbar, was in der Medienberichterstattung heute kaum benannt wird und das mit einem Blick auf die historische Ölpreis-Entwicklung noch brisanter wird. Heyden schreibt:

"Putin sah es vermutlich auch als Angriff auf seine Strategie der Stärkung Russlands, dass der Yukos-Chef - ohne Absprache mit dem Kreml - mit den US-Öl-Unternehmen Chevron Texaco und Exxon Mobile über den Verkauf von Yukos-Anteilen verhandelte."

Bei N-TV findet sich eine Meldung vom 3. August 2003, wonach Chevron 25% an Yukos kaufen wolle, was immerhin 6,4 Milliarden US$ kosten könne. Bereits in dieser Meldung heißt es, dass Yukos und Sibneft zusammen soviel Öl fördern würden wie Kuwait - kein Wunder, dass ein US-Unternehmen scharf auf diesen entstehenden Energieriesen sei. Auch ExxonMobil war interessiert an Teilen von Yukos: Ein 40%-Anteil wurde am 8. Oktober 2003 im Telegraph diskutiert. Ende September 2003 berichtet Russland Aktuell von den Plänen Chodorkowskis, Yukos bis 2007 zu einem internationalen Player im Ölgeschäft zu machen und sprach von einer absehbaren Fusion mit einem Konkurrenten. Außerdem bemerkt der Artikel:

"[D]ie Aktien von Yukos-Sibneft gelten als Schlüssel zu den Ölvorkommen Ostsibiriens".

Sowohl die Yukos-Sibneft-Fusion wie auch die Beteiligung eines US-Konzerns an den russischen Ölreserven wurde im November durch die Präsidentenpolitik verhindert. Daraufhin setzten die russischen Behörden diverse Dinge in Gang, die letztlich zur Überschuldung von Yukos führten (Steuernachforderungen) und zu einem anschließenden Verkauf wichtiger Unternehmensbestandteile: An russische Neueigentümer.

Diese "Neustrukturierung" von Yukos fand seinen Höhepunkt im Juli 2004, als der STERN berichtete: Yukos-Meldungen lassen Ölpreis verrückt spielen. Ein Blick in den Ölpreis-Chart liefert das interessante Detail, dass zum Höhepunkt der Yukos-Krise im Sommer 2004 der Ölpreis erstmals die 40-Dollar-Marke übersprang und seitdem nie wieder länger unter diese Marke fiel:

Ölpreis und Yukos-Krise

Auslöser war offenbar ein drohender Lieferstop. 2% der weltweiten Ölförderung und ein Fünftel der russischen Förderung gingen damals auf das Konto von Yukos: 1,7 Millionen Barrel täglich, mehr als (damals) Libyen.

Wie obiger Preis-Chart erinnert, lag der Ölpreis in den 30 Jahren zuvor um 20 US$ und stieg erst mit der Jahrtausendwende auf etwa 30 US$. 2004 war der Beginn einer bislang ungekannten Preisralley, die recht zielstrebig auf 140 US$ im Sommer 2008 führte und uns seit 2011 in einem relativ stabilen Preiskorridor von 100 bis 120 US$ hält. Das Jahr der Yukos-Krise, könnte als Kampf darum interpretiert werden, wem die russischen Ölvorkommen gehören: Privaten Eignern oder dem Staat, Russland oder US-Aktionären. Unter dem Titel "Der kalte russisch-amerikanische Ölkrieg" diskutierte das Saar-Echo damals die Konstruktionen, die Chodorkowski für sein Unternehmen vorgesehen hatte. So wie bei seiner Begnadigung deutsche Politiker eine Rolle gespielt haben, haben möglicherweise 2003/2004 ebenfalls deutsche Akteure ihre Finger im Spiel gehabt. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder nannte die Causa Yukos im Dezember 2004 ein "Russland-internes Problem". Der gestiegene Ölpreis hatte Putin in eine vorteilhafte Lage versetzt: Er kündigte für 2005 bis 2007 die vorzeitige Tilgung von Krediten im Umfang von 30 Milliarden Euro an - auch an Deutschland.

Man kann schwerlich eine Absicht hinter den politischen Auseinandersetzungen um Yukos herauslesen, den Ölpreis steigen zu lassen. Dazu sind die Preisfindungsmechanismen zu komplex. Allerdings ist rückblickend klar, dass Putins Politik nicht nur dafür sorgte, die russischen Bodenschätze eindeutig in Russlands Händen zu belassen, sondern auch, die Einnahmen Russlands durch steigende Ölpreise zu steigern. Der Break Even Oil Price (BEOP), also der Ölpreis, um den russischen Staatshaushalt im Gleichgewicht zu halten, lag 2011 bei 108 US$ und 2012 bei 126 US$, also leicht ein Dreifaches dessen, was 2004 bezahlt wurde. Ein Ölpreis des damaligen Niveaus würde aus dem Russland von heute kein Energieimperium machen, sondern vermutlich ein am Staatsbankrott laborierendes Land. Stattdessen erleben wir einen aufsteigenden Riesen, der um die Ukraine kämpfen kann und über Syrien in den arabischen Raum hineinwirkt. Ob dies möglich gewesen wäre, wenn Chodorkowski damals Yukos an Chevron und ExxonMobil verkauft hätte?

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EIA: US-Öl-Fracking erreicht seinen Peak in 2016

Die US-EnergyInformationAdministration (EIA) hat ihren Energieversorgungs-Ausblick auf das Jahr 2014 und danach veröffentlicht. Darin wird deutlich, dass die Ölförderung durch Fracking ihren Höhepunkt bereits 2016 erreichen wird. Damit bestätigt die EIA Vermutungen, die anhand der Bakken-Förderstatistiken hier im August veröffentlicht wurden. Der erst vor 8 Jahren eingesetzte Hype um Fracking wird zumindest beim Erdöl also schon nach etwas mehr als 10 Jahren seinen Höhepunkt erreichen.

US-Oelfoerdung 2014-2040

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Indien: Wirtschaftskrise durch Ölabhängigkeit?

Über Indien, als Teil der sogenannten BRIC-Staaten, ist dieser Tage öfter etwas im Wirtschaftsteil der Zeitungen zu lesen. Insbesondere die starke Abwertung der indischen Währung Rupie macht den Kommentatoren (und Investoren) Sorge. Ausländer ziehen offenbar verstärkt ihr investiertes Geld ab, was weder der indischen Wirtschaft noch dem Wechselkurs gut tut. Zwar ist eine "schwache Währung" regelmäßig hilfreich für die Exportwirtschaft (weil die heimischen Güter für Ausländer billiger werden), aber im Gegenzug wird für Inder der Import von Waren teurer.

Für Indien ist das ein besonderes Problem, da der Ölverbrauch des Landes seit Jahren stark steigt. Die Ölförderung im Land steigt zwar ebenfalls, aber nicht ansatzweise so stark wie der Verbrauch:

Indien - Oelfoerderung, Oelverbrauch, Importe

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Die Kosten des Öls – Der Brent/WTI-Gap

Ein Gastbeitrag von Florian Hoppe

Während der vergangenen 2 Jahre konnte man bei der Preis-Entwicklung der beiden Ölsorten Brent (Brent Blent, Europa) und WTI (West Texas Intermediate, Nordamerika) eine interessante Entwicklung verfolgen. Die Preise, welche sich historisch gesehen meist nah aneinander entwickelten, lagen plötzlich weit auseinander, eine Zeit lang sogar über 20 US-Dollar.

Was war geschehen?

Die am häufigsten genannten Gründe sind unter anderem:

  • Die gesteigerte Ölproduktion in Kanada und in den USA durch die Förderung von Ölsanden, sowie durch Hydraulic Fracturing (kurz „Fracking“ genannt).

  • Mangelnde Pipelinetransportmöglichkeiten und dadurch resultierende Überkapazitäten.

 Doch obwohl die Ölreserven laut Medienberichten in den USA steigen scheint der Brent/WTI-„Gap“ plötzlich nahezu verschwunden zu sein.

 

Brent_vs_WTI_Juni_2013

Vor kurzem sank die Lücke erstmals seit 2 Jahren auf unter 6 US-Dollar, was beinahe der traditionellen Preisdifferenz beider Sorten entspricht. (mehr …)

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Britischer Militär-Think-Tank rechnet mit 500-Dollar-Ölpreis in 2040

Aussagen über die Zukunft sind unsicher. Deswegen keine Annahmen über künftige Entwicklungen zu machen, würde bedeuten, die menschliche Fähigkeit zur Vorausschau ungenutzt zu lassen. Will man heute Entscheidungen treffen, muss man eine Ahnung von künftigen Rahmenbedingungen haben. Dabei gilt es, mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen, denn: Aussagen über die Zukunft sind unsicher.

Militärs scheinen heute jene Akteure zu sein, die sich die weitsichtigsten Blicke erlauben. Das mag an den Wurzeln der Strategie im Militärwesen liegen: Strategie, von altgriechisch strategós „Feldherr, Kommandant“. Neben der Bundeswehr, die das Thema Peak-Oil möglicherweise in Grundsatzüberlegungen regelmäßig beobachten will, gesellt sich nun das britische Verteidigungsministerium. Eine entsprechende Studie hat Nafeez Ahmed für den Guardian ausgegraben. Diese Studie entstand als Teil des "Strategic Trends Program" und beleuchtet hauptsächlich die Frage, wie Süd-Asien in 2040 aufgestellt sein dürfte. Um dies zu beurteilen macht die Studie gewisse Annahmen über die Bedeutung von Energie für diesen geografischen Raum und kommt dabei zu Schlüssen, die bislang selten in dieser Entschiedenheit zu lesen waren. (mehr …)

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Fracking: Wer nicht „frackt“, verliert?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mischt sich mit einem 3seitigen Diskussionspapier in die Debatte um Fracking ein. Die Suggestiv-Frage des Papiers "Wer nicht frackt, verliert?" beantwortet der Autor Tobias Rehbock mit Nein. Er stützt sich dabei auf eine Analyse des bisherigen Erfahrungszeitraumes mit Fracking, bei dem die Gas-Preise in den USA seit Januar 2010 um 45% gesunken seien, während sie in Deutschland im gleichen Zeitraum um fast 60% gestiegen seien. Dennoch schlagen sich diese Preisunterschiede bislang nicht in den Exportpreisen nieder, die im selben Zeitraum in Deutschland um 8% und in den USA um 12% gestiegen sind. Wettbewerbsvorteile sehen anders aus. (mehr …)

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Wachstum ohne Ende? Über den Wettlauf zwischen Ressourcenerschöpfung und neuen Technologien.

So heißt der Vortrag von Christoph Senz, der am Montag, 8. April um 17 Uhr an der FH Aachen zu hören sein wird:

  • im Rahmen des Studium Generale, Hohenstaufenallee 6, Raum 01101, Einladung (PDF)

Inhaltlich wird es um die Geschichte der Energienutzung durch den Menschen gehen. Was waren die wesentlichen Durchbrüche? Welche Techniken haben es erlaubt, die heutigen, riesigen (fossilen) Energieüberschüsse bereitzustellen? Warum wird es wahrscheinlich immer schwieriger, diese „Überschüsse“ aufrechtzuerhalten? Welche Rolle spielt das „Best-First-Prinzip“ und das „Law of diminishing returns“? Was könnten die sich bereits abzeichnenden Tendenzen für die Zukunft bedeuten? Wer wird am Ende des Tages Recht behalten: Die Ökonomen, die der Meinung sind, dass Marktmechanismen alleine ausreichen werden, fast jede beliebige Menge einer Ressource in der Zukunft bereitzustellen. Oder doch die Naturwissenschaftler, denen die physikalischen Grenzen der Ressourcenextraktion gut bekannt sind? Was wäre, wenn am Ende beide Recht hätten?

Dass die Industrialisierung, wie wir sie kennen und in deren Fluidum wir alle leben, absolut abhängig von jederzeitiger Energiezufuhr ist, ist den wenigsten bewusst. Dass sich das geschaffene gesellschaftliche Fluidum ändern dürfte, wenn die Energiezuflüsse schwächer werden, steht zu vermuten, doch es wird selten ausgesprochen. Vielmehr klammern sich die meisten, die darüber nachdenken, an die Hoffnung neuer Technologien, die ein "weiter so" versprechen. (mehr …)

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Peak Oil: Chaos und Nichtlinearität

In der Diskussion um die Auswirkungen von Peak Oil wird oft der Verweis auf mögliche chaotische und nicht-lineare Entwicklungen bemüht. So antwortete beispielsweise Robert Hirsch auf die Frage von Matthieu Auzanneau, ob er enttäuscht, empört oder erschrocken über ausbleibende Reaktionen auf Regierungsebene über seine Peak-Oil-Studie sei:

„I was not surprised, because if you spend some time looking at peak oil, if you're a reasonably intelligent person, you see that catastrophic things are going to happen to the world. We're talking about major damage, major change in our civilization. Chaos, economic disaster, wars, all kinds of things that are, as I say, very complicated, non-linear. Really bad things. People don't like to talk about bad things.“ (Robert Hirsch im Interview mit Matthieu Auzanneau (2010): Peak oil : «A conspiracy to keep it quiet» in Washington, says Robert Hirsch. Le Monde)

„Ich war nicht überrascht, weil wenn du einige Zeit mit einem Blick auf Peak Oil verbringst und du ein halbwegs intelligenter Mensch bist, so erwartest du katastrophische Entwicklungen in der Welt. Wir sprechen über bedeutenden Schaden, bedeutende Veränderungen in unserer Zivilisation. Chaos, ökonomisches Desaster, all solche Dinge die sehr kompliziert sind, nichtlinear. Wirklich üble Dinge. Menschen mögen nicht über solch schlechte Dinge sprechen.“

Und auch in der Bundeswehr-Studie sind Verweise auf mögliches chaotisches Systemverhalten in Zusammenhang mit nicht-linearen Abläufen zu lesen:

„Kapitel 3.2. beschäftigt sich mit einem möglichen Sonderfall der Peak Oil Folgen, in dem ein sogenannter ökonomischer „Tipping Point“ überschritten wird, in dessen Folge nichtlineare, teils chaotische Entwicklungen auftreten könnten.“ (BuWe, S. 12) „Seine Konsequenzen sind deswegen nicht vollständig vorhersagbar.“ (S. 12)

„Tipping Points zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihrem Erreichen das System nicht mehr proportional auf Änderungen reagiert, sondern chaotisch.“ (BuWe, S. 62)

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Iran startet neues Militärmanöver

Zwei Dementis verwirrten dieser Tage: Ecuadors Botschafter hat einem SPIEGEL ONLINE-Artikel widersprochen, laut dem die Yasuni-Initiative gescheitert sei. Und der Iran dementiert nur wenige Stunden nachdem die Meldung über die Nachrichtenseiten ging, dass Computerviren den iranischen Stromversorger Bandar Abbas Tawanir Co. angegriffen hätten. Iran wollte vermutlich zeigen, dass das Land Angriffen von außen ausgesetzt ist und solche Angriffe erfolgreich abgewehrt werden können, doch zeigte die Aussage auch, dass die iranischen Strukturen verletztlich sind. (siehe: ZDnet) Im Nahen Osten ist seit Jahren ein Cyber-Krieg im Gange, der neben Iran auch Israel und Saudi Arabien betrifft und sich stark auf Energieanlagen konzentriert.

Der Konflikt mit dem Iran spitzt sich grade wieder zu: Iran verweigert der Internationalen Atomenergiebehörde den Zugang zur Atomanlage Parchin und startet ein Seemanöver in der Straße von Hormus. Über diese Seestraße wird ein gutes Drittel des weltweiten Ölexports transportiert, daher gibt es auf iranischer Seite Überlegungen, wie diese Straße zu sperren sei und auf Seiten der anderen Anrainer und des US-Militärs Vorbereitungen, solch eine Sperrung möglichst zu vermeiden oder - mittels Minenräumern - kurz zu halten. Die Vorgängerübung fand genau vor 12 Monaten im Dezember 2011 statt. An der Seestraße von Hormus hat der Iran inzwischen 5 Marinebasen installiert.

Die bestehenden und seit Juni durch ein EU-Embargo verschärften Sanktionen gegen das Land umgeht der Iran offenbar, indem er über Mittelsmänner, vermehrt Heizöl statt Rohöl und eine getarnte Marke namens "Iraqi special blend" als Mischung von Ölen verschiedener Herkunft verkauft. Als Hauptabnehmer scheint sich Ostasien zu etablieren, Hauptdrehscheibe ist Singapur. (Quelle: Reuters/Yahoo) Die Öleinnahmen sind wichtig für den Iran, aber das verkaufte Öl wird offenbar dankbar von Käufern entgegengenommen. Die iranischen Revolutionsgarden sehen ihr Land auch aufgrund des Embargos auf dem Weg zu vermehrter Selbstversorgung und zurückgehender Abhängigkeit von außen.

Die konfliktgeladene Situation ist es auch, die 2013 den Brent-Ölpreis im Schnitt auf 110 US$ halten soll - diese Zahl hat Bloomberg aus 30 verschiedenen Vorhersagen gemittelt. Damit wäre der Preis das dritte Jahr in Folge über 100 US$. Der nordamerikanische Markt darf einen Abschlag von bis zu 20 US$ erhoffen, was mit dem Zustrom von Fracking-Öl zu tun hat. So mancher Analyst befürchtet, das Preisniveau könnte sich zu einer Konjunkturbremse entwickeln. (siehe: fuelfix, powered by statoil) Der Verkehrsclub Österreich fordert angesichts der Vervielfachung der Ölpreise in den vergangenen Jahren eine Energiewende, die Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Verbrauchssenkung geprägt ist. Ein 3-Liter-Auto solle Standard werden, was eine Halbierung des Verbauchs der aktuellen PKW-Flotte bedeuten wurde. Wird solch eine Diskussion im vom Automobilbau stark abhängigen Deutschland 2013 ebenfalls aufkommen?

Anderes:

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