Zum Textbeginn springen . Zur Navigation springen .

Ex-UdSSR: Öl-Exportmengen sinken. Russland? Bald.

Matt Mushalik von crudeoilpeak.info bemerkt, dass die Ölexporte der Länder der früheren Sowjetunion (FSU=Former Sovjet Union) von 2010 bis 2012 um 5,5% gesunken sind. Dies ist für Deutschland relevant, weil 2011 ziemlich genau die Hälfte des zu 98% auf Ölimporte angewiesenen Landes aus diesen Ländern kommt. Insbesondere die Exporte aus der Schwarzmeerregion sanken. Dabei steigen die Fördermengen im wichtigsten Ex-Sowjet-Land - Russland - weiter an, laut EIA von 10,2 Millionen Fass pro Tag in 2011 auf 10,4 Millionen Fass pro Tag in 2012:

Russlands Öl 2012

Die russische Ölförderung stieg um 168.000 Tages-Fass an, der russische Eigenverbrauch um 140.000 Tages-Fass. Die Mengen, die zum Export zur Verfügung stehen ("Exportpotential") nahmen also um nur noch 18.000 28.000 Tages-Fass zu. Dass diese Mengen vollständig exportiert werden ist nicht sicher, da sie natürlich auch im Land gespeichert werden können. Angesichts der Größenordnungen der freien Exportkapazitäten von mehr als 7 Millionen Barrel täglich, ist dies ein nahezu unbedeutender Wert. Die graue Kurve zeigt daher seit 2007 ein Plateau. (Die Grafik stellt zudem eine Korrektur der EIA für den russischen Eigenverbrauch dar, der für 2011 in der Vergangenheit niedriger ausgewiesen wurde als nach der Korrektur.) (weiterlesen …)

Britischer Militär-Think-Tank rechnet mit 500-Dollar-Ölpreis in 2040

Aussagen über die Zukunft sind unsicher. Deswegen keine Annahmen über künftige Entwicklungen zu machen, würde bedeuten, die menschliche Fähigkeit zur Vorausschau ungenutzt zu lassen. Will man heute Entscheidungen treffen, muss man eine Ahnung von künftigen Rahmenbedingungen haben. Dabei gilt es, mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen, denn: Aussagen über die Zukunft sind unsicher.

Militärs scheinen heute jene Akteure zu sein, die sich die weitsichtigsten Blicke erlauben. Das mag an den Wurzeln der Strategie im Militärwesen liegen: Strategie, von altgriechisch strategós „Feldherr, Kommandant“. Neben der Bundeswehr, die das Thema Peak-Oil möglicherweise in Grundsatzüberlegungen regelmäßig beobachten will, gesellt sich nun das britische Verteidigungsministerium. Eine entsprechende Studie hat Nafeez Ahmed für den Guardian ausgegraben. Diese Studie entstand als Teil des "Strategic Trends Program" und beleuchtet hauptsächlich die Frage, wie Süd-Asien in 2040 aufgestellt sein dürfte. Um dies zu beurteilen macht die Studie gewisse Annahmen über die Bedeutung von Energie für diesen geografischen Raum und kommt dabei zu Schlüssen, die bislang selten in dieser Entschiedenheit zu lesen waren. (weiterlesen …)

Deutschland 2012: Fossil-Importe kosten 100 Milliarden Euro

99,8 Milliarden Euro netto wurden 2012 in Deutschland für den Import fossiler Energieträger ausgegeben. Das hat Dr. Steffen Bukold vom Büro EnergyComment/Hamburg kalkuliert. Den größten Anteil an diesen Kosten hatten die Ausgaben für Erdöl- und Mineralölprodukte, sie betrugen 67,2 Milliarden Euro. Zweitgrößter Posten war Erdgas mit 30,1 Milliarden Euro, Steinkohle schlug "nur" mit 2,5 Milliarden Euro zu Buche. Pro Kopf hat jeder Deutsche also ca. 1200 Euro in 2012 für den Fossil-Import ausgegeben, pro 10.000-Einwohner-Stadt also 12 Millionen Euro. Die Zahlen sind leicht zu merken: 100 Milliarden insgesamt, zwei Drittel davon für Öl, 1200 Euro pro Kopf.

2012 dürfte damit (vorerst) das teuerste Jahr in der Geschichte des fossilen Energiesystems für Deutschland gewesen sein. Da nur noch 2% des deutschen Öl-Verbrauchs im Land gefördert wird und die Ölpreise in 2012 Rekordniveau erreichten, mussten also 98% des Bedarfs zu Höchstpreisen importiert werden. Die Exportnation hat diese Ausgaben durch den Verkauf von Autos und Maschinen locker wieder eingefahren. (weiterlesen …)

PKW mit alternativen Antriebsarten wachsen überdurchschnittlich

Auch wenn die Meldung des Kraftfahrtbundesamtes schon 3 Monate alt ist, lohnt dennoch ein verspäteter Blick: Die Autofahrernation Deutschland hat von Anfang 2012 bis Anfang 2013 nochmal eine halbe Million PKW zusätzlich auf die Straßen gestellt. Das entspricht einem Wachstum der Fahrzeugflotte von 1,2% binnen 12 Monaten. Von den nun 43,4 Millionen PKW werden 98,5% mit mineralölbasierten Verbrennungsmotoren angetrieben. Nur 1,5% fahren nichtmineralölgetrieben, darunter insbesondere die gasgetriebenen: ca. 495.000 auf Basis von Flüssiggas und rund 76.000 auf Basis von Erdgas. Das Kraftfahrtbundesamt fasst in diesen Zahlen auch jene Fahrzeuge zusammen, deren Motoren sowohl Mineralöl wie auch Gas als Treibstoff akzeptieren (sogenannte bivalente Erdgasfahrzeuge). Der gasgetriebene Teil der PKW-Flotte wuchs damit um 7,5%, also ein gutes Stück schneller als die Gesamtflotte.

Noch größer fällt das Wachstum bei den Elektro- und Elektro-Hybrid-Fahrzeugen aus. Zum 1. Januar 2013 waren 7114 rein elektrisch betriebene PKW auf den Straßen unterwegs, das entspricht einer Wachstumsrate von 56,7%. Um 36,4% auf 64.995 Fahrzeuge wuchs die Elektro-Hybrid-Flotte.

Von (seit 2012 nahezu unverändert) 76tausend Bussen waren 96 rein elektrisch, 202 als Elektro-Hybride sowie 1499 gasgetrieben unterwegs. Die LKW-Flotte wuchs um 2% auf etwa 2,6 Millionen Fahrzeuge, wovon knapp 27.000 gasgetrieben und 2.537 elektrisch oder als Elektro-Hybride fahren. Die Menge der rein elektrischen LKW stieg binnen Jahresfrist um 64%, während die Hybrid-Zahlen sogar abnahmen. Der Großteil der Elektro-Fahrzeuge (ca. 1800) hat jedoch eine Nutzlast kleiner als eine Tonne. Nur zehn LKW mit Nutzlasten von über 6 und fünf LKW mit Nutzlasten von über 12 Tonnen fahren als Elektro-Hybride. Rein elektrische LKW überschreiten bislang nicht die Nutzlastgrenze von 6 Tonnen. Im Schwerverkehr dominiert also das energiedichte Mineralöl, insbesondere Diesel.

Bei einem dauerhaften Ausfall der Ölversorgung wäre beim aktuellen Stand der Dinge also nur ein Bruchteil der Flotte einsatzfähig.

CO2-Konzentration erstmals über 400 ppm

In den vergangenen Tagen wurde das erste Mal in der Menschheitsgeschichte eine Kohlendioxid-Konzentration von 400 ppm gemessen. "ppm" steht für "parts per million", also "Teilchen pro Million". Das bedeutet, dass von 1 Million Luft-Teilchen inzwischen 400 Teilchen Kohlendioxid sind. Dieses entsteht bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen, wie wir es tagtäglich bei der Fütterung von Kohle- oder Gaskraftwerken oder beim Betrieb von Verbrennungsmotoren tun. (weiterlesen …)

Trennt sich Goldman Sachs von Fracking-Aktien?

Widersprüchlicher können Informationen kaum sein: Im Manager-Magazin fasst Markus Gärtner nochmal diverse Argumente und Stimmen zusammen, warum die unkonventionelle Öl- und Gasförderung per Fracking eine Blase sein könnte und ihr ein jähes Ende droht. Das Handelsblatt portraitiert dagegen eine Liste von "Schnäppchenaktien" der US-Investmentbank Goldman Sachs: Unter den ersten 10 Schnäppchenaktien sind 6 aus der Öl- und Gasindustrie, die alle selbst Fracking betreiben oder - Halliburton - Material für die Förderindustrie liefern: Noble Energy, Southwestern Energy Co, Halliburton, EOG Resources (vormals Enron Oil & Gas), Nabor Industries, Marathon Petroleum Corporation. Ein weiteres Unternehmen - Goodyear - hängt als Automobilzulieferer indirekt in der Ölkette.

Blickt man zurück auf den Beginn der globalen Finanzkrise, als große Geldhäuser undurchschaubare Investmentpakete schnürten und diese an ahnungslose Kunden verkauften, so machen die heutigen Empfehlungen hellhörig: Laut Pressemeldungen haben die meisten Fracking-Firmen ihre Aktivitäten mit geliehenem Geld der Wall Street finanziert und mühen sich redlich, ihre Förderraten und ihre Fördergebiete als ertragreich darzustellen, um den Geldfluß nicht abreißen zu lassen. Reißt er doch, weil die Erträge längst nicht wie erhofft fließen, sieht es um die Firmen und die Fracking-Aktivitäten schlecht bestellt aus. Man könnte die Empfehlung von Goldman Sachs daher auch als Warnung auffassen: Achtung: Wir, Goldman Sachs würden uns im Namen unserer Kunden gern von folgenden Aktien trennen und empfehlen sie daher zum Kauf...

(danke für den Hinweis an Eric)

Weitere News: (weiterlesen …)

Israelischer Luftangriff, Fracking in Polen, WTI-Brent-Preislücke, CETA

Wie schnell einzelne Risiken sich auf den Ölpreis auswirken war dieser Tage zu sehen: Noch am 1. Mai war der Ölpreis auf einem fallenden Pfad bei etwa 100 US$ angekommen, nur um sich am Montag den 6. Mai mit Meldungen von israelischen Militäreinsätzen auf syrischem Gebiet auf die Marke von 105 US$ heben zu lassen. 5% in einer Woche. Der Krieg zwischen Syrien, Ägypten und Israel war vor 40 Jahren Auslöser für die 1. Ölkrise und seitdem sind Unruhe-Meldungen aus dem Nahen Osten immer wieder für Preisschübe verantwortlich. Der Angriff sorgte für Ängste eines ausufernden Konflikts im arabischen Raum, der eine Hauptquelle für Exportöl ist. (weiterlesen …)

Ökonomische Öl-Grenzen

"Peak Oil" wird meist mit geologischen Begrenzungen begründet: Die physikalisch-geologischen Rahmenbedingungen begrenzen die Geschwindigkeit, mit der Öl aus dem Boden zu holen ist. Gail Tverberg und die taz thematisieren derzeit ein weiteres bedenkenswertes Limit: ökonomische Grenzen.

Tverberg argumentiert von der Preis-Seite her und knüpft dabei an den derzeit vergleichsweise entspannten Ölpreisen von 100 US$ an. (weiterlesen …)

Ölförderung Europas 2012: -7%

In Europa wurde 2012 im Schnitt 7% weniger Erdöl pro Tag gefördert als noch 2011. Das zeigen die Daten der US-amerikanischen Energiebehörde EIA. Damit ist der niedrigste Stand seit 30 Jahren erreicht. Über den Ölverbrauch in Europa in 2012 sowie zur Gasförderung liegen noch keine Zahlen vor.

Die zuletzt auf ca. 100 Dollar pro Barrel gesunkenen Ölpreise der für Europa wichtigen Ölsorte Brent haben die mediale Aufmerksamkeit vom Thema Öl abgelenkt. Nur selten finden sich solch ausgewogenen Artikel wie jener von Jakob Schlandt in der Berliner Zeitung, der warnt, dass die Ruhe bei den Ölpreisen nicht von langer Dauer sein muss und Unruhe in Förderländern jederzeit den kritischen Rohstoff wieder teurer werden lassen kann.

In Deutschland ist derzeit nur Fracking weiter in der Diskussion. Schleswig-Holstein will in den Bundesrat eine Länder-Initiative zum Verbot der Fördermethode einbringen. Dass solch eine Bundesland-Initiative Erfolg haben kann zeigt auch die Skepsis in Nordrhein-Westfalen, die sich in einem Bericht der "Neuen Westfälischen" von einer Kaminzimmer-Veranstaltung der CDU zu diesem Thema spiegelt. Offenbar wird die Berichterstattung langsam mit der politischen Wahrnehmung des Problems differenzierter, denn die Zeitung zitiert den CDU-Mann Sven Öpping mit der Frage "Welchen Preis sind wir angesichts geringer werdender Energiereserven bereit zu zahlen?" Der "Preis", der hier gemeint ist, soll in diesem Fall aber eher vom Umweltkonto angebucht werden als vom Lebensstil-Konto: Noch immer soll das Problem stagnierender bzw. zurückgehender Öl- und Gasförderung von der Angebots-Seite aus gelöst werden, über die Verringerung der Nachfrage denkt bisher nur eine avandgardistische Nische nach: Wer will, darf sich jetzt in Leipzig in einem Wettbewerb erd-öl-frei messen: Wer spart am meisten Erdöl? (weiterlesen …)

Fracking: Wer nicht „frackt“, verliert?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mischt sich mit einem 3seitigen Diskussionspapier in die Debatte um Fracking ein. Die Suggestiv-Frage des Papiers "Wer nicht frackt, verliert?" beantwortet der Autor Tobias Rehbock mit Nein. Er stützt sich dabei auf eine Analyse des bisherigen Erfahrungszeitraumes mit Fracking, bei dem die Gas-Preise in den USA seit Januar 2010 um 45% gesunken seien, während sie in Deutschland im gleichen Zeitraum um fast 60% gestiegen seien. Dennoch schlagen sich diese Preisunterschiede bislang nicht in den Exportpreisen nieder, die im selben Zeitraum in Deutschland um 8% und in den USA um 12% gestiegen sind. Wettbewerbsvorteile sehen anders aus. (weiterlesen …)

Pages: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Next