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Was ist Geld?

Vor einiger Zeit habe ich ja mal angekündigt einen Artikel darüber zu schreiben was denn Geld eigentlich ist. Die Idee dazu ist aus den Diskussionen hier im Forum entstanden, da ich immer wieder festgestellt habe das ein Grundverständnis hierfür notwendig ist um wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu verstehen.

Der geneigte Leser wird feststellen das ich einen etwas anderen Ansatz verwende als er in vielen Lehrbüchern verwendet wird.

Nun ist der Text doch deutlich länger geworden als ursprünglich angenommen. Da der Text auch einige Grafiken und Fussnoten enthält stelle ich ihn hier in Form einer PDF-Datei zur Verfügung:

2016

The history of our world in 18 minutes | David Christian

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Das ETP-Modell der HillsGroup: EROI des Ölfördersystems

Peak-Oil.com-Leser kennen das Prinzip des "Energie Return On Energy Invested" (EROI/EROEI): Dieses Konzept behandelt Energie-Ernte ähnlich wie eine Finanz-Investition, indem es fragt: Wieviel Energie muss ich z.B. in einer Ölförderanlage oder in das gesamte Fördersystem investieren, um eine Energie-Einheit Öl zu fördern? Dieser Frage geht eine Studie der HillsGroup nach. Spannend ist die Frage: Wie hat sich die Energieinvestition in 1 Barrel Öl über die Zeit verändert? Wann muss in das Ölfördersystem mehr Energie hineingeschoben werden, als das Ölfördersystem dafür an Energie liefert?

Mich erreicht eine Auswertung dieser Studie. Der Autor Berndt arbeitete als Physiker in verschiedenen Branchen, hat auch bereits für Töchter von Mineralölkonzernen gearbeitet. Seine Erläuterungen kann man als grundlegende Überlegungen zu EROI lesen: Eine Anwendung der Thermodynamik auf das Ölfördersystem. Eine interessante Schlußfolgerung lautet, dass die Ölförderung jährlich um 1,2% gesteigert werden muss, um die für die Globalwirtschaft frei verfügbare Energiemenge nicht absinken zu lassen.

Der Autor erhofft sich eine Diskussion um diesen Blickwinkel, und insbesondere eine Wahrnehmung dieses Modells unter Physikern.


Einführung
Jeder der sich mit dem Thema Grenzen der Ölförderung beschäftigt, wird den Begriff EROI (oder EROEI) kennen. EROI steht für Energy Return on Energy invested, und bezeichnet den energetischen Erntefaktor. Bei der Ölförderung war der EROI-Wert Anfang des 20.ten Jahrhunderts etwa 100, und ist seitdem kontinuierlich gefallen, und wird heute etwa auf 10 geschätzt. Das Problem bei der EROI – Bestimmung ist, welche Faktoren einzuberechnen sind. Um eine genaue Bestimmung der zu Ölförderung nötigen Energie durchzuführen, sind unter anderem zu berücksichtigen: Energie zum Bohren der Quellen, für die Fertigung der Stahlrohre, Pumpen, Fahrzeuge, Gebäude, Straßen. Energie zum Pumpen von Öl und Wasser, Energie zum Raffinieren des Öls, zum Transport usw. Die genaue Bestimmung des EROI durch Addition der Einzelenergien ist nahezu unmöglich.
Vor ca. einem dreiviertel Jahr stieß ich im Internet auf das EPT-Modell der Hillsgroup. (http://www.thehillsgroup.org/index.html) Die Berechnung der totalen Produktions Energie ETP erfolgt mit einem grundsätzlich anderem Ansatz: Die Gesetze der Thermodynamik werden auf die Ölförderung angewendet. Die Thermodynamik ist die Wissenschaft, die sich mit der Umwandlung von einer Energieform in eine andere beschäftigt. Da Ölförderung in erster Linie mit Energie zu tun hat, ist es selbstverständlich, das man sie thermodynamisch betrachtet; eigentlich ist es unverständlich, dass es vor der Hillsgroup (kurz: HG) niemand tat.
Ich habe mir die Studie der HG beschafft und begonnen die Theorie zu überprüfen. An einzelnen Stellen gebe ich die dort beschriebene Herleitung aufgrund eigener Überlegungen etwas anders wieder.

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Auswertung der von British Petroleum (BP) veröffentlichten Daten

Ein Gastbeitrag von Werner Molzberger:

Der Ölkonzern British Petroleum BP veröffentlicht seit vielen Jahren Daten zu den Energieträgern Öl, Gas, Kohle und Uran. Die Zahlen betreffen Produktion, Verbrauch und Reserven. Die Broschüren erscheinen jährlich Mitte Juni unter der Bezeichnung statistical review.

Da die Zahlen selbst wenig aussagen, habe ich sie in Tabellen eingegeben und daraus Diagramme erstellt. Aus den Diagrammen lässt sich die Entwicklung in den verschiedenen Ländern und Regionen gut erkennen. So sieht man die Auswirkungen der Finanzkrise im Ölverbrauch verschiedener Länder sehr gut. Bei anderen Ländern – China, Indien etc. – hat sich die Finanzkrise nicht niedergeschlagen.

Die stark gestiegene Schieferölproduktion ist in den Diagrammen der USA und Kanada deutlich zu sehen.

Es zeigen sich große Unterschiede bei den Ölverbrauchskurven der verschiedenen Länder. Die der Industrieländer verlaufen mehr oder weniger waagerecht mit den Einbrüchen durch die Finanzkrise. Die der Entwicklungs- und Schwellenländer zeigen durchwegs ansteigende Tendenz.

Das gleiche gilt für die Regionen. Bei den Regionen der Entwicklungs- und Schwellenländern gibt es nur noch eine Region (Mittlerer Osten), die eine steigende Ölproduktion aufweist. Alle Regionen aber zeigen eine kräftig steigende Ölverbrauchskurve.

In den zu Blöcken zusammengefassten Regionen werden die Verhältnisse noch deutlicher. Die in Block 2 zusammengefassten Entwicklungs- und Schwellenländer haben bis ca. 2008 den Block 1 (Industrieländer) mit Rohöl versorgt (ca. 10 Millionen Fass / Tag). Seitdem geht der Ölexport von Block 2 nach Block 1 deutlich zurück. In vielleicht zwei oder drei Jahren wird sich der Ölfluss von Block 2 nach Block 1 umkehren. Die Industrieländer werden dann die Entwicklungs- und Schwellenländer mit Rohöl versorgen. Wie lange das möglich sein wird ist die spannende Frage.

Kommentarlos, Teil 65

Es ist derzeit eine der spannendsten Kontroversen der Klimaschutzpolitik: Die These von den „gestrandeten Vermögenswerten“ (stranded assets) hat binnen kurzer Zeit die Debatte um fossile Brennstoffe auf den Kopf gestellt. Viele Jahre lang drehte sich die Energiedebatte um die Frage, ob der Welt das Öl ausgeht (peak oil). Jetzt dagegen lautet die Warnung, dass womöglich viel mehr Öl da ist, als gebraucht wird.

FAZ: Der Erdöl-Schlussverkauf

Staatsstreich in Saudi Arabien?

Montag könnte ein Blick auf die Notierungen beim Ölpreis interessant werden. Hintergrund sind Gerüchte über einen möglichen Putsch in Saudi Arabien. Der erst seit 10 Monaten im Amt befindliche König Salman Bin Abdelaziz ist laut Debka heute ins Krankenhaus eingeliefert worden (via: blog.fefe.de). Der 79 Jahre alte Mann sei angeblich "verrückt" geworden und habe sich selbst verletzt, es sei Demenz festgestellt worden. Als Nachfolger sei Kronprinz Muhammad bin Nayef ins Amt eingetreten. Allerdings berichtet Debka, dass diese Entwicklungen Teil eines Putsches sei.

Diese Entwicklung wäre nicht unwahrscheinlich. Schon zum Tode des Vorgängers König Abdullah, der im Januar 90jährig starb, sagten Kenner Machtkämpfe um die Staatsführung voraus. Ich empfehle zur tiefergehenden Lektüre den Artikel vom 17.01.2015: Ölmacht Saudi Arabien: Ölgeld, Ölmonarchie und der Tod des Königs

Weitergehend (gelistet nach Fundreihenfolge):

Nachtrag: Bislang gibt es keine Bestätigung dieses Gerüchts, vermutlich ist nichts dran. Auch der Ölpreis hat sich heute unauffällig verhalten.

Resilienz – und – Nachhaltigkeit

Vorwort

Resilienz war schon oft eines der Themen über das wir hier auf Peak-Oil.com diskutiert haben. Der folgende Artikel ist ein Ausschnitt aus meinem Buch "Achilles und die moderne Stadt", das ich als Begleittext zu meinem Vortrag in meiner Firma zu schreiben begonnen habe, und das dabei wuchs und wuchs bis es am Ende zu einem 100 Seitigen kleinen Buch angewachsen war. Mein Ziel war es einen möglichst leicht verständlichen Gesamtüberblick über unsere Ressourcensituation, ökologische Fragen, Nachhaltigkeit und natürlich das was auf diesem Blog ein Kernthema ist- Energiefragen- , zu liefern. Den regelmäßigen Lesern dieses Blogs werden die Inhalte sicherlich im Wesentlichen vertraut sein. Zielgruppe waren ursprünglich Architekten die sich oft nur oberflächlich mit Nachhaltigkeit und der Biokapazität unseres Planeten beschäftigt haben. Doch gerade Planer könnten einen erheblichen Beitrag für eine bessere und wiederstandsfähigere Zukunft leisten.

Gegliedert ist das Buch in fünf Kapitel.

  1. Weshalb ist Nachhaltigkeit so schwierig?

  2. Die biophysikalische Stadt und der ökologische Fußabdruck

  3. Die Achillesferse(n) der modernen Stadt

  4. Einwände (Argumente gegen "Grenzen des Wachstums" und deren Erwiederungen),  und

  5. Resilienz, die neue Nachhaltigkeit

Der nachfolgende Text ist ein Auszug aus dem letzten Kapitel und beginnt mit einem Fazit zu den ersten vier Kapiteln. Thematisiert wird die Notwendigkeit in Zeiten schwindender billiger Ressourcen, eine größere Resilienz in die Systeme zu integrieren die unsere aller Leben gewährleisten. In die Landwirtschaft, die Energieversorgung, die Technik, die Bauweise, den Städtebau und sicher auch in die Art und Weise wie wir glauben das unsere Welt funktioniert. Der Text ist in vielen Bereichen eine Zusammenfassung der Gedanken klügerer Köpfe und weitschauenderer Denker. Insbesondere die Texte Prof. William E. Rees spiegeln sich wieder, dessen Vorträge ich jedem empfehlen kann.

Anregungen, Kritik, Fragen....   Ich bin auf eure Gedanken gespannt.

(Das Buch ist übrigens noch immer nicht käuflich zu erwerben sondern existiert bisher lediglich als privater Druck.)

(mehr …)

Kommentarlos, Teil 64

Er war als Geschenk an künftige Generationen gedacht: Norwegens 783 Milliarden Euro schwerer Ölfonds, Stand Ende 2014. Doch womöglich wird das nationale Sparschwein wegen des niedrigen Ölpreises bald geschlachtet: Am Donnerstag notierte das Nordseeöl Brent bei 46,31 Dollar pro Barrel, so tief wie seit zehn Jahren nicht mehr. Norwegen brechen Einnahmen weg, das BIP schrumpfte von April bis Juni um 0,1 Prozent. Zudem sinkt die Produktion der heimischen Ölfelder.

schreibt die taz